Querflöte kleinere Reparaturen

von Annino, 09.02.19.

  1. Annino

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    Erstellt: 09.02.19   #1
    Hallo liebes Musiker-Board,

    viele Flötenlehrer können ja kleinere Reperaturen (nicht schließende Klappen, etc.) selbst vornehmen (andere Holzbläser wie Oboe tun das wahrscheinlich noch häufiger). Wo lernt man sowas? Gibt es Bücher, oder sollte man mal zu nem Flötenbauer gehen und sich das zeigen lassen?

    Ich kenne nur Methoden, um zu sehen, welche Klappe nicht schließt. Ich weiß um die Funktion der Stellschrauben, aber in der Praxis habe ich dann doch keine Ahnung, was ich machen muss. Wenn jetzt die oberen Trillerklappen zu bleiben, weiß ich, welche Federn zu überprüfen und wieder einzuhaken sind, aber das sind alles nur nicht belastbare Einzelinfos. Nun werde ich ja demnächst Flötenlehrerin, hatte auch schon eigene Schüler und da ist es doch sinnvoll, typische Fehler an Flöten schnell zu erkennen und flicken zu können. Letztens saßen wir zu viert direkt vor einem Auftritt vor einer Flöte, wo die F-Klappe die Klappe unterhalb des h für das B nicht mitnahm. Aber wir wussten nicht genau, was da jetzt verantwortlich ist und mussten letztendlich noch mal los und ein Ersatzinstrument besorgen.

    Die Frage ist jetzt: Wie lernt man sowas? Meine eigene Flöte ist mir zu wertvoll zum auseinanderbauen, ich habe noch eine zweite, da würde ich vllt tatsächlich mal was ausprobieren, wenn ich zumindest sicher wäre, nichts elementar wichtiges kaputt zu machen. Gibt es sowas wie ein Handbuch, in dem man sehen kann, welche Stellschraube wie funktioniert oder so Merksätze, in welche Richtung was gedreht werden muss? Geht das nur durch Erfahrung oder sollte ich das von meinem Dozenten lernen (seine Reperaturfähigkeiten sind aber glaube ich auch nicht das Gelbe vom Ei, wie bei eigentlich den meisten Lehrern, die ich kenne)? Bei genauerer Beobachtung habe ich auch festgestellt, dass die Flöten durchaus Unterschiede in der Mechanik haben. Sollte man deshalb vielleicht einfach immer zum Flötenbauer gehen?

    Nur um das klarzustellen: Es geht mir nur um kleine Reperaturen an günstigen Instrumenten der Musikschulen oder meiner Schüler, die ich natürlich nur machen will, wenn ich mir absolut sicher bin. Für alles andere geht's selbstverständlich zum Flötenbauer, aber das sehen Musikschulen bei ihren Leihinstrumenten schon wegen der Kosten meist nicht so gerne. Die sind oft doch ganz zufrieden, wenn ein Lehrer da was "mauschelt".

    Annino
     
  2. voiceintune

    voiceintune Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.02.19   #2
    wenn du den führerschein machst, findest du es gut wenn der fahrlehrer auch das auto repariert? (und es nicht gelernt hat?)
    es geht nicht um eine feder einhängen, sondern die VOLLSTÄNDIGE deckung der flöte zu erreichen. die flöte ist da empfindlich, insbesondere die picco.
    ...und bei fehlendem wissen(über) der/die mechanik hand anlegen?

    warum willst du das machen , wenn du nur für die unterrichtsstunden bezahlt bekommst?
    wo machst du das? in der musikschule? - zuhause?
    und dann trägst du die verantwortung?

    was hast du gelernt? - irgend etwas auf dem gebiet mechanik, kennst du materialkunde?

    viele fragezeichen ?????


    drei jahre lehrzeit als geselle und dann die meisterprüfung und der beruf stirbt immer mehr = der instrumentenbauer/reparateur (mit a)
     
  3. Annino

    Annino Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #3
    Nein, wie gesagt, darum geht es nicht. Aber ich hatte die Antwort erwartet.

