Review - Zweimal FI für die Steckdose

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Worum geht es?

Je nach Location und Gig weiß man ja oft nicht, ob die dortigen Steckdosen über einen ausreichenden Schutz verfügen. Bei Kneipe, Kirche, Keller, Saal oder Partyhütte sind viele Optionen möglich, ob und wie Steckdosen abgesichert sind.

Sicherungsautomaten, die bei einer Überlastung und Kurzschluss die Leitung schützen sollen sind Voraussetzung und daher in verschiedenen Ausführungen überall zu finden.

Der Personenschutz hingegen war viele Jahre nur in Nassräumen, wie dem Badezimmer vorgeschrieben und ist daher eben nicht überall zu finden.

Was bedeutet Personenschutz?

Beim Personenschutz geht es um Fehlerströme. Wenn z. B. Kabel gebrochen sind oder das leitfähige Metallgehäuse eines elektrischen Geräts durch einen Fehler unter Spannung steht, aber nicht über den Erdleiter abgeleitet wird - was verschiedene Gründe haben kann - so fließt bei Berührung Strom über den Körper in den Boden, was im schlimmsten Fall tödlich enden kann, da solch ein Stromschlag den Sicherungsautomaten nicht (oder nicht schnell genug) auslöst und es zudem auch noch nach Stunden, wenn Betroffene nicht mehr damit rechnen, zu Herzkammerflimmern kommen kann.

Vor solch einem Szenario soll ein Fehlerstrom-Schutzschalter - kurz FI (F für Fehler, I für Strom) - schützen. Seine Funktion besteht darin zu prüfen, ob die Menge Strom, die zu den Verbrauchern gesendet wird, auch wieder zurück kommt.
Wird hier ein Unterschied größer 30mA festgestellt, weil der Strom gerade anderweitig als durch die reguläre Rückleitung abfließt, löst der FI aus und unterbricht in weniger als 30ms den Stromfluss. *Edit/Korrektur -> "Wenn ein Unterschied festgestellt wird, weil Strom anderweitig abfließen kann, muss ein FI bei spätestens 30mA innerhalb von 30ms den Stromfluss unterbrechen."- vgl. Diskussion ab #6*

Dies sind Stromstärke und Dauer, welche der Mensch noch ohne Gefahr überwinden kann. (Tiere nur die Hälfte, da sie mit vier statt zwei Beinen Kontakt zum Boden haben.)

Nun lassen die meisten Musiker ihr Equipment eher nicht regelmäßig auf elektrische Fehler prüfen und sind zudem selten ausgebildete Elektriker, welche an elektrischen Anlagen arbeiten dürfen.

Zudem obliegt letzteres ja auch dem Veranstalter und nicht den Musikern, für eine sichere elektrische Anlage am Veranstaltungsort zu sorgen.
Dennoch ist gerade Dies im Hobby- und Amateurbereich oft fraglich. Weiß ein Kneipenwirt über die Absicherung der Steckdosen hinten in der Musik-Ecke bescheid? Was, wenn Räume nur angemietet sind? Oft hat man es mit älterer Bauzeit und Elektrik zu tun, etc.
(Sicherlich auch ein spannendes Thema, wo hier die Verantwortungen liegen.)

Um sich selbst und andere in Eigenverantwortung auf einfache Weise zu schützen bieten sich Fehlerstromschutzschalter für die Steckdose an. Sie werden zwischen Steckdose und Verbraucher gesteckt und überwachen diesen Stromkreislauf.
Es gibt sie z. B. als einzelne Einheit oder mit Verlängerung und Mehrfachsteckdose.
Zwei Modelle stelle ich hier nun vor.


Brennenstuhl PowerBlock

Als erstes schauen wir uns das ca. 45€ teure Produkt von Brennenstuhl an. Der PowerBlock vereint eine Vierfach-Steckdosenleiste mit 5m Verlängerung. An der anderen Seite befindet sich der Schutzschalter mit den zwei Tastern Test und Reset sowie einer Kontrollanzeige.

