Posaune oder Trompete ?

von bumtak, 21.08.16.

  1. bumtak

    bumtak Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.08.16   #1
    Hallo,

    Ich suche für Lagerfeuer-Events wo viel kubanisch getrommelt wird als zusätzliches Instrument entweder eine Posaune oder Trompete um bei der vielen Perkussion auch mal Melodielemente einzubringen. Ein Melodie-Tasteninstrument habe ich schon gelernt und ein Blasinstrument (Didge) spiele ich auch. Soundmässig würde mir Posaune einen Tick mehr liegen, wichtiger ist mir aber welches Instrument einfacher zu lernen ist, da es nur ein Nebenher-Instrument werden soll. Und kosten soll es auch nicht viel und Outdoortauglich und robust. Bei nächtlichen Lagerfeuerrunden bekommt ein Blasinstrument auch mal einen Stoss ab.
    Könnt Ihr mir was raten, also ob nun Posaune oder Trompete und welches Fabrikat?

    Grüße
     
  2. Pfeifenfreund

    Pfeifenfreund Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.08.16   #2
    Hi bumtak,

    natürlich gebe ich hier keinen Rat, was "einfacher zu lernen ist". :D Die Posaune erscheint mir intuitiver, aber ich kenne Trompeter, die das genau anders herum sehen.

    Für deine Zielsetzung "kubanisch" und "outdoor" hat die Trompete jedoch deutliche Vorteile, einmal klanglich, vor allem aber beim Handling. Bei der Posaune hast du immer einen ziemlich großen Koffer dabei und einen extrem empfindlichen Zug, der selbst bei kleinen Dellen das Instrument unspielbar machen kann. Da scheint mir eine Trompete in einem stabilen Koffer doch geeigneter zu sein.

    Dennoch: Entscheiden musst du selbst; Spaß machen beide Instrumente und sei dir sicher, dass es eine ganze Weile dauern wird, bis sich deine Lippenmuskulatur fürs "Melodiespielen" in geeigneter Weise entwickelt hat. Lohnt sich aber...:)

    Peter
     
  3. bumtak

    bumtak Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.08.16   #3
    Hallo Pfeifenfreund,

    das mit der Größe ist ein Argument, aber meine Congas sind auch nicht gerade klein. Wie ist das mit diesen Plastik-Posaunen, sind die am Zug auch so empfindlich? Wobei ich mich frage ob das Plastik die Strahlungshitze von einem Lagerfeuer aushält.
    Findet die Tonbildung von Posaunen/Trompeten nur über den Zug/die Ventile statt oder singt man auch ins Instrument um den Ton zu beeinflussen?

    Grüße
     
  4. alexanderjoseph

    alexanderjoseph Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.08.16   #4
    Ich glaube du meinst nicht Singen. Singen ist zwar seit Albert Mangelsdorff auch möglich, gibt aber einen zusätzlichen Ton.
     
  5. Primut

    Primut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.08.16   #5
    Was einfacher zu lernen ist, kann man sicher nicht so pauschal sagen, das hängt vermutlich auch von der persönlichen Vorraussetzungen + Begabungen ab.
    Die Trompete ist tatsächlich deutlich handlicher, hat Ventile und lässt sich damit einfacher intonieren, hat dafür aber ein deutlich kleineres Mundstück.
    Mir persönlich liegt das größere Mundstück der Posaune deutlich mehr, aber vielleicht ist das auch nur eine Übungssache. Bei der Posaune musst du halt neben dem Ansatz auch noch die Züge für eine saubere Intonation lernen.

    Nun, Plastik ist halt ein anderes Material mit anderen Eigenschaften, ich würde vermuten, es reagiert bei Stößen flexibler und damit gutmütiger (vorausgesetzt der Stoß ist nicht so stark, dass es bricht). Bzgl. Strahlungshitze vom Lagerfeuer kommt wohl auf einen Versuch drauf an... :rolleyes:
    Ich gehe aber weiterhin auch davon aus, dass ein Plastik-Zug nicht so leicht und geschmeidig lauft wie ein Metall-Zug, konnte es aber bisher noch nicht ausprobieren. Aber wenn du als Anfänger dich gleich dran gewöhnst, stört es vielleicht nicht so.

