[Review] KRK 8s Subwoofer

von mjmueller, 07.06.20.

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  1. mjmueller

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    Erstellt: 07.06.20   #1
    Hallo Leute :hat:

    Ambitionierten Hobby-RecordlerInnen stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage nach einer Abhöre, die auch Frequenzen unterhalb ~50Hz darstellen kann. Leider ist das ein sehr komplexes Thema, weil die Hardware nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern im Zusammenhang mit dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Und es gibt zudem mehrere alternative Lösungsmöglicheiten (Fullrange, Subpac, Subwoofer, aktiv, passiv ...). Welche davon schließlich favorisiert wird, hat nicht nur was mit dem Geldbeutel zu tun. Die gebräuchlichste ist wohl derzeit ein Subwoofer als Ergänzung kleinerer Satelliten. Und da geht die Qual der Wahl so richtig los :stars: Aber bevor das hier in eine philosophische Betrachtung ausartet: Auch ich habe mich nach langem Abwägen der Vor- und Nachteile für die Subwoofer-Variante entschieden. Und zwar ist es der KRK 8s geworden, der nun seit einigen Wochen meine kleinen Monitore ergänzt.

    Meine Anforderungen waren recht übersichtlich:
    - runter bis ca. 30Hz
    - regelbare Frequenzweiche (HPF) am liebsten ab 50Hz
    - Bypass-Schalter
    - eher kompakt
    - budgetschonend

    KRK 8s Front.jpg KRK 8s Back.jpg

    Erster Blick

    Wir haben hier also einen 8" Subwoofer mit max. 112dB in den Ausmaßen 339mm X 294mm X 362mm und 11,8 Kg Gewicht.
    Der Frequenzbereich wird vom Hersteller mit 35 - 133 Hz (Low Pass 30 Hz) angegeben.
    Die SNR soll 92dB betragen.

    Das Gehäuse ist aus MDF mit einem Kunststoffüberzug, der von KRK als Schwarzes Vinyl bezeichnet wird.
    Die Frontgitter sind aus gelochtem Stahlblech.
    Auf der Unterseite ist eine Gummierung aufgeklebt, die Verrutschen unterbinden soll (und vielleicht auch ein ganz klein wenig Entkopplung bringt).

    Auf der Rückseite finden sich erfreulich viele Anschluss- und Eingriffsmöglichkeiten. Zunächst mal das kleinschrittig gerasterte Volumepoti, darunter das Poti für das HPF (Crossover) in vier praxisnahen Positionen (70, 80, 90, 100 Hz - die größeren Modelle starten hier bei 60 Hz).
    Darunter Kippschalter für die Eingangsempfindlichkeit, Polarität, Stand-By, Groundlift.

    Rechts daneben die nicht symmetrischen Ein- und Ausgänge als Cinch ausgeführt, darunter die symmetrischen Ein- und Ausgänge als TRS und XLR (die alle zugleich belegt sein können), die Buchse für den Fußschalter, ein Indikator-LED (grün=Betrieb, orange=Stand-By) und der Powerschalter und die Buchse für das mitgelieferte Netzkabel.

    Der Subwoofer ist sehr ordentlich verarbeitet, alle Buchsen und Schalter machen einen vernünftigen Eindruck und lassen sich sauber nutzen. Das Geräte aus PRC-Fertigung hier mittlerweile nicht zwangsläufig schlecht abschneiden müssen, ist keine neue Erkenntnis und wird hier bekräftigt.


    Klang

    Tja, der schwierige Teil. Schwierig deshalb, weil es in dieser Frage keine einfache Antwort gibt. Es geht los mit dem primären Musikmaterial und dem primären Einsatzzweck. Bei mir sind es definitiv keine subbasslastigen Sachen und der Sub soll mir im Grunde nur das zu Ohren bringen, was die Augen in der DAW nicht so richtig erfassen können - also im Wesentlichen Mulm unter ca. 50 Hz, der in meinen Genres eine untergeordnete bis keine Rolle spielt und raus kann. Andererseits soll sich der Sub aber auch möglichst homogen in das Gesamtbild einfügen und auch die Satelliten im unteren Frequenzbereich etwas entlasten. Hierfür brauche ich nicht so viel Leistung, weshalb die 109W der Class D Endstufe auch völlig ausreichend sind, um noch bei ca. 90 dBA ohne abzuschwächeln mit den Tannoy Gold 8 harmonieren (die Tannoys haben es gerne etwas druckvoller), aber auch bei meiner typischen Arbeitslautstärke von 70 dBA und Genußhören bei 64 dBA erfüllt der Sub seinen Zweck absolut zufriedenstellend (gerade beim Schreiben dieses Textes läuft das "Album Hearts from Above" von Micky & The Motorcars :great: ).
    Aber auch klar, der kleine Sub kommt schon an seine Grenzen wenn er ausgereizt wird, bleibt dabei aber erstaunlich stabil bis fast zum Anschlag.
    Das erfordert aber etwas längere Abstimmung mit den Satelliten, speziell natürlich der Crossoverfrequenz (bei mir 70 Hz) und dem Volumepoti (12 Uhr).
    So, gut eingefügt, bereichert der Sub unaufdringlich, aber deutlich die "Problemzonen" in eigenen Mixes im kleinesten und schlechtesten Homerecordingstudio der Welt.
    Aber auch Material, was mehr im Subbassbereich füllig ist, wird recht sauber geliefert (hier als Test lief z. B. der Paul Oakenfold Remix des Muse-Songs "New Born" oder auch "Angel" von Massive Attack), könnte aber für meinen Geschmack einen Tick knackiger sein.

    Darüber hinaus bleibt mir zu erwähnen, dass der Sub nicht um Aufmerksamkeit buhlt - kein Rauschen oder sonstige Störgeräusche, auch nicht wenn Bypass an / aus geschaltet wird.

    Link zur Herstellerseite: https://www.krksys.com/Powered-Subwoofer/8s


    Fazit

    Mit dem 8s 2 liefert KRK-Systems einen kompakten und sauber verarbeiteten 8"-Subwoofer mit praxisgerechten Anschluss- und Einstellungsmöglichkeiten, ausreichend Leistung für kleine (Home)Recording-Umgebungen und auch ordentlicher Darstellung der tiefen Frequenzen.
    Bei dem fairen Straßenpreis von 349 EUR (05/2020) spielt die kleine Schwäche keine Rolle.
     
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  2. mjmueller

    mjmueller Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.06.20   #2
    Nachtrag: Leider oben vergessen zu erwähnen :facepalm1:
    Auf der Front links unten, hinter dem Stahlblech, sitzt eine LED die orange leuchtet, wenn der Sub im Bypass ist und weiß, wenn er in der Kette arbeitet. Und der Sub kommt auch flott aus dem "Stand-By-Schlaf".
     
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