Tasteninstrumente mit elektromechanischer Klangerzeugung

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Eike94

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Hallo,

In der heutigen Zeit ist wohl das Fender Rhodes Piano das bekannteste elektromagnetische Piano. Das Wurlitzer Piano ist, denke ich, auch recht bekannt.
Daher wollte ich einfach mal eine Liste mit diesen Pianos beginnen.
Wer weitere Instrumente kennt bzw. wenn meine Angaben nicht stimmen, kann ja einfach die Liste erweitern bzw. Berichtigungen einfügen.

Hohner Pianet
Beim Hohner werden die Klangzungen durch klebrige Flächen, die im Ruhezustand auf den Zungen aufliegen, in Bewegung gebracht. Daher besitzt dieses Piano auch keine Sustainpedalmöglichkeit.

Hohner electra
Das Hohner ist dem Rhodes- und Wurlitzer Piano ähnlich, besondere Ähnlichkeit hat es mit den Suitcasemodellen, da es einen integrierten Verstärker besitzt. Auch vom Klang her ist es in Richtung Wurli und Rhodes einzuordnen.

Weltmeister Claviset
Beim Weltmeister Claviset werden die Klangzungen ähnlich einem Chembalo angerissen. Es besitzt mehrere Register sowie ein Pedal. Da müssen also irgendwelche Filter am Werk sein.
(Nähere Informationen wären Super!)

Weltmeister Basset
Die Mechanik entspricht der des Claviset, es ist jedoch im Bassbereich zuhause und wie eine Keytar umhängbar. Es hat Ähnlichkeiten zum Rhodes Piano Bass, beginnt jedoch beim F und nicht wie das Rhodes beim E.

Das Vintage Vibe Piano lass ich mal außen vor, da es sich hier um ein sehr neues Instrument, ähnlich wie die neuen Rhodes, handelt.

Bitte um Ergänzung!
 
stuckl

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Hi Eike94,

danke für diese Zusammenstellung. Hast du Songbeispiele in denen die jew. Instrumente vorkommen? Dann könnte ich mir ein Bild machen, ob ich die Sounds noch für mein Setup relevant finde. Bzw. welche Sounds von diesen verwendest du selbst noch gern?

lg
stuckl
 
Don Leslie

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Ich will ja nicht haarspalterisch erscheinen, aber das Wurlitzer hat keine elektromagnetische Klangerzeugung sondern elektrostatische. Die schwingende Zunge stellt die eine Elektrode eines Kondensators dar, der Gegenpol ist der Kamm und durch die Schwingung wird die Kapazität moduliert.

Das gleiche gilt für das Pianet in den frühen Versionen (kapazitive Klangerzeugung).


Du solltest Deine Recherche also besser mit "Tasteninstrumente mit elektromechanischer Klangerzeugung" titulieren.
 
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Eike94

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Hallo,

In der heutigen Zeit ist wohl das Fender Rhodes Piano das bekannteste elektromagnetische Piano. Das Wurlitzer Piano ist, denke ich, auch recht bekannt, es besitzt jedoch, siehe Hohner Pianet, eine kapazitive Klangerzeugung.
Daher wollte ich einfach mal eine Liste mit diesen Pianos beginnen.
Wer weitere Instrumente kennt bzw. wenn meine Angaben nicht stimmen, kann ja einfach die Liste erweitern bzw. Berichtigungen einfügen.

Hohner Pianet
Beim Hohner werden die Klangzungen durch klebrige Flächen, die im Ruhezustand auf den Zungen aufliegen, in Bewegung gebracht. Daher besitzt dieses Piano auch keine Sustainpedalmöglichkeit. Die frühen Pianets besaßen eine kapazitive Klangerzeugung, dabei bildet die Zunge die eine Platte eines Kondensators, ein Kamm bildet den anderen.
Klangbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=RTDlNI87xy8&feature=related ; http://www.youtube.com/watch?v=qX-H3M-kzIk
Songbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=bmflw5fICdk und wenn ich mich nicht irre: http://www.youtube.com/watch?v=fp9FG7dAkWQ

Hohner electra
Das Hohner ist dem Rhodes- und Wurlitzer Piano ähnlich, besondere Ähnlichkeit hat es mit den Suitcasemodellen, da es einen integrierten Verstärker besitzt. Auch vom Klang her ist es in Richtung Wurli und Rhodes einzuordnen.
Klangbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=zx581oBhNv4 ; http://www.youtube.com/watch?v=cMarNNEoMes
Songbeispiele: http://www.youtube.com/watch?v=t63iAnAVN7Q, gerade im Bassbereich

Weltmeister Claviset

Beim Weltmeister Claviset werden die Klangzungen ähnlich einem Chembalo angerissen. Es besitzt mehrere Register sowie ein Pedal. Da müssen also irgendwelche Filter am Werk sein.
(Nähere Informationen wären Super!)
Klangbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=J61StwpIznU

Weltmeister Basset
Die Mechanik entspricht der des Claviset, es ist jedoch im Bassbereich zuhause und wie eine Keytar umhängbar. Es hat Ähnlichkeiten zum Rhodes Piano Bass, beginnt jedoch beim F und nicht wie das Rhodes beim E.
Klangbeispiel: http://www.youtube.com/watch?v=7X9KsfsKb-w

Zu den beiden ostdeutschen Produkten habe ich keine Songbeispiele gefunden, aber vielleicht weiß ja jemand was, es kommt denk ich wenn überhaupt aber eher in der ostdeutschen Musik vor.