    Die Tonbildung erfolgt nicht am Instrument sondern nur über die Lippen! Das Instrument verstärkt den Ton der Lippen bloß und lässt durch die Ventile / den Zug eine entsprechende Tonhöhenvariation zu. Halt so ähnlich wie beim Didge, bloß dass die Lippen deutlich stärker gespannt sind und du durch die Lippenspannung die Tonhöhe beeinflussen kannst.
    Das ist ist sofern halt ein Nachteil, dass du deine Lippen, halt den Ansatz längerfristig trainieren musst, um die entsprechende Lippenmuskeln zu trainieren und schöne + flexible Töne zu erzeugen.
     
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  6. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 23.08.16   #6
    Genau wie Kollege Primut schreibt, die Tonerzeugung beruht auf der Bildung einer Anregung der Luftsäule im Instrumente durch Lippenvibration (Lip Buzzing).
    Weil das Instrument (Trompete oder Posaune) eine Länge hat, die auf den Verlauf von zylindrischen und konischen Anteilen des "Rohres" abgestimmt ist, schwingt die Luft im Instrument in bestimmten Tonhöhen, die einen Ausschnitt aus der Naturtonreihe bilden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Naturtonreihe#Blechblasinstrumente

    Ventile bzw. die daran angeschlossenen Züge (Bögen an der Ventilmaschine) oder der ausgezogene Zug der Posaune verlängern die Luftsäule. Der Ton klingt aufgrund der längeren angeregten Luftsäule tiefer, man spielt also Töne aus einer anderen Naturtonreihe.

    Schon allein die Bildung des Tones ist auf Blechblasinstrumenten eine jahre- bis lebenslange Aufgabe, man übt das mit besonderen Übungen (Lange Töne, Naturtonbindungen).




    Hört sich ein Trompeter bereits nach ca. 2 Jahren ganz passabel an und hat er/sie vielleicht sogar schon einen guten Tonumfang, der die üblicherweise benötigten zweieinhalb Oktaven möglichst umfasst, dann sprechen wir häufig von einer "Begabung" für das Instrument.
    Relativ selten gibt es aber auch Anfänger, die bereits fast von Anfang an oder binnen weinger Monate hörenswert klingen - denen attestiert man dann häufig einen "Naturansatz".

    Gruß Claus
     
  7. bumtak

    bumtak Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.16   #7
    Das klingt jetzt nicht so als wäre eine Trompete als Nebeninstument brauchbar. Muss man das viele Training nur am Anfang machen und dann kann man es reduzieren wenn man es einegermassen drauf hat? Oder ist das Permanet mit viel Übung verbunden?
     
  8. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 30.08.16   #8
    Es gibt Laientrompeter, die ihr Instrument tatsächlich nur bei der wöchentlichen Probe auspacken.

    Diese ganz Mutigen* erreichen aber meist keinen spielbaren Standardumfang g - c''', in der Regel ist beim g'' oder a'' Schluss. Es kann aber durchaus ein brauchbarer Klang vorhanden sein, eben wegen des Glücksfalls einer spezifischen Begabung (die von diesen Hobbykollegen leider nicht ausgeschöpft wird).

    Die meisten mir bekannten Amateurtrompeter üben (fast) täglich 60 bis 90 Minuten, dazu kommen ein bis zwei Ensembleproben pro Woche und bei vielen zumindest zeitweise auch Unterricht.
    Das erlaubt über ein paar Jahre Praxis den spielbaren Standardumfang g-c''' oder auch ein paar Töne mehr sowie eine bauchbare Beherrschung der verlangten Artikulationstechniken und natürlich Sicherheit im Noten lesen sowie einschlägige Repertoirekenntnisse, je nach musikalischer Richtung (Blasmusik, symphonisches Orchster, Jazz-Combo, Big Band usw).

    In den Urlaub nehmen die meisten Trompeter ihr Instrument mit, dazu einen Dämpfer fürs Üben im Hotel oder wenigstens das Mundstück, um darauf zu buzzen. Macht man das nicht, ist der Ansatz nach zwei bis drei Wochen deutlich schlechter und man nervt sich selbst mit dem Wiederaufbau.

    Ich finde, man muss es einfach ausprobieren, ob man für die Trompete, die Posaune oder sonst ein Blechspielzeug Feuer fängt oder nicht.

    Die Rate der Abbrecher unter den Amateurmusikern ist bei Trompetern selbst nach vieljähriger Spielpraxis jedenfalls beachtlich hoch und einige steigen auch um auf die Posaune oder gehen ins tiefe Blech.

