Push/Pull-Poti mit kleinem Wirkungsbereich

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ccola
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Hallo,
ich habe mir das erste mal eine Paula geholt um zu testen, ob ich mit so 'nem Gerät klarkomme. Es wurde eine Epiphone LP Muse.

Sie spielt sich 1A Sabine, sieht super cool aus, alles top.

ABER: Abgesehen davon dass die Push/Pulls echt spiel haben, wackeln und sich auch wabbelig anfühlen, haben die Push/Pull-Potis einen sehr geringen Wirkungsbereich. So wie man es kennt, von 10-4 gefühlt nichts, und dann alles auf einmal.

Jetzt zu meiner eigentlich Frage: Liegt es daran, dass die Potis einfach günstig sind und ein tausch von diesen würde Besserung bringen? (Vielleicht gibt's hier einen Experten der mir welche nennen kann die passen)?
Oder liegt es daran, dass durch die Split-Funktion der Pickups ein Kompromiss eingegangen werden muss was die Ohm-Zahl angeht? Wenn ich das richtig im Kopf habe brauchen Humbucker und Singlecoils da ja verschiedene.

Danke!
 
Was den eingeschränkten Regelbereich angeht, so hört es sich danach an, dass Potis mit linearer und nicht logarithmischer Charakteristik verbaut sind. Idr. bevorzugen Gitaristen bei Volume log Pots, ist aber Geschmacksache.
Die Ohmzahl bzw. der Gleichstromwiderstand hat mit dem Regelweg nix zu tun.
Wenn die Dinger wackeln müsste man mal kucken ob die Verschraubung lose ist und dann einfach mal nachziehen, passiert halt manchmal dass sich da was löst.

Für die Splitfunktion hat die Ohmzahl schon eine Bedeutung, wie stark der PU belastet wird und somit uU kleine Auswirkungen auf den Klang. Wenn einen das stört kann man sich aber behelfen und für den SC-Betrieb einen 470k parallel zum Poti (500k) mitschalten, dann sieht der SC den Kehrwert der beiden Widerstände, also ca 250k.

Anbei noch eine Seite mit sehr guten und Ausführlichen Infos zu Potis in Gitarren:
http://www.guitar-letter.de/Knowledge/Grundlagen/GrundlagendesPotentiometers.htm
 
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Das mit den wackelnden und schlabrigen Push-Pull Poti Achsen kenne ich auch, es ist zwar ein paar Jahre her das ich die letzten gekauft und verbaut habe, hatte aber immer gute Erfahrungen mit den CTS Push Pull Potis gemacht, da hat nix mehr gewackelt und auch der Drehwiderstand war angenehm. wie zb diesem Poti hier:

mußt aber schauen welches Poti am besten in deine Gitarre passt, ggf eine Long-Shaft Version, dh mit längerem Gewinde

Sehr gut sind auch die Potis von MEC, die mag ich sogar noch lieber, sind aber preislich unverschämt

Vielleicht hat @Myxin hier noch ein paar aktuelle und gute Tips auf Lager
 
Ich lese gerade, dass die Epi LP muse ab Werk einen sogenannten "Treble Bleed" fürs Volume Pot eingebaut hat.
Wenn da die Bauteilwerte nicht gut abgestimmt sind kann es schnell passieren, dass ein Log Pot nicht mehr gleichmässig dimmt, evtl. ist versehentlich ein Kondensator verbaut, der ne 10er Potenz zu gross ist.
Du könntest den Treble Bleed auch ausbauen und auf 50ies wiring umstricken.

Auch hier wird man wieder beim Onkel fündig (Kap 1.2 und 2.1):
www.guitar-letter.de/Knowledge/Grundlagen/DieLautstaerkeeinstellunginderElektrogitarre.htm
 
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Rein von der Funktion her ist klar, dass in dieser Preisklasse keine Edelteile verbaut werden. Die normalen Potis sind bei Epi trotzdem inzwischen ziemlich ordentlich, und da lässt sich auch nicht soo viel sparen. Aber gerade Pushpotis sind ja doch etwas komplexer und teurer - und hier ist der Unterschied zwischen "geht so" und "richtig gut" auch preslich für den Hersteller interessant. Also klar: technisch gibts hier besseres, etwa die sehr soliden Gibson- oder CTS-Potis, bei denen auch der Potiteil groß ist (was idR heißt, sie laufen viel solider) und nicht so mickrig wie bei den meisten Pushpotis. Wenn schon aufrüsten, dann würde ich auch nur die nehmen, und nicht ein Minipoti gegen ein anderes austauschen, aber das ist meine persönliche Meinung. Bei 4 Potis sind wir dann aber halt auch schon bei 80 € nur fürs Material...

