SD Custom Custom SH-11 vergleichbar mit TR Rocksong TRH1B?

von halfcupsound, 26.09.16.

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  1. halfcupsound

    halfcupsound Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.09.16   #1
    Den SD SH-11 hat sich ein Kollege in seine Paula-Kopie eingebaut, der Sound war recht warm für die Stegseite, ausgewogen vom Output mit ordentlich Punch, und hatte noch reichlich Dynamik beim Spielen.
    Auf TR wäre ich einmal neugierig, weil das Fabrikat a.G. des guten Preis/Leistung-Verhältnisses hier einen guten Ruf genießt.
    Habe gerade eine Musician-Kopie fertig, bei der ich die HB's von vorn nach hinten untereinander getauscht hatte. Vorher hatte ich die HB's out of Phase in der Mittelposition, nach dem Tausch gab es einen Gain-Schwund beim Volumen des Bridge kurz vor voll auf.
    Ich kenne das Problem, und habe die HB's dann gleich-phasig zusammen geschlossen, da hat es funktioniert. Im Split-Modus bin ich mit der Zwischenstellung auch zufrieden.

    Jetzt habe ich noch eine weitere Musician, die ich auch etwas aufwerten möchte. Am Neck könnte ein P90 rein und am Steg wie gesagt ein TRH1B oder den SH-11 den Dienst verrichten. Wenn der Output des HB gleich dem des P90 ist, (dass, was definitiv raus kommt), müssten die sich wieder parallel mit zwei Volumen in ooP regeln lassen, ohne den Gain-Schwund.
    Wer hat Erfahrungen mit dem Klang dieser HB-Modelle gesammelt? Vielen Dank schon einmal. ;)
     
  2. bagotrix

    bagotrix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.09.16   #2
    Hi,

    der SH-11 ist mMn ein ganz guter Steg-Partner für einen (kräftigen) P-90 am Hals. Man muss halt seinen mMn etwas speziellen Klangcharakter mögen - die Bässe sind eher etwas weich, allerdings auch nicht sehr ausgeprägt. Der Schwerpunkt liegt in den Mitten, ohne aber quäkig zu wirken. Wirklich gut kommt er für Sounds á la Van Halen I+II, generell für 80er Hard Rock bis Hair Metal und endgeil für Leadsounds. Irgendwie klangen bei mir mit dem Teil alle verzerrten Amps ein bisschen nach getunetem Marshall. Der SH-11 ist um einiges lauter als ein PAF, und Cleansounds sind nicht so seins. Ich nahm da immer ordentlich Kompression wahr, die Dynamik empfand ich persönlich also eher nicht als seine starke Seite.

    Leider habe ich den Rocksong noch nicht getestet, aber schon ein paar andere TR-HB. Mein Eindruck war bisher immer der, dass man Extreme vermeidet, sodass zB der Generator, der auf dem Papier einem JB ähnelt, breitbandiger agiert und nicht diesen Mitten-"Nöck" hat, oder der AC4 nicht ganz so höhenbetont wie viele "Boutique"-PAF-Replicas.

    Wie gesagt, den Bridge-Rocksong hatte ich noch nicht, aber nach den Erfahrungen anderer Kollegen hier bewegt er sich schon im zu erwartenden Rahmen. Also etwas mehr Output als ein typischer PAF, in den Bässen nicht übermächtig, aber vielleicht sogar etwas ausgewogener als der SH-11. Bei gleicher Konstruktion und Drahtstärke (AWG 43), sowie jeweils einem AlNiCo II-Magneten, ist der DC-Widerstand ja doch ein Anhaltspunkt. Ich würds so machen: Stehst Du einfach auf die eingangs genannten Sounds, nimm den Duncan; soll die Gitarre vor allem vielseitig sein, ist der Rocksong sicher einen Versuch wert. Mit einem nicht zu starken P-90 müsste er nach meiner Überzeug auch sehr gut harmonieren, und Tonerider bietet da ja auch Neck-Versionen, ggf. auch im HB-Format.

    In ausgesprochen bassarmen Instrumenten würde ich beide Kandidaten nicht montieren, da gibts mMn geeigneteres.

    Gruß, bagotrix
     
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  3. halfcupsound

    halfcupsound Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #3
    Moin Bagotrix, danke schön!

