Technik und Üben in heutigen Zeiten

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Hallo zusammen,
als Klavierlehrer kann ich nur den wenigsten meiner Schüler noch mit Czerny oder auch Burgmüller kommen, da zündet bei denen gar nichts mehr. Ich weiß nicht, wie es Euch da geht.. Ein Stück weit kann ich es auch verstehen, das ist heute eine komplett andere Lebenswirklichkeit.
Ich habe dann angefangen eigene kleine Etüden zu entwickeln, die ich für näher an der Zeit halte: Harmonien aus dem Rock/Pop Bereich, Rhythmus, und als Bezug habe ich Naturthemen und -bilder gewählt, da hat dann jeder und jede gleich ein Bild und auch eine musikalische Assoziation.
Hier ist ein Beispiel: Der Luchs, Tonleiter-Etude. Tonleitern, nicht als stumpfe Übung, sondern ein wenig als Erlebnis. Wie findet Ihr das?
Inzwischen ist es eine Sammlung von ca 30 Stücken, kostenlos auf meiner Homepage. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber einen rein auf Klassik fokussierten Unterricht macht bei mir kaum ein Schüler/Schülerin mehr mit. Und Technik braucht es ja am Ende aber doch.
 
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Mit dem Titel Technik und Üben hat Dein Beitrag aber nichts zu tun.

Das Stück klingt hübsch, wenn Du Deine Stücke vorstellen und besprechen willst, fände ich einen entsprechenden Threadtitel besser.
einen rein auf Klassik fokussierten Unterricht macht bei mir kaum ein Schüler/Schülerin mehr mit. Und Technik braucht es ja am Ende aber doch.
Das kann ich beides gut nachvollziehen. Bei Czerny und Bugmüller zündet bei mir auch nicht viel ;)
 
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Was meinst du mit „als Erlebnis“? Was kann der/die Klavierschüler/-in hier anders oder überhaupt erleben als bei traditionellen Etüden?
 
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Bei Czerny und Bugmüller zündet bei mir auch nicht viel
Möglicherweise wirkt da der Einsatz im Klavierunterricht aus Kindheitstagen nach. :nix:

Ich habe die bekanntesten klavierpädagogischen Werke von Burgmüller und Czerny erst auf die alten Tage kennengelernt und finde sie großartig. Burgmüller lohnt sich m.E. samt op. 109 und ggf. op. 105, falls man das schafft. Czerny würde ich statt in ganzen Bände freilich nur übungsweise ausgesucht heranziehen.

Inwieweit im Klavierunterricht das reiche Angebot an Veröffentlichungen der letzten ca. 70 Jahre überhaupt Eingang findet weiß ich nicht. Mit Bezug auf dieses Thema denke ich technikausbildend z.B. an die drei Hefte "Fun with Jazz Piano" mit Übungen im Fünftonraum samt Grundausbildung zur Rhythmik von Mike Schoenmehl oder die Microjazz-Ausgaben von Christopher Norton, bei Etüden - die nicht so genannt werden - unter anderem Hefte von Mike Cormick, John Kember, Elissa Milne und natürlich Wiliam Gillock.

Gruß Claus
 
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Möglicherweise wirkt da der Einsatz im Klavierunterricht aus Kindheitstagen nach.
Bestimmt. Ich möchte das auch nicht verallgemeinern, das ist mein "Ding".

Man darf glaube ich auch nicht den Geschmack und die Vorlieben eines Erwachsenen auf Kinder übertragen. Von daher würde ich immer schauen, was den Schülern gefällt und versuchen, das klavierpädagogische Ziel mit dem Spaß zu verbinden. Ein gewisses Maß an Klassik und Romantik halte ich dabei auf jeden Fall für gut.

Czerny sehe ich dabei eher als Technikübung; Burgmüller ist auch musikalisch. Es gibt aber ja auch viele viele andere, Bachs Notenbüchlein und leichte Stücke, die Franzosen im Barock, Mozart leichte Sachen, Kinderszenen und und und.
 
