Theaterbühne mikrofonieren ohne Headset

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Hey zusammen,

von einem Bekannten, bin ich gebeten worden, für eine Laienspielschar (Plattdeutsches Theater) beim Sound "mitzuhelfen".
Man ist mit dem Sound / Verständnis der Spieler wohl nicht ganz zufrieden.
Der Saal faßt ca 200 - 250 Zuschauer, es gibt keine Headsets, man arbeitet mit stationären Mikros im Bühnenbereich (ca 4m x 8m).
Ich habe die Veranstaltung mal vor Jahren angesehen und fand den Sound grottig, Feedbackkiller arbeiteten auf Anschlag.

Ich habe meine langjährige Banderfahrung und kann hoffentlich einen Beitrag leisten.
Ich kann leider noch nichts zu PA Anlage sagen.
Ich selber hätte lediglich folgendes an Mikros:
2 x Beyerdynamic* TG 153 ( Kleinmembran-Kondensator Mikros)
2 x Behringer* C2 (...nicht ganz rauscharm)
Rode* NT1-A
(Shure* SM58 und SM57 hab ich zwar, aber das ist für die Anwendung wohl ungeeignet)

Zur Generalprobe laß ich mich mal blicken. Ich kann dann genaueres sagen und hier berichten.

Für ein paar Tips wäre ich sehr dankbar.

Was soll ich an Infos zusammentragen damit man
ein Bild für die Aufgabenstellung bekommt.

Gibt es für diesen Fall eine Art Leitfaden / Basics die Ihr mir an die Hand geben könnt?

Danke für Hilfe
Grüße Daniel
 

Das sind Fragen wo mir 100 neue Fragen aufkommen und ich glaube das man das alles nicht so einfach beantworten kann.

Deswegen stelle ich jetzt hier Fragen in den Raum über die man sich einfach gerne mal Gedanken machen kann und bei dem Thema sich auch damit auseinandersetzten muss.

  • Stehen die Lautsprecher vor oder hinter den Mikrofonen?
  • Sind die Mikrofone auf die Lautsprecher ausgerichtet oder zeigen ihre empfindlichen Seiten in deren Richtung?
  • Werden zu viele Mikrofone gleichzeitig geöffnet?
  • Sind die Mikrofone für die jeweiligen Spielpositionen sinnvoll aufgestellt?
  • Wird versucht, eine zu große Entfernung zwischen Darsteller und Mikrofon durch hohe Verstärkung auszugleichen?
  • Gibt es Reflexionen von Wänden, Decke oder Bühnenhintergrund, die den Schall wieder in die Mikrofone lenken?
  • Ist die Anlage vernünftig eingepegelt und sind die Kanal-EQs sinnvoll eingestellt?
  • Welche Lautsprecher werden eingesetzt? Hersteller, Modell, Anzahl und gegebenenfalls Subwoofer.
  • Sind es aktive oder passive Lautsprecher?
  • Wo stehen die Lautsprecher genau? Vor der Bühne, seitlich, auf der Bühne oder hinter den Mikrofonen?
  • Gibt es zusätzliche Bühnenmonitore?
  • Welches Mischpult ist vorhanden?
  • Gibt es externe Equalizer, Feedbackkiller, Kompressoren oder andere Signalprozessoren?
  • Welche Mikrofone werden aktuell verwendet?
  • Wie viele Mikrofone sind vorhanden, und wie viele davon sind gleichzeitig geöffnet?
  • Gibt es eine separate Beschallung für die hinteren Zuschauerreihen?
  • Ist die Anlage fest installiert oder wird sie für jede Aufführung neu aufgebaut?
  • Wie hoch ist die Decke?
  • Bestehen die Wände aus Holz, Beton, Putz oder anderen harten Materialien?
  • Gibt es Vorhänge, Polsterstühle oder andere schallabsorbierende Oberflächen?
  • Wie stark hallt der Raum, wenn man auf der Bühne spricht oder in die Hände klatscht?
  • Gibt es besonders problematische Bereiche im Zuschauerraum?
  • Sprechen die Darsteller deutlich und mit ausreichender Lautstärke?
  • Drehen sie sich beim Sprechen häufig voneinander oder vom Mikrofon weg?
  • Sprechen sie teilweise mit dem Rücken zum Publikum?
  • Stehen sie immer an denselben Positionen oder bewegen sie sich über die gesamte Bühne?
  • Sind die Stimmen sehr unterschiedlich laut?
  • Gibt es Darsteller, die leise oder undeutlich sprechen?
  • Werden die stationären Mikrofone tatsächlich so genutzt, wie es vorgesehen ist?
  • Lassen sich die Mikrofone so platzieren, dass die Darsteller möglichst nah daran sprechen?
  • Können Spielpositionen so festgelegt werden, dass wichtige Dialoge in einem günstigeren Mikrofonbereich stattfinden?
  • Gibt es Mikrofone, die während bestimmter Szenen nicht benötigt werden und deshalb geschlossen werden können?
  • Sind die Mikrofone zu hoch, zu niedrig oder zu weit von den Darstellern entfernt?Werden Mikrofone möglicherweise unnötig auf den Zuschauerraum oder auf harte Bühnenflächen ausgerichtet?

