Sperrholz-Kontrabass: Pflege der Korpusoberfläche mit Dunlop 65 ?

von mk1967, 21.05.19.

  1. mk1967

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    Erstellt: 21.05.19   #1
    Bonjour Messieurs-Dames :),

    ich spiele seit etlichen Jahren einen Sperrholz-Kontrabass nicht genau bekannter Herkunft (Gebrauchtkauf, ich vermute, es ist ein Musima aus Markneukirchen, DDR). Mit der Zeit sammelt sich an bestimmten Stellen des Korpus, die ich öfter betatsche, ein Schmodderfilm an. Ich muß da sicher nicht deutlicher werden, Ihr werdet das kennen ;).

    Bei der Überlegung, wie ich den wegkriege, bin ich auf zwei Substanzen gestoßen, die sich beim Reinigen meiner E-Bass-Korpusse sehr bewährt haben, speziell dieses Wachs:



    Das hier wäre die eher sanfte Variante, für den Schmodder wohl zu sanft:



    Aber: Kann man die auch auf den Korpuslack das K-Basses loslassen, ohne ihn zu ramponieren? :gruebel:

    Hat jemand von euch mal damit Erfahrungen gesammelt?

    Merci für jeden guten Tip :).

    Michael
     
  2. GeiGit

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    Erstellt: 22.05.19   #2
    Ich nehme zum Reinigem meiner Geige schon seit Jahrzehnten Viol:

    [​IMG]

    Das hat sich super bewährt, ist sehr ergiebig und bekommt alles weg (inclusive Kolophonium) ohne dem Schellack, meiner A-Geige oder auch dem PU-Lack meiner E-Geige zu schaden.

    Ich gebe ein paar Tropfen auf ein Baumwolltuch (Küchenhandtuch/T-Shirt, oder ähnliche Lumpen) und reibe damit das Instrument ein, bzw. ab.

    :great:
     
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  3. robbert

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    Erstellt: 22.05.19   #3
    Genau. :great:

    Ich käme auch gar nicht auf den Gedanken, meine Instrumente mit Bi58, WD-40, Sagrotan, Bremsenreiniger oder Fliegenspray zu reinigen.
    Man muss nicht täglich das Fahrrad neu erfinden. ;)
     
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  4. mk1967

    mk1967 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.05.19   #4
    Danke für Eure Tips. Das sieht gut aus. :great: Ich werde allerdings per pedes zur Kölner Konkurrenz des bekannten Versenders gehen - um der Umwelt zuliebe ein Päckchen weniger auf der Post zu wissen ;).

    Einzig beim besagten Versender weist ein Kunde darauf hin, daß die Substanz Leimfugen und Risse in einer Form verschließe, daß man sie hinterher nicht mehr reparieren etc. könne. Hm... :confused:

    Michael
     
  5. GeiGit

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    Erstellt: 24.05.19   #5
    Es hat eine leicht pflegende Substanz und ölt die Oberfläche leicht. Wenn man also nen Deckenriss, oder eine blanke Stelle hat, wo der Lack weg ist, sollte man das natürlich möglichst schnell vom Geigenbauer leimen, bzw. nachlackieren lassen und NICHT MIT VIOL BEHANDELN!
    Wenn Öl in der Fuge, oder auf der zu lackierenden Fläche ist, hält nachher natürlich weder der Leim, noch der Lack gut!
    Das gilt für jegliches Fett, incl. Hautfett und Öl. ...auch Dunlop 65!

    MERKE:
    Bei Schäden am Instrument sollte man direkt zum Geigenbauer gehen und nicht erst selbst dran rumfummeln, oder meinen man müsse sie wegen des besseren Eindrucks noch geschwind putzen... !
     
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  6. tuckster

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    Erstellt: 24.05.19   #6
  7. mk1967

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    Erstellt: 24.05.19   #7
    Genau daran habe ich auch schon gedacht. :gruebel:
    Sofern man unter Schäden auch Lackschäden bucht, hat der Baß tatsächlich ebensolche - dort wo er an meinem Körper scheuert, ist einfach mit den Jahren der Lack abgegangen.
    Das hatte der Baßbauer meines Vertrauens (Willi Balsereit in Brühl bei Köln) auch schon mal ausgebessert und außerdem die komplette Korpusoberfläche wunderbar behandelt - das fühlte sich phänomenal gut an :engel:. Aber mit den Jahren hat sich die Farbe an der betreffenden Stelle wieder abgescheuert, und die gefühlsechte Korpusoberfläche nutzt sich anderswo natürlich auch mit der Zeit ab.:nix:

    Um evtl. das Bild geradezurücken: wie oben beschrieben, ist es nicht etwa ein edler Massivholzbaß, sondern ein effes, wenn auch für meine Jazz-Zwecke gut klingendes Sperrholzinstrument, das beim (Bahn-)Transport oder auf Sessions auch schon mal den einen oder anderen Titscher abkriegt. Mit einem Instrument für 20.000 Ocken würde ich das nicht machen. Umgekehrt hätte ich nicht den Anspruch, den Musima bis zum St.-Nimmerleinstag kosmetisch im 1-a-Zustand zu halten - das momentane Pflegeproblem richtet sich speziell auf den Hautfett-Schmodder, der einfach ein bißchen zuviel des "Guten" ist. ;)

    Michael
     
  8. GeiGit

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    Erstellt: 25.05.19   #8
    Auch meine Geige hat kleinere Lackschäden, aber keine Risse. Über diese Schäden gehe ich ebenso hinweg wie du und habe nicht den Aspruch, dass sie noch nach dieser langen Zeit im Top Zustand sein muß. Vorallem nicht durch den erheblich höheren Hitzeschaden und die daraus resultierende schlechte Saitenlage.
    Einen Eindruck von ihrem "Allgemein-Zustand", sowie der "Pflegekraft" von Viol kann man sich hier auf den Bildern in diesen Threads holen (falls man das will):

    [REVIEW] Geigen-Kinnhalter Dictum Chinrest Guarneri Violin 4/4
    [Review] des K&K Twin Spot als Tonabnehmer unter den Stegfüßen der akustischen Geige
    [Review] des K&K Big Twin und Big Shot als Tonabnehmer unter den Stegfüßen der akustischen Geige
    [Workshop] DIY-Geigen-Mikrofon zum Anklemmen
    [REVIEW] IMG StageLine TXS-631SET Multi-Frequenz-Mikrofonsystem an der Geige
    [REVIEW] Wittner Geigen-Saitenhalter ULTRA 4/4
     
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