Review Squier Jazz Bass V Steffi Stephan Signature

von Kluson, 01.09.16.

  1. Kluson

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    Erstellt: 01.09.16   #1
    So... da habe ich es dann doch getan - nach einigem Hin- und Herüberlegen habe ich mir einen Bass zugelegt.
    Eigentlich spiele ich Gitarre und hatte damit nach etlichen Jahren Pause wieder angefangen.
    Da mir beim Musikmachen mit dem Sequenzer zu bestimmten Songs ein Synthbass nicht immer gefiel, dachte ich mir, dass ich mit einem "handgespielten" Bass besser dran wäre.

    Das folgende Review ist also in Folge dessen aus den Augen eines Bassanfängers zu sehen.
    Bitte seht daher die Soundfiles nicht zu kritisch - sie sind sowohl von der Figur als auch vom Timing etwas bescheiden.

    bass all.JPG

    Was war nun meine Motivation genau diesen Bass zu nehmen, schließlich ist er ein relativ spezielles Modell - zumindest was die Optik betrifft ( darauf komme ich noch zurück ) ?

    Es sollte ein Jazz Bass werden, weil mir dieses Modell vom Sound und der Optik generell am meisten zusagt.
    Er sollte zudem nicht zu teuer sein und trotzdem qualitativ einigermaßen brauchbar.
    Traditionell und nicht zu teuer - da kommt eigentlich nur Squier in Frage. Nun gibt es von diesem Hersteller diverse Modelle, die diese Kriterien erfüllen:

    1. Die Affinity Serie IV liegt bei ca. 250 €
    2. Die Vintage Modern Serie IV kostet ca. 330-350 €
    3. Den Vintage Modern Modified IV bekommt man zwischen 380-400 €

    Die Fender Jazz Bass Mexico IV Serie fängt bei 850 € an - was preislich über dem liegt, was ich ausgeben wollte.

    Mein Favourit war eigentlich der Fender SQ Vintage Mod Jazz OWT ( Olympic White ) als 4 Saiter, und ja - ich muss es zugeben, es lag hauptsächlich an der Optik.
    Das Olympic White zusammen mit dem Tortoise Pickguard sieht schon ganz nett aus.


    Beim Stöbern bin ich dann auf das Squier Steffi Stephan Jazz Bass V Signature Modell gestoßen.
    Der lag preislich ( schon heruntergesetzt, UVP ist knapp 500 € ) irgendwo zwischen der Affinity und der Vintage MOdern Serie. zudem hatte er 5 Saiten.

    5 Saiten ?
    Brauche ich die ?
    Mmmh - eigentlich nicht unbedingt, aber der Preis war ganz ok.

    Es gab nur einen kleinen und einen sehr großen Nachteil.

    1. Zum einen finde ich Kopfplatten ohne farbliche Lackierung schöner. Das war der kleine Nachteil.

    2. Zum Anderen hat der Bass eine UNGLAUBLICH HÄSSLICHE Comic Kritzelei auf dem oberen Horn.

    comic_1.jpg

    WTF ?!?
    Wer macht denn so etwas ???
    Signature hin oder her. Macht es auf die Rückseite oder macht es gar nicht - aber doch nicht auf die Vorderseite ! Nun ja - ich schätze es war wohl auch der Grund, warum der Bass stark herunter gesetzt angeboten wurde. Als 5 Saiter billiger als ein 4 Saiter .... selbst dran Schuld Leute !
    Für ca. 65 € mehr gab es den Fender SQ Vintage Mod Jazz OWT - der ähnliche Specs aufweist, mit einer Saite weniger .... mmmh.

    Noch mal ne Nacht drüber schlafen.

    Einige Tage später klicke ich mich durchs Netz, und finde ... den Steffi Stephan nochmals unter dem Preis der Affinity Serie - und sogar um einiges günstiger :-)
    OK - S****ß auf das dämliche Bild - bei dem Preis hätte das Teil sogar lila sein können ;-)

    "Jetzt kaufen" Button geklickt und ab dafür !

