ihr 2,
Mit etwas Abstand fällt mir die Inkonsistenz auch auf - MAn merkt das selber ja gar nicht; es kommt ja alles aus derselben Rübe

- muss ja also irgendwie konsistent sein; isses aber nicht.
Wobei ich mich schon frage, ob es bei den anderen Sachen nicht noch schlimmer war; und woran du dich insbesondere hier so stößt x-riff.
Es würde mir echt helfen, wenn du das genauer präzisieren könntest.
Würde mich freuen, wenn du da noch was zu schreiben könntest.
Duggy
Ich kann´s erst mal nur so sagen, dass ich hier nur unregelmäßig auftauche, dann schnell quer lese und mir einige Sachen raussuche, bei denen ich dann Feedback gebe. Insofern mag ich hier gar keinen Vergleich zu Deinen anderen Texten anstellen. Wobei beispielsweise Dein Text mit den Bäumen und der doppelten Falle anders und gleichzeitig gleich auf mich gewirkt hat: anders, weil er von der ersten Zeile an traum- oder märchenhaft war. Gleich dann allerdings auch, weil mir mehrere Sachen auffielen, die beim zweiten oder dritten Mal lesen dann doch nicht zu passen schienen: darauf bin ich aber gar nicht weiter eingegangen, weil das andere schon getan hatten.
Grundsätzlich hat es für mich etwas damit zu tun, wie verständlich man selbst für "die" Zuhörer (die es in dieser Abstraktion bekanntlich nicht gibt) als Autor sein will: für manche Zuhörer sind die Texte der doors oder Cpt. Beefheart weltöffnend, andere schalten nach kurzer Zeit ab ... die einen Autoren setzen darauf, dass sich die wirklich interessierten Zuhörer schon mit dem Text auseinandersetzen werden, wenn einmal das Interesse geweckt ist; die anderen Autoren wollen sofort verstanden werden, wollen sofort durchdringen. Das liegt neben dem eigenen Anspruch auch an Themen, Arten von Texten, Stilistiken etc.
Da musst Du selbst eine Haltung entwickeln und das ändert sich vielleicht auch von song zu song oder von Phase zu Phase.
Das Forum hier finde ich deshalb so wichtig, weil man eben als Autor sehr eigenen Text nur bedingt hinterfragen und schon gar nicht unvoreingenommen sehen kann. Da jede/r hier mehr oder weniger Autor ist und Feedback haben möchte, sollte er auch bereit sein Feedback zu geben, so dass ein Geben und Nehmen besteht. Aus meiner Wahrnehmung stimmt bei Dir (wie bei vielen anderen hier) dieses Geben und Nehmen - ein Grund, auch ein Grund, warum ich auf Deinen Text noch mal geschaut habe.
Ich sage mal, es waren mindestens die Stellen, die falcone angemarkert hat. Vielleicht kurz noch mal genauer:
Don't talk so loud / rede nicht so laut
Try not to breathe / versuche nicht zu atmen
In a dreamy world so far away… / in einer verträumten Welt so weit weg
They sleep / schlafen sie
so weit okay: Außenperspektive: Erwachsene, über Baby(s) gebeugt, erzählen sich was und zwar in einer realistischen Welt
Don't march out, at the speed of light / rücke nicht mit Lichtgeschwindigkeit aus
da hört´s mit der realistischen Welt für mich auf: das ist keine reale Überlegung oder Forderung, noch nicht mal für Astronauten, was ein mögliches Bild sein könnte, an das ich gedacht hatte: Eltern im Weltall beugen sich über ihr Baby ...
Into the night / in die Nacht
wieso in die Nacht? Ich habe kein Bild mehr vor Augen ... es paßt für mich nicht zur ersten Strophe: reale Eltern beugen sich über reale(s) Baby - in IHRE nacht könnte einiges glätten, aber dann bliebe wieder die Lichtgeschwindigkeit ...
Don't lose ground,/ verliere nicht den Boden unter den Füßen
maybe you should try / vielleicht solltest du es versuchen
da ist für mich der Mix zwischen Aufforderung "verliere nicht den Grund" und paradoxer Intervention im Sinne von tue das Gegenteil "vielleicht solltest Du es versuchen" nicht stimmig: wer soll das zu wem sagen? Die beiden Eltern sich selbst zueinander? Eine Person, die mit sich selbst im Widerstreit steht? Um was zu tun oder zu lassen - welchen verdammten Boden unter welchen verdammten Füßen verlassen? Ich verliere die Lust am Text, weil es für mich weder bildlich noch metaphorisch hinhaut ... wieso sollen Eltern oder irgendwer den Boden verlieren, wenn sie versuchen (sollten) sich in die von ihnen imaginierten Gedanken/Träume hineinzuversetzen: sie sind nicht real, und es ist nicht gesagt, ob sie bedrohlich sind - und wenn sie unverständlich sind, dann klappt es eh nicht ... Diesen Widerspruch kann ich verstehen und nachvollziehen, wenn es um einen Geisteskranken, einen Perversen oder so einen Typen wie in Das Schweigen der Lämmer geht: da gibt es eine reale Gefahr in die (Geistes-/Vorstellungs-) Welt eines solchen Menschen zu dringen oder zu geraten - aber bei Babys, die träumen?
