RocKI - Im Niemandsland

  • Ersteller RocKIMusik
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Mag ja sein, daß das funktioniert, aber bei Jamsessions :unsure:
Du bist im falschen Thread.

@streamingtheatre Erstmal danke für deine ausführliche Kritik. Keine Rechtfertigung, nur 1-2 Erklärungen zu deinen Punkten:

Die historische Begebenheit ist ja relativ bekannt. Soweit ich weiß, hatte es im Vorfeld einen Aufruf des damaligen Papstes an die kriegführenden Mächte für einen "Weihnachtsfrieden" gegeben. Das ist für mich insofern von Bedeutung, weil damit die "Idee" zu einer solchen Kriegspause bereits veröffentlich und in der Welt war.

Das ist historisch nicht ganz korrekt. Der bekannte 1-Tages-Frieden von Flandern im ersten Kriegswinter am ersten Weihnachtstag 1914 ging einzig und allein von den Soldaten in den "benachbarten" Schützengräben aus, als die Franzosen/Engländer am Heiligabend "stille Nacht" aus dem deutschen, notdürftig beleuchteten Gräben hörten und mit Stille Nacht in der jeweiligen Landessprache antworteten, so geht es aus Aufzeichnungen hervor. Deswegen wird das "Stille Nacht, heilige Nacht" im Text auch sowohl in englisch als auch französisch wiederholt. Die Friedensinitiative des Papstes fand im Kleinen zwar im Herbst 1914 erstmals statt, wurde von allen Kriegsparteien aber abgelehnt. Dass diese versuchte Initiative die Soldaten der vordersten Frontlinie erreicht hat ist nicht überliefert und eher sehr unwahrscheinlich.

Besonders die KI Stimme setzt dem noch einen drauf. Sie säuselt sonor "inmitten von Leben und Tod" als käme sie aus einer Disneyproduktion. Das finde ich persönlich eher abstoßend. Es gibt keinerlei Reibung oder Brüche in der Interpretation - möglicherweise müßte man Sänger*in sein, um das in die KI einzugeben.

Ich kenne keine Disneyproduktionen bzw könnte von diesen eine gewisse Stimmeigenschaft ableiten. Aber Singstimmen treffen ja meist auf eine breite Meinungsäusserung von "sehr gut" bis "sehr unpassend." bzgl Text und Musik

Zum Text möchte ich sagen, dass er mir in Teilen zu unbeholfen ist, was in Verbindung mit der perfektionistischen KI Musik unfreiwillig komisch wirkt.
Hier z.B. fehlt mir die Aussage, was dem Schlachten Einhalt gebot. Da wird dann der Inhalt bzw die Sprache der Reimform und Metrik geopfert.

Was der Grund für des Schlachten Einhalts ist, wird direkt in der folgenden Strophe erklärt.

Auch in diesen beiden Versen erzwingt die Metrik eine Sprache, die einen Interpreten gefährlich in die Nähe der Lächerlichkeit stellt.

Besser wäre vielleicht "haben sie gemeinsam Gefallene geborgen"...
Auch wird nicht die Waffe gelenkt, sondern die Kugel, indem man mit der Waffe zielt.

"Haben sie gemeinsam Gefallene geborgen" hätte m.E.n. nicht gut in die Metrik bzw den Takt gepasst und unterscheidet sich ja auch kaum von "gemeinsam Gefallene geborgen." Bzgl "gelenkt" gebe ich dir vollkommen Recht - wirklich glücklich war ich damit auch nicht und das war wirklich die Not des Reims. In den letzten Monaten habe ich gemerkt, die einfachsten Texte sind zu schreiben, wenn sich nichts reimt. Mir hätte "gerichtet" besser gefallen aber ich weiß noch dass ich da lange an einem Reim bzw an der Zeile gesessen habe. Gebe ich dir vollkommen Recht.