Das geht einem Tontechniker durch den Kopf wenn man so eine Frage gestellt bekommt.
 
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Der Saal faßt ca 200 - 250 Zuschauer, es gibt keine Headsets, man arbeitet mit stationären Mikros im Bühnenbereich (ca 4m x 8m).
Ich ergänze den Fragenkatalog um eine weitere Frage:

- Ist man bereit, ein paar Euros in den Hand zu nehmen, um z.B. Headsets oder Ansteckmikros von einem Verleiher auszuleihen, wenn Du feststellst, dass dies nötig wäre?

Ich erlebe immer wieder im Laienbereich: Es wird erwartet, dass es professionell klingt, hat dann aber Equipment, mit dem das unter den bestehenden Voraussetzungen nicht funktionieren kann. Da stehen dann vor dem Veranstaltungsort die teuren SUWs, aber Geld für vernünftiges Equipment und/oder personal will man nicht ausgeben. In diesem Fall würde ich mich dann nicht auf eine Mitarbeit einlassen, da hinterher letztendlich Du der Depp bist.

Mag aber in Deinem Fall ja vielleicht anders sein.
 
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Was evtl. eine Hilfe sein kann, sind ein paar Grenzflächenmikros am vorderen Bühnenrand, denn bei einer Fläche von 4x8m braucht es normalerweise schon mehr als 2 Mics. Wenn es die bauliche Situation hergibt, sind von der Decke abgehängt Kleinmembraner auch eine Alternative. Vielleicht wäre auch eine Kombination aus beiden möglich, wenn die Laufzeiten es zulassen.
 
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@lini Alles gute Ideen, aber wenn nicht vorhanden, dann kommt meine Frage eben wieder zum Tragen.

Ich prophezeihe: Wenn sich die Darsteller bewegen, dann kommt man um Ansteckmikros / Stirnmikros / Headsets nicht rum, wenn es durchgehend verständlich und ohne Feedback sein soll.

Was sagen die Profis @mix4munich etc?
 
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Ja klar, von nix kommt nix.
Je nach Saalgröße und -grundriss wären evtl. auch zwei kleine Boxen als Delayline eine Möglichkeit, den Pegel der PA unter die Koppelgrenze zu bringen. Dazu bräuchte man aber mal ein paar Infos zum Ist-Zustand.
 
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  • Drehen sie sich beim Sprechen häufig voneinander oder vom Mikrofon weg?
  • Sprechen sie teilweise mit dem Rücken zum Publikum?
  • Stehen sie immer an denselben Positionen oder bewegen sie sich über die gesamte Bühne?
  • Sind die Stimmen sehr unterschiedlich laut?
  • Gibt es Darsteller, die leise oder undeutlich sprechen?
Davon gehe ich aus - deshalb auch meine Prognose.
 
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  • Ersteller
  • #8
@Ich ergänze den Fragenkatalog um eine weitere Frage:

- Ist man bereit, ein paar Euros in den Hand zu nehmen, um z.B. Headsets oder Ansteckmikros von einem Verleiher auszuleihen, wenn Du feststellst, dass dies nötig wäre?

Ich erlebe immer wieder im Laienbereich: Es wird erwartet, dass es professionell klingt, hat dann aber Equipment, mit dem das unter den bestehenden Voraussetzungen nicht funktionieren kann. Da stehen dann vor dem Veranstaltungsort die teuren SUWs, aber Geld für vernünftiges Equipment und/oder personal will man nicht ausgeben. In diesem Fall würde ich mich dann nicht auf eine Mitarbeit einlassen, da hinterher letztendlich Du der Depp bist.

Mag aber in Deinem Fall ja vielleicht anders sein.

