Schnell und Deutlich Singen?

von oerix, 10.06.08.

  1. oerix

    oerix Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    10.06.08
    Zuletzt hier:
    23.06.08
    Beiträge:
    19
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 10.06.08   #1
    Okay, ich versuch atm ein Lied von System of a Down zu covern bzw. jetzt auch wieder "Empty Walls" von Serj.

    Die normale und langsamen Lieder (etwa BYOB) gehen locker von der Zunge, aber gerade bei Empty Walls im Prechorus etwa, verhaspel ich mich jedes mal. Ich dachte, durch üben wird es irgendwann besser, wenn ich langsam bin, pack ich auch die Aussprache, aber wenns schnell wird, klingts nichtmehr gut. Und wenn ichs mal ohne Verstolperer schaffe, ist meißtens die Betonung schlecht, bzw. ich bin total fertig, nach nur 8 Zeilen xD Wegen der Konzentrazion.

    Gibt es da ne bestimmte Technik? Serj singt die schnellen Parts ja immer in einem Atemzug, das muss man ja auch, um durchzukommen, aber dann hat man am Ende zuwenig Zeit irgendwie genug Luft zuholen. :screwy:

    Songs bei denen ich imo Probleme hab: (Ich weiß, alles extreme Lieder, aber irgendwie muss man das ja wohl singen können oo")

    Revenga
    Vicinity Of Obscenity
    Empty Walls

    Vorallem letzteres will ich mal langsam gebacken bekommen...
     
  2. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

    Im Board seit:
    26.05.06
    Zuletzt hier:
    7.12.16
    Beiträge:
    6.537
    Zustimmungen:
    1.383
    Kekse:
    23.490
    Erstellt: 10.06.08   #2
    Hallo !

    Viele Sänger machen besonders bei schnellen Parts den Fehler, schnell zwischendurch nach Luft zu schnappen, meistens mit flacher Hochatmung und womöglich noch mit hochgezogenen Schultern, was zum Singen untauglich ist.
    Der Trick heisst Zwerchfell/Flankenatmung bzw. passive Atemergänzung/passive Einatmung - da haben wir schon viel dazu geschrieben, vielleicht bemühst Du erstmal die Sufu.

    Schnelle Parts kann man schon üben - z.B. erstmal langsam singen und dann das Tempo allmählich immer mehr steigern. Auch Artikulationsübungen, die die Unabhängigkeit von Lippen, Zunge, Gaumen und Kiefer trainieren, bringen viel. Du kannst z.B. eine Quinte auf- und abwärts schnell auf blablabla, oder dingdongdingdong singen.

    Machst Du den Mund genügend weit auf beim Singen, ist der Kiefer entspannt, aber beweglich ? Wenn man beim Singen die Zähne nicht auseinader bekommt, ist man oft schwer zu verstehen.
    schöne Grüße
    Bell
     
  3. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    07.07.07
    Beiträge:
    6.856
    Ort:
    Bayern
    Zustimmungen:
    967
    Kekse:
    19.989
    Erstellt: 10.06.08   #3
    Hi oerix,

    also die diction vom Saenger von Empty Walls hat mich jetzt nicht so vom Hocker gerissen, das sollte hinzukriegen sein.
    Gehen wir es mal durch:
    Don't you see their bodies burning?[Atemmoeglichkeit reflektorisch]
    Desolate and full of yearning[Atemmoeglichkeit reflektorisch]
    Dying of anticipation[Atemmoeglichkeit reflektorisch]
    Choking from intoxication[Atemmoeglichkeit reflektorisch]

    Danach kannst ausgiebig atmen, auch reflektorisch :) Bell* nannte das grad passive Atemergaenzung - mein GL sagt sinngemaess "das kann Dein Koerper ganz alleine, der Willen stoert da" Meine erste GL meinte, lass einfach den Bauch rausfloppen (und zwar unbewusst, einfach *zulassen*) Die Phrasen sind gerade in der Geschwindigkeit sehr kurz, kein Grund, hektisch zu werden. Einfach cool bleiben, fuer die drei Toene brauchst extrem wenig Luft.

    Fuer die diction, ueberlege Dir, welches die wichtigen Silben sind.
    Z.B. bei der ersten Zeile Don't you see their bodies burning. Die solltest Du besonders sauber singen.
    Das wichtigste bei so Silben wie cation (von intoxication) sei das "h", wuerde mein GL sagen ;) - Plosivlaute kommen leichter, wenn man sich zwischen Konsonant und Vokal ein h vorstellt.

    Uff, Bell*, die dingdong ist ja gemein, da muss man auch noch denken ;)
    Ich haette da noch ein wa-wae-wo-wie-wu anzubieten, das w laesst sich durch die diversen Konsonanten, die man so braucht, ersetzen, bei Dir boete sich z.B. das b, f, j und/oder tsch an.