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Doch schnell bemerke ich, dass die 4-Fach Steckdosenleiste recht leicht und der Kunststoff nicht so robust wirkt, wie die Optik versprechen mag. Der Haken zum Aufhängen ist praktisch.
Die Deckel werden mit Federn automatisch geschlossen, sind aber nur mit sehr einfachen Nieten, welche ebenfalls keinen allzu robusten Eindruck machen, befestigt. Eine Kindersicherung gibt es auch nicht. Dafür einen abdichtenden Gummiring.

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Die Steckdose ist als IP54 gekennzeichnet, was Staub und allseitiges Spritzwasser bedeutet. Das gilt selbstverständlich nur, wenn die Deckel geschlossen und keine Stecker eingesteckt sind.

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Das schützende FI Element befindet sich am anderen Ende des stabilen 5m Kabels des Typs 3x1,5mm² H07RN-F, welches als einzige Komponente das VDE Logo besitzt.

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GS und Intertek Logos geben jedoch an, dass die Bauart geprüft wurde und somit auch regelmäßiger Kontrolle unterliegt.

Die vermeintliche rote LED am FI-Stecker ist gar keine, sondern ein rotes Stück Plastik, dass zur Zustandskontrolle hinter das kleine Bullauge geschoben wird.

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Der Test-Schalter funktioniert einwandfrei und sollte vor jeder Verwendung benutzt werden um die einwandfreie Funktion zu überprüfen. Danach muss Reset gedrückt werden, um den FI-Schalter und somit die Steckdose wieder einsatzbereit zu machen. Tatsächlich macht der Stecker einen stabileren und hochwertigeren Eindruck, als die Mehrfachsteckdosen.

Zu beachten: den Stecker darf man nur wie gezeigt benutzen. Nicht über Kopf oder quer, da sonst nicht garantiert ist, dass der FI korrekt auslösen kann.

Die Einheit ist für 16A/3500W Belastung ausgelegt, was für die allermeisten Gigs ausreichen dürfte. Natürlich steht auch hier in der Anleitung, keine weiteren Mehrfachsteckdosen anzuschließen, sodass zwei oder drei dieser Modelle nötig wären um auf die passende Anzahl geschützter Steckdosen zu kommen. Aber so lange es sich insgesamt auf einige hundert Watt Gesamtleistung bezieht, sehe ich persönlich kein Problem darin, diese hier als zentrale Verteilung zu nehmen.
Eine PA würde ich wiederum separat absichern.

Etwas enttäuscht bin ich vom
PowerBlock allerdings schon, denn vom Markennamen Brennenstuhl bin ich bessere Qualität gewohnt. Die ca. 45€ sehe ich persönlich etwas zu hoch angesetzt. (Weshalb ich zu B-Ware gegriffen habe)

Das es sich bei den FI-Schutzschaltern um ein in China angefertigtes OEM Produkt handelt, dem beliebige Marken-Aufkleber und Logos verpasst werden können, erkennt man an dem ganz ähnlich anmutenden Produkt, zu dem wir nun kommen.


REV Ritter Outdoor RCD

Als günstigere Alternative für 16€ kann man sich mit mehreren FI-Steckdosen von REV eindecken und je eine vorhandene Mehrfachsteckdose anschließen. Für den Stecker sind 16A/3600W zulässige Gesamtbelastung angegeben.

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Direkt beim ersten drücken der Knöpfe Test und Reset hatte ich ein Deja-vu. Druckpunkt und Klickgeräusch entsprechen absolut dem Brennenstuhl Stecker. Und genauso gibt es auch hier hinter dem Schaufenster ein rotes Stück Plastik als Funktionsindikator. Wenn auch an anderer Position ist die Ablesbarkeit ebenso schlecht.

