REVIEW: sE / Hohner Harp Blaster HB52

von hack_meck, 17.09.20.

  1. hack_meck

    hack_meck Lounge .&. Backstage Administrator Moderator

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    Erstellt: 17.09.20   #1
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    - Review des sE/Hohner Harp Blaster HB52 - Live Mikrofon für die Blues Harp -

    by Sunny Land (Robert Hennrichs - Sunnyland Blues Band) & hack_meck

    Da ich auf der NAMM auch immer mal in anderen "Gefilden" unterwegs bin, hat sich ein Kontakt mit Peter Riedel - Pressekoordinator einiger Firmen in DE - ergeben. Im Sommer hatte er mich angesprochen, ob ich ne Chance sehe das aktuelle - auf die Blues Harp zugeschnittene - sE/Hohner HB52 für ihn zu testen. Das sE steht für die Firma sE Electronics, die das Mikrofon entwickelt hat. Nun ja, meine Harp Künste werden dem Mikrofon sicher nicht gerecht, aber in meinem musikalischen Umfeld habe ich mit Robert Hennrichs einen sehr erfahrenen Spieler. Er hat es mit der Sunnyland Blues Band geschafft, einen Song in die Top10 der US-Blues-Charts zu bekommen.

    Robert hat das Mikrofon mehrere Wochen gespielt und uns seine Eindrücke zusammengefasst. Zusätzlich haben wir ein "Kaltstart-Video" - also die absolut ersten Eindrücke mit dem Mikrofon gedreht. Und weil ein Live Mikrofon ohne "Live" irgendwie ja nur halb getestet ist, habe ich gemeinsam mit Gerd Vogel (ebenso ehemals Sunnyland Blues Band - und aus einigen meiner Reviews bekannt) eine Wohnzimmersession unter dem Motto Blues & BBQ organisiert - was jetzt, siehe PRS&Laney User Days, nicht sooo untypisch ist. Es sind also eine ganze Menge Eindrücke zusammengekommen und wir hoffen natürlich, dass sie den Harp Spielern im Musiker-Board bei ihrer Entscheidung helfen werden.

    First Things First:

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    - die Daten -

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    "Was für eine Bühnensau" war mein erster Eindruck nach dem Auspacken. Es hat gut Gewicht und macht mit seinem stabilen Gehäuse den Eindruck "unkaputtbar" zu sein. Zudem lies es sich sehr gut umfassen und halten, was ich beim "Air Harp" spielen ;) feststellen konnte. Alle Oberflächen sind sauber verarbeitet und vermitteln einen sehr hochwertigen Eindruck. Abgesehen davon ist es aber auch ein richtiger Hingucker - die Anlehnung an das Vintage "Green Bullet" habe ich erst später erfahren, als Robert mir seine alten Mikrofone mit reichlich Tourabrieb gezeigt hat. Hier also mal aus allen Perspektiven.


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    Ähnlich wie beim Green Bullet - Shure 520 DX - wird das Kabel seitlich aus dem Gehäuse geführt. Jedoch ist beim Green Bullet der Neuzeit, der früher nicht vorhandene Lautstärkeregler ebenso seitlich. Beim sE/Hohner liegt er hinten und ist dadurch perfekt beim Spiel zu erreichen, läuft aber schwer genug, um nicht eine Eigendynamik zu entwickeln.

    Hier noch die Packung. Drinnen ist das Mikrofon, ein weicher Beutel und die Anleitung.

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    Es wird Zeit Robert zu Wort kommen zu lassen ...

    Bei der Übergabe des Mikrofons haben wir direkt ein Gespräch geführt und mal an seinem AMP (Fender) das Mikrofon ausprobiert. Zum Vergleich hat er sein Green Bullet mitgebracht und damit ihr die KM die es auf der Uhr hat auch sehen könnt, hier mal ein Bild davon.

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    Das Green Bullet ist eigentlich ein Mikrofon, welches in den Taxizentralen der USA verwendet wurde. Im Prinzip eine Telefonmembran, die auf einem Stativ stand. Die gute Verfügbarkeit und viel Bauch in der Mitte des Frequenzgang hat sicher sehr zur Verbreitung in der Harp Szene beigetragen. Aber auch dazu im Video noch Anmerkungen.

    Die Sounds kommen aus dem Raummikrofon LEWITT LCT 441 Flex - 3 Meter Abstand - Niere ...





    Die Meinung des Artist:

    Haptik und Optik

    Gleich von Anfang an sehr angenehm ist die Optik als auch die Haptik des HB52. Es mutet an wie eine kleine Reise in der Zeit zurück, wo man allerdings nicht nur Retroansicht erfährt sondern auch sehr gute moderne Technik den gesamten Eindruck abrundet. Vorwegnehmend das Fazit: Mit dem sE/Hohner HB 52 bleiben kaum Wünsche offen und der Raum für Spass beim Spielen scheint unendlich.

    Was zuallererst auffällt ist die Stabilität und der sehr praktische Umstand, dass das Kabel wie bei einem Gesangsmikrofon am HB52 gesteckt wird. Dies vereinfacht das Reparaturhandling bei einem Kabelschaden, ohne dass das Mikrofon komplett ausfällt und nur das Kabel direkt getauscht werden kann.

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    Dieser Umstand trägt mit Sicherheit auch zu einer längeren Haltbarkeit bei. Zur Grösse kann man sagen, dass sie den wohl größtmöglichen Spielraum bei der Handhabung bietet, so das man konstatieren kann: weder zu groß noch zu klein und auch nicht zu sperrig (Länge). Passt!


