Seid ihr eigentlich coole "irgendwohin-Gucker" oder eher uncoole Griffbrettgucker?

OldRocker
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Bin schon lang dabei und hab auch schon so manches knifflige Riff und Solo gebraten...aber ich oute mich hier jetzt mal als eher uncoolen Griffbrettgucker. Sobald was etwas komplexer zu greifen ist verspielt ich mich wenn ich's nicht optisch im Blick habe. Und ich hab mich schon immer gefragt, wie die ganz Coolen spielen ohne einmal aufs Griffbrett zu Linsen.
Wie sieht's bei euch dahingehend aus?
Beitrag automatisch zusammengefügt:

...wenn Richie beim Solo von Burn aufs Griffbrett guckt, dann darf ich das auch wenn ich das spiele...aber wie macht das zB Slash und andere?
 
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Ich denke ich bin beides.
Das Zauberwort ist Muskelgedächtnis.
Wenn du einen Song oder Part so oft gespielt hast, dass du überhaupt nicht mehr drüber nachdenken musst, dann musst du irgendwann auch nicht mehr hinschauen.
Für meine aktiven Bands ist das schon immer mein Ziel und das klappt auch.
Die Vorteile sind klar, man muss nicht mehr hinschauen und nicht mehr drüber nachdenken. Die Nachteile sind eben, dass es sehr viel Zeit kostet und zumindest ich lange bevor dieser Effekt eintritt ich den Song schon nicht mehr hören kann.
Aber wenn du mich nachts weckst, mir sofort eine Gitarre in die Hand drückst und sagst: "spiel den Song X deiner Band" dann werde ich ihn wohl direkt ohne darüber nachzudenken spielen können.

Ich denke bei den Profis funktioniert das genau so, egal ob sie nicht hinschauen, auf der Bühne rumalbern oder unter Substanzeinfluss stehen während sie ganz locker ihre Songs runter spielen.
 
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Mein Akkordeon-Lehrer (ungarischer Kirchenmusiker, der einige verschiedene Instrumente spielte) hat mir damals (ab 1970), immer wenn ich auf die Tastatur (gilt für mich mit Zweitinstrument Gitarre zu den Keys auch für das Griffbrett) schaute, gesagt:

Noch nie wurden mit Blicken Töne erzeugt,

und daran halte ich mich. Mein Ziel war und ist immer, dass sich meine Hände auf dem "Untergrund" "auskennen".
 
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Oha - coole Frage ...
Wechselt bei mir. Auf der Bühne, als ich auf einer selben noch stand, galt das als extrem uncool, auf´s Griffbrett zu schauen. War halt Rock aufwärts und Berlin und zudem habe ich vorwiegend Rhythmus-Gitarre gespielt und die Songs waren schon ganz gut drin - also ein Orientierungsblick ab und an war okay, bei mehr galtest Du schon als Monk. Bei Sessions empfinde ich es schon als anders - irgendwie geht es ja darum, dass Du einerseits gut bei Dir bist (und auch mal suchen darfst, wo denn jetzt eigentlich die passenden Akkorde oder Töne oder Pentas liegen) - und dass Du andererseits guten Kontakt zu den anderen Leuten auf der Bühne hast ...

Beim homerecording sitze ich am liebsten und da schaue ich schon öfter auf´s Griffbrett. Hab lange Zeit auch gedacht: Okay - es gibt eine Studiostellung (wo man einfach das wählt, was einem am bequemsten ist) und eine Live-Stellung, wo man natürlich steht. Im Jazz ist ja sowieso alles erlaubt - aber umgehauen hat mich ein Konzert von King Crimson, wo Robert Fripp, der ja eh aussieht wie ein Buchhalter in Beamtenposition das ganze Konzert über auf einem Stuhl saß, oft auf sein Griffbrett geschaut hat und überhaupt recht in sich gekehrt war (oder zumindest schien). Und es rockte wie Sau.

Tja - so unterschiedlich kann´s sein.

x-Riff
 
ich finds schlimm wenn ich mir'n Gig gebe & die Muckenden glotzen nur auf ihre Instrumente:

Imho wirkt das höchst unprofessionell: Entertainment geht imho anders, und wie willste ne Connection zur Audience aufbauen - wennste nich hinguckst?!
Schließlich ist das jetzt nicht so schwer & Bissken üben tut auch keinem weh...

BTW: War nicht der Morrsison Jim so einer? Hat am Anfang glaube ich immer mit dem Hintern zum Publikum gestanden...
'Türlich auch ne Frage der ZG mein ich!😜

EDIT: Rechtschreibung! Kommt davon, wenn man beim tippen aufs Griffbrett guckt...
 
Ich schau schon meist (bei Soli bzw. Melodiespiel) aufs Griffbrett, alleine schon, weil ich vom Anblick meiner flinken Fingerchen so fasziniert bin :D
 
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Ich mache das komplett situationsabhängig. Find das jetzt auch nicht schlimm oder uncool mal aufs Griffbrett zu schauen. Die ganze Zeit drauf starren mache ich jetzt nicht, aber wenn es doch mal ein Solo mit irgendwelchen Läufen sein muss oder komplexe Akkorde, schaue ich durchaus drauf. Besser als wenn man sich nachher verhaut. Wenn es einfacher wird, schaue ich aber schon ins Publikum. Geht ja auch um die Connection...
 