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Karton und der Deckel bescheinigen mit IP44 einen etwas schlechteren Schutz gegen Staub. Der Schutz vor Spritzwasser ist aber identisch zu den Mehrfachsteckdosen des PowerBlock.
Auch beim REV Ritter Modell finden sich auf dem zu großen und nicht richtig passend aufgeklebten Sticker die Logos von GS und Intertek. Neben den technischen Daten wird auch der originale Hersteller aus China angegeben, was meine OEM Theorie weiter untermauert.

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Auch mit diesem Modell ist klargestellt, dass der FI-Schutz nur in der aufrecht eingesteckten Position gegeben ist. Lichtschalter über einer Steckdose werden verdeckt. Es bleibt aber ausreichend Luft zwischen Schalter und Stecker, sodass diese nicht betätigt werden.

Das Produkt wirkt stabil, der Deckel schließt ebenfalls per Federkraft und ist besser befestigt, als die Deckel des PowerBlock. Außerdem gibt es eine Kindersicherung.

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Für 16€ kann mich der REV FI-Schutzstecker überzeugen.

Fazit

Egal für welches Modell man sich entscheidet, ob einzelner Stecker oder inklusive Verlängerung und Mehrfachsteckdose - ein Fehlerstromschutzschalter macht Sinn, um sich und andere Personen gegen einen Stromschlag zu schützen.

Geräte ohne Erdung haben idR. keine Metalgehäuse, welche Spannung führen können. Doch schon mein Bass-Combo von Warwick zeigt genau das Gegenteil: C8 Radio-Stecker in einer Metallrückwand.
Zudem ist gerade bei älteren Geräten nicht immer klar, ob Schutzleiter vorhanden, (noch) angeschlossen und in welchem Zustand sie sind.

Mit einem FI-Stecker kann man günstig für mehr Sicherheit sorgen, ohne sich auf die elektrische Anlage des Gastgebers verlassen zu müssen.

Die Preise sind akzeptabel bzw. moderat.
 
Grund: siehe Edit (in grün) by C_Lenny
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Es ist einfach nur ein rotes Stück Plastik, dass hinter das kleine Bullauge geschoben wird.
Das ist aber üblich. Hat mein beruflich verwendeter auch, allerdings von einem anderen Hersteller.

Das ist eher eine optische Funktionskontrolle des intern verbauten Relais und zeigt den Schaltzustand an. Eine LED oder Glimmlampe wäre aus, wenn kein Strom da ist, hier wird der mechanische Zustand des Schaltelements angezeigt.

Die Vorschrift für die richtige Montageposition könnte von einer Funkenlöschstrecke kommen, die vor allem für das Abschalten hoher Ströme nötig ist.
Allerdings habe ich so eine noch nie bei einem Stecker - FI gesehen, während sie bei LS Schaltern in Sicherungskästen Standard sind.
 
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hier wird der mechanische Zustand des Schaltelements angezeigt
Was beim nochmal darüber Nachdenken auch vollkommen einleuchtet. So ist es bei Sicherungsautomaten und dem FI im Schaltschrank ja auch.
Man ist heutzutage einfach zu sehr darauf trainiert, überall LEDs zu erwarten ... ich merke, ich bin zu lange aus dem Job raus.
 
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FI im Schaltschrank
Die fliegen ja nicht beim Stromausfall, während die FI Zwischenstecker in der Regel so gebaut sind, dass sie bei Stromausfall sicherheitshalber abschalten und manuell wieder eingeschaltet werden müssen. Manche haben sogar extra einen Hinweis aufgedruckt oder in der Anleitung, dass man bei Kühlgeräten aufpassen soll, weil eine kurze Unterbrechung dafür sorgen würde, dass der Kühlschrank nicht mehr anläuft, wenn der Strom wieder kommt.
 
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Das war auch nicht damit gemeint, ich habe mich ja nur auf den optische Zustandsanzeiger mittels Plastik bezogen. Ich hab das mal im Review angepasst.
 