Danke an alle fürs erste Feedback!
Mir ist bewußt, dass die Infos sehr vage sind, aber ich denke, dass genau diese Ausgangssituation auch andere betrifft und
das mit dem Thread Erfahrung geteilt werden kann.
@ Velvet Echo, danke für den Fragenkatalog, werde ich mitnehmen und Punkt für Punkt durchgehen.:great:

@ Michael Scratch :
Genau diese Gefahr sehe ich auch, dass ich mir was ans Bein binde, wo ich nur verlieren kann.
Was ich mir zutraue, ist die Situation zu beurteilen. Eine Raummode ausfindig machen und die mal eben eliminieren...äh nee die Erfahrung
habe ich (noch) nicht.
Ob Investitionen notwendig und möglich sind, kann ich noch nicht sagen.

@ lini ich habe hier eine Beschreibung zum Thema gefunden, um überhaupt mal mit dem Thema warm zu werden.
Bin schon sehr gespannt, wie die Situation vor Ort ist.

Als Referenz werde ich mit meinem Shure* MV88+ mal ein Video aufnehmen, habe damit gute Erfahrung bei Konzerten und Proberaumaufnahmen gemacht.
Ich denke, das hilft, einen Gesamteindruck zu vermitteln.
 
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Ich habe das bei verschiedenen Kindermusiktheatern mit Kleinmembranern als Overhead gemacht. Siehe Beitrag im Thema 'FoH Fotos - Fotos von euren Arbeitsplätzen'

Rückkopplung ist in der Tat eine große Herausforderung. Dagegen hilft etwas, wenn man ein Digitalpult/Equalizer hat und die fiesesten Frequenzen schmalbandig herausfiltern kann. Ich habe zudem die Mikrofone bewusst nicht einfach senkrecht nach unten hängend, sondern in Richtung Bühnerückwand gewinkelt montiert. Dazu jeweils ein Mikrofon samt einer Stereoschiene mit Kabelbindern an einem gespannten Stahlseil befestigt.

Die Lautsprecher dann möglichst so stehen, dass sie wenig die Bühne beschallen. Im Zweifel könnte auch eine Delayline helfen, habe ich selbst aber noch nicht gemacht. Lautstärkewunder kann man nicht erwarten. Aber es hilft definitv.

Klar, mit Headsets oder Lavaliermikrofonen ist es akustisch noch viel besser, aber das ist eben nicht immer möglich.
 
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  • #10
beim Sound "mitzuhelfen"
Mal für's Verständnis:
Sollst du denen den Toni machen, also die Veranstaltung mikrofonieren und abmischen, oder nur mal beratend zur Seite stehen?
Zielt das in die Zukunft oder ist das jetzt aktuell?
Zur Generalprobe laß ich mich mal blicken.
Generalprobe ist Generalprobe.
Da wird normalerweise nichts mehr verändert. Ich hoffe, dass die sich von dir keine Wunderdinge erwarten... "Hex Hex" und alles wird gut.

Ich bin kein Toningenieur, ich betreue ein Halle, in der ich manchmal ähnliche Situationen erlebe.
Die Kunden kommen mit falschen Erwartungen, stellen sich das alles viel zu einfach vor und vor allem: Keine Zeit und kein Verständnis, am Sound zu arbeiten und selbst einen Beitrag zu leisten.
"Ich weiß auch nicht - ich habe immer so Pech mit Mikrofonen."
"Pfeift das dann auch so?"
 
  • Ersteller
  • #11
:D...basilisk kannst du hellsehen? Ich vermute, die wollen Ihren Soundmann zukünftig ablösen und es mit mir probieren....
...und ja Generalprobe ist 7.11. ich weiß nicht, ob die schon nächste Woche auf der Bühne proben, da hätte man noch mehr Zeit, um zu agieren.
Wie gesagt, ich habe schon großen Respekt aber ich bin ja noch zu nichts verpflichtet und die spielen schon seit Jahren da.
Es wird funktionieren aber vielleicht kann man doch einiges verbessern.
 
  • #12
Aha.;)
Einen technischen Tipp kann ich dir keinen geben, aber vielleicht einen menschlichen:
Schau dir die Sache an, mach dir deine Gedanken und Notizen. Lass das mal laufen, ohne großartig drin rum zu mischen. Du wirst auf die Schnelle nichts rausreißen.

Wenn die Aufführung/Saison vorbei ist:
Setzt euch zusammen und erarbeitet ein Konzept für die nächste Saison. Mach klar, dass das Geld kosten wird.
Oder lass die Finger davon - das geht auch in Freundschaft.
 