    Auch nur halbwegs gut gespielt sind alle Blechblasinstrumente aufwändig und anspruchsvoll, weil man sogar für ein einfaches Spielernivau geraume Zeit üben muss und auch die vernünftige Pflege des Instruments kostet etwas Zeit.
    Außerdem muss man im täglichen Umgang auf das Instrument und noch mal gesteigert auf das Mundstück achten, nicht nur wegen der Hygiene. Es passiert nämlich sehr leicht, dass beim Mundstück Macken an den Kontaktbereich zur Lippe kommen und das kann sich als sehr störend auswirken und WErkstattbesuche zum Ausbeulen der Trompete oder Posaune kosten natürlich auch Zeit und Geld.

    Gitarristen oder auch (Digital-)Pianospieler können ihre Zuhörer jedenfalls wesentlich schneller musikalisch beeindrucken und müssen sich um ihr Instrument viel weniger Gedanken machen, um es spielbereit zu halten.

    Gruß Claus

    * Dieser "ganz mutige" Spielertyp sagt sich: Üben ist nur etwas für Feiglinge.
    Lieber einmal pro Woche in der Probe vor Angst schwitzen als jeden Tag beim Üben. :D
     
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  9. BioMarco

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    Erstellt: 03.09.16   #9
    Was ich schreibe gilt für Trompete und Posaune:

    Jede längere Spielpause wirkt sich auf die beim Spielen doch schon umfangreich geforderte Ansatz- und Atemmuskulatur aus, Muskeln möchten trainiert werden, Belastungspausen führen zur Degeneration - und das gilt für den kompletten Skelettapparat, nicht nur fürs Blechblasen. Ein "voll durchtrainierter Blechbläser" hat da im Vergleich zu einem Anfänger natürlich Reserven, auf die er nach einer Belastungspause zurückgreifen kann: der Klang und die Technik sind auch nach der Pause noch ansprechend, wenn auch lange nicht mehr auf altem Niveau. Letzteres muss sich selbst ein Vollprofi nach längerer Belastungspause von unten wieder aufbauen. Allerdings fängt der da auf einem Niveau neu an, mit dem ein Amateur mehr als zufrieden wäre...

    Wenn man sich jetzt Schüler in den ersten Jahren anschaut, so ist die erste Probe z.B.nach 6 Wochen Sommerfereien der reinste Graus. Die Jungs und Mädels meinen recht häufig "wir haben Sommerferien, da übe ich mal rein gar nix". Entsprechend frustrierend ist dann der Wiedereinstieg nach den Ferien. Das kann einen Schüler leicht demotivieren und locker um mehrere Monate zurück werfen, wenn er dann nicht wieder fleissig übt. Ganz einfach weil noch keine Reserven da sind.

    Um auf Deine Frage zurück zu kommen: Wenn "das viele Training" am Anfang konsequent durchgezogen wurde und Du ein wirklich gutes Spielniveau hast, kann man der Übungsaufwand leicht zurückfahren und ist trotzdem in der Lage, brauchbar Musik mit dem Instrument zu machen. Allerdings: wenn Du Dir das Spielniveau erstmal erarbeitet hast, möchtest Du ja vielleicht auch gar nichts reduzieren ;)

    Vielen Dank & Grüße

    Marco
     
  10. bumtak

    bumtak Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.09.16   #10
    gibts nen Trick um rauszufinden ob man für die Trompete taugt? Vielleicht auf nem Mundstück rumtröten o.ä.? Oder einfach mal beim Thomann eine Plastiktrompete bestellen und wenns nix ist dann nach 3 Monaten wieder zurückschicken? Beim Didgen merkt man auch sehr schnell wer Talent hat wenn man mal ein paar Stunden drauf spielt.
     
  11. Claus

    Claus MOD Brass&Keys - HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 05.09.16   #11
    Ja, wenn das klappt ist das locker die halbe Miete (für den Anfang).
    Zu Plastiktrompeten kann ich nichts sagen, ich stehe auf Blechspielzeug. :D

    Warenbestellungen bei Internethändlern sind ganz normale Käufe, keine Auswahlsendungen. Das Ausnutzen des komfortableren Verbraucherschutzes gegenüber einem Ladenkauf finde ich nicht ok.

    Gruß Claus
     
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