Hohner Guitaret
Passt vielleicht nicht ganz ins Thema, dennoch handelt es sich um ein Instrument, bei dem die Zungen Pianet-ähnlich "angeschmatzt" werden. Näheres hierzu habe ich nicht gefunden.
Klangbeispiel:http://www.youtube.com/watch?v=CVdpL4d1XsE

Das Vintage Vibe Piano lass ich mal außen vor, da es sich hier um ein sehr neues Instrument, ähnlich wie die neuen Rhodes, handelt.

Bitte um Ergänzung!

---------- Post hinzugefügt um 12:37:22 ---------- Letzter Beitrag war um 12:35:12 ----------

Habe die Geschichte im oberen Beitrag noch einmal verbessert. Vielleicht könnte einer der Mods ja den Thread, wie von Don Leslie vorgeschlagen, in "Tasteninstrumente mit elektromechanischer Klangerzeugung" umbenennen.

Viele Grüße
Eike
 
dr_rollo

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Nicht zu vergessen das legendäre Hohner Clavinet, aber auch das Baldwin Harpsichord, und natürlich ganz oben an das Yamaha CP70 bzw CP80.

BTW: Warum schreibst Du eigentlich "in der heutigen Zeit ... bekannteste..."? Es gab zwar in den letzten 10-15 Jahren eine kleine Renaissance dieser Geräte, nachdem sie über Jahre zum Teil verramscht und sogar verschrottet wurden. Trotzdem sind es eher Ausnahmen, dass man diese Geräte im Bühneneinsatz sieht. Ist halt viel Idealismus dabei, weil die meisten angesagten Workstations oder auch Digitalpianos in der Lage sind, diese Sounds abzudecken, und der Aufwand (Transport, Pflege, Stimmen, Abnahme etc.) deutlich geringer ist.
 
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Eike94

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Naja, das Clavinet ist ja kein wirkliches E-Piano, und die Yamaha CP-Reihe besitzen ja ebenfalls Saiten statt Klangzungen..
Das Baldwin kenn ich persöhnlich nicht. Hast du nen Tipp zum nachlesen?

Naja, alle Musiker die ich persöhnlich kenne und die ein Rhodes spielen, haben selten etwas vom Wurli oder vom Pianet gehört. Exoten wie z.B. das Claviset sind mir nur durchs Internet bekannt geworden. Keine Frage, in letzter Zeit erfahren die analogen Tasteninstrumente wohl eine Renaissance, was auch gut so ist, ich würde jedoch dahin gehen, dass Rhodes uns Wurlis die bekanntesten dieser alten E-Pianos sind.
Es ist, denke ich, beim Spiel dieser alten Instrumente immer ein Teil Liebhaberei am Werk. Natürlich kann man quasi alle Sounds über Workstations und Digitalpianos nahezu perfekt abdecken, da hat sich, denke ich, schon viel gewandelt, wenn man sich z.B. Joe Zawinul inmitten einer wahren Burg ansieht..
Wer heute noch solche Burgen baut, ist wohl nicht nur Keyboarder sondern auch zum Teil Liebhaber, da die meisten Unterschiede, die man zwischen dem originalen Tasteninstrument und der digitalen Version finden kann, selten über eine PA zu hören sind.

Allgemein kann ich auch nur vom heutigen Standpunkt urteilen, da ich vor besagten 15 Jahren quasi noch im großen Teich schwamm..

---------- Post hinzugefügt um 17:31:14 ---------- Letzter Beitrag war um 17:03:06 ----------

Oh, ich habe da noch was überlesen:
welche Sounds von diesen verwendest du selbst noch gern?

Ich pesöhnlich bin, abgesehen vom Wurli-Klang, vom Pianet-Sound überzeugt. Ich habe diesen Sound immer über mein E-Piano (Yamaha P-155), ein Audiointerface mit integriertem Midiinderface, meinen Laptop und schlussendlich über Cubase und ein VST-Instrument gespielt. Hat eigentlich bis zum totalen Datencrash auf meinem Laptop recht gut funktioniert, aber seitdem ist es weg :( , den Rest kann man sich ja denken..
Seitdem fahre ich provisorisch über die integrierten Yamaha-Sounds, toll ist das nicht, lässt sich aber nicht ändern.
Das Pianet überzeugt mich persöhnlich, da es sich vom Klang her gut ins Bandgefüge eingliedert, gerade wenn es nicht so auffällig sein soll, es fügt dem Sound noch etwas besonderes hinzu.