Ich schau schon meist (bei Soli bzw. Melodiespiel) aufs Griffbrett, alleine schon, weil ich vom Anblick meiner flinken Fingerchen so fasziniert bin :D
Meine Finger sind so flink - da komm ich mit dem Gucken gar nicht hinterher - da brauch ich quasi ne Slow-Motion-Kamera :cool:
 
Blickintensität = (Taktart × BPM × Anzahl der Saiten)² ÷ Punk-Attitüde:

edfg0.png
 
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Und ich hab mich schon immer gefragt, wie die ganz Coolen spielen ohne einmal aufs Griffbrett zu Linsen.
Wie sieht's bei euch dahingehend aus?

Moin.
Das kommt bei mir auf den Song drauf an. Als Rhytmus-Gitarrist, bin ich zu 98%, habe ich recht wenig mit Soli spielen zu tun, aber es gibt Songs, die sind im Spielbetrieb schwieriger und da muss ich aufs Griffbrett schauen.
Bei "einfacheren" Songs, da gucke ich irgendwo hin....., meisten aber mit Blickverbindung zum Lead-Gitarristen, bzw zur Sängerin, so wegen der Einsätze.
 
Ich sag mal so: es sieht schon albern und nicht nach Rock n Roll aus, wenn alle (Gitarre und Bass) nur auf das Griffbrett schauen.

Grundsätzlich bei mir: beim Riffing etc mal n schneller Blick, ansonsten Blick ins Publikum. Beim Solo etc. (was ja nur ein Bruchteil der Gesamtzeit ist) etwas häufiger der Blick aufs Griffbrett, weil verspielen doof ist :D:whistle:
 
...ja, ich guck ja nicht immer hin.
ZB Highway Star ...ich Spiel den Song seit gut 30 Jahren und hab ihn locker durch 200 Gigs gedroschen...ich spiele ihn locker und trotzdem, spätestens bei dem berühmten didididi-Solopart guck ich aufs Griffbrett...vielleicht ist's auch schlicht Angewohnheit😵
 
Seit ich zum Gitarre spielen auch noch singe bzw. growle, kann ich ohnehin nicht mehr so oft auf das Griffbrett glotzen. Inzwischen übe ich es sogar manchmal extra im komplett dunklen Raum oder geschlossenen Augen (aber da beschei**t man sich gerne selber mit blinzeln). Bei Soli würde ich wahrscheinlich auch glotzen müssen, bis ich sie tausendmal gespielt habe, aber ich spiele ja live keine.
 
Sowohl als auch.

Einfache Rhythmussachen brauch ich nicht aufs Griffbrett schauen. Beim Solo aber klar.
 
lange bevor dieser Effekt eintritt ich den Song schon nicht mehr hören kann.
Das ist auch MEIN Problem. Leider sogar NOCH extremer. Ich kann viele Songs schon gar nicht mehr ganz, weil mich das Üben der schweren Parts schon an diesen Punkt bringt...
Ich denke bei den Profis funktioniert das genau so, egal ob sie nicht hinschauen, auf der Bühne rumalbern oder unter Substanzeinfluss stehen während sie ganz locker ihre Songs runter spielen.
Jimmy Page, Live Aid 1985. Alter! Ich hätte nicht mal mehr die Gitarre gefunden - er trifft tatsächlich den einen oder anderen richtigen Ton. Das gilt ja allerdings öfter mal, bei ihm... :tomatoes:
 
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Ich übe noch.
Bei manchen Sachen darf ich nicht kucken, sonst klappt es nicht.
 
Haben die Blues Brothers dafür nicht diese dunklen Sonnenbrillen als Bühnenpflichtbandoutfit erfunden?
 
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Ich spiele einige Sachen mit Capo, die ich vorher ohne gespielt habe. Da muss ich oft schauen, weil die Finger ihr gewohntes Gefühl verändert haben.
 
Ich habe mich im letzten Jahr auch mit diesem Thema beschäftigt, weil ich ja nicht nur Gitarre spiele, sondern auch noch singe. Ich habe für mich entschieden, dass beides Ok ist: geradeaus ins Publikum schauen und aufs Griffbrett starren. Aber ich mache beides bewusst, zur richtigen Zeit.

Wenn ich gesangsmässig etwas zu sagen habe und 1ste Stimme singe, will ich dabei das Publikum anschauen. Wenn ich nur 2te Stimme singe, ist es m.M. Ok, wenn ich dabei aufs Griffbrett schaue, weil dann die Sängerin im Fokus steht. Bei einem Solo schaue ich mehrheitlich aufs Griffbrett, allerdings gibt's auch im Solo Stellen, wo ich bewusst ins Publikum schaue, zu Gunsten der "Performance".

Tatsächlich war das alles für mich schwieriger als gedacht. Singen und Gitarre spielen und dabei auch noch ins Publikum schauen, funktioniert bei mir nur, wenn die Gitarren-Parts nicht zu kompliziert sind. Und es ist nicht nur eine Frage der Planung und des Willens ("Ich schaue jetzt immer geradeaus"), sondern man/ich musste das tatsächlich auch gezielt Üben.

Noch zwei Tipps: 1. ich habe mir Live-Videos angeschaut, um zu sehen wie genau meine musikalischen Vorbilder (alles Sänger mit Gitarre) das machen. 2. eine Videoaufnahme von dir selber ist auch eine gute Basis um zu entscheiden, ob dir die eigene Performance gefällt oder ob man da Optimierungspotential sieht.
 
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