Diese Wiederholung von "kalten" finde ich unglücklich.:
"Im kalten Schnee bei Frost und Eis
... im kalten Überlebenskrieg"

Auch hier gebe ich dir Recht. Da ich für die Metrik noch ein Wort vor "Überlebenskrieg" gebraucht habe, hätte man da noch mehr nachdenken sollen statt nochmal die Kälte zu verstärken die in dem Lied ein zentrales Thema ist.

Nochmal, nur ein paar Erklärungen. Danke für deinen Beitrag.
 
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Ich mag KI-Musik nicht, will KI aber nicht grundsätzlich verteufeln. Allerdings rate ich jedem, der KI nutzt, sich mal folgendes Buch zur Gemüte zu führen:


Vielleicht setzt man dann KI bewusster ein und überlegt sich zweimal, bevor man sie für etwas nutzt, was möglicherweise nicht sein müsste, weil es auch anders geht.

 
Nene du verkennst das, mit KI kann jeder Musiker sein, auch wenn er nix kann. :biggrinB:
 
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Das klingt schon sehr professionell, damit kann man wahrscheinlich etwas Geld verdienen. Daher gehe ich damit ein bisschen kritischer um, als wenn hier jemand eine Aufnahme mit schiefer Stimme und schrägen Beats veröffentlicht.

Wie gesagt, das klingt schon sehr professionell - und "teuer". Chöre, Steicher und eine professionelle Stimme. Der Text behandelt Weihnachten im 1. Weltkrieg, irgendwo in den Schützengräben in Flandern. Wer sich mal 10 Sekunden inne hält und über das Thema Gedanken macht, wird rausfinden, dass das eines der düstersten Themen ist, über die man singen kann. Oft in der Kunst verarbeitet, z.B. die Sinnlosigkeit und Entmenschlichung wie bei Kubricks Paths of Glory, in der die jungen Menschen wie Ratten in den Gängen laufen. Und dann Weihnachten und die Verrücktheit, dass man sich wie Menschen einen Tag in die Augen schaut und den Wahnsinn vergisst.

Die Musik bringt dem ganzen jetzt nicht viel Neues oder überraschendes. Eine Standardakkordfolge, eine Stimme irgendwo bei Unheilig. Ein Chor, der im Hintergrund seine Akzente setzt und etwas Übernatürliches reinbringen kann. Und dann die Streicher, sowohl echt als auch Keyboards, so wie das bei Marvel gelernt wurde.

Es klingt soundtrackmäßig: Wir haben eine absurde Pausen-Szene, in der es um Leben und Tod geht, und die Musik buttert genau das Gefühl drauf, was wir erwarten. Das Gefühl, dass wir nach 10 Sekunden nachdenken haben, wird durch die Musik einfach noch verschärft. Der emotionale Text bekommt das Übermaß an emotionaler Musik - bekannt aus Film und Fernsehen. Als würde eine traurige Szene, wo ein enger Freund stirbt mit ruhiger Klaviermusik untermalt. Oder eine lustige Szene mit lustiger Musik. Klischee.

Und somit ist das für mich viel zu kitschig und klischeebeladen. Das findet sicherlich seine Abnehmer, aber es ist genau das, was für 2/3 oder 80% passt und wohl zu 80% keine Ablehnung erfahren würde, es haut in die Kerbe, die seit langem existiert und bringt nicht viel Neues.

Daher als Fazit: Alles gut und klingt professionell, ist aber gar nicht meine Tasse Tee und Kitsch-As-Kitsch can. Ich würde mir wünschen, dass jemand wir Du, der offensichtliche Fähigkeiten in der KI hat, diese für mehr einsetzen wird, als die 70 oder 80%, die so OK oder zum Weiterscrollen sind und Klischees werden, weil wir in Zukunft wohl mit Klischees mehr zugeballert werden als uns lieb sein wird. Sondern dass es was Neues gibt, was zum Nachdenken, mehr als platte Emotion. Das was Kunst ausmacht und vom Kommerz abtrennt.
 
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