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Wird hier ein Unterschied größer 30mA festgestellt, weil der Strom gerade anderweitig als durch die reguläre Rückleitung abfließt, löst der FI aus ....
Das ist so nicht richtig. Ein FI, heutzutage RCD genannt, löst allerspätestens bei 30mA aus. Im Regelfall tun die Dinger das schon erheblich früher, meistens schon zwischen 7 und 13 mA.
Sollte ein RCD bei 30mA oder später auslösen, ist er defekt und gehört auf den Schrott.
 
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Dies sind Stromstärke und Dauer, welche der Mensch noch ohne Gefahr überwinden kann.
Au, da ist mir was durch die Lappen gegangen, aber mein Vorredner hat mich drauf gestoßen.
Wir haben einen FI Tester und die 30 mA FIs lösen so bei 15 - 20 mA aus.
Wenn sie noch empfindlicher sind, können Netzfilter Fehlauslösungen verursachen. Das wäre auch nicht gut.

Entscheidend ist, dass der Strom nach der kurzen Zeit abgeschaltet wird. Das verhindert, dass sich Herzkammerflimmern ausbildet.
Der Strom wird durch den FI übrigens nicht begrenzt, sondern ist von Netzspannung und Widerstand im Stromkreis - hier Übergangswiderstände und Körperwiderstand - bestimmt.

Schon 10 mA sind ziemlich Aua. Wollte ich nicht freiwillig abbekommen.
 
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Korrekt. Größer ist falsch. Das ist im schreibfluss passiert. Danke für die Klarstellung. Ich lasse es korrigieren.
 
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Ich lasse es korrigieren.
Erledigt gem. Textvorgabe durch TS - habe allerdings den Originaltext im Startbeitrag durchgestrichen stehengelassen, damit die Aussprache von #6 bis #8 jetzt nicht "in der Luft" hängt ;) .

LG Lenny (für die Moderation)
 
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Was noch interessant wäre und ich hier nicht wirklich rauslesen kann: Sind das nicht eher DI-Schalter? Sprich, müssen die vorliegenden Zwischenstecker nach dem Aus- und Wiedereinstecken erstmal wieder eingeschaltet werden? Ein prominentes Beispiel hierfür ist der PRCD. Wobei diese Unterspannungsauslösung natürlich schon nochmal etwas mehr Bauteilaufwand bedeutet. Kann also gut sein, dass sich die Hersteller das bei den günstigen Kopien schenken.

Ursprünglich sind die Dinger ja unter anderem für Baustellen gedacht, und hier ist dieser sog. Nullspannungsschalter durchaus sinnvoll. Wird die Bude mal wieder mitten während der Arbeit finster, denkt man u.U. ja nicht dran, den Winkelschleifer oder die Kreissäge (v.a. letztere hat aus gutem Grund deshalb sowas i.d.R. integriert) auszuschalten, weil sie ja aufgrund des Stromausfalls eh nicht läuft, begibt sich Richtung Sicherungskasten zur Fehlersuche und derjenige, der beim Wiedereinschalten wie es der Zufall will ausgerechnet die Hand an der Maschine hat, ist ein Fall fürs Krankenhaus...

Auf der Bühne ist das aber was anderes. Ab und an hat man ja doch das mal Problem, dass beim Gig irgendwo eine Sicherung oder ein eben sehr wohl vorhandener, vorgeschalteter FI fliegt (z.B. aufgrund eines Fehlers auf einem anderen Stromkreis, der aber über den gleichen FI läuft, Stichwort Catering :tongue:). Wenn man dann den lokalen Zwischenstecker nach Spannungswiederkehr noch zusätzlich resetten muss, ist das u.U. was, wo man drüberstolpern kann ("Warum geht jetzt immer noch nix?!"), wenn wegen der Unterbrechnung eh schon alle genervt und in Hektik sind.

Daher sei an dieser Stelle angemerkt, dass auch von namhaften Herstellern hierzulande qualitativ hochwertige Steckdosenleisten mit "echtem" FI (der also bei Netzausfall nicht auslöst) eines ebenfalls namhaften Schaltgeräteherstellers angeboten werden.
Beispiel:
https://www.ehmann-gmbh.de/wp-conte...01_0221x00042303_0221x00042305-datenblatt.pdf

Ein (motivierter) örtlicher Elektrofachbetrieb fertigt sowas auch gerne auf Anfrage individuell mit einem spritzwassergeschützten Gehäuse mit Sichtfenster und Klappdeckel-Schukos.

