Sonarworks Reference 3 - Abhörsituation mit Software verbessern ... Gruppentest?

von stonarocka, 30.10.16.

  1. stonarocka

    stonarocka Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.16   #1
    Akustische Probleme mit Software lösen.
    Ist das überhaupt möglich?

    http://sonarworks.com/speakers/over...speakers&utm_content=Key25_TrialistsLookalike

    270,-€ sind viel Geld.
    Kann man mit REW, Messmikrofon und einem EQ nicht dasselbe erreichen? Dauert dann natürlich länger als 15 min.
    Andererseits ist das Geld für Absorber & Co auch schnell verballert .

    Da man die verlinkte Software 3 Wochen kostenlos testen kann, könnte ich mir vorstellen, das mehrere User hier im Board das gleichzeitig tun, und anschliessend, oder auch parallel, ihre Erfahrungen austauschen.
    Man könnte dazu auch noch die Umfragefunktion zu diesem Thema aktivieren.

    Ich bin doch sicher nicht der einzige hier, der mit kleinem Budget in einem eher ungeeigneten Raum davon träumt tolle Musik zu produzieren ... :rolleyes:
     
  2. Banjo

    Banjo MOD Recording/HCA Banjos Moderator HCA

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    Erstellt: 30.10.16   #2
    Im Sinne eines Klärwerks kann das nicht funktionieren aber man kann eine ungünstige Situation damit vielleicht etwas verbessern.

    Das grundsätzliche Problem, das ich bei solchen Lösungen sehe ist folgendes: wenn ein Raum auf einer Frequenz lang schwingt, wird er durch einen eingemessenen EQ nicht kürzer schwingen, sondern bloß leiser. Das ist nicht dasselbe wie ein Raum mit kurzem Ausklang, aber vermutlich zumindest angenehmer.

    Banjo
     
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  3. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikros Moderator HCA

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    Erstellt: 30.10.16   #3
    Hallo,

    grobe Raumakustikfehler mit Software beseitigen zu wollen, na ja... da wird vermutlich der beteiligte EQ dermaßen beschäftigt sein, daß es dann den Klang woanders verbiegt. Eigene Erfahrung, allerdings mit Hardware: Der alte Behringer DSP8000 Ultracurve wurde mit einem Raum-Einmeß-Feature beworben, das auch anhand angeschlossenen Meßmikrofones und entsprechendem rosa Rauschen versprach, den Raumklang optimieren zu können. Ich hatte das Gerät damals zur Hand und habe es mehrfach ausprobiert, die Ergebnisse waren in meinen Räumlichkeiten weder in irgendeiner Form reproduzierbar noch brauchbar.
    Ich würde da auch eher auf konventionelle Maßnahmen setzen...

    Viele Grüße
    Klaus
     
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  4. Petri

    Petri Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.16   #4
    Ich habe persönlich sehr gute Erfahrungen mit EqualizerAPO gemacht.
    Das wirklich tolle daran ist, man kann die Filter, die man in REW generiert hat, einfach importieren.
    Die Software hebelt Windows standard EQ. So hat man den guten Sound überall.

    Ich habe es bestimmt 3 Monate im Einsatz und bin sehr zufrieden.
     
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  5. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 30.10.16   #5
    ARC 2 macht was ähnliches wie Sonarworks.
    Sonarworks kenne ich nur von den Kopfhörern her - und da machen die einen sehr guten Job.
    ARC 2 nutzen wir gerne z.B. während größerer Umbauphasen im Studio. Und das funktioniert recht gut.
    Quasi als Übergangslösung bis wir uns mittels REW und weiteren Raumbau-Maßnahmen möglichst dem Optimum (Flat) angenähert haben.

    Ich habe ARC 2 mal an einen Kollegen ausgeliehen, der uns für das Label permanent "nicht so gute "Bass.Abmischungen (EDM)" ablieferte.
    Und siehe da - eine Verbesserung um gefühlte 80%.

    Fazit: diese Art von Systemen helfen schon recht gut, um das gröbste zu korrigieren.
    Sie sind oft eine signifikante Verbesserung zu "einfach mal die Monitore ohne weitere Raumkorrektur" aufstellen.

