Professionelle Abnahme von Gitarre/Gesang am Beispiel Johnny Cash

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BenChnobli
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Hmm, bei 1:33 bis 1:37 sieht man, wie etwas noch oben zu entschweben scheint? Falls es aber wirklich karaoke gesungen ist und nicht vollplayback, ist das gut getarnt :)

Gruss, Ben
 
GEH
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Falls es aber wirklich karaoke gesungen ist und nicht vollplayback, ist das gut getarnt :)
Johnny singt ja nicht nur, er redet auch und macht Geräusche zwischendrin, die Stimme kann eigentlich kaum Playback sein.
Bei der Gitarre liegt die Vermutung nahe, von der kommt oben bei so einem Mikro auch kaum noch was an.
 
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S.Tscharles
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Hier (in dem Video) ist aber die Rede von Fernsehtechnik, oder besser, professioneller Tontechnik. Und da wird/wurde der Ton geangelt, sprich mit einem hochwertigen Mikrofon von oben abgenommen. Und es gibt für diesen Bereich auch sehr hochwertige Mikros mit sehr starker Richtwirkung, mit denen man auch aus dem Trubel einer Liveband die Töne/Klänge/Signale, die von der Gitarre kommen, recht gut separieren kann. Nur können einem die Preislisten dafür teilweise das Wasser in die Augen treiben.
Man kann zu dem Thema ja auch mal die Suchmaschinen anwerfen, und sich mal kundig machen, wie vor der Verbreitung von Lavaliermikros und Tonabnehmern live fürs Fernsehen abgenommen wurde.

Bei den Radioshows vor Einführung der Stereofonie war es ja ähnlich, da stand halt ein Mikro mit Kugelcharakteristik in der Mitte der Bühne, und wer was besonderes beizutragen hatte, musste halt näher ans Mikro ran. Und es soll im Bereich der Genres, die viel mit akustischen Instrumenten arbeiten (z.B. Bluegrass, Singer/Songwriter) auch schon wieder etliche Leute geben, die so arbeiten. Heute halt mit etwas veränderter Mikrofontechnik wegen Stereo, aber das funktioniert auch recht gut bzw. vielleicht sogar besser als der übliche Weg mit Einzelabnahme und Bla.
Die Technik ist halt etwas teurer, und sowohl die Akteure vor den Mikros, als auch die Leute an den Reglern müssen dann schon genau wissen, was sie zu tun haben und das dann auch umsetzen können. Aber es ist eine ganz andere Sache mit einem ganz anderen Flair als mit dem seit längerem üblichen "Pseudo"-Stereo.
Wir haben früher bei den Akustikbands, in den ich mitgespielt habe, alle Proben (und den einen oder anderen Liveauftritt) mit OKM-Mikros auf MiniDisc mitgeschnitten, weil wir grundsätzlich unverstärkt gespielt haben. Und da war eigentlich immer alles und jeder gut zu hören, und auch die räumliche Trennung war wie im Original. Und das hat auch bei der einen oder anderen "Strom"-Band, mit der ich das Vergnügen hatte, ganz gut funktioniert, bzw. waren die Aufnahmen fast besser, als das was übers Pult kam, weil kein Techniker anwesend war, der die Regler bedienen konnte.
Und wenn ich das Vergnügen wieder haben sollte, wird das höchstwahrscheinlich wieder genauso laufen, weil der Aufwand für die Aufnahmen wesentlich geringer ist, als mit den "neumodischen" Methoden.
Wohlgemerkt, Studio ist eine andere Sache, aber auch da ist es ein Vorteil, wenn alle gemeinsam spielen können, weil die Interaktion zwischen den einzelnen Musikern (meiner Meinung nach) besser ist, als wenn jeder nur seinen Part spielt.
 
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Die Methoden wie z.B. ein Bluegrass-Band rund um ein einziges Mikro steht und dabei gar nicht so schlecht klingt sind ja bekannt.
Aber das Mikro steht dann immer von den Instrumenten wo sich der Klang entwickelt und die Musiker können mit dem Abstand variieren.
Mit einem Mikro vo oben kann ich mir das schlecht vorstellen, selbst wenn das ein sehr teures ist.

Ich kanne die Mikrofonierung mit von oben herabhängende Mikros vom Chor. Das geht, ist aber selbst mit extrem teuren Neumännern bezüglich Rückkopplung keine so einfache Sache.
Die Gitarre, die den Ton nach vorn abstrahlt kommt im Vergleich zu Gesang dort oben nur extrem leise an, das halte ich kaum für machbar, zumal die Lautstärkemischung Gitarre zu Gesang da nicht mehr regelbar ist.
Das ist für mich auch mit hochwertigen Richtmikro nur schwer vorstellbar.

Wohlbemerkt Gesang ja - Gitarre nein
 
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S.Tscharles
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Chor und Neumänner sind eine Sache, eine Tonangel und ein Richtmikro eine andere. Vielleicht hätte ich gleich "Keule" oder "keulen" schreiben sollen, dann wäre es klarer gewesen. Der Vorteil der Angel ist ja, daß das Mikro eben nicht direkt von oben kommen muss, sondern auch von vorne bzw. auf die Decke der Gitarre gerichtet werden kann. Die Angel/der Angler kann dann eben auch an der Seite stehen, oder hinter der Kamera und kriegt die Gitarre trotzdem voll von vorne mit. Vielleicht hilft das hier der Vorstellungskraft etwas weiter: http://de.wikipedia.org/wiki/Interferenzrohr_(Akustik) und http://de.wikipedia.org/wiki/Richtmikrofon

Und ich würde wirklich mal etwas über den Tellerrand schauen, weil neben den Tontechnikern gab und gibt es noch die Tonmeister aus den staatlichen Rundfunkschulen, wo ganz andere Sachen und Techniken gefragt sind, als mal so eben eine Liveband abzunehmen. Und beim Fernsehen, wie auch bei Videos sieht man normalerweise nur das, was man sehen soll, aber nicht alles, was es zu sehen gibt, weil es sich außerhalb des Aufnahmebereiches der jeweiligen Kamera befindet.

Bis die Tage!
 
Gitarrenknecht
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Mir scheints eindeutig: Galgenmikro für die Stimme. Ob die akustische Gitarre, die man ein bisserl hört, tatsächlich JC ist oder einer von der Band, kann ich gar nicht mal sagen. Könnte durchaus ein Mitnahmeeffekt von der Gesangsmikrophonierung sein. Eine eigene Abnahme hat die Gitarre garantiert nicht gekriegt. Dafür spielt Herr Cash zu schlampig und zu arg auf Show.
 
GEH
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Bei anderen Songs dieses Konzerts spielt auf jeden Fall ein anderer Musiker den Hauptpart und Johnnys Gitarre ist nur leise über das Gesangsmikro zu hören - wie nicht anders zu befürchten, auch Richtmikros können natürlich keine Wunder vollbringen.
z.B. hier ab 1:08
http://www.youtube.com/watch?v=pKbVo6n5Lws&feature=related
 
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Götz
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Bei solchen Sachen hingen die Mikrofone gern über den Sängern, nur ein paar Zentimeter oberhalb der Grenze die die Kamera aufgenommen hat. Die hatte nen bestimmten Winkel den sie nicht verlassen durfte, und darüber war das Mikro.
 

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