    Die Musician hat einen großen Korpus und unverstärkt ein recht bassreiches Naturell. Pafs wären schon die richtige Wahl, damit es nicht zu brettig hart und undefiniert dröhnt. Ich würde einfach mal das Experiment mit einem Rocksong wagen, der hat etwas weniger Resistance als der SH-11. Nutze auch Split-Stellungen, daher ist Medium-Output noch gut brauchbar.
    Vielen Dank für deine gute Beschreibung! :great:
     
  4. Stratz

    Stratz Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 28.09.16   #4
    Wenn es eine Les Paul(-Kopie) ist, würde ich wohl auch eher zum Rocksong tendieren. Der SH-11 Custom Custom kann da vielleicht schon mal zu viel im Mittenbereich auftragen. Der wurde nämlich ursprünglich entwickelt um Powerstrats mit Floyd Rose etwas "Wärme" zu verpassen. Ansonsten mag ich die Custom-Serie von Seymour Duncan sehr gerne, weil sie sehr gut auf unterschiedliche Magnete reagiert und man mit wenigen Handgriffen einen neuen PU hat.
     
  5. halfcupsound

    halfcupsound Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.09.16   #5
    Die vom Kollegen war eine Les Paul-Kopie, die klang recht überzeugend und durchsetzungsstark im Bandkontex (wenn es erforderlich war).
    Meine ist eine Musician-Kopie mit Neck-Trough, mit viel Sustain und ausgeprägten Bässen, aber nicht ganz so viel wie eine Gibson SG.
     
  6. Stratz

    Stratz Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.09.16   #6
    Wenn dir der SH-11 gut gefallen hat, spricht nichts dagegen. Durchsetzungsstark ist er durch die ausgeprägten Mitten auf jeden Fall. Das die Gitarre von Haus aus schon etwas Bässe liefert ist gar nicht mal so schlecht, weil die hat der Custom Custom ja nicht so sehr. Mir persönlich wäre so ein PU in einer "warmen" Gitarre etwas zu viel, aber meine musikalischen Präferenzen liegen auch in etwas härtern Gefilden und da stören mich bei vielen Alnico 2-HBs die etwas "federnden" Bässe.

    Wie schon geschrieben, die Custom-Reihe reagiert sehr gut auf unterschiedliche Magnete und kann schnell auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Das "Gegenteil" zum SH-11 wäre dann der SH-14 Custom 5. Viele Bässe und Höhen und ein starkes Mittenloch, wie ein "großer" SH-1 '59. Der wird gerne in Gitarren wie SGs eingebaut, die von Haus aus schon eher mittig klingen.
    Wenn man etwas dazwischen sucht, soll laut vieler Bericht im SD-Forum ein UOA5-Magnet genau die richtige Lösung sein. Warmer Vintage-Klang mit etwas mehr Biss als beim SH-11 und ohne den Mitten-Scoop wie beim SH-14. Diesen Magnettyp habe ich hier aber noch nicht gefunden und ein Import aus den USA ist uninteressant, weil die Versandkosten in keinem Verhältnis zum Warenwert stehen.

    Das mit der etwas fehlenden Dynamik und Kompression sehe ich so wie @bagotrix. Da gibt es HBs, die das besser können. Mein Häussel Vin+ mit etwas über 12K ist im Gegensatz zu meinem Custom in den Disziplinen doch noch mal ne andere Nummer. Die Custom-Reihe orientiert sich da meiner Meinung nach etwas weg von einem Overwound-PAF und schielt schon ein wenig mehr in die etwas "heißere" Ecke. Mit "starken" Magneten wie Keramik oder Alnico 8 klingen diese HBs schon sehr "mächtig" und groß. Der Vin+ ist selbst mit Alnico 8 doch noch etwas "zahmer" und "kultivierter" und hat noch mehr von einem PAF. Der Rocksong von Tonerider hat eine ähnlich hohe DC wie der Häussel.
     
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  7. halfcupsound

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    Erstellt: 29.09.16   #7
    Vielen Dank für die ausführliche Beratung @Stratz! :great: Da habe ich etwas Defizit, was die Kenntnis einzelner Modelle und PU-Marken betrifft, da ich so häufig die Pickups nicht gewechselt habe. Da werde ich wohl einmal Verschiedenes austesten, mal sehen wo es diesmal hin geht.

    Leider beherrsche ich die E-Gitarre als Instrument nicht so, dass ich alles an Möglichkeiten herausholen könnte.
    Da mein Sohn heute Abend bei mir war, hat er mein letztes Objekt getestet, sämtliche Stilrichtungen von Blues, Jazz, Classic bis Metal usw. Ich durfte nichts erklären, er wollte intuitiv das Instrument ergründen. Er hat hier geschaltet, dort gedreht, gespielt und mir dabei erklärt, wofür man den jeweiligen Sound einsetzen kann. Da einiges daran zu regeln geht, war er eine ganze Weile beschäftigt und hat mir dann gesagt, mit der Gitarre könne man jedem Stil gerecht werden, da fehle gar nichts mehr an Möglichkeiten, was nicht irgendwie einzustellen ginge.

