Schule der Balgtechnik

von Puckiliese, 19.01.17.

  1. Puckiliese

    Puckiliese Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.01.17   #1
    Liebe Akkordeonfreunde,

    darf ich Euch um Eure Tipps bzw. Hilfe bitten?
    Als Wiedereinsteigerin (ca. 35 Jahre Akkordeonpause) bin ich eifrig am Üben, Nacharbeiten, Lesen, Einstudieren, Wiederholen, Fragenstellen etc.
    Es macht richtig Spaß und Freude, das Instrument Akkordeon neu zu erkunden.

    Ich hatte damals im Musikunterricht von meinem Lehrer das Thema Balgtechnik so vermittelt bekommen (70er-Jahre), dass ich die Balgstütze dergestalt einhalten muss, dass der untere Riemen am Balg geschlossen bleibt. Und so habe ich all die Jahre geübt und gespielt... Und mich als Teenagerin gefragt, warum denn andere mit offenem Balg spielen.

    Hier in einigen Fäden wurde das Thema "Balgstütze" bereits facettenreich diskutiert.
    Frage an die versierten Spieler von hier:
    macht es Eurer Meinung nach Sinn, die "Schule der Balgtechnik" von Curt Herold (Nr. 380 Musikverlag Josef Preissler, München) wieder herauszuziehen und nach der Methode (Balgstütze ja, Riemen unten offen) vorzugehen?
    Die Herold Schule hatte mein damaliger Akkordeon-Lehrer als Ergänzung zu Preisslers "Volkstümliche Akkordeon-Schule" und zu Otto Bukowskis "Der strebsame Akkordonist" und Peter Fries "Akkordeon-Unterrichtsmusik" verwendet.
    Oder ist es einfach sinnvoller, die zur Zeit geübten Stücke (wozu u. a. meine oben genannten alten Lehrbücher gehören) mit der richtigen Balgstütze einzuspielen?

    Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.

    Akkordeon-Grüße von
    Puckiliese
     
  2. Schtine01

    Schtine01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.17   #2
    Aaalso, meine Akkordeonlehrerin, die ja auch die Akkordeonlehrerin meiner Tochter ist, sagt folgendes: Erwachsene spielen grundsätzlich von der ersten Stunde an mit offenen Balgzughaltern. Einfach, weil sie das Gewicht vom Akkordeon problemlos halten können. Kinder spielen erst mal mit geschlossenem unteren Balgzughalter, weil sie körperlich einfach noch nicht so kräftig sind.
     
  3. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 29.01.17   #3
    Nur der Vollständigkeit halber möcht ich hier anmerken, das i.a. mit "Balgstütze" nicht gemeint ist, ob der untere Riemen geschlossen oder offen ist. Mit Balgstüze meint man die aktive Führung und Kontrolle des Balgs mit dem Arm.
     
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  4. moewejutta

    moewejutta Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.17   #4
    Hatte damals eine sehr gestrenge Akkordeonlehrerin. Mein erster Unterricht fand 1964 mit 12 Jahren auf einem 72er Instrument statt. Sie war in unserer damals wohl erst 60000 Einwohner Stadt die einzige Akkordeonlehrerin weit und breit. Sie hatte u.a. in Trossingen studiert, kannte Hugo Herrmann persönlich und ich glaube, auch Rudolph Würthner. Sie war damals bereits über 70 Jahre alt. Mit Balg unten zu gab's bei ihr gar nicht. Uns wurde von Anfang an die richtige Haltung beigebracht und wehe, wir haben das nicht umgesetzt. Ohne Rückenriemen ging ebenfalls nicht. Ich hatte allerdings nur 2 einhalb Jahre Unterricht bei ihr. Es gab ein Aufgabenheft und zu jeder Unterrichtsstunde Zensuren.
    Die Musikalität wurde mir nicht in die Wiege gelegt und ich musste wirklich arbeiten und üben, üben, üben.
    Im Nachhinein bin ich meiner Lehrerin sehr dankbar für diese Einweisung, auch wenn ich es damals nicht so sah.
    Sie hat es uns genau richtig beigebracht.
    Natürlich versuchte ich auch, meinen Söhnen das Instrument schmackhaft zu machen. Ist nur beim älteren gelungen.
    Er begann mit 9 Jahren und kurzzeitig einem 40-Bässer. Es war überhaupt gar keine Frage. Der Balg war oben und unten offen. Von Anfang an. Während seines Studiums hat er noch M III gelernt.
    Ich kann mir nicht vorstellen, wie man richtig mit Gefühl spielen kann, wenn eine Balgseite geschlossen ist.
     
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  5. Wil_Riker

    Wil_Riker Helpful & Friendly Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 30.01.17   #5
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  6. Chroma

    Chroma Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.17   #6
    Hallo Puckiliese,
    Deine Fragestellung, ob nun, wie in der 'Schule der Balgtechnick v. C.Herold' beschrieben, Balgstütze ja, Riemen unten auf, oder mit der richtigen Balgstütze gespielt werden soll, ist m.M.n. nicht klar definiert. Ich weiß nicht, was Du mit 'der richtigen Balgstütze' meinst. Die genannte Schule von Curt Herold habe ich auch. Da steht aber nichts von Balgriemen auf oder zu. Demnach ist es für mich selbstverständlich, daß beim Spielen beide Balghalteriemen geöffnet sind. Die eigentliche Balgstütze entsteht dadurch, daß der Balg beim Spielen unten geschlossen bleibt. Er wird nur oben geöffnet und wieder zu gedrückt. Dadurch entsteht unten ein Fixpunkt bzw. Stützpunkt. Das hat den großen Vorteil, daß der linke Arm nicht das komplette Bassteil dauernd heben muß, bzw. ziehen und drücken muß. Das Fliessen der Luft wird dadurch kontrollierbarer, und damit das Spielen überhaupt.
    Das Missverständnis, das uns auch hier im Forum immer wieder begegnet, entsteht dadurch: wenn da steht 'Balg unten zu' heißt das doch nicht 'Balghalteriemen' zu. Ich hoffe Deine Frage ist damit beantwortet.

    VG Chroma.
     
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