Ich verstehe den Konflikt nicht, die Spannung nicht ... es gelingt mir nur, mir etwas völlig Unverständliches vorzustellen, das mit dem Versuch einhergeht, verstehen oder nachvollziehen zu wollen, was in den Gedanken oder Träumen von Babys vorgeht ... das hat etwas dramatisches insofern als es ein Buch ist, das mit dem eigenen Erwachsenwerden Seite für Seite geschlossen und dann von Siegeln und Schlössern versperrt ist, die vielleicht höchstens in den eigenen, uns unverständlichen Erwachsenenträumen kurz geöffnet werden ... Ich verstehe im Grunde nicht, wovon der song handelt ...
[refrain]
the babies are asleep / die Babys schlafen
nightwind brought us peace / Nachtwind brachte uns Frieden
schön - aber wem bringt er Frieden? Den Erwachsenen? Und warum?
[strophe]
I can't feel any greed / Ich fühle keine Gier
Wer ist dieses ICH? Vorher gab es ein UNS und (tendentiell) eine Botschaft eines Erwachsenen an einen anderen Erwachsenen, sofern das kein Selbstgespräch war ...
The edges cut off / die Ecken sind abgeschnitten
Where clouds took their place, / wo Wolken ihren Platz einnahmen,
all over the place / überall
With blue hands cold as ice / mit blauen Händen kalt wie Eis
We reach into the night / dringen wir in die Nacht ein
Wer ist WIR?
Du hast mich als Leser schon lange verloren: es gibt keine Situation, die ich mir vorstellen kann, auf welche die Sätze/Aussagen, die ich lese, zutreffen können - zumindest habe ICH die Lust am Suchen verloren, denn für mich gibt es zu wenig zu entdecken: Gier, Ecken, Wolken, blaue Hände: das mag jemand anderem etwas sagen, aber auf mich kann höchstens ihr Reiz zufällig sein: wie eine gut getroffene Metapher in einem sonst mir unverständlichen Text ...
[refrain]
The babies are asleep / die Babys schlafen
nightwind brought us peace / Nachtwind brachte uns Frieden
[strophe]
Ancient robots in outer space / altertümliche Roboter im Weltall
Colored space, theres so much space / bunter (Welt) Raum, da ist so viel (Welt) Raum
In a babies dream / Im Traum eines Babys
How I wish I was there / Ich wollte ich wäre da
With your crazy Robots / mit deinen verrückten Robotern
And your colored thoughts / und deinen bunten Gedanken
And your colored thoughts so far away / und deinen bunten Gedanken so weit weg
[refrain]
The babies are asleep / die Babys schlafen
Will they remember me? / werden sie sich an mich erinnern?
Wie können sie, wenn das lyrische Ich in der Strophe davor zugesteht, dass er sich nur wünschen kann, in den Träumen der Babys zu sein?
Ich kann vielleicht nach dem jetzigen Durchgang sagen, dass ich einfach recht früh aussteige und dann nicht mehr einsteige. Das ist sicher eine persönliche Sache, aber für mich ergibt sich weiterhin kein schlüssiges Bild. Zwar kannst Du erklären, was Du Dir dabei gedacht hast bzw. was für Dich für was im Text steht - und das mögen auch andere nachvollziehen können, aber für mich gibt es halt diese Stellen, wo ich aussteige, die ich benannt habe.
Oder ist es doch das Thema? Was ist das Thema? Die unerfüllbare Sehnsucht der/eines Erwachsenen, in die Gedanken-/Traumwelt eines/der Babys einsteigen zu können? Dann geht der letzte Satz nicht. Und überhaupt: was sollte daran gefährlich oder dramatisch sein, wie in der zweiten Strophe angedeutet? Gerade der Fakt, dass dies eben nicht funktioniert, wendet ja die Gefahr ab.
Oder ist das Thema, dass es doch gelingen kann? Aber wo und wie findet das statt?
Nun ja - meine Gedanken dazu ...
herzliche Grüße
x-Riff