Ja - der Preis ist definitiv ein anderer. Ich habe mir aber mal den Spaß gemacht, so einen hier diskutierten Zwischenstecker zu zerlegen. Ich sag mal: "Passt schon". Gut ist aber was anderes. Beim Öffnen fliegt einem fast die recht windige, offenliegende Schaltmechanik entgegen, und so leicht, wie sich der über die mechanische Test-Taste auslösen lässt, weiß ich auch nicht, wie gut die Kontakte hier tatsächlich schließen und ob ich den wirklich dauerhaft mit 16A beaufschlagen möchte... :gruebel:
 
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FI ist die ältere, umgangssprachliche Bezeichnung. Das habe ich erläutert. (F=Fehler I=Strom)
DI steht für Differenzstrom. RCD ist die englische Bezeichnung: Residual Current Device
Als die Bezeichnung RCD geläufig wurde, war ich schon 11 Jahre nicht mehr in dem Beruf tätig. man möge mir daher vergeben, wenn ich da die alte Bezeichnung verwendet habe. An der Funktionsweise ändert die Bezeichnung nichts. Es gibt natürlich verschieden Gruppen und Untergruppen, wenn man es so genau nehmen will. Für die Übersicht, das Review erscheint es mir aber okay einfach von FI oder RCD zu schreiben, denn dass ist ja der Sinn hinter den Teilen.

Und ja, Du musst sie wieder aktiveren, wen sie Spannungslos waren. Das erwähnte @chris_kah bereits.
 
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ich denke das die Dinger nicht wirklich optimal sind!
die sind mit ( I delta n ) 30mA zu hoch angesetzt!(zumindest n guter Ansatz!)
für Baustelle und co!
für Bühne und nachschalten besser nur 10 mA!

Kein Bauarbeiter lutscht an Masse! Musiker schon!

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10 mA sind auf der Bühne nicht brauchbar. Der RCD darf bereits bei 50 Prozent des Nennstroms auslösen und 5 mA sind fast schon der Leckstrom eines unghandlich designeden Schaltnetzteils. Chinallampen, preiswerte Schaltnetzteilamps oder auch einen ollen Röhrenverstärker oder ein Eisenschwein kriegst du damit nicht mal eingeschaltet.
 
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das bezweifle ich!
bei leckströmen gegen Erdung gehört solch defektes Geraffel zum Techniker oder in Müll und nicht auf die Bühne!!!
und ich hatte an sowas mindestens 3 Eisenschweine drann , Problemlos, nur einzeln einschalten

tötliche Ströme?
 
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Hier geht ja ziemlich viel durcheinander am Anfang Fakten:
Das Wirkprinzip von Fehlerstromschutzschalter hat @LordB sehr anschaulich beschrieben. Nur die Werte und Zeiten sind ein wenig anders.

Ein 30mA RCD darf unter 15mA Fehlerstrom nicht auslösen(VDE0100T530 531.3.2)
Er darf ab 15mA Auslösen, er muss ab 30mA auslösen. Bei 30mA muss er innerhalb von 300ms auslösen, bei 60mA innerhalb von 150ms. bei 150mA muss die Abschaltung innerhalb von 40ms erfolgen.

Üblichskeitwerte sind bei der Messung mit 30mA Fehlerstrom: 24-40ms.
Bei der Messung mit ansteigenden Messstrom 21-27mA.

