[Review] Beyerdynamic TG V35 s

von unixbook, 13.06.18.

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  1. unixbook

    unixbook Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.18   #1
    Gut & günstig!

    Produktbezeichnung:
    TG V35 s

    [​IMG]

    Hersteller: Beyerdynamic

    Der 1903 in St. Petersburg geborene Eugen Beyer war nach der russischen Revolution mit seiner Familie nach Schweden gezogen und Anfang der 1920er nach Berlin gekommen, dem damaligen Mittelpunkt der beginnenden Audiotechnik. 1924, in den Anfangsjahren des Tonfilms, gründete er in Berlin ein Unternehmen zur Herstellung von Kinolautsprechern. 1937 entwickelte er mit dem Dynamischen (Mess)-Telefon DT 48, einen ersten dynamischen Kopfhörer. Zwei Jahre später folgte das dynamische Mikrofon M 19, das von der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) als Standardgerät für Reportagen eingesetzt wurde. Weitere Entwicklungen waren Druckkammerlautsprecher und ein Diktiergerät. Aufgrund der Zerstörung von Fabrik und Maschinen im Zweiten Weltkrieg siedelte das Unternehmen 1948 nach Heilbronn um. Dort produzierte das Unternehmen zunächst in einem ehemaligen Offizierskasino in der Bismarckstraße. 1959, nach dem plötzlichen Tod von Eugen Beyer, übernahm sein Sohn Fred R. Beyer (1934–2008) die Leitung. 1960 wurde ein Neubau in der Theresienstraße bezogen, wo sich heute Entwicklung, Konstruktion und Fertigung, Vertrieb und die kaufmännische Leitung befinden. 2005 wurde im Stadtteil Böckingen in der August-Häußer-Straße das Service-und-Logistik-Center (SLC) mit dem Versand, dem Fertigteilelager und der Service- bzw. Reparaturabteilung angesiedelt. Nachdem dieses Gebäude dann aber schließlich nicht mehr groß genug war, wurde im Juli 2013 das neue Shipping Center Talheim (SCT) in Talheims Industriegebiet Rauher Stich bezogen. Im selben Jahr wurde auch der firmeneigene Werksverkauf im Firmensitz in der Theresienstraße in Heilbronn eröffnet. Heute ist die beyerdynamic GmbH & Co. KG ein mittelständisches Unternehmen und zählt zu den bekanntesten Geräteherstellern im Bereich Audiotechnik. Es gibt eine Tochtergesellschaft in den USA (beyerdynamic, Farmingdale, New York) und Niederlassungen in Indien und Singapur. Das Portfolio umfasst heute Kopfhörer, Konferenztechnik und Mikrofone.
    (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Beyerdynamic, Stand: 13.6.2018)

    Hergestellt wird das TG V35 s in China.

    Preis: 44 €

    IMG_20180613_203257_edit.jpg

    Spezifikationen:

    Richtcharakteristik: Superniere
    Frequenzgang: 30 - 18.000 Hz
    Impedanz: 600 Ohm
    Höhenresonator zur Erweiterung des Übertragungsbereichs nach oben
    spezielle Schallöffnungen für erhöhte Rückkopplungsfestigkeit
    mit Schalter
    Länge: 182 mm
    Schaftdurchmesser: 24 - 38 mm
    Kopfdurchmesser: 50 mm
    Gewicht: 305 g
    inkl. 5m XLR/XLR Kabel, Klemme und Tasche

    Anwendungszweck:

    Das Mikrofon war eine Spontanmitnahme bei meinem Dealer. Bei einem Besuch dort bemerkte ich, dass er es als Retour mit einem vom Kunden sehr unschön geöffneten Karton hatte. Als Stammkunde kann ich Equipment einfach mal mitnehmen, um es in Ruhe zuhause oder im Probenraum zu testen. Mikrofone kann man eigentlich nicht genug haben.

    Beim Testen merkte ich dann, dass es durchaus eine Bereicherung darstellt, insbesondere dann, wenn es darum geht, die Stimme meines Sohns oder meiner Frau abzunehmen. Aber auch wenn mein Samson CS Mic CS1/CS2 bereits in Betrieb ist, wird es zukünftig dafür sorgen, dass meine SM57/58 reine Backuplösungen bleiben.

    Verpackung:

    Das Mikrofon kommt in einer Pappschachtel. Darin befindet sich dann das Mikrofon in seiner gesonderten Tasche, das Kabel und die Mikrofonklemme. Gut gemacht, denn so kann das Verpackungsmaterial gut entsorgt werden.

    Aufbau und Verarbeitung:

    In einem anderen Thread in diesem Forum wurde das hier vorgestellte Mikrofon als spürbar billig bezeichnet (vgl. https://www.musiker-board.de/threads/test-der-neuen-beyerdynamic-familie.436957/). Dieses Urteil kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen.

    Die Verarbeitung ist wirklich hochwertig. Es ist gut gewichtet und fühlt sich stabil an.

    Die Kapsel ist auf einer Gummimembran gelagert, so dass Griffgeräusche deutlich reduziert werden.