Von den anderen Instrumenten habe ich keine Samples bzw. habe sie noch nie angespielt, daher kann ich dazu wenig sagen. Ich schätze, mit ein wenig Mühe könnte man auch aus einem Claviset ein brauchbares Instrument schaffen, das vermutlich auch leichter als ein Rhodes wär. Allerdings klingt es in den Youtube-Videos ein wenig müllig..
Das Weltmeister Basset könnte ich mir gut als Rhodes Piano Bass-Ersatz vorstellen, grad wenn man die Doors covern möchte, in dem Stil etwas machen will oder einfach keinen Bassisten in der Band hat und diese Arbeit gut erledigt haben möchte.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen!
 
stuckl

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Möchtest du künftig wieder eine Laptop-Lösung basteln?
 
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Das kommt drauf an, was in der nächsten Zeit an Neuzugängen erscheinen wird..
Ich hab zwar eigentlich keinen Platz, aber falls mir ein Pianet günstig über den Weg läuft, werde ich nicht nein sagen. Die Laptopgeschichte birgt mir eigentlich zu viele Risiken. Beim Pianet mach ich den Deckel ab und sehe, wos klemmt, beim Windows wird das schwieriger :redface:

Was fährst du denn an Geräten?
 
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Eike94

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Wow, Hohner muss ja eine sehr fleißige Entwicklungsabteilung gehabt haben..
Sehe ich das richtig, dass die Zunge beim Tastendruck durch einen Kiel angerissen wird, diese L-förmigen Winkel die , naja, "Polkappen" des Tonabnehmers sind und die Zunge beim Loslassen der Taste durch den Schaumstoff abgedämpft wird?
Scheint dem Claviset recht ähnlich zu sein, die Funktionsweise ist hier zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=J61StwpIznU
(ab 00:17)
Wie ist das Zurückfallen des Kiels geregelt? Klappt er sich bei der Zungenberührung ein? Ist eine Mechanik ähnlich dem Claviset eingebaut, oder wie ist das sonst gelöst?
 
Helmut

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Naja, das Clavinet ist ja kein wirkliches E-Piano, und die Yamaha CP-Reihe besitzen ja ebenfalls Saiten statt Klangzungen..
aber die Klangerzeugung ist elektromagnetisch - es wird ein elektrischer Leiter in einem Magnetfeld bewegt, von daher ?

Gruss Helmut
 
Don Leslie

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aber die Klangerzeugung ist elektromagnetisch - es wird ein elektrischer Leiter in einem Magnetfeld bewegt, von daher ?

Gruss Helmut

Richtig, Helmut. Ich wollte auch schon intervenieren. Was definiert denn nach Eike94 ein "E-Piano".

Doch wohl nicht "Zungen". Denn ein Fender-Rhodes hat keine Zungen, sondern Stäbe. Dann würde ja gerade ein
Instrument mit Saiten dem Piano näher kommen.

Also, ich würde mal sagen, alles, was über eine Taste ein Element in mechanische Schwingungen versetzt, die dann
mittels elektrostatischer oder elektromagnetischer Tonabnehmer in elektrische Signale umgewandelt werden, ist als "E-Piano" zu bezeichnen.
 
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Eike94

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Entschuldigung- ihr habt recht. Mein Fehler. Dann kann man auch gut die CP-Reihe und das Clavinet einbeziehen.

Hat jemand noch was über das Chembalet rausbekommen?
 
Don Leslie

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Hier gibt's noch Hinweise auf weitere E-Pianos, auch Cembalet ist erwähnt.

Eike94, was hast Du eigentlich vor? Willst Du das 999. Wiki schreiben? :)
 
stuckl

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Ich hab´ heute bei einer Feier im Nebenraum ein nie gesehenes "E-Piano" entdeckt:

Heißt Passat Roadmaster, darüber steht sowas ähnliches wie "Still searching", ich komm gerade nicht drauf.

Man hat "Klavierklang" gehört wenn man die Tasten gedrückt hat, ohne dass es angeschaltet war.
 
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Genau, so hieß es! Kanntest du sowas schon, Don Leslie? Was hat das denn so für einen Wert? Ich mein, das steht da im Nebenraum so rum und wird wohl nicht mehr benutzt.
 
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@ Don Leslie
Ich bin momentan am ausprobieren neuer Sounds, außerdem habe ich keine Seite gefunden, die all diese Pianos erwähnt. Und deswegen dachte ich, man könnte hier mal eine kleine Sammlung der groben Infos machen..

@ Stuckl
Das erinnert ja eigentlich an die Yamaha CP-70/80s, oder? Also quasi ein Klavier mit einklappbarer Klaviatur und in ein Flightcase eingebaut, oder?

Hab noch was gefunden, es gibt ähnlich den Yamaha Pianos auch welche von Kawai:

http://www.youtube.com/watch?v=Cau_klzbgb4


davon gibts eine Auflistung, die Helpinstill Pianos findet man dort ebenfalls:
http://en.wikipedia.org/wiki/Electric_grand_piano
 

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