    Kommen wir nun also zu den Specs:

    - Korpusholz: Basswood
    - Korpusfinish: hochglanz
    - Hals: Ahorn, C-Shape
    - Halsfinish: hochglanz
    - Sattel: Synthetic Bone 47,6 mm
    - Griffbrett: Ahorn 241 mm
    - Bünde. 20 Medium Jumbo
    - Inlays: Black Dots
    - Mensur: 34" (864mm)
    - Tonabnehmer Bridge: Black Duncan Designed™ JB 105 B Alnico V
    - Tonabnehmer Neck: Black Duncan Designed™ JB 105 N Alnico V
    - Potis: Volume 1. (Middle Pickup), Volume 2. (Bridge Pickup), Master Tone
    - Hardware: Chrome
    - Brücke: 5-String Standard Vintage-Style with Single Groove Saddles
    - Pickguard: 3-Ply White/Black/White
    - Mechaniken: Standard Open-Gear
    - Saiten: NPS (.045-.125)

    Ach ja - limitiert auf 250 Stk ist der Bass. Dazu mal eine Frage. Glaubt irgendjemand von euch, dass das Teil irgendwann mal tatsächlich auch nur die Chance hat, eine Sammlerstück zu werden ? Ein Squier eines Bassisten, den außerhalb Deutschlands niemand kennt, und wahrscheinlich sogar in Deutschland die wenigsten ... Eure Meinung würde mich mal interessieren.

    Als das Teil ankommt fällt mir als erstes auf, dass er relativ schwer ist, kein Wunder - wer die ganze Zeit nur Gitarre spielt ist das nicht gewohnt. Bässe wiegen generell mehr, dazu ein V Saiter, im Vergleich zur Gitarre riesige Mechaniken, ein größerer Korpus und ein längerer Hals. Die Waage sagt 5 kg, kommt mir aber irgendwie schwerer vor - ist aber auch eine billige Personenwaage, muss nicht genau sein.

    Der Bass ist ordentlich verarbeitet. Es klappert nichts, die Lackierung ist sauber ausgeführt. Der Hals sitzt passgenau. Pickups und Brücke sitzen gerade im Holz.

    Die Saitenlage war mir als "Umsteiger" zu hoch eingestellt. Mit Hilfe von ( anfangs nicht mitgelieferten ) Inbusschlüsseln ( Zoll Maße ) konnte ich das beheben.
    Ärgerlich ist, dass man ohne die zölligen Schlüssel nicht weit kommt. Wenn Instrumente für Europa hergestellt werden, wäre ein metrisches Maß ganz nett.
    Aber gut .... Der Hals war ok eingestellt, ich konnte durch Justieren an der Brücke eine Saitenlage einstellen, die für mich ok ist und die Saiten dennoch frei schwingen lässt ohne großartig zu schnarren.

    Der Korpus
    ist aus Linde gefertigt. Bei Gitarren bin ich kein großer Linde Freund. Beim Bass hingegen könnte das passen, da Linde tendentiell eher zu einer basslastigen Betonung neigt - was bei einem Bass ja nicht verkehrt sein kann. Zudem ist es ein relativ leichtes Holz. Eigentlich - mir kommt er um einiges schwerer als eine Les Paul vor. Im Sitzen ohne Gurt finde ich es nicht komfortabel, was aber auch daran liegen kann, dass ich es nicht gewohnt bin. Erstens drückt es unangenehm auf dem Oberschenkel und außerdem finde ich keine Sitzposition die mir angenehm ist. Da der Korpus um einiges größer als bei einer Gitarre ist, muss ich mich da wohl erst zurecht finden. Nach der Montage eines breiten Gurtes, der so hoch eingestellt ist, dass der Bass im Sitzen gerade so nicht auf dem Oberschenkel aufliegt, ist es allerdings wesentlich angenehmer und gut zu spielen. Dann fällt die vorhandene Kopflastigkeit im Sitzen auch nicht mehr auf.

    body.JPG

    Tja - wenn da nur dieses unfassbar hässlische Lindenberg Bild nicht wäre ....

