Selbstbau - Saiteninstrumente

von blockarina, 18.11.13.

  1. blockarina

    blockarina Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.13   #1
    Instrumente, die Ihr in diesem Thread finden könnt

    Akkord-Stab - Berimbeau - Cajontrabass - Capoautochord - "Circel of live" - EasyChord-Saiteninstrument - Karton-Gitarre - Laserschwert - Leistengitarre - Maulgitarre - Monochord - Moskito - Mouthbow - Musikbogen - Schachtel-Gitarre - Schwirrbogen - Spitzharfe - Tambura - Unari ...

    Stand: bis 30. Juni 2015
    -----------------------------



    Hi Lisa (und andere, die es interessiert),

    hier die Fotos von einigen selbstgebauten Saiteninstrumenten: Spitzharfe1.jpg (Spitzharfe = diaton. Pslater), Flapless Guitar vorne.jpg Flapless Guitar hinten.jpg ("Flapless Guitar" = Obstkartongitarre), EasyDur-Akkord.jpg (EasyDur-Akkord-Stab, z.B. C-Dur-Akkord: c-e-g).

    Die Spitzharfe war eines der ersten Saiteninstrumente, das ich vor ca. 33/34 Jahren baute. Es ist eigentlich ein Psalter, das ich "Spitzharfe" nannte, da ich von einem Saiteninstrument im Germanischen Museum Nürnberg ungefähr die Form übernahm. Dieses wurde als Spitzharfe bezeichnet und hat auf zwei Seiten Saiten und steht senkrecht auf einem Fuß - hier ist das Instrument: GMN-Spitzharfe2.jpg

    Die Karton-Gitarre habe ich vor einigen Jahren gebaut, um die Klangqualität des Kartons zu testen (sie klingt gar nicht so schlecht).

    Den Akkord-Stab habe ich für den Einsatz in Kindergärten, Musikalische Früherziehung, Elementare Musikerziehung (z.B. in Schulen) entwickelt. Momentan ist es noch ein Prototyp in C-Dur. Es sollen noch andere Dur-Akkorde (z.B. F, G für C-Dur) und Moll-Akkorde (z.B. Am, Dm, Em - parallele Moll-Akkorde für C-Dur) hinzukommen, die man als Akkord-Bausteine beliebig zusammenstellen kann (je nach Lied, das man damit begleiten will). Am liebsten schlagen Kinder die Saiten (ähnlich wie bei einem Hackbrett) mit einem Rundholz an. Plektrum und Anzupfen mit den Finger und Streichen mit einem Geigenbogen sind auch möglich. Es kann theoretisch nur eine Saite aufgezogen sein - voller klingt es mit chorischer Besetzung, als 2 bis 4 gleiche Saiten (Nachteil: Mehr Stimmarbeit). Ich habe auch ein Exemplar mit ca. 2 m Länge gebaut - das klingt sehr gut.

    Blockarina
     
  2. Lisa2

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    Erstellt: 18.11.13   #2
    Hallo Blockarina
    Vielen Dank für die Bilder.
    An Deinem Psalter finde ich interessant, dass jede Saite vor dem Stimmwirbel über einen eigenen kleinen Steg geführt wird. Sind die einfacher zu setzen, als eine lange Leiste oder warum hast Du das so gemacht?
    Als ich den offenen Kistenboden sah, war ich ziemlich verdutzt. Normalerweise ist eine Gitarre ja auf der "Spielerseite" geschlossen. Ist die nur zu Demozwecken offen fotografiert worden? Oder ist die immer offen?
    Ich habe eine Dosengitarre. Da sie nur eine Saite besitzt, ist es im Prinzip ein Monochord. Das Griffbrett entstand aus einem abgeflachten Besenstiel. Da keine Bünde aufgesetzt wurden, habe ich die Spielpositionen einfach auf das Holz gezeichnet. Ich seh schon. Ich muß mir mal Zeit zum Fotografieren nehmen. Ein Bild sagt schließlich mehr als 1000 Worte.
    Monochorde kenne ich ja. Aber einen Akkordstab mit 3 Tönen habe ich noch nicht gesehen. Der wird wie ein Hackbrett quer vor den Spieler gestellt. Oder?
    Rundholz - Hmmm - Wie muss ich mir das vorstellen? Wie dick? Wie schwer?