Eigentlich kann man nur bei festem Strom die Auslösezeit richtig messen. Manche Messgeräte bieten die Funktion Auslösezeit bei ansteigenden Messstrom an dann sind die Auslösezeiten allerdings höher (35-80ms üblich (abhängig vom Messgerät).

meistens schon zwischen 7 und 13 mA.
Sollte ein RCD bei 30mA oder später auslösen, ist er defekt und gehört auf den Schrott.
zu 1. siehe oben.
zu 2. Das kann schon mal vorkommen, ohne das das Gerät schrottreif ist.
Das kommt drauf an ob man nur den FI-Schutzschalter prüft, oder die FI-Schutzschaltung, mit noch angeschlossenen Verbrauchern kann es passieren das Gleichfehlerströme überlagert werden, die eine Auslösung verzögern, oder unmöglich machen.

Zu den 10mA Schaltern sehe ich das wie @skyworker die sind sehr empfindlich, und der nutzen ist bei erwachsenen Menschen ohne Vorerkrankungen nicht sehr groß. Und auch ein 10mA FI begrenzt nicht die Höhe des Fehlerstromes.

bei leckströmen gegen Erdung gehört solch defektes Geraffel zum Techniker oder in Müll und nicht auf die Bühne!!!

Was Ihr nicht alles auf den Schrott werfen wollt.
Ableitströme sind normal und summieren sich. In Anlehnung an die DIN VDE 0701/ 0702 sind für jedes Gerät 3,5mA statthaft. Bei manch Gerätetyp kann im Normalfall der Ableitstrom auch deutlich höher sein.
Gerade bei Schaltnetzteilen sind Funkendstörmaßnahmen nötig, die für einen erheblichen Ableitstrom sorgen, gewollt!

Zum Schluss Meinung:

Solche China-PRCDs werde ich in meinen Verantwortungsbereich nicht dulden. Firmen sollen eben die ~200€ für etwas Vernünftiges zahlen.

Wer für Privat oder Hobby seine Sicherheit erhöhen will ist mit einen Gerät von der Firma Brennenstuhl mit GS-Zeichen nicht so schlecht bedient.

mfg
 
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Wer es ganz genau wissen möchte, kann dazu ja auch den Wikipedia Artikel lesen, und wer es noch genauer wissen will, schaut sich die, bereits zitierten, VDE Normen an.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fehlerstrom-Schutzschalter

https://www.doepke.de/de/service/fachartikel/din-vde-0100-530-aktualisiert/ Hier kann man lesen was aktuell gültig ist und wo man die Infos in der VDE findet.

Nicht, dass ich hier die Diskussion nicht schätze und mich für die Korrektur auch bedanke, aber ich denke, eine solch technische Vertiefung geht etwas am eigentlich Review vorbei.
Ich wollte euch die beiden Produkte vorstellen, ich benutze sie und hatte keine Probleme.
Zuletzt jetzt ein Auftritt im Kindergarten.
Und wenn die Kids da teils auf den Säulensystemen sitzen - Nein, das kannst Du nicht immer verhindern und ist besser als Bierflaschen - und die Kühlkörper berühren, ist mir ein Schutz einfach wohler.
 
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Mhhh... Dann haben wir jetzt genau zwei Optionen:
Entweder haben 10 von 10 meiner Kollegen, die auf und für Bühnen arbeiten, eine Kombi aus Glück, keine Ahnung und suiziden Tendenzen in wechselnden Anteilen
oder
deine Definition von Bühne ist eine andere als meine.
Ich habe in 35 Jahren noch nie einen 10 mA FI oder RCD auf einer Bühne gesehen.
 
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Und ja, Du musst sie wieder aktiveren, wen sie Spannungslos waren. Das erwähnte @chris_kah bereits.

während die FI Zwischenstecker in der Regel so gebaut sind, dass sie bei Stromausfall sicherheitshalber abschalten

Naja, so ganz klar war das für die vorliegenden Modelle noch nicht. ;) Vielen Dank für die Klärung, also war meine Anmerkung doch nicht ganz umsonst, dass das im Live-Alltag u.U. ein Fallstrick ist.
Der Begriff "RCD" passt aber grundsätzlich schon, der gilt sowohl für FI- als auch DI-Schalter.
Nur "FI" stimmt eben für die vorliegenden Geräte nicht ganz, wenn man es genau nimmt, siehe verlinkten Wiki-Artikel:

In deutschen Normen wurden früher folgende Begriffe verwendet:
  • Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) für netzspannungsunabhängige Geräte (ohne Hilfsspannungsquelle),
  • Differenzstromschutzschalter (DI) für netzspannungsabhängige Geräte (mit Hilfsspannungsquelle).