    Anmerkung in eigener Sache: Der von mir angebrachte Aufkleber wurde nur deswegen gewählt, weil er als einziger die exakten Maße hatte um diese Ausgeburt an Hässlichkeit abzudecken. Der Farbgebung sind dann auch die Potiknöpfe geschuldet. Ursprünglich waren alle 3 Knöpfe schwarz. Aber hey ... Custom Shop für 5 € - wo gibt es das sonst noch ?

    IMG_4654.JPG


    Der Hals
    ist aus einem Sück Ahorn und hat schon ordentliche Ausmaße. Dennoch ist es ein relativ flaches D, so daß ich mich eigentlich ganz gut darauf zurecht finde. Den Saitenabstand finde ich angenehm.
    Die in Korpusfarbe lackierte Kopfplatte ist Geschmacksache. Ohne wäre mir lieber gewesen, sieht aber ok aus.

    neck.JPG

    head.JPG


    Hardware:
    Die Brücke ist eine ganz normale Winkelbrücke, bei der die Saiten von hinten eingefädelt werden.
    Nix Spektakuläres - aber was seit 60 Jahren funktioniert hat seine Berechtigung. Sie tut was sie soll.

    bridge.JPG

    Die Mechaniken
    sind der einzige richtige Kritikpunkt.
    Es sind offene Machaniken im Vintage Style. Sie lassen sich zwar stimmen, aber es nervt ein klein wenig.
    Sie laufen ungleichmäßig und mit unterschiedlichem Widerstand. Hier kann man den Bass am schnellsten effektiv aufwerten, wenn man ihm einen Satz neue Mechaniken spendiert. Für jemand der viel Live spielt wäre das empfehlenswert - für mich langt es aber so. Der Bass ist stimmstabil, nachdem er gestimmt wurde. Der Sattel ist nach meinem Empfinden ok gefeilt und aus Kunststoff. Da habe ich bei Gitarren schon schlimmeres erlebt.

    tuner.JPG

    Potis und Buchse
    sind auch komponenten an denen man gespart hat. insbesondere der Tonepoti ist nicht sehr feinfühlig, und die Lautstärken sind auch nicht so richtig gut dosierbar regelbar. Entweder sehr leise oder voll offen - alles dazwischen ist nicht so extrem gut einstellbar. Für einen ambitionierteren Spieler wäre das auch ein Punkt für den Austausch. Tauschen würde ich früher oder später auch die Buchse - sie macht keinen richtig soliden Eindruck. Der Live- oder Vielspieler kann sich schon mal auf Knacksen einstellen.
    Für meine Situation aber irrelevant. Irgendwo muss der Preis ja herkommen.

    view.JPG

    Die Pickups
    sind Duncan designed. Ob es nun Seymour Duncans sind, die umgelabelt wurden oder Fender sich den Namen gegen Lizenzgebühr nur geliehen hat - who knows ?
    Sie sind direkt ins Holz geschraubt und lassen sich mit dem Schraubenzieher in der Höhe verstellen.
    Wenn man sie einzeln offen auf "10" hat, brummen sie ein wenig, beide zusammen löschen das Brummen aus und es herrscht Stille. Nach meinem Empfinden passen sie gut zum Bass. Der Hals PU macht einen runderen, dickeren Ton, so wie man es erwartet hätte. Der Steg PU kommt trockener daher, nasaler, knurriger. Beide PUs zusammen gespielt machen ein weicheres Bild und somit hat man drei schöne verschiedene Grundsounds. Wahrscheinlich gibt es besser PUs auf dieser Welt - die kosten aber auch mehr, und mir langt es allemal.

    pu.JPG

    Kleine Anekdote am Rande:
    Das Kupfer aus de die PUs gewickelt sind stammen vom Kupferdach einer abgebrannten Kirche. Obs stimmt oder nicht ? Keine Ahnung. Bringt es einen anderen Sound ? Vermag ich nicht zu sagen.