    Gruß
    Lisa

    EDIT
    Gerade habe ich bei einem Museum in Boston fast dasselbe Bild von einer Spitzharfe gefunden:
    http://www.mfa.org/collections/object/psaltery-arpanetta-50310
    Dies ist die Seite, die mich dort hin führte:
    http://www.simonchadwick.net/spitzharfe/instruments.html


    Damit man sich einen Eindruck von der Spielweise machen kann, verlinke ich hier noch einmal das Viedeo aus dem Flötenthread.




    Und dann fand ich noch das hier:


    Meinst Du das so in der Art mit dem Rundholz? (ab 1:03)

    L.
     
  3. blockarina

    blockarina Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.11.13   #3
    Hi Lisa,

    zunächst zu deiner Frage: An Deinem Psalter finde ich interessant, dass jede Saite vor dem Stimmwirbel über einen eigenen kleinen Steg geführt wird. Sind die einfacher zu setzen, als eine lange Leiste oder warum hast Du das so gemacht?
    Ich habe damals einfach eine Zierleiste aus Hartholz (ich denke, es ist Eiche oder etwas ähnliches) gesucht und diese in kurze Stege zersägt, über die ich die Saiten leite. Es ist in der Tat nicht ganz so einfach, die Saiten über eine lange Leiste (mit abgerundeter Oberkante) zu führen, die in so einem spitzen Winkel zu den Saiten liegt: Beim Aufziehen der ersten Saiten würde die Leiste wegrutschen (vermutlich hatte ich es sogar so versucht, ich weiß es nicht mehr), wenn sie nicht festgeleimt ist. Dann haben diese kurzen Einzelstege einige Vorteile: Die Schallübertragung ist besser (weniger Masse, die die Schwingung der Saite dämpft) und, was nicht zu verachten ist: Durch Verschieben (vor und zurück) können die Saiten schnell und ohne Stimmschlüssel nach-/feingestimmt werden. Wichtig ist allerdings der Auflagewinkel der Saiten: Er sollte nciht zu flach sein und nicht zu weit weg vom Wirbel, da dann die Schallübertragung nicht mehr so gut ist und außerdem das Ganze (Steg und Saite) zu scheppern anfangen kann.

    Die hinten offene "Flapless-Guitar" habe ich bewusst offen gelassen, damit man das "Innenleben" noch sehen kann. Beim Spielen kann man die Öffnung mit dem Bauch verschließen. Die Bässe wären bei einem geschossenen Boden besser, aber die Gitarre klingt auch so ganz passabel (wie man hier MP3s einbetten kann, ist mir noch unklar :-( - vermutlich muss die MP3-Datei irgendwo im Internet abgespeichert sein, oder?). ich habe mir noch kleine Schachteln dieser Art zum Bau von Papp-Ukuleles aufgehoben (mir fehlt nur die Zeit!).
    Ein interessantes Material sind auch dicke Styrodur-Platten (die zur Dämmung im Bauemarkt erhältlich sind) - sie geben auch eine gute Resonanz. Ach ja, die Styrodurplatten mit der festen Zement-Glasfasergitterschicht außen sind gut geeignet, um daraus Stabspielgehäuse zu bauen (mit Montagekleber geklebt).
    Als meine bolivianischen Freunde (Gruppe Sacambaya) vor zwei Jahren bei mir zu Besuch waren, spielten sie auch auf meiner Flapless-Gitarre, meinen Selbstbau-Quenas und anderen Flöten, meinen pentatonischen Saiteninstrumenten und Stabspielen - das klang gar nicht so schlecht! Ich muss bis zu deren neuen Besuch in einem Jahr noch ein paar neue Instrumente bauen ;-)

