Taktgenau schneiden mit Audacity

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Neelix2014
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Hallo zusammen,

ich bin mir nicht sicher, ob ich mit meiner Frage in diesem Bereich richtig bin, sonst. ggf. verschieben.

Ich habe hier div. CDs der Firma TripleDAT mit Gardetanzmusik (Medleys der Dance X-Press Serie). Die Stücke sind alle in 148 bpm eingespielt und pinzipiell auch so gedacht, dass man die zerschneiden und neu zusammenstellen kann. Jedes Stück beteht aus drei Titeln (Beispiel: https://gardetanzmusik.de/dance-x-press-vol.1-cd/XP01)
Aber wie bekomme ich die sauber getrennt?

Ich habe Audacity. Da kann ich ja auch auf Takte und Schläge umstellen. Das passt auch soweit. Tempo auf 148 bpm und Wiedergabegeschwindigkeit auf 100%. Dann erkennt Audacity auch die Schläge richtig.
Aber nur weil ein Ton z.B: nur einen 1/4 Schlag dauern soll, verstummt der ja nicht direkt. Und bei den Übergängen klingt halt der letzte Ton noch aus, während aber schon das Intro für das nächste Stück beginnt.

Hat jemand hier eine Idee?

Danke & Gruß

Neelix
 
Die Kunst ist, an einer geeigneten Stelle zu schneiden und / oder mit Crossfades zu arbeiten. Hilfreich kann es auch sein, das erste Stück auf Spur 1 zu packen und das zweite dann auf Spur zwei.
Das zweite Stück wird dann hart begonnen, während das erste ausgeblendet wird.

Mehr kann ich nicht sagen, ohne das Material gehört zu haben.
 
Allzu viele geeignete Stellen haben die Stücke anscheinend nicht - es gibt ein paar Übergänge, an denen es leichter geht.

Aber ich denke, du, @Michael Scratch, hast alle Techniken schon genannt:
- separate Spuren für die zu verbindenden Elemente, die dann parallel verschoben werden
- Hüllkurve nutzen, um schnelle und weiche Starts/Enden zu erstellen (Überblenden)
 
Die Übergänge sind ja auch die Stellen, an denen ich das Medley auftrennen muss.

Gleichzeit muss ich aber den Takt beibehalten, wenn ich die dann neu zusammenstelle.

Im AnHang mal so ein Übergang. Als Wellenform sieht der so aus:

1771179995198.png


Der Schnittpunkt liegt grob bei 33.3. - 33.4.
 

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Ich fürchte, Du unterschätzst die Aufgabe des Schneidens.
In diesem Beispiel läge ein sinnvoller Schnittpunkt erst danach, nach den letzten Trommelschlägen.
Die Beats sind nicht das Problem, sondern die musikalischen Zusammenhänge.

Diese TripelDat-Aufnahmen liegen zwar immerhin von den Tonarten recht günstig, aber es gibt manchmal Auftakte, manchmal Synkopen, manchmal Tonartwechsel ... da muß man die Schnitte musikalisch herleiten. Nicht beatweise, nicht taktweise sondern eben abschnittsweise. Und da kommt es auf das jeweilige Material an, sonst kommen Tänzer:innen draus, obwohl ein Beat rein rechnerisch durchläuft.
 
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Das meine ich ja. Zum einen muss ich die Stücke sauber sinnvoll trennen und dann auch wieder so neu zusammensetzen, dass die eben nicht über einen halben Takt stolpern. Aber ich kann auch keine neuen Übergänge erfinden.

Die Trommelschläge sind aber schon die Einleitung zum nächsten Titel.
 
Wenn ich TripleDAT zitieren darf, aus deren FAQ:

Mit klugen Schnitten und einer guten Musikbearbeitung gelingt es vielfach jedoch, die gewünschten Sequenzen sinnvoll und erfolgreich zu verlängern. Hier kommt es immer auf einen Versuch an – lass uns darüber unterhalten.

