Vorstellung Thumbport

chris_kah
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Ich habe mal die Suchfunktion bemüht. Offensichtlich kam der Thumbport noch nicht zur Sprache.

Meine Flötenlehrerin hat mir zum Ausprobieren einen Tumbport ausgeliehen.
Was ist das überhaupt?
Das ist eine Daumenstütze für den rechten Daumen, die helfen soll
  • den rechten Daumen zu positionieren
  • die Flöte in einem wiederholbaren Winkel (wichtig für den Ansatz) zu halten
Es gibt 2 verschiedene Ausführungen:
Thumbport
MIY-TP-W.jpg

die ursprüngliche Variante

und den Thumbport II
MIY-TP2-B.jpg


Zum ersten Kennenlernen hatte ich den ursprünglichen Thumbport ausgeliehen, beim Test im Musikladen fand ich aber den Thumbport II für mich passender. Das sollte man ausprobieren. Da würde ich weder für den einen noch den andern Werbung machen - das ist individuell.

Montage:
der Thumbport wird an die Querflöte geklipst, hält einfach durch Form und leichter Federkraft des weichen Kunststoffteils
20260122_222716.jpg

Position ist gegnüber der F-Klappe (grüner Pfeil oben), Stützt sich an einem feststehnden Teil der Mechanik ab (unterer grüner Pfeil), so dass er sich nicht verdreht oder verschiebt.
Die beweglichen Anschläge links davon sollen nicht blockiert werden (roter Pfeil). Da sollte genügend Lücke sein.

Andere Ansicht, wie das festklemmt:
20260122_222706.jpg


Zum Transport habe ich einen Platz am Kopfteil gefunden, wo es mit in das Etui passt, ohne etwas anderes zu verbiegen ...
20260122_222856.jpg


Was bringt es?
Ich spiele seit etwas mehr als einem Jahr Querflöte und mir hilft dieses Teil sehr, die Position der rechten Hand gut zu finden und die Flöte gut und fest zu positionieren, damit der Ansatz nicht wegdriftet.
Die Stabilität geht damit gut bei lockerer Handhaltung.
Mir hat es sehr gut geholfen.

Ob es etwas bringt, muss jeder für sich entscheiden, ebenso ausprobieren, welche Variante besser passt.

Ich hoffe, das war informativ für euch.
 
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Ich habe es nie begriffen, wozu ein Thumbport gut sein soll. Ein Wegdrehen oder -rollen der Flöte aus den Händen kann er allein auch nicht verhindern. Wichtig bleibt dafür immer der Kleine Rechte Finger auf der Dis-Klappe
 
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Früher gab es einige Dinge an Flöten, die sogar fest verbaut wurden, um Hilfestellung zu geben. An neuen Flöten sind die aber praktisch nicht mehr oder sehr selten zu finden:

Beispielsweise das sogenannte Reformmundstück, was den Luftstrom zuverlässiger auf die Anblaskante führt. Der Nachteil ist, dass man den Luftstrom dann schlechter alleine lenken kann und sich damit eine der Modifikationsmöglichkeiten für die Tongestaltung nimmt, bzw. verschlechtert.

Was den Thumbport angeht, so gab es früher auch Modifikationen, die ebenfalls einen Halt für den Daumen geben sollten. Dabei wurde ein ziemlich dicker, länglicher Kasten an das Unterrohr gelötet, auf dem man den Daumen ablegen konnte. Die Hardcore-Variante war, dass es sogar T-förmige Haken gab, die man an der Unterseite der Flöte anschrauben konnte, um dort den Daumen zu verhaken.

Was ich persönlich nicht schlecht finde, sind Dis- und Cis-Roller am Fuß. Aber die gibt es auch nur noch sehr selten an Neuinstrumenten.

Dass die Einstellschrauben für die Klappenregulierung der miteinander verbundenen Klappen fast gänzlich verschwunden sind, ist meiner Meinung nach sehr bedauerlich Früher gab es fünf verschiedene Einstellschrauben, die auf der Oberseite des Rohres am Klappenarm zu finden waren, mit denen konnte man relativ einfach die Klappenstellung in Relation zu den anderem korrigieren und musste damit nicht gleich in die Werkstatt gehen. Heute gibt es meist nur noch eine Schraube und vieles muss man stattdessen mit Filzen oder Kork unterlegen, was dann wirklich eine Sache für den Reparateur ist.

Und was die heutigen Hilfsmittel angeht, warum nicht? Einfach mal ausprobieren. Ein Thumbport kostet nicht so viel und kann auch wieder entfernt werden.
Persönlich würde ich aber solche Dinge gebraucht und zu einem kleinen Preis auf dem Kleinanzeigenportal erwerben.
 
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Ich habe es nie begriffen, wozu ein Thumbport gut sein soll. Ein Wegdrehen oder -rollen der Flöte aus den Händen kann er allein auch nicht verhindern. Wichtig bleibt dafür immer der Kleine Rechte Finger auf der Dis-Klappe
Hi James Blond: Dafür ist der Thumbport auch gar nicht gedacht. Er hilft dem Flötisten den Daumen an der richtigen Stelle, nämlich HINTER der Flöte und nicht UNTER der Flöte zu positionieren. So bekommt man eine ideale Haltung in Balance und das Instrument kann stärker schwingen und damit besser klingen.
 
Er hilft dem Flötisten den Daumen an der richtigen Stelle, nämlich HINTER der Flöte und nicht UNTER der Flöte zu positionieren.
Hmm ... HINTER der Flöte? Wo soll das denn sein?

