Spielen, was ich "innen" höre

von blues-indianer, 30.04.16.

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  1. blues-indianer

    blues-indianer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.04.16   #1
    Liebe Forums-Mitglieder,
    ich bin relativ neu hier. Ich habe klassische Gitarre studiert und danach Sax gelernt, was jetzt mein Hauptinstrument geworden ist (hier: Blues & Funk) ...und ich möchte Jazz lernen.

    Nun ist es so, wenn ich Jazz höre, dass ich (zB wenn kein Sax mitjodelt) ständig eins "dazuhöre". Also ich spiele sozusagen mit. Da ich aber kein Dexter Gordon oder Michael Brecker bin, kann ich nicht spielen, was ich "innen" drin höre. Ich habe schon probiert, die ersten Töne "zu suchen", aber bis ich das aus mir rausgebaggert habe, ist das, was ich gehört habe, durch "try & error" schon wieder weg. D.h., ich kann das Gehörte

    a) nicht so schnell "innerlich speichern", bzw. es ist weg, wenn ich durch Fehlversuche das Gehörte umsetzen will, und
    b) ich kann das nicht "blind auf das Sax übertragen". Hätte ich besser mal vor 20 J. damit begonnen ;-((

    Ich latsch durch die Fußgängerzone und höre Motive, Riffs, Rhythmen dazu, da tobt sich eine ganze Band in mir aus (hoffentlich sperren die mich eines Tages nicht weg, wenn ich so gesehen werde!!) , und wenn ich dann in meine Übungs-Sauna*** in die Garage stapfe, is alles weg. Totaaal alles weg! Ich müsste vielleicht lernen, ein Motiv zu singen... nachzuspielen...? Aufschreiben wär dann kein Problem.

    HELP...I need somebody... wer kennt das "innere Hören", diese "innere Band" auch? Nein, ich muss nicht zum Arzt...keine Pilze, kein LSD...ischwööre!

    Gutes WE an alle Boarder,
    Henry
    ------------------------------------------
    *** übrigens eine sehr günstige Variante zum Üben, Saunen werden auf exxy Kleinxxxxgen überall angeboten... nur so als Tipp
     
  2. Acrid Audio

    Acrid Audio Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.04.16   #2
    Wenn du es summen oder pfeifen kannst, könntest du es dir aufnehmen und dann versuchen es rauszuhören.
     
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  3. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.04.16   #3
    Dafür gibt es ja heutzutage Handys, oder Tascams, oder andere kleine Aufnahmegeräte in die Du die Melodie einsingen kannst. Ich mach das bei nem "gehörten Stück" dann so:
    Kurz ansagen was es ist, den Rhythmus singen (Bum tschak klick...) Die Basslinie singen, Gitarrenrhythmus, Melodie. Alles nacheinander, das Wichtigste zuerst...
    Textfetzen natürlich auch!
    ...und dann kann ich mich später hinsetzen es anhören, Akkorde raushören, Melodien nachspielen usw.
    Speichern ist das Wichtigste.
    Also: Die App griffbereit halten und kurz aufnehmen...
     
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  4. blues-indianer

    blues-indianer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.04.16   #4
    Gute Ideen, danke. Werde einfach das Handy-Mic benutzen. Könnte ich ggf. über ein Headset machen, dann mussich nicht immer das Handy vor die Nase quetschen. Wenn ich allerdings, wie du, GeiGit, mir empfiehlst, den Rhythmus draufzusingen/sprechen, werde ich wohl um eine Zwangseinweisung nicht drumrum kommen. Also, wenn ich mich hier die nächsten 3 Jahre nicht mehr melde, wisst ihr Bescheid! :D :eek: :evil:
     
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  5. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.04.16   #5
    Aufnehmen OK. Aber 'ne richtige Lösung ist das nicht.
    Du musst Dein relatives Gehör üben. D.h., wenn Du einen Ton hörst, hast Du wahrscheinlich auch die dazugehörige Harmonie im Ohr. Nun musst Du den passenden Grundton zu dem gehörten Ton (Melodie) finden.
    Grundton, Terz, Quint und Sept sind relativ einfach zu erkennen.
    Die Tensions 9, 11 und 13 hört man am einfachstem, wenn man sie versucht in den darunterliegenden Akkordton aufzulösen.
    Also 9 -> 1, 11 -> 3 und 13 - 5.
    Ein sehr langwieriger aber sich lohnender Prozess!
     