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  • #13
Eine Raummode ausfindig machen und die mal eben eliminieren...äh nee die Erfahrung
habe ich (noch) nicht.
Da müsstest du zum einen etwas von Architektur verstehen und zum anderen bereit sein, und es auch dürfen, den Raum umzubauen, zumindest Bassfallen, Breitband Absorbern usw. installieren dürfen ;)
Wenn das nicht geht, dann halt mit einem EQ die schlimmsten Frequenzen finden und raus ziehen. Und etwas an der Positionierung der Signalquellen arbeiten. Denn wenn eine Quelle bzw das Mikro genau im Zentrum einer Überhöhung steht, dann wird die eben die Raummode noch mehr verstärken.

und bevor du wahllos alle Mikros, die du hast, irgendwo platzierst, lieber mit ein paar weniger arbeiten und den Leuten verklickern, dass, egal ob mit oder ohne Mikro, die wichtigste Sache ist, dass die laut und klar sprechen/singen. Vor allem beim Sprechen neigen die Laien oft, dass sie übertrieben leise werden und viel zu schnell den Text raus schießen. Und die sollen die Texte Richtung Publikum vortragen, nicht mit dem Rücken zum Saal. Eine gute Regie würde da schon bei den Proben darauf achten. Schauspieler*innen, die bei Laientheatern die Regie übernehmen achten selbst aber leider viel zu selten darauf, ist meine Erfahrung. Auch dieses Wissen hilft nichts, wenn man es erst bei der Generalprobe vorbringt.

Ich würde da mal mit den zwei beyerdynamic anfangen und die im vorderen Bühnendrittel etwa 1-1,5 Meter aus der Mitte aufhängen, dass die ca 2-3 Meter auseinander sind. Und die wichtigeren Akteure (Hauptrollen) sollten idealerweise dann unter bzw etwas hinter den Mikros agieren. Das hilft auch.

Nachtrag: Ich mache jetzt seit ein paar Jahren die Tontechnik bei Musicals einer Schule und werde nicht müde, diese Ratschläge immer wieder einzubringen. Heuer hat es zum ersten mal so richtig gegriffen, vor allem weil es der Regisseur inzwischen selbst kapiert hat, wie wichtig das mit der Bühnendisziplin (laut, langsam , klar und in Richtung Publikum sprechen) ist. Das ist wichtiger als all die Mikrofone, auch die Headsets. Denn bei den Headsets neigen Laien dazu, noch leiser zu werden, weil sie sich plötzlich aus den Boxen hören, etwas, das sie von den Proben nicht gewohnt sind.
 
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  • #14
Denn bei den Headsets neigen Laien dazu, noch leiser zu werden, weil sie sich plötzlich aus den Boxen hören, etwas, das sie von den Proben nicht gewohnt sind.
Guter Punkt!
Ich hatte eine Trompeterin, der hat man zum Solo ein Mikrofon verpasst. Die hat plötzlich nur noch mezzoforte gespielt...
 
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  • #15
Ich würde da mal mit den zwei beyerdynamic anfangen und die im vorderen Bühnendrittel etwa 1-1,5 Meter aus der Mitte aufhängen
Nachdem das Nieren sind, würde ich versuchen, die mit den entsprechenden Halterungen etwas anzuwinkeln. Es muss ja nicht unbedingt die Originalhalterung von beyerdynamic mav 800 sein. Ein Stück Draht reicht fürs erste auch schon. Damit sollten sie etwas von den Lautsprechern wegzeigen und evtl. erreicht man damit noch das eine oder andere DB an Pegel, bevor es zu koppeln beginnt.
 
  • Ersteller
  • #16
Da müsstest du zum einen etwas von Architektur verstehen und zum anderen bereit sein, und es auch dürfen, den Raum umzubauen, zumindest Bassfallen, Breitband Absorbern usw. installieren dürfen ;)
Wenn das nicht geht, dann halt mit einem EQ die schlimmsten Frequenzen finden und raus ziehen.
Das meinte ich... ;)
und bevor du wahllos alle Mikros, die du hast, irgendwo platzierst, lieber mit ein paar weniger arbeiten und den Leuten verklickern, dass, egal ob mit oder ohne Mikro, die wichtigste Sache ist, dass die laut und klar sprechen/singen. Vor allem beim Sprechen neigen die Laien oft, dass sie übertrieben leise werden und viel zu schnell den Text raus schießen. Und die sollen die Texte Richtung Publikum vortragen, nicht mit dem Rücken zum Saal. Eine gute Regie würde da schon bei den Proben darauf achten. Schauspieler*innen, die bei Laientheatern die Regie übernehmen achten selbst aber leider viel zu selten darauf, ist meine Erfahrung. Auch dieses Wissen hilft nichts, wenn man es erst bei der Generalprobe vorbringt.