    Für das Anschlagen der Saite(n) des Akkord-Stabes (z.B. c-e-g oder auch c-e-g-c') ist am besten ein ca. 30 cm langes, ca. 3-4 mm dickes Rundholz (Bambusblumenstütze für Blumentöpfe) geeignet (für Kinder am Ende zum besseren Halt mit einer ca. 1-2cm dicken aufgeklebten Holzperle versehen). Dickere (5-7 mm) Buchenrundhölzer (Bleistifte) gingen auch - es klingt dann etwas lauter und die Saitenstimmung leitet u.U. durch den härteren Anschlag darunter (muss dann öfter nachgestimmt werden). Alte Zahnbürsten (bei denen die Borsten abgeschnitten sind) eignen sich auch gut als "Anschlagshämmerchen".
    Da die Stäbe selbst keinen Resonanzkörper besitzen, sind die Töne nicht so laut. Legt man sie auf einen Holztisch oder auf einen großen Karton, klingen sie lauter/voller (so können auch gut Experimente mit den Kindern gemacht werden: Wie klingt das Instrument, wenn man es in der Hand hält, auf den Boden (welcher?) legt, auf den Tisch, auf eine Stryorpor-/Styrodurplatte, auf einen Karton auf eine große Blechdose legt usw.
    Ach ja, es ist natürlich auch möglich, einen aufklebbaren Tonabnehmer (die es für Akustikgitarren gibt) anzubringen und ihn an einen Verstärker mit Effektgeräten verbinden (ist besonders für Jugendliche interessant). Das wäre dann auch ein Instrument für Candice Night (-> Blackmore's Night): Einfach und effektvoll zu spielen. ;-)

    Da fällt mir noch ein: Die Bezeichnung "Monochord" für die für musiktherapeutische Zwecke verwendeten großen Saiteninstrumente, bei denen über 20 gleichlange/-dicke und -gestimmte Saiten aufgezogen sind, ist für meine Begriffe nicht passend. "Mono" heißt ja "eine" und nicht "mehrere" (über 20). "Unisonochord" oder "Multichord" wäre die bessere Bezeichnung (da hätte Pythagoras sicher auch nichts dagegen einzuwenden gehabt). Bei dem Instrument wird die Übertragung der Schwingung einer Saite (= Resonanz) auf die anderen als Effekt ausgnutzt (es entsteht eine Art Halleffekt und die Obertöne werden langsam erzeugt, wodurch ein sphärischer Klang entsteht.
    Hier ist eine Bauanleitung für ein Monochord mit verstellbaren Stegen: http://www.deutsches-museum.de/file...nochord/Das_Monochord_-_Eine_Bauanleitung.pdf
    Damit kann man versuchen, meinen Dur-Stab durch Verschieben von zwei Stegen unter einer Saite die Akkordtöne herauszufinden.

    Blockarina
     
  4. Lisa2

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    Erstellt: 20.11.13   #4
    Hallo Blockarina

    Der Grund für die Wahl der kurzen Stege leuchtet mir ein.

    Feinstimmung durch Verschieben des Stegs? Hmm. Das stelle ich mir schwieriger vor, als das Nachziehen mit dem Stimmschlüssel. Das mag aber daran liegen, dass ich den Umgang mit dem Stimmschlüssel seit x Jahren gewohnt bin und kein Instrument mit solchen Einzelstegen habe.

    MP3 - Ja, die muß man woanders speichern und dann hierher verlinken.

    Bässe mit geschlossenem Boden besser? Warum nur die Bässe? Dann muß aber auf der Vorderseite ein Schalloch geschnitten werden. Oder? Wobei Banjos ja auch ohne Schalloch auskommen - Hmmmmm - grübel. - - - Also bei einer Djembetrommel klingt der Bass nicht, wenn die Kinder die Trommel gerade auf dem Boden stehend spielen. Die Trommeln müssen wenigstens ein bisschen gekippt oder auf Böckchen gestellt werden, damit der Ton unten heraus kann. Wenn man barfuß spielt und die Füße in der Nähe der Tommelöffnung stehen, kann man die Schwingung der Bassschläge auf der Haut fühlen.

    Kann man eigentlich mit den offenen Gitarren einen Wah-wah-Effekt erzielen? So in der Art wie bei dieser Sansula-Form?