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Die Betrachtungen von uns im Board sind bei Czerny sind definitiv auf technische Übungen konzentriert und dabei meist eingeschränkt auf Anfang bis Mittelstufe.
Ansprechende Klaviermusik zur musikalischen Ausbildung aus über 300 Jahren gibt es allerdings jede Menge.

Gruß Claus
 
Michael Scratch
  • Gelöscht von Claus
  • Grund: off topic
  • Ersteller
  • #7
Mit dem Titel Technik und Üben hat Dein Beitrag aber nichts zu tun.
Nun, ich würde sagen doch, eigentlich geht es nur da drum. Wie bringe ich einem Schüler/in Technik bei, wie motiviere ich ihn zum üben.
In Zeiten von Insta/TikTok & Co funktioniert jedenfalls bei den mir anvertrauten jungen Leuten "Hier, das ist gut, üb das mal.." nicht mehr.
Aber Du hast recht, ich will ja alternative Stücke vorstellen, mit denen ich positive Erfahrungen gemacht habe.
Mit dem Titel erwartet man wahrscheinlich eher allgemein-theoretische Überlegungen zum Thema.
Was meinst du mit „als Erlebnis“? Was kann der/die Klavierschüler/-in hier anders oder überhaupt erleben als bei traditionellen Etüden?
Die Stücke sind letztlich Programmmusik, (so wie z.B. auch Burgmüllers "Gewitter", das ist übrigens ein Stück welches noch "zündet", also bei meinen Studis..), und sie sind in einem manchmal schon plakativen "Pop"-Stil, so würde ich es nennen wollen. Der/die Spielende kann wie z.B. beim Beispiel "Luchs" das Tierwesen musikalisch erleben, auch weil es ihn/sie stilistisch in seinen Hörgewohnheiten abholt.
"Kinderszenen" funktioniert bei meinen Schülern nicht mehr, klar, das ist ja auch die musikalische Erlebniswelt von vor 200 Jahren.
Ich habe jedenfalls die Erfahrung gemacht, das der Naturbezug, also die "Erlebnismöglichkeit" (einen Luchs, oder einen Biber etc. habe ich vor Augen, kann ich mir vorstellen) in Verbindung mit dem Popularstil die Leute begeistert spielen läßt.
Deswegen will ich die Sammlung ja auch teilen, weil ich so gute Erfahrungen damit gemacht habe. Ich verschenke sie ja im übrigen.
Dass z.B. "Der Luchs" eine Tonleiter-Etüde ist, merkt dann nur der Pädagoge oder erfahrene Spieler. Das wäre dann ein weiterer Unterschied zur "normalen" Etüde (die sich dann auch so nennt), die oft musikalisch etwas trockener daher kommt.
Übungen im Fünftonraum samt Grundausbildung zur Rhythmik von Mike Schoenmehl oder die Microjazz-Ausgaben von Christopher Norton, bei Etüden - die nicht so genannt werden - unter anderem Hefte von Mike Cormick

Stimmt, Norton kommt ebenfalls gut an, ist aber schnell schwierig für den "Normalschüler". Schoenmehl funktioniert bei Schülern die klar auf Jazz interessiert sind, aber wie viele sind das schon. Mit den Heften von Mike Cormick habe ich bei Erwachsenen sehr gute Erfahrungen gemacht. Das ist dann auch obere Mittelstufe. Bei den Kids ist der Weg dann oft schon wieder zu lang, bis dann ein Begeisterungsmoment entseht.
So ging es mir jedenfalls. Gillock ist prima.
 
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  • Ersteller
  • #8
Probiert doch einfach mal ein Stück aus, z.B. "Die Ente" oder "Der Wolf" oder auch "Der Falke". 🎹😊
Es ist ja etwas anderes, ob man das selber spielt oder ob wir hier nur darüber sprechen..
 
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