    Der Sound:

    Die B Saite schiebt ganz gut, trocken gespielt drückt es schon ordentlich. Da merkt man, dass Bass ein wesentlich physischeres Instrument als eine Gitarre ist. Da spürt man direkt was man spielt.
    Insgesamt ist die B Saite etwas "wabbeliger" als die restlichen Saiten und auch vom Druck etwas dominanter, gerade bei offen gespielten Saiten. Das kann aber auch an den Saiten liegen, aber ich habe es bei 5 Saitern schon öfter gelesen, dass die Homogenität alles 5 Saiten schwierig sein kann.
    Insgesamt würde ich den Sound als absolut brauchbar beschreiben. Es gibt sicher Bässe mit mehr Charakter, tieferen Bässen, knurrigeren Mitten und seidigeren Höhen. Aber hey - für das Geld sollte man nicht zu kritisch sein. (Obwohl der UVP in richtigem Geld auch 1000 DM gewesen wären - da merkt man wieder mal, dass Geld nicht das Papier Wert ist, auf dem es gedruckt ist. ABER - es gibt ja keine Inflation ... okok, anderes Thema )

    Hier noch ein paar bescheidene Soundfiles. Immer die gleiche Figur. Auf den Files liegt kein EQ und kein Kompressor. das ist das pure Bass Signal über das Focusrite Scarlett Solo auf das Notebook. Zur Ehrenrettung des Basses muss ich sagen, dass ich mit meinen bescheidenen Fähigkeiten bei weitem nicht das volle Potential des Spielgerätes ausschöpfe. Es gibt aber hoffentlich wenigstens eine Idee davon, in welche Richtung es geht. Tonepoti ist immer offen.

    Zuerst nur der Hals PU

    https://soundcloud.com/inner-city-funky-bunch/squier-jb-v-hals-pu

    Dann der Steg PU alleine

    https://soundcloud.com/inner-city-funky-bunch/squier-jb-v-steg-pu



    Danach Hals und Steg PU zusammen

    https://soundcloud.com/inner-city-funky-bunch/squier-jb-v-hals-und-steg-pu



    Ach ja .... so sieht das Teil original aus:

    squier.jpg

    Viel Spaß beim Lesen
     
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  2. Vetinari

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    Erstellt: 01.09.16   #2
    Die Comic Kritzelei ist wesentlich schicker als so ein blöder Sticker.
     
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  3. Kluson

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    Erstellt: 01.09.16   #3
    tja ... so unterscheiden sich Geschmäcker ... ich überlege ob ich bei Gelegenheit versuche das Bild wegzuschmirgeln, genauso wie den Lack auf der Kopfplatte.
    Wie gesagt - ich hätte auch einen anderen Aufkleber genommen - habe aber keinen gefunden, der diese Maße hatte.

    Am liebsten wäre mir weder Kritzelei, noch Sticker ... gab es aber nicht
     
  4. Vetinari

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    Erstellt: 01.09.16   #4
    Er ist nun mal der Basser von Udo. Und so extrem ist es jetzt nicht, es ist ne kleine Zeichnung die vom Stil her schon längst Kult ist. Ich habe mir damals überlegt ihn zu kaufen, aber da war hier im Flohmarkt ein anderer Bass günstiger. Aber ich wurde auch mit nen Harley Benton Bass auf die Bühne gehen.
     