    Das mitgelieferte Kabel ist nicht der Burner, aber es ist auch keines der allerheiligsten Sorte. Sowas kann man sich als Backupkabel durchaus mit in die Kabelkiste packen.

    IMG_20180613_203416_edit.jpg

    Bedienung:

    Ist halt ein Mikrofon… Muss man anschließen, gell…

    Einen Schalter hat es. Dieser ist relativ leichtgängig und lässt sich leider nicht verriegeln. Das könnte man besser machen. Für meinen Geschmack brauchen Mikrofone gar keine Schalter, aber hier ist er halt dabei und arbeitet ohne Knacken. Was soll’s!

    IMG_20180613_203333_edit.jpg

    Klang:

    Den Klang mag ich. Es gefällt mir besser als mein SM58, was derzeit eh nur noch als Backup mitgeschleppt wird. Ich würde den Klang des TG V35 s als lebendig und transparent beschreiben. Sowohl Höhen aber auch Bässe kommen wirklich sehr schön sauber rüber. Dabei ist es gleichzeitig nicht wirklich bassstark. Es ist schwer zu beschreiben. Es schmeichelt der Alt-Stimme meiner Frau und dem Sopran meines Sohnes mehr als meinem Bass. Es klingt ehrlich und schmeichelt der Stimme gleichzeitig. Ach ja, Klang ist immer schwer zu beschreiben.

    Der Nahbesprechungseffekt fällt eher gering aus.

    Auch am Gitarrenverstärker weiß es für mein Empfinden zu gefallen.

    Solange man mit dem TG V35 s nicht direkt vor dem Lautsprecher steht ist es wirklich sehr wenig anfällig gegenüber Rückkopplungen.

    Das TG V35 s wurde hier im Forum auch schon in einem anderen Thread besprochen (vgl. https://www.musiker-board.de/threads/test-der-neuen-beyerdynamic-familie.436957/). Klangempfinden ist ja immer subjektiv und so kommen z.B. die User Basselch und Sandman53 zu einem anderen Urteil als ich. Vor diesem Hintergrund empfehle ich weder meinem noch deren Urteilen zu trauen, sondern sich selber einen Eindruck davon zu verschaffen, ob einem der Klang genehm ist oder nicht.

    Fazit:

    Das TG V35 s ist ein sowohl für Stimmen als auch für die Amp-Abnahme hervorragend geeignetes Mikrofon, welches den Klassiker SM58 einmal mehr alt aussehen lässt. Zudem kostet es weniger als die Hälfte des Veteranen. Es ist unglaublich, welch Qualität heute zu einem Preis von unter 50 Euro möglich ist. Den Schalter könnte man besser machen oder (mir persönlich noch lieber) ganz weg lassen. Aber hey, das ist - insbesondere unter Berücksichtigung des Preises - Nörgeln auf hohem Niveau.

    Produktinformation des Herstellers: https://europe.beyerdynamic.com/catalog/product/view/_ignore_category/1/id/2660/s/tg-v35s/

    Bedienungsanleitung:
    https://europe.beyerdynamic.com/amfile/file/download/file_id/2921/product_id/2660/
     
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  2. antipasti

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    Erstellt: 14.06.18   #2
    In deinem anderen Mikro-Review las ich einen ähnlichen Satz zur Bedienung. Ich finde, gerade als Sänger lässt sich nicht jedes Mikro auf gleiche Art bedienen.

    Unter "Bedienung" fällt für mich auch der Umgang mit den unterschiedlichen Richtcharakteristika und Bauarten.

    Beispiel:

    Bedienung
    Das Mikro XYZ entfaltet seine Qualitäten am besten, wenn es sehr nah besungen wird, fast mit Lippenkontakt. Bereits bei einer Entfernung von X cm verliert es deutlich an Pegel und Größe. Dieser Verlust ist leider gerade in suboptimalen Proberaumsituationen kaum ohne Rückkopplungen kompensierbar. Es ist daher für Rocksänger oder Rapper, die weniger Dynamik benötigen, besser geignet als zB für Jazz-Sänger oder Singer/Songwriter, die eine flexiblere Handhabung bevorzugen.

    Das stimmt. Ein paar kurze Audiobeispiele könnten Abhilfe schaffen. Das geht hier mittlerweile sogar ohne externen Hoster per Direkt-Upload - praktisch genau wie mit den Fotos.
     
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  3. unixbook

    unixbook Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.18   #3
    Danke für die Hinweise. Vielleicht bin ich dazu zu wenig Sänger... Singe eher zum Spiel der Gitarre.

    Aber ich werde die Hinweise bei zukünftigen Mikrofon-Reviews berücksichtigen.
     
  4. Rockopa

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    Erstellt: 14.06.18   #4
    Das haben wir schon bei der Vorstellung der TG-Serie bemängelt,leider ist Beyerdynamic da nicht drauf eingegangen.
    Wie man es besser machen kann hatten Sie eigentlich bei der Vorgänger Serie schon bewiesen ,Sie hätten also nichts neu erfinden brauchen.
     
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