Der rechte Daumen ruht bei "normaler" Haltung UNTER der Flöte und zwar in Höhe des rechten Zeigefingers. Es gibt zwar auch noch eine besondere Balancehaltung, in der die Flöte nur mit zwei Fingern (Zeigefinger links + Daumen rechts) und durch ihr eigenes Gewicht ausbalanciert wird, aber ich bezweifle das Chris als Anfänger (und viele andere) in dieser Haltung jemals unterrichtet wurden, noch dass er sie anwendet. Für die normal übliche Haltung benötigt man keinen Thumport. Doch wem es hilft, der soll damit glücklich werden, ebenso wie mit anderen kleinen Helferlein. Es mag manchem den Einstieg erleichtern und zu einer entspannteren Haltung beitragen.

So bekommt man eine ideale Haltung in Balance und das Instrument kann stärker schwingen und damit besser klingen.

Und was sollte dabei stärker schwingen?
Es ist ein weit verbreiteter Irrglauben, dass das Flötenrohr einen Resonanzkörper darstellt. Das Gegenteil ist bei einem guten Ton der Fall, wenn allein die Luftsäule im Rohr bis hinein in den Rachenraum und in die Luftröhre zum Schwingen gebracht wird. Der Flötenkörper sollte sich möglichst neutral und unbeteiligt verhalten. Nicht umsonst nimmt man für die besseren Flöten edle Materialien mit einer sehr hoher Dichte, sie sollen ein Mitschwingen des Flötenrohres minimieren. Denn der Ton wird dann nicht besser (bzw. "schöner"). Wenn da irgendwo etwas mitschwingt, ergibt sich ein unregelmäßiges Klangbild, manche Töne werden lauter, andere nicht. Entscheidend für eine gute Flöte ist ihre Ausgewogenheit im Klang durch alle drei Oktaven.
 
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Moin, ich lasse es mal dahingestellt, ob so ein thumbport bei aussergewöhnlichen Situationen ( Verletzungen, Fingerhaltung, Schmerzen....) Sinn macht, aber im Normalfall würde ich so ein Teil nicht empfehlen.
Führt m.E. eher dazu, dass man nicht lernt, wie man eine Querflöte richtig hält und dann dauerhaft auf so ein Hilfsmittel angewiesen ist.
Vielleicht irre ich mich ja auch, aber ist so mein Eindruck. Ist ja nicht von ungefähr, dass 99,9 % ( geschätzt :) ) der Flötenspieler so ein Teil weder brauchen, noch vermissen.
Ich gehöre auch dazu.
 
Interessantes Thema. Um auch fachfremden Lesern wie mir anschaulich zu machen, worum es hier geht, ergänze ich mit einem Video zum Halten der Flöte in Spielposition.
Ich hoffe doch, die Ausführungen von Alexa Still entsprechen dem, was auch bei uns als Standard unterrichtet wird.


View: https://www.youtube.com/watch?v=j4AoQsmMyOA

Gruß Claus
 
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Ja, ich habe zwar mehr mit den Augen verstanden als mit dem Gehör, aber so ist es m.E. richtig. Ich halte die Flöte auch so und das hat mir in jungen Jahren mal ein Lehrer akribisch gezeigt, denn ich hielt die Flöte damals völlig falsch.
 
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Englische Untertitel funktionieren im Video, mit der weiteren Einstellung der automatischen Übersetzung auf "Deutsch" hatte ich kein Glück.

Gruß Claus
 
Hier gibt es zur "normalen" Balance noch ein Video von Katja Reinbold in Deutsch.

Sie weist dabei auch auf das Problem des Wegrollens der Flöte hin, das mit der Mundlochposition im Flötenkopf zusammenhängt.

Allerdings denke ich auch, dass hier jeder Spieler mit seinem individuellen Ansatz auch seine eigene Flötenhaltung entwickeln muss, da die normierte Bauart der Böhmflöte eine Anpassung der Haltung an die unterschiedlichen Maße der Hände erfordert. Nichts ist daher so destruktiv wie eine zu restriktive Handhabung der Vorgaben. Und wenn so ein Thumbport dem Spieler ein Gefühl höherer Sicherheit und Beweglichkeit vermittelt, warum dann nicht? Das sind sehr wichtige psychologische Klangfaktoren!

Grüße
JB
 
Ja, wahrscheinlich hast du recht, aber ich würde trotzdem keinem Flötenanfänger den thumbport empfehlen.
Finde es wohl besser, das erstmal so zu üben, wie es sein "soll" Ist wohl im Endeffekt besser, oder?
Es gibt so viele Fehler bei Instrumenten am Anfang und da sollte man das richtig lernen und keine unnötigen Hilfsmittel benutzen.
Normale Finger usw vorausgesetzt.
 
Es gibt so viele Fehler bei Instrumenten am Anfang und da sollte man das richtig lernen und keine unnötigen Hilfsmittel benutzen.
Nun ja, eine Daumenstütze ("thumbport") ist noch kein "Fehler". Und was das "richtige" und das "verkehrte" Lernen anbelangt, so gibt es auch hier von Lehrer zu Lehrer recht divergierende Vorstellungen. Letztlich obliegt es dem Lernenden, die Vorgaben seiner Lehrer an seine individuellen Bedingungen anzupassen: Es gibt z.B. so viele Ansätze, wie es Spieler gibt. Ich käme mit einer Daumenstütze vermutlich schlecht klar, weil mein Daumen dafür zu lang ist.
 
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