[Review] Warwick BC 40 Übungs-Kombo-Amp

LordB
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Einleitung

In diesem Review stelle ich euch den Warwick BC 40 Combo-Amp vor. Er soll mir als Übungs-Amp im Wohnzimmer dienen.
Und damit sind wir auch schon beim eigentlichen Problem, dass mich zu genau diesem Verstärker geführt hat.
Ich hatte es zunächst mit einem Harley Benton HB 40 B versucht. Dieser besitzt aber keinen Hochtöner, was für einen Übungs-Amp einen großen Nachteil darstellt, wenn man per Aux-In eine externe Audio Quelle, wie ein iPad etc. anschließen möchte. Ohne Hochtöner kommt aus solch einem 10 Zoll Lautsprecher nichts vernünftiges mehr vom Zuspieler heraus, außer dumpfem Klang-Matsch. Spaß macht das kein bisschen. Insofern verstehe ich den Sinn eines solchen Aux-In Steckers auch nicht. Dem Hersteller muss doch klar sein, dass da nichts sinnvolles bei herauskommen kann.
Das gilt übrigens auch für den HB 40 MFX Gitarrenverstärker. Diesen habe ich nachträglich mit einem Hochtöner ausgestattet. Erst damit wurde er als Übungs-Amp mit Aux-In-Möglichkeit sinnvoll einsetzbar. Beim Bass-Amp wollte ich nun aber auf ein fertiges Produkt mit Hochtöner zurückgreifen, da der HB 40 B beschädigt bei mir ankam und so oder zu zurück ging.
Und so begab ich mich auf die Suche nach einem solchen Gerät.
In der Kategorie der preiswerten Verstärker Combos bin ich schnell auf den Warwick BC 40 gestoßen und habe ihn bestellt. Nach zwei Wochen damit kann ich nun meine Einschätzung abgeben: Ich werde ihn behalten und bin damit zufrieden. Review ende…. okay, bin ich mal etwas ausführlicher. ;)

Erster Kontakt

Aus dem Karton ziehe ich einen nicht allzu schweren Würfel, der oldschool mit Filz bespannt ist. Auch meine Monitor-Lautsprecher im Proberaum weisen noch diese Filzbespannung auf. Muss man mögen, passt hier aber eigentlich ganz gut. Der Filz ist weich, nicht kratzig. Die Ecken sind mit Kunststoffteilen gegen Stöße geschützt.
Die Form erinnerte mich sofort an einen Mini-Kühlschrank oder eine Gasheizung für Wohnwagen in den 80ern. Aber seht selbst:

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Immerhin gibt es auch einen Tragegriff, um die etwa zwölf Kilo durch die Gegend schleppen zu können. An der Verarbeitungsqualität habe ich nur wenig auszusetzen. Abgesehen vom Typenschild. Dieses klebt direkt vor dem Hochtöner. Gegebenenfalls soll es die Wirkung dessen etwas abmildern. Es ist aber nicht an das Metallgitter geclipst, um es nach eigenem Gusto woanders zu platzieren und dem Hochtöner Platz zu machen, sondern ist mit Heißkleber dort platziert worden. Leichtes Ziehen löste das Typenschild sofort und ich hatte es in der Hand und einen großen Klebeblob im Gitter. Ein Grund, dieses gleich einmal ab zu schrauben und vom Heißkleber zu befreien:

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Hinter dem Metallgitter parkt der 10 Zoll Lautsprecher, der angenehm weich aufgehängt ist. Der Hochtöner scheint eine 1“ Gewebe Kalotte zu sein. Das Gehäuse ist in Form eines Horns ausgeführt:

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Innere Werte

Das linke Bild lässt es bereits vermuten: das Gehäuse ist von innen nicht mit Dämmmaterial bestückt worden. Dies ist etwas, dass ich auf jeden Fall noch nachholen werde. Etwas gut platzierte Dämmwolle kann klanglich deutliche Verbesserungen bringen. Der Tieftöner ist mit vier Gewindeschrauben gegen herausfallen gesichert. Die Rückseite des Verstärkers ist nicht zu öffnen. Das Gehäuse ist komplett verklebt. Wenn nötig, gibt es den Zugang nur über die Öffnung des Tieftöners. Dieser ist leider nicht mit Kabelschuhen für einen schnellen Austausch angebunden, sondern angelötet worden. Werfen wir mal einen Blick hinein und auch auf den Tieftöner:

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Nun darf man im Low-Cost-Segment natürlich auch keine Wunder erwarten, so dass ich die gesamte Anmutung des Combos hier als dem Preis entsprechend einsortieren würde. Nichts scheppert, nichts wackelt, der Stoff ist gut verklebt. Die Seitenteile sind noch mal mit Silikon abgedichtet worden. Vielmehr kann man für den Preis von 149 € nun wirklich nicht mehr erwarten. Der Lautsprecher ist ein 8-Ohm Modell mit Warwick-Logo und der Angabe 40 W. Typ WXC10/8. Zum nachkaufen habe ich ihn jetzt nicht gefunden.