    Weil Du selbst gebaute Stabspiele erwähnst - Kennst Du die sogenannte "Strohfiedel"? Das ist eine spezielle Form des Xylophons, die ohne Resonanzkasten gespielt wird. Die Klangstäbe liegen bei original erhaltenen Instrumenten auf "Strohwürsten". >klick< >klick<
    Hier sieht man, wie eine bespielt wird:




    Wenn jetzt der Winter kommt, werde ich im Garten mal wieder Musikhölzer schneiden. Bis die dicken verwendet werden können bzw. schön klingen, müssen sie natürlich eine Weile lagern und langsam trocknen. Dünnere Zweige, wie Du sie zum Spielen Deiner Akkord-Stäbe beschreibst, trocknen natürlich schneller und entwickeln bereits in wenigen Wochen einen schönen Klang. Als ich im Frühjahr meinen Wildrosenstrauch gestutzt habe, habe ich schöne gerade Aststücke für Klanghölzer und Schlägel aufbewahrt. Die klingen schon richtig schön. Da brauch ich keine kaufen. Als vor einigen Jahren eine Thuja-Hecke gestutzt wurde, habe ich ebenfalls Holz für Klanghölzer zurück gelegt. Das Holz klingt auch sehr schön. Diesen Winter schneide ich meinen Ahorn wieder kräftig zurück. Das Holz habe ich noch nie für Instrumente benutzt. Da das aber regelmäßig in großen Mengen anfällt, werde ich mir davon für eine geplante Schulbastelaktion einen Vorrat zurücklegen, anstatt alles durch den Schredder zu jagen. Dafür habe ich zwei ganz unterschiedliche Verwendungen im Sinn. Zum einen will ich damit Einsaiter nach dem Vorbild von Gopichand und Ektara basteln. Konservendosen habe ich schon gesammelt. Zum anderen werde ich nach Astgabeln Ausschau halten, die sich für den Bau von Kronkorken-Sistren oder Rakatak eignen. Kronkorken liegen schon bereit. Die Klapperscheiben für das Rakatak fehlen noch. Mal sehen, was mir da noch so in die Finger fällt.

    Aber zurück zu den Saiteninstrumenten. Vor einiger Zeit habe ich mal Infos über Bau und Spieltechnik des Berimbeau gesammelt. Solche urtümlichen Instrumente finde ich als Anregung immer sehr interessant. Für eine Realisierung dieses Projekts fehlte jedoch bislang die notwendige Zeit und Ruhe. Da geht es mir wie Dir. Hier eine moderne Variante von einem Berimbeau-Orchester gespielt:



    Bis man das Ausbalancieren des großen Bogens, sowie das Halten und rhythmische Bewegen von Stein und Schlagstock koordinieren kann, braucht es bestimmt eine Menge Übung. Hier kann man die Spieltechnik erkennen: > klick <

    Tonabnehmer - Da hab ich mal ein Video gesehen. Wenn ich nur wüßte, wo ich es wiederfinde. Der Effekt war gigantisch. :D

    Monochord - Ja, ich kenne die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs. Als ich das erste Mal über seine falsche Verwendung für chorisch besaitete Instrumente stolperte, fand ich das sehr verwirrend.

    Viele Grüße
    Lisa
     
  5. blockarina

    blockarina Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.13   #5
    Hi Lisa,

    ich merke schon, dass es dir genauso wie mir geht: Wenn ich irgendeinen Gegenstand sehe, überlege ich, für welches Instrument ich ihn verwenden könnte (das ist ganz schlimm in Baumärkten!). In meiner Garage liegen auch Äste und Astgabeln der letzen Baumschnitte zum Trocknen. Einen Ast möchte ich spalten, innen aushöhlen und eine Indianerflöte original nachbauen (wobei ich beim Aushöhlen eher modernes Werkzeug verwenden, statt glühende Äste und Steinwerkzeuge ;-) )

    Ich muss mal noch einige Fotos machen.