Die Erfahrung sollte "eigentlich" seitens der Theatergruppe da sein, das ist analog zu einer Band: Klingt die Band unter sich schon gut, ist die Abnahme umso leichter.
...und natürlich: Shit in = Shit out.


Ich würde da mal mit den zwei beyerdynamic anfangen und die im vorderen Bühnendrittel etwa 1-1,5 Meter aus der Mitte aufhängen, dass die ca 2-3 Meter auseinander sind. Und die wichtigeren Akteure (Hauptrollen) sollten idealerweise dann unter bzw etwas hinter den Mikros agieren. Das hilft auch.
Mein Ansatz ist auch: Lieber mit wenig Equipment viel erreichen, statt "viel" einzusetzen und hinterher ist alles so komplex, dass man die Übersicht verliert.
 
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  • #17
1. Die Schauspieler MÜSSEN unbedingt laut, verständlich und deutlich sich artikulieren. Wenn dieser Punkt nicht wirklich sitzt: lass es.
2. Mikrofone sind die halbe Miete, doch auch die Front LS müssen passen. Wenn die nicht passt: Lass es.
3. Mikrofone, wenn es keine Lavaliers oder Headsets sind weil warum auch immer, dann mindestens Kleinmember nahe an die Quelle, von der Decke abhängen oder auf spezielle Stative mit langen Auslegern. Vorne kann man mit Grenzflächen versuchen und diese gerne auch wenn die Schauspieler an markanten Punkten sitzen. Ansonsten gibts noch Rohrrichtmikrofone.
4. Ganz wichtig: Nur die wirklich relevanten Mikros an den aktiven Besprechungsplätze oder in nächster Nähe öffnen und die Stützen von vorne zumischen aber vorsichtig.
5. Je nachdem wo die LS positioniert sind, hilfe es ein Delay auf mitte der Bühne zu legen zzgl. 10-15ms (Haas Effekt), um die Ortung auf die Bühne zu bringen und auch dem Feedback so schon ein wenig entgegen zu wirken.
6. Raummoden ziehen. Bringt aber auch nur dann was, wenn die LS wirklich richten. Also was wird da genutzt?
7. Delayline setzen / dezentrale Beschallung. Dann muss man nicht so viel Pegel geben und reduziert damit auch das Feedback.

Wenn man allerdings von sich selbst sagt ich
Eine Raummode ausfindig machen und die mal eben eliminieren...äh nee die Erfahrung
habe ich (noch) nicht.
dann ist das ehrlich, sagt aber auch deutlich: lass es. Du verbrennst dir nur die Finger daran.
Auch ist Sprache, insbesondere Theater etwas vollkommen anderes als ein Konzert.

Zu den FBXen: Die helfen nur dann, wenn alles andere Stimmt und sind nur für den Notfall. Wenn die Allerdings wie wild arbeiten, dann ist schon der Ansatz vollkommen falsch.

Ich empfehle hier an dieser Stelle: Lass das eine Profi mit Lavaliers (wieviel Personen sind das überhaupt)
machen. Zur Not auch die LS ordentlich. Ich weiß, das kostet richtig Geld doch es gilt eben you get what you pay.

Deswegen stelle ich jetzt hier Fragen in den Raum über die man sich einfach gerne mal Gedanken machen kann und bei dem Thema sich auch damit auseinandersetzten muss.
Sehr gute und vernüftige Fragen. Erstmal diese Fragen mit der gesamten Truppe durchgehen und die Halle diesbezgl. in Augenschein nehmen und eben nicht nur zur Generalprobe.
 
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  • #18
... Was sagen die Profis ...etc?

Ich bin kein Profi, beisse aber dennoch an. Obwohl die wichtigsten Dinge eigentlich alle schon gesagt wurden. Mit meinem Helfersyndrom habe ich mir an solchen und ähnlichen Situationen schon zu oft die Finger verbrannt und habe nicht mehr die Zeit, die Energie und schon gar nicht mehr die Geduld, mich in solche Situationen einzubringen. "Wasch' mich, aber mach' mich nicht nass." Oder eben hier: "Löse meine unmöglichen Probleme, aber mach', dass es mich nix kostet." Geht nicht. Man investiert Zeit oder Geld, um Probleme zu lösen, normalerweise beides.