Das kann ich gut verstehen. Nicht jeder Titel ermöglicht einen einfachen Schnitt an jeder Stelle. Es kommt tatsächlich auf den Versuch an und nicht ohne Grund bietet es die Firma als Dienstleistung an.

Rosenmontag ist morgen, die Proben für morgen müssen schon gelaufen sein, also geht es gerade eher um die zukünftigen Tracks, nehme ich an ? Hier zur Selbsthilfe:

Ich selbst komme ja noch aus der Tonbandzeit und habe noch mit Schere und Klebeband geschnitten. Da haben wir uns langsam an die passende Stelle herangesteppt und für den Schnitt eine möglichst passende Kickdrum gesucht. Langsam hin- und hergespult. Die Stelle dann markiert, und beim nächsten Track dasselbe. Mit der Schere nun genau das dazwischen weggeschnitten.
Im Grunde gehe ich digital genauso vor, auch ohne vorher die BPMs abgemessen zu haben: Die musikalisch passende Stelle suchen, dann genau hören, wo die Kickdrum für die "Eins" des nächsten Sinnabschnittes liegt. Dann alles wegschneiden, was zwischen den markierten Kickdrumstellen ist, am besten direkt zu Beginn der Kickdrum. Dann bleibt an der Schnittstelle genau eine Kickdrum übrig. Das geht bei solcher Art Musik recht gut, da sich der Sound nicht groß ändert.
Ich habe schon öfters direkt in Audacity geschnitten und bin immer wieder eher überrascht, wie tolerant das Ohr ist. Ein paar Millisekunden Unschärfe machen da meist nichts aus. Genau messe ich nur sehr selten ;)

Crossfades würde ich hier besser nicht nutzen. Wenn Töne ineinanderlaufen müßten, spräche das eher für eine musikalisch unpassende Stelle. Das kann auch eine Lösung sein, wenn es denn gar nicht anders geht. Aber ein harter Schnitt auf der jeweiligen Eins müßte passen. Einfach solange probieren und hören, bis es paßt.

Das kann man gut üben, indem man zuerst eine ganze Strophe wegschneidet oder ein Intro weg oder einen Refrain, wie auch immer.
 
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Du kannst ohne Stolpern Stücke nicht taktweise stückeln - die haben immer Sinnabschnitte von häufig vier, acht oder 12 Takten.

Natürlich kannst du auch auftrennen und anstückeln - aber genau diese Vorgehensweise haben @Michael Scratch und ich nicht empfohlen, sondern die Lösung mit mehreren Spuren und der Hüllkurve: ist wesentlich flexibler, da du den "Schnittpunkt" jederzeit verschieben kannst, weil von der Spur nichts weg ist. Du scheidest nichts weg, sondern machst Teile nur stumm, und zwar nicht unwiederbringlich, sondern bei Verwendung der Hüllkurve enthält auch der stumme Teil weiterhin alle musikalischen Informationen.

Und zwei parallel liegende Stereospuren im Rhythmus übereinzubekommen, sollte ja das einfachste der Welt sein, weil man die Synchronität (vor Einsatz der Hüllkurven) sowohl sehen als auch hören kann.

Ob du dann hart oder weich blendest, ist eine sekundäre Frage - das geht bei dieser Technik mit der Hüllkurve beides. Ich habe jedenfalls auf diese Art problemlos einer Liedbegleitung mit 3 Strophen eine vierte Strophe eingefügt - mit vertretbarem Zeitaufwand von 10 Minuten.
 
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Und am besten: Ohren aufmachen! Man kann auch schneiden, ohne eine Hüllkurve zu sehen. Hat man noch bis in die 90er machen müssen - auf 1/4 Zoll Tonbändern mit Rasierklinge. Manchmal vermisse ich in dieser jetzigen Zeit die haptische Komponente und kann verstehen, dass ein Bekannter, der ein anaologes Studio im Keller hat, sagt: Computer ist nichts für mich im Studio.
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Ich selbst komme ja noch aus der Tonbandzeit und habe noch mit Schere und Klebeband geschnitten
Ich lese es jetzt erst. Du auch!? Schön! :) :hat:
 
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