  6. blues-indianer

    blues-indianer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.05.16   #6
    Hallo CUDO,
    danke auch dir für deine Hinweise :great:
    Die Intervalle einzeln kann ich recht zuverlässig heraushören. Powerchords (ohne Tongeschlecht) und verminderte Akkorde höre ich auch schnell (ist ja auch keine Kunst, die klingen ja sehr typisch). Ich habe über Kommentare von Sikoras Jazz-Lehrbuch die Idee bekommen, mich mehr mit Gehörbildung zu befassen. Hab.s mir bestellt. Ich kann nämlich schlecht Akkord-Zusammenhänge hören, wenn es über das übliche I IV V hinausgeht (bin halt klassisch konditioniert und will das nun erweitern).

    Gestern habe ich am Sax TL'n und Dreiklänge bis zur 13 geübt. Ich habe eine Begleit-CD von meinem Lehrer, zu der ich dazuhupen kann, und interessant wurde es, die Kombi 3 - 7 - 9 - 11 zu spielen. Bei Geläufigkeitsübungen chromatisch über 4 Halbtöne rauf+runter ergaben sich weitere Motive, wie ich sie auch immer wieder in Jazzstücken höre. Also ein kleiner weiterer Schritt, und es macht Freude!

    Wichtig ist mir, nicht nur ein Jazzharmonielehre-Spieler zu werden, der intellektuell alles weiß, aber seelenlos spielt. Ich will zwei Gleise fahren: Spielen, was ich höre, und dann wissen, was das ist und wie es zusammenhängt. So versuche ich es mal ... schönes WE an alle Boarder,
    Henry :engel:
     
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  7. Primut

    Primut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.16   #7
    Hey @blues-indianer,

    na, erstmal besten Glückwunsch.
    Ich denke, wenn du schon mal die innere Band bzw. deine Sax-Linie immer mithörst, bist du sicher vielen (z.b. mir) meilenweit voraus! :great:

    Die praktische Umsetzung davon ist dann zugegebenermaßen eine zweite, ganz andere Nummer.

    Ich habe neulich einen Saxofonisten getroffen, der keine Noten konnte, aber in einem Weltmusikensemble perfekt alle Melodien gespielt hat.
    Er konnte tatsächlich aus dem Stand heraus Melodien, die er gehört hat einfach nachspielen bzw. innere Melodien umsetzten. Das hat mich dann doch etwas neidisch gemacht, weil ich das auch noch nicht kann, aber es geh halt und das ist die gute Nachricht dabei!!!
    Letztlich ist das ganz banal eine Übungssache. In welchen Zeitraum kann ich allerdings mangels Erfahrung nicht sagen.

    Ein Posaunist hat mir diesbezüglich (bzw. auch um das Improvisieren zu lernen, welches ja letztendlich auch auf inneren Melodielinien basiert) folgenden eigentlich simplen Tipp gegeben:

    Nimm dir ein Volksliederbuch und spiele ganz einfach die Lieder. :D
    Wenn du dir ein Lied ausgesucht hast und es nach Noten gut sitzt (das sollte ja bei Volksliedern kein Problem sein) dann spiel es auch in alle anderen oder halt zumindest in beliebige Tonarten transponiert ohne ausnotierte Noten!

    Genau damit kannst du dir schrittweise ein Gefühl und die Routine für die richtigen Töne beim freien Spiel halt ohne Noten aber mit fester Melodie erarbeiten....
    Und genau darum geht es ja beim Spielen der Stimme, die man innerlich hört.
    Ohne Routine geht da leider gar nichts.

    @CUDO II hat es ja schon eher theoretisch anhand der Intervalle erklärt, mein Vorschlag wäre dann eher praktisch, sozusagen aus der Routine heraus angelegt.

    Aber es gilt selbstredend das gleiche:
     
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