Mein Tipp: Es ist für gesunde Menschen problemlos möglich, zu 250 Menschen verständlich zu sprechen. Organisiert einen Sprachtrainer oder einen erfahrenen Theaterregisseur, der den Akteuren das richtige Sprechen auf der Bühne beibringt. Auch als Akteure in einem Laientheater hat man kein Recht darauf, die grundsätzlichen Dinge verkehrt zu machen, darum: Langsam, laut und deutlich und (ganz wichtig) mit Projektion sprechen. Was ist Projektion? Keine Ahnung, aber meine Mutter war Grundschulehrerin. Die kann auch flüsterleise so sprechen, dass es in einem Klassenzimmer mit 30 Kindern zu hören ist. Man kann sowas auch als "Zuhause-Stimme" vs. "Draussen-Stimme" bezeichnen, wenn man sich also gegen Umgebungslärm und andere Widrigkeiten durchsetzen muss. Manchen können das, manche können es lernen.

Und noch was an @X-Engineer : Generalprobe in 14 Tagen, und Du sollst jetzt die Probleme lösen, die sich innerhalb von Jahren eingeschlichen und eingeschleift haben? Das ist nicht machbar, schon gar nicht zum (Nahe)Nulltarif. Du bietest dem Ensemble an, dass Du als reiner Beobachter dabei bist und ihnen dann hinterher eine Liste mit Vorschlägen für die Zukunft unterbreitest. Und dann heisst es für die Laienspieler entweder Zeit investieren und "Theatersprechen" lernen, oder Geld investieren und hinreichend gute Beschallungstechnik anzuschaffen oder anzumieten, dann wieder Zeit, um zu lernen, diese Technik als Akteure zu benutzen (und sich daran zu gewöhnen, dass man die eigene Stimme auch ausserhalb des eigenen Kopfes hört), sowie einen Menschen mit Ahnung einstellen, der das einstellt und bedient. Das kannst Du sein, aber wollen würde ich sowas nicht. Und wenn Du mit ihnen arbeitest, lasse Dir vorher schriftlich (!) bestätigen, dass Du Mitspracherecht hast, wenn es um die Lösung von Problemen geht. Der alles entscheidende Dialog soll ganz hinten auf der Bühne stattfinden? Flüsternd und vom Publikum abgewandt, weil "Drama, Baby"? Da musst Du ein Vetorecht haben.
 
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  • #19
:w00t:...ich fühl mich gerade wie wenn ich übermorgen allein Ed Sheeran im Olympiastadion mischen muß...Aufbau inklusive.
Vorher mach ich mit Ihm das Stimmtraining... 😀

Also ich bleib mal gaaaanz cool. 😉

Momentan weiß ich von der Technik noch gar nichts, nur dass keine Headsets verwendet werden.

Wenn mir das zu krass/umfangreich ist, werde ich mich zurückhalten oder zu einem Profi raten.
Sehe ich mehr die Schwächen beim Vortragen, dann wäre der Rat zu einem Sprachtrainer angebracht.
"Mitspracherecht" wo etwas gesprochen wird.

Das sind ja schon mal konstruktive Ansätze dem Thema zu begegnen auch wenn evtl. diese erst nächstes Jahr umgesetzt werden.

Ich bin niemandem verpflichtet und die Aufführung wird wie wie gewohnt stattfinden (...und auch dieses Jahr nicht in einer Vollkatastrophe enden)

Also...ich kenne die Theatergruppe persönlich, das sind alles recht vernünftige Bekannte, die sicher Ihren Anspruch an Ihr Hobby haben und
mit sich reden lassen, wenn man vernünftige Veränderungen vorschlägt.

Ich glaube, ich muß noch mehr Fakten sammeln...
 
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  • #20
:w00t:...ich fühl mich gerade wie wenn ich übermorgen allein Ed Sheeran im Olympiastadion mischen muß...Aufbau inklusive.
Vorher mach ich mit Ihm das Stimmtraining... 😀

Also ich bleib mal gaaaanz cool. 😉

...

Ich glaube, ich muß noch mehr Fakten sammeln...

Du musst einatmen, Du musst ausatmen. Der Rest ist optional. Also mach Dich locker, Du musst da gar nix. Du bist um Hilfe gebeten worden in einer Situation, die möglicherweise kurzfristig nicht zu lösen ist. Also sieh es Dir an und - wie Du ganz richtig sagtest - sammle erstmal die Fakten.
 
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