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  5. Kluson

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    Erstellt: 01.09.16   #5
    es geht mir ja nicht um Harley Benton oder Alembic ... ich finde das Gekritzel einfach nur extrem uncool - so ungefähr wie ein PUR Schriftzug auf der Kopfplatte.
    Und es wird einen Grund haben, warum das Teil in allen Läden immer billiger wurde. An den Specs liegt es nicht, das sind die gleichen wie bei anderen Squier Modellen - aber dieses blöde Comic macht den Bass einfach extrem "un-neutral"

    Ein Jazzer, ein Blueser, ein Metal Bassist würden sich glaube ich nicht unbedingt mit einem Udo Lindenberg Logo auf die Bühne stellen.
    Wenn jetzt der Bass noch etwas ganz besonderes hätte, wo man sagt - egal wie uncool es ist - aber der Bass hat soooo ein Mega Feature.

    Es schränkt die Käuferschicht extrem ein, war einfach von Squier nicht besonders klug, und die Läden haben sich bestimmt auch nicht gefreut, auf Marge zu verzichten.

    So etwas gehört auf ein Lindenberg T Shirt - aber sonst nirgends hin - finde ich. Für den regulären Preis hätte ich mir sicher ein anderes Modell gekauft.

    Aber sei´s drum - Squiers Pech und Marketing "Versagen" hat mir einen Bass weit unter Normalpreis verschafft - passt also :-)
     
  6. Gast 2414

    Gast 2414 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.09.16   #6
    Glückwunsch zum neuen Instrument.

    Mit Sticker bleibt es ein JB wie jeder andere auch. Einer von 10000000 weißen Bässen, der im schlimmsten Falle in irgend einem JuZe stehen würde. Mit eines von Udo Lindenbergs abgedruckten Lkörellen ist er eben einer von 250 Bässen. Dazu kommt, dass Steffi Stephan pro verkauften Bass 40 Euro in die Lindenberg-Stiftung spendet, die damit Kinder in Afrika unterstützt. (Quelle: hier) Was will man mehr.

    Weder das matching Headstock noch die Grafik ändern den Sound. Also: Zeigen und spielen! ;-) Wer weiß, was das Teil für Gespräche mit sich bringt...
     
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  7. Kluson

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    Erstellt: 02.09.16   #7
    Gegen die 40 € Spende habe ich nichts ... Im Gegenteil. Ich glaube ich werde trotzdem bei Gelegenheit versuchen es wegzuschleifen und hoffe dass dabei noch genug weißer Lack darunter übrig bleibt.
     
  8. bagotrix

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    Erstellt: 02.09.16   #8
    Hi,

    zunächst mal zum eigentlichen Thema: ich finde, das ist mal ein ganz interessantes Review, gerade weil es aus der Sicht eines Bass-Beginners geschrieben wurde, der zugleich aber anderweitig Erfahrung hat. Auch die Soundfiles bringen für mich rüber, dass es sich da um ein absolut brauchbares Instrument mit dem typischen Jazz Bass-Sound handelt. Nicht ganz unwichtig auch die Gewichtsangabe, wobei ich bei 5 kg schon erstmal schlucken musste. Das ist schon ein Wort, und der Unterschied zu 4 oder selbst 4,5 kg ist für mich vom Tragegefühl schon sehr deutlich. Für Dein Review also ganz klar :keks:.

    Wo Du soundmäßig sicher noch was für Dich rausholen kannst, sind übrigens die Saiten. Ich fand immer, dass die Unterschiede beim Bass noch mal größer sind als bei der Gitarre. Wenn Du also einen etwas "seidigeren" Ton anstrebst (dafür habe ich früher Ken Smith-Saiten geliebt) oder auch einen rauheren, knurrigeren, lässt sich beim ersten Wechsel mMn durchaus noch einiges gewinnen. Im Bass-MB findest Du da sicher Hilfe bei der Auswahl.