    Ja es klang auch alles sehr gut und überzeugend, da weiß man nur halt nicht genau, sind es die Fähigkeiten des Musikers, und wieviel steuert das Instrument dazu bei? Auf jeden Fall ist einiges an Spieltechniken erforderlich, um einem Instrument so schier unergründlich viele Sounds zu entlocken. Da komme ich bloß nicht mehr hin, da geh ich dann lieber wieder etwas basteln. Sorry, war etwas viel OT.:o
     
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  8. halfcupsound

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    Erstellt: 04.10.16   #8
    Jetzt bin ich auf stagged Polpieces bei Humbuckern gestoßen. Zumindest eine Spule wäre realisierbar, wg. der Stratitis.
    Angeboten wird von SD der SH-3, klingt als SC schon recht stratig, habe mir auf yt Aufnahmen angehört.

    Habe zu einem Drei-Weg-Toggle (Double Toggle) ein Wiring entworfen, bei dem ein einzelner On-Z-On-Schalter komplett in allen Positionen von HB auf Split und dann auf Parallel schaltet.

    Das Gute daran ist, dass ich bei jedem Schaltgang noch ein Widerstand per Trimmpoti parallel dazu schalten kann, die die Einzel-Splits und die parallelen Splits anpassen können.
    Wenn das irgendwie nicht gelingt, begeht man einen Anwendungsfehler, und die Splits klingen zu fipsig und drucklos.

    Da es die zweite Musician-Kopie ist, die ich verbastele, scheint es mir sinnvoll, diese soundtechnisch etwas anders zu gestalten. Zwei baugleiche Gitarren reichen ja eigentlich auch, ich muss mich immer ausbremsen, wenn ich wieder so ein guterhaltenes Teil in der Bucht ausmache.
     
  9. bagotrix

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    Erstellt: 04.10.16   #9
    Hi,

    ob Dir der SH-3 als HB gefallen wird, ist allerdings schon die Frage. Ich fand ihn am Steg nicht sehr überzeugend, irgendwie "pappig" und komprimiert. Ein echter HB klingt mMn offener und dynamischer. Leadsounds waren gut, aber verzerrter Rhythmus matschte immer. Parallel habe ich damals nicht probiert, das kann ich mir aber wieder ganz gut vorstellen. Der SC-Sound war überzeugend, aber ich persönlich kann auf dem Gebiet eher mit einem Kompromiss auskommen als in der HB-Schaltung.

    Am Hals - wo ich vor allem auf einen richtig stratigen Split-Sound gehofft hatte - produzierte die doppelte Reihe recht starker A5-Magnete leider so viel Stratitis, dass ich ihn nicht in eine praktikable Entfernung zu den Saiten bringen konnte. Ich vermute mal, dass er deshalb auch explizit als StegPU beworben wird.

    Wenn Du wirklich mal was anderes einbauen willst (und womöglich auch die für die 70er typische Anhäufung von Schaltmöglichkeiten), dann probier doch mal ein Pärchen Duncan P-Rails. Für den Erfinder der Tri-Sound-Schaltung wäre der wahrscheinlich ein feuchter Traum gewesen...

    Gruß, bagotrix
     
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  10. halfcupsound

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    Erstellt: 04.10.16   #10
    Danke für den super Tipp, ich habe keine Arme, um Cookies zu rollen, über meinem Haupt wurde der Fluch mit den fünf Brücken verhängt = :keks: > :mmmh: >:mmmh: >:mmmh:>:mmmh:>:mmmh:.
    Dann ist der SH-3 nicht der Richtige für mich, ich schraube die HB's gern so nah an die Saiten, wie es möglich ist.
    Trisound ist auch nicht das wichtigste, die John Petrucci zwei Splits seriell zum Misch-HB habe ich gern in der Zwischenposition. Mit den P-Rails werde ich einmal nach Soundfiles suchen.

    Grüße...
     
  11. halfcupsound

    halfcupsound Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.16   #11
    Ok, SD P-Rails wäre eine Option für die Gitarre. Der Neck mit 13K reicht für die Bridge Position, F-Spacing benötige ich nicht. Für den Neck habe ich noch ein spezielles Nischenprodukt, welches nur eine Stagged Coil mit Alnico hat, die andere Seite ist eine unmagnetische Dummy, ähnlich wie der Bluesbucker von DiMarzio, das sollte dazu passen.
    In der Mitte macht der PU-Wahl-Toggle einen Autosplit, und aus den Split's wird dann auf parallelen oder seriellen HB geschaltet genau wie in den Endpositionen. In der Mitte des Coil-Wahl-Schalters richte ich noch Pseudo-Split ein.
    In allen drei PU-Stellungen das gleiche geschaltet, das ist recht übersichtlich. Neun Positionen insgesamt.
    Mastertone mit Balance eine Richtung (zu) Bass-Cut, die andere Richtung High-Cut, zwei Volumen-Regler, das wars!:)
     
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