Darauf wollte ich raus.

Restliche Einschätzung meinerseits siehe Kollege @skyworker.
Ja klar - wenn ein Gerät 10mA Ableitstrom produzieren würde, sollte man das freilich mal dringend unter die Lupe nehmen. Man hat aber wohl seltenst ein Gerät hinter dem RCD hängen. Bei einer ganzen Ladung LED-Scheinwerfer mit dicken Schaltnetzteilen wird dann langsam die Summe der Ableitströme sehr interessant. Ein jedes Gerät darf normativ einen Schutzleiterstrom von bis zu 3,5mA aufweisen. Da ist mit einem 10mA-RCD, der ab 5mA auslösen darf, quasi beim zweiten angeschlossenen Gerät Ende Gelände. Hatte ich seinerzeit in einer Festinstallation mit 6x ADB ALC4 Flutern erlebt. Die hatten halt jeweils 3mA Ableitstrom und selbst der 30mA-RCD hat dann eben bei den 18mA gesagt "und tschüss"...

Ist halt immer eine Gratwanderung mit der Bemessung der Nennfehlerströme für die Schutzeinrichtung. Ich bin ja der Meinung, wenn speziell auf der Bühne mit bereitgestellten Profimaterial inkl. Backline überhaupt jemals an berührbaren Metallteilen eine Spannung anliegt, hat irgendjemand aber sowas von seine Hausaufgaben vernachlässigt. Andererseits ist es nunmal im Amateurbereich so, dass eben jeder seinen DIY-Krempel und seine Steckdosenleisten aus Großvaters Zeiten mitschleppt, die er daheim im Keller gefunden hat und die weder eine Prüfung erlebt haben noch jemals erleben werden (als Ausgleich dafür beim Abbau aber immer schön die Leitung eng ums Gehäuse wickeln für den nachhaltigen Korkenziehereffekt). Mein Highlight war der mit seiner selbstgebastelten Verlängerung aus einen alten Staubsaugerkabel (2-adrig) auf Schukokupplung. In einem größeren Gastspielhaus kann ich als Verantwortlicher draufschauen und die Verwendung untersagen, bei den üblichen Kneipengigs, auf denen 90% der User hier wohl unterwegs sind, gibt es so jemanden aber nicht.
 
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Ableitströme sind normal und summieren sich. In Anlehnung an die DIN VDE 0701/ 0702 sind für jedes Gerät 3,5mA statthaft. Bei manch Gerätetyp kann im Normalfall der Ableitstrom auch deutlich höher sein.
klar, eingestaubt und abrieb von Elektromotoren ! (Baustelle)
bei hoher luftfeuchte...
ich bleib bei unter 10mA!

auch wenn ich persönlich relativ Imun bin, ist son Stromschlag is kein Spass!
schon garnicht wenn ich damit andere in Lebensgefahr bringe!
zumal auch die Wurfkraft eines Stromschlagüberlebenden erheblich gesteigert ist!(Muskelzucken)
son schlechtisolierter Schraubendreher bleibt gerne mal irgendwo stecken!
oder jemand schmeist seine Paula jemandem ins Gesicht oder stößt jemanden und/oder sich wo rein? runter?

ich hatte schon das Glück das an dem Balken kein Nagel heraus stand, auf den ich prallte!!
es hätte keiner gewusst das ein Stromschlag mich erwischt hat! nur den Nagel im Kopp!

und wenn das Fehlerstromschutzgerät mal auslöst, wenns nicht passt , Ärgerlich ja aber so stirbt man nicht daran

Danke @

LordB

fur die mühe!​

 
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