    Topo :cool:
     
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  6. stonarocka

    stonarocka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.10.16   #6
    Danke für die Antworten :great:
    Also macht so eine Software erst wirklich Sinn wenn man seinen Raum weitestgehend optimiert hat, das Programm übernimmt dann den Rest, die Feinheiten, die man mit Absorber & Co nicht in den Griff bekommen hat.
    Also investiere ich erstmal Geld, Zeit & Arbeit in Dämmmaterial und teste die Software später ... ;)
     
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  7. Hotspot

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    Erstellt: 18.01.17   #7
    Ja, da man mir eine entsprechende Werbung in die Mailbox gepackt hat und ich ohnehin grad wieder am Raumthema bin, dachte ich...'probiers halt mal aus'.

    Vorab, mein Raum ist (natürlich) zu klein. Der Optimierung sind dadurch natürliche Grenzen gesetzt, die man nicht mit akustischen Massnahmen beseitigen können wird. Wir reden hier von ca. 15qm, nicht ganz quadratisch aber nahezu. Insgesamt nicht die besten Voraussetzungen.
    Ich hatte vor einem guten Jahr einige Bassfallen in alle Raumecken gebaut. Damals hatte ich REW zum Messen genommen und im Vorher/Nachher - Vergleich war ich im Rahmen der Möglichkeiten zufrieden.
    Der Raum eignet sich vom Nachhall her ganz gut zum Recorden, im Prinzip auch zum Mixen, wenn man die tieferfrequenten Raummoden im Hinterkopf behält.

    Später habe ich aus praktischen Gründen die Aufstellung des Mixdesks und der Monitore geändert. Leider verschlechterte sich dadurch die Akustik wieder ein Stück. Aus dem Grund will ich da in der nächsten Zeit noch mal was machen.

    Also habe ich mal Sonarworks Reference getestet.
    Die Software ist solide aufgemacht, der Vorgang der Kalibrierung und des eigentlichen Messens ist gut geführt. Bei den REW-Sachen hatte ich immer das unbestimmte Gefühl, irgendwo nicht alles bis ins Detail richtig zu machen. Das hatte ich hier gar nicht, da Sonarworks die Schritte gut beschreibt und auch selbständig alle Abstände durch Delays ermittelt. Das ist schon mal ein dicker Pluspunkt.

    Nach der Messung bin ich erstmal aus den Latschen gekippt, als ich die Kurve gesehen habe:

    Bildschirmfoto 2017-01-18 um 19.30.51.png

    Da fällt natürlich die L/R Abweichung bei 55Hz sofort ins Auge. Davon wusste ich aber schon aufgrund der Speakeranordnung. Nur nicht, dass es so extrem ausfällt. Bei der letzten REW-Messung war das deutlich ausgeglichener.

    Nun, der Hauptsinn der Sache ist ja, anhand des gemessenen Files beim Mixen eine Referenz zu haben, die sich der "Ideallinie" annähert.

    Also, das zugehörige Plugin in den Masterkanal geladen und meine Messdatei geöffnet.
    Das Ganze sieht dann so aus:

    Bildschirmfoto 2017-01-18 um 19.35.18.png

    Per Dry/Wet Regler (rechts im unteren Bereich) hat man die Möglichkeit, den Grad der Optimierung einzustellen.
    Dann kann man noch diverse Presets laden (Flat, Custom und Predefined, wo ein paar typische Anwendungsfälle wie "Home All Speakers", "Home Large Speakers", "Home Small Speakers" ausgewählt werden können).
    Und es gibt per Simulate weiterhin die Möglichkeit, typische Monitore und Headphones zu simulieren).
    Die Oberfläche finde ich sehr gelungen und gut benutzbar.

    Was kann ich zum Sound sagen?
    Ich muss das natürlich nochmal intensiver testen und auch mal Referenzsongs hernehmen und vergleichen.
    Bis jetzt kann ich aber anhand eines aktuellen Mixes meiner Band sagen, dass ich das optimierte Ergebnis schon sehr brauchbar finde. Gerade im Bassbereich kann das eine sehr gute Hilfe sein. Ist es zumindest bei mir und ich kann mir die Aktionen sparen, alle paar Minuten aus dem Zimmer zu rennen, um den Bass und die Kick von anderen Positionen aus zuverlässiger einschätzen zu können. Gut, macht was für die Durchblutung. Aber nervt auch zunehmend.
    Und ich finde auch, dass ich über den gesamten Frequenzbereich die Dinge insgesamt deutlicher und besser beurteilen kann. Zumindest ist das mein erster Eindruck.