Bedienung

Was mich stört, ist die Position des Hauptschalters. Dieser ist auf der Rückseite, neben dem Anschluss für den Stromstecker zu finden. Die Kabel, um den Hauptschalter auf das Frontpaneel zu führen, wurden also eingespart. Wie hier zu sehen, wird der Amp mit einem C8 Stecker auf C7 Buchse angeschlossen. Er hat also keine Erdung:

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Das bedeutet, sich für jedes Ein- und Ausschalten auf dem Boden knien und hinter den Amp greifen zu müssen. Ich habe dies durch eine schaltbare dreifach Steckdose gelöst, da dies sowieso zu meinem Setup passt.
Das Frontpaneel bietet zwei parallel nutzbare Anschlüsse für aktiven oder passiven Spielbetrieb. Daneben ein Drei-Kanal Equalizer für Bässe, Mitten und Höhen einfachster Ausführung. Es folgt der Master Volume Regler. Einen extra Gain-Regler gibt es nicht. Daneben liegen der Aux-In und der Kopfhörer-Anschluss. Die Lautstärke des Zuspielgerätes über Aux-In muss man am Zuspieler einstellen. Auch dafür gibt es keinen Extraregler, wird aber mit dem Volume-Regler insgesamt mitgeregelt. Der Kopfhörer Anschluss ist in 3,5 mm ausgeführt und schaltet die Lautsprecher ab sobald man einen Stecker hinein steckt. Hier hätte ich mir eine Version mit 6,3 mm gewünscht. Wie schnell reißt man so einen kleinen Stecker im Eifer des Gefechts ab.

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Ein für mich witziges Detail: der Volumeregler geht bis 12. Das ist lauter als 11! Tschacka, Spinal Tap! :LOL:

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Was gar nicht geht, ist die LED für die Betriebsanzeige. Es ist blaues Licht. Und was macht es? Es leuchtet blau. Und zwar so immens hell, dass man blind wird oder ein Zimmer damit ausleuchten kann. Ich weiß nicht, was sich der Hersteller dabei gedacht hat. Ich habe mit Silberlack darüber gemalt. Selbst das reicht nicht um nicht geblendet zu werden. Also habe ich schlussendlich ein Stück Isolierband drüber geklebt und selbst da schimmert es noch durch.

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Klang

Kommen wir nun zum erfreulichen, dem Klang. Es ist natürlich schwierig hier wieder zu geben, wie sich der Verstärker bei mir schlägt. Als erste Information schon einmal: der Kopfhörer-Ausgang ist klanglich vollkommen in Ordnung. Das kann ich von den Harley Benton Modellen nicht behaupten.
Ich habe einfach mal meinen Zoom H5 Recorder in 30cm Abstand vor den Amp gestellt und ein Übungsstück gespielt. (Da ich wie gesagt noch übe und Anfänger bin, erwartet hier keine grandiose Vorstellung.)
Die Regler stehen alle in der Mitte. Nebst Volume. Das ist eine mehr als ausreichend Lautstärke um in meinem Wohnzimmer einen satten Basston zu generieren. Ich werde die Lautstärke eher bei Stufe 4 oder 5 lassen. Der Hochtöner arbeitet sehr gut, so dass das Gesamtklangbild inklusive meiner Übungs Musik sehr angenehm im Raum zu hören ist. Es ist genau das, was ich mir erhofft habe.

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Mir ist klar, dass man mit der Aufnahme nur wenig anfangen kann, aber vielleicht gibt es euch zumindest einen Eindruck, dass die Zugespielte Musik gut zu hören ist und der Bass ordentlich wiedergegeben wird. Jedwedes Schräbbeln ist mir zuzuordnen, wenn ich den Bund nicht sauber gespielt habe.

Fazit:

Für nur 149,-€ bekommt man einen brauchbaren Übungs-Amp, der mit einem Hochtöner auch wirklich als solcher benutzt werden kann. Der Klang und die Lautstärke gehen absolut in Ordnung. Das gilt soweit auch für die Verarbeitung. Etwas Dämmwolle könnte noch helfen.
Die viel zu helle blaue LED und der auf der Rückseite zu findende Hauptschalter sind nicht so dolle. Der Kopfhörerausgang ist okay, hätte aber besser in 6,3mm ausgeführt werden können.

Für mich exakt das, was ich mir gewünscht habe. Würde ich wieder kaufen und habe ihn auch bereits einer Beginnerin empfohlen.

Und so sieht meine Übungs-Ecke nun aus:

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killnoizer
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Gute Vorstellung , Dank dafür !Aber das es diese pelzigen Kisten immer noch Neu zu kaufen gibt überrascht mich doch sehr, sowas kann ich mir nicht antun. Ansonsten sehr interessant der kleine , besonders mit dem weichen Basschassis , klingt bei zahmer Lautstärke sicher besser als eine harte PA Pappe.
 

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