    Etwas OT sei noch gestattet: Dein Spiel finde ich gar nicht so "bescheiden", wie Du es nennst. Dass die Basslinien ohne Kompressor doch recht gleichmäßig laut rüberkommen, zeigt zum einen die Qualität des Instruments, zum anderen aber auch, dass Du die Dynamik ziemlich gut im Griff hast. Vor allem klingen die Lines schon mal nicht nach "Gitarrist auf dem Bass" ;). Als kleinen Tipp fürs Umdenken mitgeben würde ich nur, dass Du Dich für einen guten Groove im Spiel mehr auf die Verbindung mit der Bassdrum konzentrieren solltest, Du fließt da mMn noch zu sehr drüber weg, statt richtig "einzurasten". Das war bei mir beim Umstieg auf die Gitarre übrigens genau anders rum, ich klebte zu sehr am Drummer und es klang dann nicht locker genug. Als Melodieinstrument sollte man das Timing je nach Musikrichtung ja auch gar nicht zu starr angehen (Rammstein & Co. also eher schon...), aber beim Bass ist das tighte Zusammenspiel mit der Kick erstmal die Grundlage, auf der der ganze Bandsound richtig rummst.

    Nachdem es unvermeidlich ist, dass jeder seinen Senf dazu gibt: Früher hätte mich die Zeichnung auch genervt, aber mit den Jahren wird man da deutlich gelassener... Von daher würde ich mich heute auch mit einem Udo-Gekritzel auf die Metal-Bühne stellen, wenn mir das Instrument taugt. Als ich zwanzig war, hätte ich das auch nicht gemacht. Aufkleber auf dem Instrument sind aber auf jeden Fall Rock'n'Roll!

    Gruß, bagotrix
     
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  9. Kluson

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    Erstellt: 02.09.16   #9
    Danke schon mal. Was die Synchro Bass / Drums betrifft hast du sicher Recht. Ich habe den Beat für die Beispiele aber eher als Metronom genommen, als einen darauf passenden Groove zu spielen.
    Meine Idealvorstellung zum Thema Bass-Spiel geht so in die Richtung Bernard Edwards ( Chic ).
    Dort gibt es auch häufig Verzierungen, die "zwischen den Hauptzählzeiten" - also BDR und SN liegen. Aber generell ist es richtig. Ich finde der Bass sollte gerne simple spielen und nicht mehr machen als nötig. Gilt auch für den Drummer. Ein gutes "Uffklatsch" kann grooven wie Hölle - obwohl nicht viel gespielt wird. Viele konzentrieren sich gerne auf "Fuddelei" und der Grrove bleibt auf der Strecke
     
  10. Vetinari

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    Erstellt: 02.09.16   #10
    Kommt drauf an. Ein einzelner Sticker ist ziemlich traurig. Ich habe auch einen Bass mit Stckern, aber der ist völlig zugeklebt und die Sticker sind teilweise im Ausland bestellt. Jeder einzelne hat ne Bedeutung, sei es Provokation oder reiner Sex.

    Und Lindenberg mit PUR gleichzusetzen. Himmel. Na gut, ich würde mich nie mit nen Metallica Logo auf die Bühne stellen. Die sind für mich wie PUR.
     
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  11. Kluson

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    Erstellt: 02.09.16   #11
    Beide haben keinen "schwarzen" Groove ;-)
    Die Gemeinsamkeit von PUR und Lindenberg ist, dass mich beides nicht anspricht - aber wenigstens hat Lindenberg einen an der Klatsche und hat Humor - das macht sympathisch.

    Ist für mich auch wie Grönemeyer, Julimond, Sportfreunde Stiller, Maffay oder Revolverheld ... ist mir alles zu "1,2,3,4" zu gerade und ungroovig - eben "deutsch" ;-)
    Wobei es auch inzwischen viele deutsche Bands gibt, die funky sind, so ist es ja nicht.

    Komplettes Sticker Bombing möchte ich eigentlich nicht - ich mag die Farbe Olympic White
     
  12. Vetinari

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    Erstellt: 02.09.16   #12
    Dann musst du es halt abmachen und erneut lackieren. Aber dann ist das Ersparnis futsch.