    Ob ich die 270€ ausgebe...kann ich im Moment noch nicht sagen.
    Dafür brauch es noch mehr Beschäftigung mit dem Teil. Aber es sind ja auch noch 20 Tage Zeit und ich habe hier noch genug Material liegen, was gemixed werden will...also sollte einem tieferen Eindruck nichts im Wege stehen :-)

    Zunächst ist es kein Tool, was ich nach kurzer Beschäftigung wieder weg gelegt habe, soweit ich mich kenne, zeigt das schon in die Richtung, dass ich mich damit ernsthaft auseinandersetzen werde.

    Fazit: Probiert es aus, kostet ja erstmal nichts, nur wenig zusätzliche Zeit. Es kann helfen, wenn man einen halbwegs vernünftigen Raum hat, der zumindest nachhalltechnisch im grünen Bereich ist.
    Auf den ersten Blick eine solide und gut gemachte Software, die auch hörbar bessere Ergebnisse liefert. Wie "flat" die tatsächlich sind, kann ich nur mutmaßen, aber es geht in meinem Fall in die richtige Richtung.

    Interessant wäre auch noch einmal die Kopfhörer - Referenz. Das ist aber eine eigene Test-Lizenz (kann man aber auch 21 Tage testen). Da ich mit dem Shure SRH840 an sich zufrieden bin und ihn mittlerweile auch ganz gut kenne, habe ich das noch nicht runter geladen. Mal schauen.
     
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  8. stonarocka

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    Erstellt: 18.01.17   #8
    Da ich demnächst umziehen werde, und somit auch mein neues Spielzimmer einrichten muß, wird das Thema bald sehr interessant für mich. Vielen Dank für die Schilderung deines ersten Eindruck. :great:
     
  9. Hotspot

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    Erstellt: 18.01.17   #9
    Gern. Ich werde bei Gelegenheit berichten, wie es damit weiter geht. Bin aber natürlich auch an deinen/euren Erfahrungen interessiert.
     
  10. stonarocka

    stonarocka Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.01.17   #10
    Umzug ist im April ... dauert noch ein paar Monate . ;)
     
  11. Hotspot

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    Erstellt: 02.03.17   #11
    So, nachdem die Demophase vorbei ist, denke ich darüber nach, das ganze demnächst mal zu lizenzieren.
    Ich hatte mithilfe der Software drei Testmixe gemacht und mal auf ein paar anderen Systemen verglichen - vor allem im hassgeliebten Auto.
    Ich muss sagen, dass die Mixe vergleichsweise ausgewogener waren als ohne Sonarworks.

    Es ist schon erstaunlich, dass man sich so schnell an ein Helferlein gewöhnen kann.
    Interessant finde ich auch die Kopfhörer-Erweiterung, die hatte ich mir nachträglich ebenfalls noch installiert und damit meinen Shure SHR840 "neutralisiert".
    Obwohl der Kopfhörer an sich recht gut funktioniert zum Beurteilen, stelle ich fest, dass Sonarworks auch hier noch einmal hilfreich ist. Ist eine kurze Umgewöhnung, aber der ausgeglichene und angenehme Sound macht es einem leicht.

    Der einzige Punkt, der mich aktuell noch etwas zurückhält, ist die fehlende Unterstützung außerhalb der DAW. Ich bin hier auf dem Mac, dafür gibt es keine aktuellen und gepflegten Tools, die es ermöglichen, Sonarworks auch direkt im Audiosystem zwischenzuschalten.
    Heißt, ich habe für El Capistan nichts funktionierendes gefunden. Das ist schon etwas doof, ich möchte das natürlich auch gern zum Musikhören verwenden, jedesmal umdenken finde ich nicht hilfreich.

    Edit: Ich sehe gerade auf der Sonarworks Website, dass es eine "systemwide" Option gibt. Das muss ich mir noch mal genauer anschauen. Möglicherweise ist das die Lösung...
     
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  12. macdutch

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    Erstellt: 24.04.17   #12
    Hi , das geht mit Audio Hijack auf dem Mac. Mach ich schon seit einigen Jahren. Damit kannst du AU plugins einfach einbinden. Ich habe da auch einen PRO-Q2 drin für meine alte Ohren ( eine gemessene Korrektur kurve die das Alter ein wenig entgegentritt ;-) Auch nützlich für zB Waves NX. Ich habe schon Sonarworks für Headphone und überlege gerade ob Sonarworks nicht etwas mehr zu bieten hat. ( Deswegen bin ich ja hier gelandet.) Der trick mit Audio Hijack geht auch mit Sonarworks nur nicht über Menu-App sondern eine separate app wo mann verschiedene prog´file wählen kann. Siehe Bild ARC als AU für gesammtsystem.png
     
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