    Aber jetzt mache ich erst mal Schluss (ich muss auch noch ein wenig arbeiten!)

    bolckarina
     
  6. Lisa2

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    Erstellt: 26.11.13   #6
    Hi Blockarina

    Gerade bin ich darüber "gestolpert" :D > klick <

    Hattest Du Zeit zum Fotografieren?

    Viele Grüße
    Lisa
     
  7. blockarina

    blockarina Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.13   #7
    @ Lisa

    Neue Fotos findest du im Thread selbstgebauter Flöten.

    blockarina
     
  8. Gast 2197

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    Erstellt: 12.06.15   #8
    Eigentlich wollte ich einen neuen Fred hier aufmachen, aber als ich die schönen Instrumente von Blockarina hier sah dachte ich, da pass ich doch irgendwie dazu, oder nich :)

    Ich habe auch einiges herumliegen wo ich mir denke, da könnte man doch was nettes draus basteln...

    Immer unterwegs auf der Suche nach aussergewöhnlichen Instrumenten traf ich neulich auf dieses Video in der Tube und dachte mir dabei:
    Ach, wie kann doch Blues sooo einsaitig sein:



    Darauf hin machte ich mich mal auf die Suche in meinem Chaos um das ganze Richtung Kosmos zu lenken...

    Mouthbow, aha?!?

    Auf der Suche im Netz fand ich auf einmal etliche Varianten zu diesem Thema, schlicht einfache bis aufwendig gebaute. Aber alle hatten sie gemeinsam, dass man darauf Rhytmus mit Obertongedudel vereinbaren kann.
    Da ich vor vielen Jahren auf Inspiration von Joachim-Ernst Berendt zum Obertongesang kam fand ich das sehr spannend.
    Nun denn, mein erster Mouthbow war der Hals einer ungeliebten No-Name-Klampfe, die schon die Verwandschaft herumreichte und endlich nach einigen "Jahrzehnten" bei mir landete.
    Ich sägte den Hals aus und fing einfach mal sinnfrei an zu basteln. Das wurde daraus:

    fhe claw1.jpg the claw2.jpg

    Ich hatte damit einige Zeit meinen Spass, bis sich das Griffbrett löste und ich feststellte, dass der Erbauer dieses Elendes extrem an Leim gespart hatte :bad:

    Leider habe ich nicht mal einen Soundfile davon und nun liegt es in der Werkstatt in der Hoffnung auf Reanimation, schluchz.

    Aber ich lies mich nicht entmutigen und begab mich auf die Suche nach neuem Material...
     
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  9. Gast 2197

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    Erstellt: 13.06.15   #9
    the gap1.jpg
    Obertöne entstehen nicht nur, aber auch, in der Mundhöhle. Mit dem Mouthbow kann man ja nicht direkt Obertöne singen, aber durch Formung der Mundhöhle beim anspielen entstehen ähnlich wie bei besagtem auch Obertöne, die man dadurch beeinflussen kann.

    Mein zweites Instrument entstand aus einem Stück Kastanienholz, dass ich vor gut 30 Jahren aus den französischen Sevennen mitbrachte. Das Holz war ein Überbleibsel aus einem der verheerenden Waldbrände, die dort immer wieder tobten. Der Baum muss uralt gewesen sein und ein Teil war durch das Feuer regelrecht "gebacken". Ich durfte mir ein paar Stücke heraussägen und die standen lange einfach nur dekorativ auf der Veranada herum in der Hoffnung, irgendwann einmal eine sinnvollere Verwendung zu finden. Ein kleineres Stück davon hatte eine schöne Vernarbung, die ziemlich wucherte und ähnlich wie Maserknollen sich ausbildete. Ich sägte längs die Hälfte ab und bastelte dieses Teilchen daraus:

    the gap2.jpg the gap3.jpg the gap4.jpg the gap5.jpg

    Es wurde ein sehr schlichtes Instrument, dem man aber wunderbar die Obertöne entlocken konnte. Es ist nicht einfach, die Obertöne gut wieder zu geben, ich habe auch leider keine gute Aufnahmemöglichkeit, aber so in etwa hört es sich an:

    https://soundcloud.com/webbwanderer/the-gap
     

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  10. peter55

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    Erstellt: 13.06.15   #10
    Analog zur "Maultrommel" also die "Maulgitarre"? :great:
     
  11. Gast 2197

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    Erstellt: 13.06.15   #11
    Genau Peter, du sagtst es, die Maulgitarre ist klasse :D

    Nü muss ich abba ins Nest, morgen gibbs nen langen Tag.
     