    Zum Sound/Klang:

    Was das sE/Hohner HB52 hier bietet, ist sehr gut. Ein wenig fehlt es im Bauchbereich. Heißt, im Tiefen Bereich könnte es etwas stärker sein und somit einen etwas wärmeren Klang liefern. Aber hier besteht ja die Möglichkeit mit tontechnischen Mitteln vor und am Verstärker etwas auszugleichen. Dieser Punkt ist aber letztendlich Geschmackssache, ihr könnt euch aber in den Videos einen guten Eindruck verschaffen. Weiterhin hat das sE/Hohner HB52 eine sehr hohe Durchsetzungsfähigkeit. Hier bleiben keine Wünsche offen, da die implementierte hervorragende Lautstärkeregelung es ermöglicht sehr schnell zu reagieren, sobald es notwendig erscheint. Wir wissen ja alle von der manchmal sehr dynamischen Lautstärkeentwicklung auf einer Bühne während des Konzertes. Sehr gut dabei ist, dass das HB52 eigentlich keine Gebrauchsgeräusche zulässt, und das bei einem gleichzeitig dazu sehr guten Ansprechverhalten.

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    Bleibt nur noch festzustellen: Ab in den Musikladen, kaufen, auspacken, Kabel anschliessen Strom auf den Amp - und die Reise kann beginnen.

    Viel Spass


    Hier auch noch die Einschätzung direkt vor unserer kleinen Wohnzimmersession:




    Als Zuhörer der Session empfand ich den Sound des Hohner sehr angenehm. Er hat sich gut durchgesetzt, ohne übertrieben laut sein zu müssen. Beim Beobachten hatte ich das Gefühl, das Robert alle Spielelemente gut umsetzen konnte, ohne den "Griff" zu verlieren. Es scheint so gut in seiner Hand zu liegen, wie er berichtet hat. Die Gain/Lautstärkeregelung hat sein Spiel zusätzlich flexibel gemacht.

    Den Sessionteil hat ein Apogee Hype Mic eingefangen. Die Gitarre kam aus einem Laney IRT-SLS (also Blues untypisch aus einem digitalen Verstärker), die Harp aus dem Fender, der auch oben im Video zu sehen ist ... und die Stimmen aus der Mackie SRM Flex.





    Ich hoffe damit sind eure Fragen weitestgehend beantwortet. Sollte dies nicht so sein, so stelle ich gerne Robert oder dem Produktmanger weitere Fragen.


    Vielen Dank an Sunny Land (Robert Hennrichs) und den deutschen Vertrieb Mega Audio :great:


    Gruß
    Martin






     
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  2. Frans13

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    Erstellt: 23.09.20   #2
    Richtwirkung Kugel liest sich erstmal mit leisem Schrecken... aber wenn erstmal die Hand ums Mikrofon rum ist, dann werden ja so gut wie alle Richtwirkungen von Mikros zu Kugel. Metall-Bühnenlautstärken werden ja wohl nicht erwartet, hoffe ich. Sieht super aus! Den Aspekt finde ich wichtig, weil auf der Bühne ja das Auge mit ißt. Falls Söder uns jemals wieder auf Bühnen läßt, vor lauter Weltuntergang... (Augenverdreh). So, jetzt muß ich mal schaun, wer bei uns in der Gegend das Teil zum anfassen hat. Danke für die Besprechung!
     
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  3. bluesmash

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    Erstellt: 23.09.20   #3
    Von den Aufnahmen her finde ich schwierig zu beurteilen, was das Mikro wirklich kann... dafür sind mir die vorgestellten Sounds durchweg zu clean und die (mutmaßlichen) Lautstärken zu niedrig. Für diese Art und Weise des Spiels "reicht" im Grunde auch ein (relativ) beliebiges Gesangsmikro - sieht man mal von der augenscheinlich sehr guten Handhabbarkeit des HB 52 ab. Diese Einschätzung mag ihren Grund hauptsächlich in meinen persönlichen Vorlieben finden. Auf der anderen Seite habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass ein Mikro, das bei gleichzeitig vollem Cupping, starker Zerre und hoher Lautstärke gut klingt, auch ansonsten gut zu brauchen ist. Im umgekehrten Fall ist das beileibe nicht immer so!

    Viele Grüße
    Matz

    P.S.: Interessant finde ich das HB 52 allemal - muss ich wohl auch mal antesten...;)
     
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  4. frankpaush

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    Erstellt: 13.10.20   #4
    ...sehe ich das richtig, über Geld wird hier nicht geredet? :) ok, 170-200 Ecken sind schon etwas anderes als eine Telefonkapsel, oder? ... lohnt das für eine bewusst eingeschränkte Übertragung?
     
  5. hack_meck

    hack_meck Threadersteller Lounge .&. Backstage Administrator Moderator

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    Erstellt: 13.10.20   #5
    Laut dem beteiligten Harp Spieler schon ;) ... zumindest, wenn es am Amp und nicht der PA weiter geht.

    Gruß
    Martin
     
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  6. frankpaush

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    Erstellt: 13.10.20   #6
    ...ja, ich bin auch nicht aus dieser Fraktion, also mich reizt ja eigentlich die Anmutung, das Teil sieht schon schick nach low tech aus ... alleine HAmmerschlag *schmelz*
    EDIT: gerade noch mal die sympathischen Videos angesehen ... dies grüne Dingen hat eine Spur rauchiger geklungen bilde ich mir vielleicht ja ein ...
    Und die Frage nach Stativmontage ... muss man da improvisieren oder biete Hohner da eine passende Lösung dazu an? (ich frage, weil ich gerade überlege, wie ein Amp sich damit wohl aufnehmen ließe ... )
     
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