    Und relax - Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut ;) Ich hab mir jetzt Empty Walls und Revenge angehoert, von den beiden empfehle ich Dir tatsaechlich erstmal Empty Walls, Revenge waer fuer mich auch ne Herausforderung (und ich bin x Mozartmessen mit vermutlich Original-Tempo-Allegri gewoehnt, det is schneller, als heutzutage ueblich :D - waer natuerlich auch ne Option zum Ueben :D:D;))
     
  4. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

    Im Board seit:
    26.05.06
    Zuletzt hier:
    7.12.16
    Beiträge:
    6.537
    Zustimmungen:
    1.383
    Kekse:
    23.490
    Erstellt: 10.06.08   #4
    Nur zur Klarstellung, damit´s keine Verwirrung gibt: reflektorische Atmung bzw. passive Atemergänzung ist dasselbe. Moni und ich meinen also das Gleiche !

    @moniaqua: dingdongdingdong ist eine gute Übung, und nett fürs Gaumensegel, wenn man´s regelmäßig übt, braucht man irgendwann überhaupt nicht mehr nachdenken ;)
     
  5. moniaqua

    moniaqua Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    07.07.07
    Beiträge:
    6.856
    Ort:
    Bayern
    Zustimmungen:
    967
    Kekse:
    19.989
    Erstellt: 10.06.08   #5
    Stimmt. Ich hatte mir eingebildet, das haett ich schon ausgedrueckt :o
     
  6. oerix

    oerix Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    10.06.08
    Zuletzt hier:
    23.06.08
    Beiträge:
    19
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 11.06.08   #6
    Vielen Dank Bell, ich sing noch nicht so lange und hab eben das Gefühl, etwas unlocker zu sein ;) Das werd ich noch üben.

    Und naja, das Problem ist weniger das Luft holen bei empty walls, sondern bei dem Tempo die schwierigen Wörter deutlich auszusprechen, ohne sich zu verhaspeln. Da gibts glaub keine Technik ausser üben üben üben.. :/ ^^
     
  7. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

    Im Board seit:
    26.05.06
    Zuletzt hier:
    7.12.16
    Beiträge:
    6.537
    Zustimmungen:
    1.383
    Kekse:
    23.490
    Erstellt: 12.06.08   #7
    Ja, genau: üben, üben, üben. Und zwar so: langsam anfangen und das Tempo Schritt für Schritt steigern - immer dann, wenn Du in einem Tempo sicher bist, gehst Du an die nächste Stufe und erhöhst es; so lange, bis Du das Originaltempo beherrscht. Wenn Du die oben genannten Tipps beherzigst, sollte es irgendwann funktionieren - ein bisschen Geduld musst Du allerdings mitbringen.
    schöne Grüße
    Bell
    P.S. vielleicht hilft Dir zur Verbesserung der Artikulation auch die Korken-Übung - ich selber halte nichts davon, aber manchen hilft es anscheinend.
    Steck einen Korken zwischen die Zähne und sprich bzw. sing den Text; achte darauf, verständlich zu bleiben.
     
  8. SingSangSung

    SingSangSung Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.02.07
    Zuletzt hier:
    14.09.16
    Beiträge:
    1.022
    Zustimmungen:
    41
    Kekse:
    1.054
    Erstellt: 13.06.08   #8
    Hi,

    was auch noch eine Idee wäre: Den Text einzeln üben (im Rhythmus sprechen, Tempo langsam steigern), die Melodie einzeln üben (auf Tonsilbe, z.B. dada, nono oder so), dann zusammen setzen.

    Gruß,

    SingSangSung
     
  9. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikros Moderator HCA

    Im Board seit:
    30.10.06
    Beiträge:
    9.083
    Ort:
    NRW
    Zustimmungen:
    2.215
    Kekse:
    43.133
    Erstellt: 14.06.08   #9
    Hallo,

    ich mache es bei schnellen, sprachlich komplizierten Stellen ebenfalls so, daß ich Text und Noten zunächst mal getrennt übe, die Noten auf irgendwelche Vokalisen, den Text spreche ich mir dann erstmal im Rhythmus vor, bis der dann sitzt, danach kommt dann das "überdeutliche" Sprechen. Will heißen, wenn Du selbst meinst, Du sprichst zu übertrieben deutlich, ist es für den Zuhörer vermutlich gerade so eben o.k. Und dann wird die ganze Geschichte zusammengesetzt.
    Da ich persönlich immer so einige Probleme mit ausreichender Mundöffnung habe, mache ich die von Bell angesprochene Korkenübung des öfteren noch etwas extremer: Drei Finger zwischen die Zähne und dann die Passage singen. Bei mir macht das des öfteren vorher und nachher einen Unterschied wie Tag und Nacht. Aber wie schon gesagt: Muß nicht unbedingt bei jedem funktionieren...

    Viele Grüße
    Klaus
     
Die Seite wird geladen...

mapping