RIP (Glissando) und Grifftremolo auf Trompete (Ventilhorn)

von Stadtmensch, 27.05.19.

  1. Stadtmensch

    Stadtmensch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.19   #1
    Liebe (Jazz)Trompeter und Hornisten (ich erspar uns mal ein Duplikat dieses Threads im Hornisten-Subforum)!

    Ein paar Komponistenfragen: Sind RIP's (Rest in pieces?^^keine Ahnung, für was die Abkürzung steht!) eigentlich auch nach unten möglich? Könnte ich z.B. einen RIP nach oben und nach unten nahtlos aneinanderfügen, als kurzes schnelles Auf-Ab?

    Eine andere Frage schiebe ich auch gleich hinterher: Bei Tönen, die auf mehrere Arten gegriffen werden können, kann man ja mittels schneller Wechsel zwischen diesen Griffen ein "Ventil-Tremolo" realisieren. Nun würde mich interessieren, ob man die auf diese Weise tremolierte Tonhöhe auch in ein langsames Glissando nach oben oder unten übergehen lassen kann?

    Liebe Grüße,

    Stadtmensch
     
  2. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 27.05.19   #2
    Nur das schnelle Glissando nach oben über die Naturtöne heißt Rip. Das Wort rip entspricht im Deutschen dem Wort "reißen, der Riss".
    Die nach unten gerichtete Gegenbewegung heißt Fall und bedeutet das Fallen lassen des Tons, es ähnelt dem Lockern der Saiten mittels Vibratohebel auf der E-Gitarre.
    Der Fall kann als kurzer oder als langer Fall ausgeführt werden.

    Ein langsam ausgeführter Rip erklingt nicht als "Rip", sondern als gut hörbares Legato (gebundene Tonfolge).

    Ein "Tremolo" ist auf diese Weise nicht möglich. Das "alternative Greifen" funktioniert nur für bestimmte Töne, die durch zwei (oder drei) Griffe (eigentlich: Venitlpositionen) spielbar sind.
    Mit dem Wechsel auf den nächsten Naturton wäre das bereits nicht mehr gegeben.

    Alternative Griffe (sog. false fingerings) helfen vor allem, bauartbedingte Intonations- und/oder Anspracheprobleme in den jeweiligen Registern besser auszugleichen. Man nimmt einen Ton dabei auf gleicher Tonhöhe, aber aus einer anderen Naturtonreihe.

    Die geeigneten Töne dafür kann man als Laie anhand einer Grifftabelle auslesen, die Griffalternativen stehen hier untereinander.
    Wie gesagt, da es sich um Obertöne aus verschiedenen Naturtonreihen handelt, sind die Töne unkorrigiert nicht genau frequenzgleich.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Oberton#Als_Notenbeispiel
    Ein Beispiel für Trompete in Bb:
    ohne gedrückte Ventile sind die Töne der Naturtonreihe über c (klingend Bb) möglich.
    Das zweigestrichene e ist daher - ohne gedrückte Ventile gespielt - der 5. Naturton (= große Terz).
    Die Ventile 1+2 gedrückt - bildhaft: _ _ T - ergeben Töne aus der Naturtonreihe über A.
    Das liegt daran, dass die Luftsäule um die Länge der nun offenen Bögen (=Züge) an den Ventilen verlängert wird.
    Ventil 1 verlängert um einen Ganzton, Ventil 2 um einen Halbton. Zusammen ergibt das anderthalb Töne unterhalb des c und damit ein A als Grundton der nun spielbaren Naturtonreihe.
    Das zweigestrichene e mit den gedrückten Ventilen 1+2 gespielt ist der 12. Naturton (Quinte bzw. Duodezime).
    https://www.yamaha.com/en/musical_instrument_guide/common/images/trumpet/fingering.pdf



    Gruß Claus
     
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