Suche Titel ähnlich Albinoni's Adagio im Gm

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MatthiasT
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Hi

So lagsam höre ich immer mal wieder klassische Musik. Mein momentanes Lieblieng ist das Stück, das ich schon im Threadtitel genannt hab.
Nun suche ich Stücke, die eine ähnliche Stimmung haben, halt dieses Schwere, Tiefe ... lässt sich schwer umschreiben, aber ich denke, ihr wisst was ich meine. Oder sagen wir es so, wenn ich eine Minuet ertragen muss, kommst mir hoch, ich suche quasi das Gegenteil von dem typischen Monzart "hach sind wir fröhlich" Einheitsbrei.

Die "Big Names" kenne ich einigermaßen, ich suche mehr so Sachen ein wenig abseits davon.


Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand da ein paar konkrete Tipps geben kann, irgendwie liegt da ein riesengroßer Haufen Musik vor mir, der einfach zu groß ist, um sofort die guten Sachen zu finden. Und meist erwischt man dann noch schlechte Einspielungen usw.


Gruß
Matthias
 
Eigenschaft
 
Ich kenne das genannte Stück leider nicht.
Suchst du nur Instrumentales oder dürfen es auch Arien sein?
Da könnte ich dir zwei sehr melancholische, getragene Stücke empfehlen:

"Sposa son disprezzata" aus Vivaldis Oper Bajazet
und
"Pietà signore"


Vielleicht kannst du damit ja irgendwas anfangen ;)

Gruß
La Diva
 
Weiß ja nun nicht genau, was du suchst, ob eher Barockmusik(Albinoni) oder überhaupt Werke, die man gemeinhin der Klassik zurechnet. Wenn du an eher "schwer verdaubare Kost" denkst, dann könnte Bruckner(Symphonien) oder auch Wagner(Musikdramen) vielleicht das sein, was du meinst.
Bin übrigens absolut nicht der Meinung, dass Mozart insgesamt leicht und locker ist. Hör dir mal die späteren Klavierkonzerte, die letzten Symphonien, das Requiem an.
Beste Grüße
Effjott
 
Hallo, Matthias,

das genannte Adagio ist nach allem was die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten herausgefunden hat, wohl in der Tat kein Werk Albinonis, sondern eine "Bearbeitung", bzw. Rekonstruktion (manche behaupten sogar Fälschung) eines Verlegers und entstammt wohl in seiner jetzigen Form dem 20. Jhdt.

Trotzdem bietet das Barock- und auch die Renaissancemusik eine reiche Palette von Stücken ähnlichen Charakters, also elegisch-melancholisch, nicht ganz so angekitscht - sogar von Mozart gibt's da allerhandlei :great:

Die sind allerdings nicht immer leicht zu finden, außer den üblichen Verdächtigen aus dem Klassik-Radio-Fundus vielleicht: das ein oder andere von Händel, Gaultier d. Ä., Dowland, Gesualdo, natürlich Purcell (z.B. Funerals), J. S. Bach u. a.

Um wirkliche Perlen zu finden vor allem: Finger weg von diesen Adagio-CDs oder Bach-zum-Kuscheln-Samplern! Übrigens: Von den etwas weniger bekannten Komponisten existieren auch i. d. R. erheblich weniger miese Einspielungen.

Viel Glück (und Spaß) beim Suchen - es lohnt sich!

Viele Grüße, Thomas
 
"In 1945, Remo Giazotto, a Milanese musicologist traveled to Dresden to complete his biography of Albinoni and his listing of Albinoni's music. Among the ruins, he discovered a fragment of manuscript. Only the bass line and six bars of melody had survived, possibly from the slow movement of a Trio Sonata or Sonata da Chiesa. It was from this fragment that Giazotto reconstructed the now-famous Adagio, a piece which is instantly associated with Albinoni today, yet which ironically Albinoni would doubtless hardly recognize."

Es lohnt, "echte" werke von Albinoni und seinen zeitgenossen zu hören. Ein gestaltungsmittel der musik aller zeiten ist der kontrast, wenn das fragment teil einer trio- oder kirchen-sonate ist (die geschichte ist wenig glaubwürdig), war es ruhepunkt zwischen zwei lebhafteren sätzen. Derlei gibt es vieles von Corelli bis zu den Mannheimern.
Nachbemerkung: es geht in der musikindustrie zu wie bei sportschuhen, es muss "Adidas" oder "Nike" draufstehen, wenn nicht, taugen sie nichts, auch wenn sie noch so gut passen und aus gleichem material sind. Klassik-anfänger fragen immer nach mustergültigen aufnahmen, die antwort ist einfach: es gibt sie nicht, ebensowenig wie es kaum unbrauchbare für ungeübte ohren geben wird. Nicht alles, wo "Karajan" oder "Mutter" draufsteht, ist optimal, manchmal hat eine historische aufnahme technische mängel, besticht aber durch lebendige interpretation, umgekehrt wird auch gefahren. Über manches, manche und manchen stehen dem musikfreund die haare zu berge, aber er/sie/es wird hochgelobt, im fernsehen populär gemacht und als tonträger massenhaft verkauft, ich will nicht über die hintergründe philosophieren.
Zurück zum thema: da reist ein italienischer musikwissenschaftler in das völlig zerstörte Dresden, findet dort unter den trümmern der staatsbibliothek ein fragment, immerhin 6 takte eines unbekannten werkes des komponisten, über den er gerade schreibt, so ein zufall! Aber ob nun Albinoni oder Giazotto, wenn es schöne musik ist, und wem sie gefällt - - - - mit oder ohne markenzeichen?
 
Hör dir mal an:
Zweiter Satz vom Cembalokonzert in dmoll BWV 1052

Besonders der dürfte dir gefallen:
Erster Satz vom Konzert für Trompete, Streicher, (2 Oboen, Fagott) und BC in D-dur von Telemann.
 

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