  12. Dora

    Dora Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.15   #12
    Klingt schön.

    Ist das Holz geschliffen oder gefettet? Es sieht so anders aus, als das Rohstück.

    ...und kann mir jemand den Unterschied zwischen einem Monochord und einer Tambura erklären? Ich hab auch noch nicht den Unterschied zwischen Kantele und Psalter verstanden.

    VG
     
  13. Lisa2

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    Erstellt: 13.06.15   #13
    Ja, prima!
    Schöne Instrumente baust Du! :great:
     
  14. Gast 2197

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    Erstellt: 13.06.15   #14
    Dankeschööön ihr Lieben, macht auch gerade total Spass mal sinnfrei zu basteln :D


    Mal kurz erklärt Dora:

    Monochord ist in der Stimmung "Mono", alle Saiten gleich. Heute gibt es auch die Varianten, dass man zwei Töne harmonisch stimmt. Es ist auch ein Neuzeitinstrument, dass auf einem alten Messgerät basiert, das erkläre ich später nochmal. Die Saitenanzahl kann stark variieren. Kannst mal nach "Joachim Marz" guugeln aus der Schweiz, der baut sehr schöne Varianten und war einer der ersten, der die Dinger hier baute.

    Tanpura, oder auch Tambura genannt ist ein altes indisches Instrument, hat 4-5 Saiten und wird auf Grundton, Quinte und Oktave gestimmt.

    Beide werden sie als Borduninstrument verwendet und sollen nur "untermalen". Durch ihre Stimmung erzeugen beide viele Obertöne, dadurch entsteht ein "Klangteppich" der gehalten werden soll, bis die Musik zu Ende ist.

    Es gibt auch noch die bulgarische Tambura,die ähnlich verwandt wurde, aber heute auch als Zupfinstrument verwendet wird.

    Inzwischen gibt es bei Wikipedia auch schöne Erklärungen dazu, da kannst du weiterforschen wenn du magst ;)

    Zu deiner Frage nach dem Instrument, das ist geschnitzt und geschliffen und anschliessend mit Olivenöl eingerieben, dadurch kommen die Brandspuren im Holz stark zum tragen. Es muss sehr starker Hitze ausgesetzt gewesen sein, denn ein Teil der Jahresringe wurde durchs ölen ganz dunkel.

    Ansonsten wünsche ich euch noch einen sonnigen Tag [​IMG]
    wir düsen jetzt mal in den Wald mit den Hundis und dann auffe Autobahn [​IMG]
     
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  15. Lisa2

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    Erstellt: 13.06.15   #15
    Interessante instrumentenkundliche Hinweise :great:

    Kohlenpott? :)
     
  16. Dora

    Dora Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.06.15   #16
    Danke Dir. Olivenöl habe ich in etwa vermutet.

    Ich glaube, mich interessiert dann mehr die Tambura, weil da ja dann mehr Töne rauskommen, als beim Monochord.

    Viel Spaß mit den Hundis!
     
  17. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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  18. Lisa2

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    Erstellt: 13.06.15   #18
    @funstrumentalist
    Vielen Dank für das Obertonbrevier aus #9 :great:

    Hat der Zirkel (?) aus Deinem Avatar mit diesem Instrumentenbauhobby oder mit Deinem Beruf zu tun?

    Gruß
    Lisa
     
  19. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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    Erstellt: 13.06.15   #19
    Das sieht für mich aus wie ein Zirkel, der mit Hilfe eines Dreiecks zu einem Instrument (Harfe) umgebaut wurde.
    Ich kann Saiten und Stimmmechaniken erkennen.
     
  20. Lisa2

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    Erstellt: 13.06.15   #20
    Jetzt wo Du es schreibst, sehe ich es auch. Danke :great:
     
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