Davon zu trennen ist aber die Frage nach dem Sound bzw. dem Regelweg.
Ich denke nicht, dass der Widerstand (Ohm bzw. KOhm ist nur die Einheit) bewusst niedriger gewählt wurde. Mit 250 KOhm würden die PUs in der wichtigeren HB-Stellung schlicht zu dumpf klingen, das will ja auch der Hersteller nicht. Und ich vermute mal, dass seltener verwendete Zwischenwerte wie 350 KOhm als Pushpotis allenfalls teurer wären, was für Epiphone sicher auch ein Faktor wäre. Ich habe auch noch nie gesehen, dass ein Hersteller für splittbare HB ab Werk was anderes als 500 KOhm-Potis verbaut hätte, ob billig oder teuer. Gut, die können auch mal 450 - 470 KOhm haben, aber das ist nichts, was man jetzt so deutlich hören würde, sondern der normale Bereich auch bei guten Potis.

Ein deutlich niedrigerer Widerstand hätte als solcher auch keinen Einfluss auf den Regelweg, der ist dann erfahrungsgemäß sogar oft gleichmäßiger. Er wird vielmehr vom Widerstandsverlauf bestimmt. Meist werden in Gitarren logarithmische Potis erbaut, bei denen der Widerstand beim Zudrehen eben nicht gleichmäßig abnimmt. Auf 5 hat ein 500 KOhm-Poti dann also nicht etwa 250 KOhm (das wäre ein lineares Poti), sondern eher um die 100. Und hier gibt es wiederum auch unterschiedliche Grade.

Allerdings ist genau das eine Eigenschaft, die von jedem/r sehr individuell wahrgenommen wird. Spielt man viel clean oder nur leicht verzerrt, bevorzugt man oft eine eher lineare elektrische Charakteristik. Spielst Du meist mit viel Zerre, merkt man sehr lange nichts, wie @floydish schon zutreffend schreibt. Bei richtig HiGain ist es allerdings völlig normal, dass selbst bei einem normalen logarithmischen Poti recht lange wenig passiert.

Was in Deinem Fall zu diesem Eindruck beitragen könnte, ist aber auch der bei der Muse laut Epi-Angaben serienmäßig installierte Treble Bleed. Das ist eine Schaltung, die beim Zurückdrehen die Höhen länger erhält, die dabei sonst physikalisch bedingt schneller zurückgehen würden als Bässe und Mitten - erst wird beim Zurückdrehen auch etwas dumpf. Dagegen was zu unternehmen, klingt erstmal positiv, kann aber auch stören - schon weil die meisten Gitarren es erstmal nicht haben, und man sich daran gewöhnt hat. Ich selber habe auch bei manchen Gitarren/PU-Kombinationen festgestellt, dass mir der Grundsound auch voll aufgedreht weniger gefallen hat als ohne Treble Bleed.

Der Knackpunkt ist: gerade Verzerrung spielt sich gehörmäßig vor allem in den Obertönen ab. Werden die Höhen nun beim Runterdrehen erhalten, wird der Tion zwar ausgedünnt, aber die Verzerrung nimmt gerade in diesen wichtigen Bereichen auch erst später ab. Hattest Du bisher Gitarren ohne TB, bist Du es natürlich gewöhnt, dass die Höhen schneller abnehmen und auch die wahrgenommene Verzerrung.

Mein erster (und billigster) Lösungsansatz wäre in dem Fall also schlicht, den Treble Bleed (ein Kondensator und evtl. einen Widerstand) an den Volumepotis abzuknipsen und es mal ohne zu probieren. Da das Elektrofach ziemlich verbaut ist, solltest Du es (wenn Du damit keine Erfahrung hast) bei einem Guitar Tech machen lassen, die richtige Stelle dürfte der zwischen zwei Reparaturen schnell identifizieren können.

Gruß, bagotrix
 
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Das nenne ich mal eine kompetente Antwort! Vielen Dank für deine Ansätze!

Ich werde, sobald ich zuhause bin, mit einer anderen "Sicht" genauer hinhören und entscheiden ob ich die zusätzlichen Bauteile abknipse.
 
Vielleicht hat @Myxin hier noch ein paar aktuelle und gute Tips auf Lager

Leider nein, ich nutze seit vielen Jahren keine Push/Pull mehr und kann daher zu dem, was aktuell von den bekannten Herstellern angeboten wird, wenig sagen.
Ich würde mir auch wirklich überlegen, ob man das überhaupt braucht.
Es gibt mMn nicht so viele Humbucker, die gesplittet gut klingen - bei denen es halbwegs taugt, das sind dann auch eher die mit mehr Output bzw. einem höheren DCR (ich weiß, dass das nicht zwangsläufig Hand in Hand gehen muss). Bei PAFs z.B. würde ich es generell nicht machen.
 
Ich stimme da Myxin zum Teil zu... beim Bridge-Pickup finde ich das Splitten auch nicht so toll. Beim Hals finde ich es nicht so schlecht.

Idee: Was ich gelesen habe, hat die Muse drei Push-Pulls: 2-mal Splitten (Volume-Potis) und einmal in/out of Phase. Falls du auf eine der drei Funktionen verzichten kannst, würde ich an den Volume-Positionen ganz normale Potis einbauen und du hättest dann auch eine viel größere Auswahl an Marken, Tapern, usw. Die Schaltfunktion kannst du dann auf die Tone-Potis verlegen. Bei meiner LP hab ich die Split-Funktion auch dort.
 

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