    Es geht darum, dass in manchen Situationen einfach erste Hilfe angemessen sein kann. Ich möchte auch nicht einfach irgendwas machen, sondern eben ein wenig Ahnung haben. Zu deinem Vergleich mit dem Fahrlehrer: Es gibt genug "Autobastler" ohne Lehre und wenn ein Fahrlehrer den Blinker wieder zum blinken bringt, warum nicht? Solange es nicht um lebensgefährliche Sachen geht?

    Viele Holzbläser können leichte (in Bedeutung von einfach und häufig vorkommend, daher bekannte) Reparaturen selbst vornehmen. Irgendwoher müssen die das ja können. Klar sieht das ein Instrumentenbauer nicht gerne und klar kann das schief gehen, aber die Praxis zeigt doch, dass es funktioniert und in manchen "Notfall-Situationen" durchaus sehr erleichternd sein kann und im Alltag mit teilweise grottenschlechten Instrumenten (wo der Schaden auch nicht mehr hoch gehen kann) praktikabler als ständig mit Eltern und Musikschule zu diskutieren, welche Flöte denn schon schlimm genug ist, damit sie zum Instrumentenbauer gebracht werden darf (und ja, das habe ich erlebt).
     
  4. Fish

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    Erstellt: 11.02.19   #4
    Du musst halt eine Grenze ziehen. Die mir bekannte Flötenlehrerin zieht grundsätzlich nur lockere Schrauben nach. Für alles darüber hinaus ist die Fachwerkstatt gefragt.
    Ich denke das ist eine sinnvolle Grenze.

    Alleine Haftungstechnisch ist das echt ein heißes Eisen. Überleg mal Du machst einen Fehler und ruinierst aus versehen dadurch eine teure Querflöte. Wer übernimmt den Schaden?

    Zum Üben würde ich Dir empfehlen bei Ebay / Kleinanzeigen mal ein paar defekte Instrumente zu kaufen um die Funktionen der Mechanik zu ergründen.

    Auch könnte ich mir (zumindest bei meiner Flötenwerkstatt) vorstellen das Du, gegen ein kleines Entgelt bzw. Mithilfe, vom Meister mal gezeigt bekommst wo Du als Laie hinlangen darfst zum Schrauben nachziehen / Reparieren und wo besser nicht. Fragen kostet auf jeden fall nichts.
     
  5. Annino

    Annino Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #5
    Genau deshalb gehe ich auch an meine eigene nicht dran. Ist mir viel zu gefährlich.
    Ich habe bis jetzt nur Anfänger unterrichtet. Die meisten Flöten lagen so im Bereich von höchstens 400 Euro und waren ständig kaputt. Da musste ich schon die Krone beim Stimmkork (heißt bestimmt anders) oben mit Tesa festkleben, weil die Musikschule meinte, das sei nicht reparaturbedürftig, dass die mir nichts dir nichts rausfällt. Sowas bringt einen auf solche Ideen.

    Das wäre mal ne Idee für die nächsten Ferien. Ne Mitstudentin von mir will demnächst sowieso auch mal ein altes Saxophon auseinander nehmen.

    Ja, mein Flötenbauer erzählt auch immer gerne, was man so tun kann. Der zeigt das auch. Daher kann ich mittlerweile auch recht schnell feststellen, welche Klappen nicht schließen. Aber das sind eben immer nur so Bruchstücke. Was mich interessieren würde, wäre halt eine Übersicht zum nachgucken.

    Aber danke auf jeden Fall. Dann werde ich noch mal an anderen Stellen auf die Suche gehen :)
     
  6. voiceintune

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    Erstellt: 11.02.19   #6
    wie weit bist du denn von heidelberg entfernt?
     
  7. Annino

    Annino Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #7
    Etwas zu weit, leider. Bin Norddeutsche
     
  8. voiceintune

    voiceintune Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.19   #8
    hab jetzt das gehirn eingeschaltet: - lol

    Osna....

    schade sonst hätte man ja mal einen kleinen workshopp machen können, flöten kommen wöchentlich rein.
     
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