    Aber schön wie du deutsche Musik definierst. Wir sind Helden, Bonaparte, Scherben, Beatsteaks und Co. würde ich eher als deutsche Musik bezeichnen.
     
  13. Kluson

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    Erstellt: 02.09.16   #13
    na ich schau mal was ich mache.

    Wir sind Helden zeichnen sich aber auch nicht gerade durch den "SuperFunkGroove" aus ;-)
    Muss es ja nicht - ist eben nur nicht mein Ding.

    Beatsteaks ( oder BossHoss & Co ) gehen auch eher in die 1,2,3,4 Rock´n´Roll Richtung - auch nicht mein Ding

    Ton Stein und Scherben oder Neubauten finde ich aber inhaltlich ganz witzig - die Musik ist aber auch weit ab von jeglichem Groove ;-)

    Bonaparte kenne ich nicht

    Was ich gelten lassen kann ist "Frida Gold" - allerdings nur weil die Sängerin gut aussieht ... lach :-) ansonsten brauche ich die auch nicht

    Also WENN Deutsch - dann sind mir Sachen wie Idel oder Grauzone lieber, das sind zwar auch keine Groovemonster - aber dafür mit einer coolen Aussage.
    Wobei ... mag ich solche Aussagen nicht wie: "grönemeyer ist ganz too, er hat so schöne Texte ...." - naja, dann könnte er ja Bücher schreiben und muss keine Musik machen ;-)

    Deichkind finde ich ganz nett - frische Sounds mit sehr bissigen, coolen Texten - wenn dann sowas
    Gentleman ist auch ok - auch wenn er seit Jahr und Tag den gleichen Song schreibt, aber Reggae ist halt Reggae - da darf man nicht viel Variation erwarten, außer entsprechende Subgenres - aber es grooved

    Aber - natürlich macht jeder was er will und jeder mag was er will - wird eh gerade Off Topic von mir
     
  14. Deltablues

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    Erstellt: 02.09.16   #14
    Bonaparte ist Deutsch?

    Grauzone ist auch keine Deutsche Band

    Okay, fertig mit den Spitzfindigkeiten :evil: .

    Was natürlich Deutsch ist und grooved wie die Sau ist Jan Delay mit Disko Nr.1
     
  15. Kluson

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    Erstellt: 02.09.16   #15
    oh - sie singen aber deutsch ... aber gut, man lernt nie aus.

    Ja, Jan Delay geht schon ab ! Da stimme ich dir zu.

    Aber mal etwas sehr lustiges zu dem Thema - man vergleiche die ersten 3 Basslines mit der 4. und letzten Bassline !



    White Folks just gotta take the Fun out of everything :-)
     
  16. Deltablues

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    Erstellt: 02.09.16   #16
    Musst dich nur mal auf den Akzent konzentrieren :D "Ricola"
     
  17. Kluson

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    Erstellt: 02.09.16   #17
    den kann ich auch - bin aber kein Schweizer :-)
     
  18. Vetinari

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    Erstellt: 02.09.16   #18
    Und ich dachte jetzt kommt grooviger Pop...
    Ich werte es mal als deutsche Band da sich die "Band" meistens in Deutschland aufhält und lebt
     
  19. Kluson

    Kluson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.09.16   #19
    Kleine Korrektur - ich habe tatsächlich ca. so viel für das Teil getahlt wie für einen Affinity JB. Da hatte ich mich vertan.
    Inzwischen habe ich auch den "Champion" Aufkleber entfernt, das Pickguard dezent ge-aged, das Lindenbergbild weggeschliffen und wieder die originalen schwarzen Poti Knöpfe draufgemacht.
    Jetzt sieht es deutlich besser aus :-)
     
  20. Vetinari

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    Erstellt: 10.09.16   #20
    Davon hätte ich gerne Bilder
     
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