Tonabnehmer für Klarinette

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drumming

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Liebe Leute, ich spiele eine sehr schöne Böhm Bb-klarinette von Adler mit einem Mundstück von Otto Link.
Ich überlege, mir in das Mundstück einen Tonabnehmer von Rumberger (WP-1X für Woodwinds) einbauen zu lassen,
um bequem auch über eine Anlage spielen zu können. Hat jemand von euch Erfahrungen mit diesem relativ neuen Abnehmer?
Vielen Dank für eure Antworten.
 
sebigbos

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Knifflige Frage. Auf der Bühne willst du einen guten Sound auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein gutes Monitoring und keine Rückkopplungen. Was den 2ten Punkt angeht, ist der Rumbi jedem Mikro überlegen. Was den Sound angeht, hat er schon Nachteile. Der Klang ist bei weitem nicht so farbig und vielschichtig wie bei einem Mikro. Mußt du dir letztlich selber anhören, um es zu entscheiden, ob dir das reicht. Ich benutze den Rumbi für die Bass-Klarinette, weil für mich da die Vorteile - mehr Schalldruck und weniger Kopplung - überwiegen und der Sound des Rumbi mir auch ganz gut gefällt. Bei der Bb-Klarinette nehme ich aber Mikros (SD-systems).
Wenn du den Rumberger nimmst, brauchst du auf jeden Fall noch einen Equalizer, ich habe einen graphischen 15-Band, das reicht, es ist in erster Linie ein peak um die 160Hz, den man rausziehen muß. Der eingebaute low-shelf nimmt zuviel Sachen mit weg, die ich gern hören möchte.
Ich hab meinen direkt im Geschäft in Endorf gekauft und man hat mir gesagt, daß sie dabei sind ein Equalizer-tool speziell für den Rumbi zu entwickeln, ich weiß aber nicht, ob es das schon gibt.

ach ja, ich hab meinen in den Birnen eingebaut. Mit dem Mundstücks-Adapter hab ich keine Erfahrung. Ich würde aber mal tippen, daß die harmonichen Verzerrungen da oben eher noch stärker sind. Und deine Klarinette hört man da auch nicht mehr.
 
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voiceintune

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frag mal bei Eppelsheim an, ob er damit schon versuche gemacht hat.
 
atrofent

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HCA Klarinette
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Hallo,

ich habe zu dem Thema vor längerer Zeit schon einmal einen Beitrag geschrieben, da sich im Prinzip wenig verändert hat, hier die Kopie davon. Den neueren Tonabnehmer WP - 1x, der in das Mundstück eingebaut wird, kenne ich nicht.
Inzwischen spiele ich fast nicht mehr in bands wo ich mich mit der Klarinette nur mit Hilfe eines Mikros durchsetzen kann und ich ständig auch mit Rückkopplungen zu tun habe. Ein Mikro nutze ich viel mehr um einen gewissen sound zu erhalten, wird es dann tatsächlich etwas lauter klemme ich ein AKG C519 ML dran, dazu gibt es eine spezielle Haltevorrichtung die am Becher befestigt wird, das genügt.

.......

ich benutze das System "Rumberger" schon an die 20 Jahre, damals hieß es noch "Blackring". Seit dieser Zeit hat es sich ständig weiterentwickelt und ich bin jetzt aktuell mit dem K1x zu Gange.
Allerdings hat es schon seine Einschränkungen - zumindest für mich - und ich nutze es nicht immer.
Ich habe eine 2. Birne mit dem Tonabnehmer, dabei hat sich durch das Anbohren bzw den Tonabnehmeranschluß auch die Intonation etwas verändert, mann muss etwas aufpassen, geht aber.

Ohne EQ Einsatz komme ich nicht aus, anderfalls ist mir der Klang viel zu "klotzig" und direkt. (Die mögliche Einstellung am Tonabnehmer selbst ist ziemlich grob) Gleichfalls nutze ich Reverb. Damit komme ich in der Praxis zusammen mit Trompete + Akkordeon + Baritonhorn in der "Oberkarainer Formation" gut hin. Ebenfalls in der Dixieformation mit Trp+Pos+ Banjo.

Als Funksystem nutzte ich am Anfang "Zeck daisy" gibt es heut glaube ich nicht mehr wg. der Frequenzen. Das war für mich das beste und einfachste System.
Heute nutze ich ein AKG-System, mit den Frequenzen die im Moment noch zugelassen sind. Da wird es aber bei manchen Gigs, wo noch andere bands im Einsatz sind, öfters mal problematisch und ich nehme dann lieber Kabel. Das ist dann störungssicher.
Ob Sennheiser, Shure oder AKG als Funksystem (die habe ich ausprobiert) ist letzten Endes gleich, da die Funkstrecke den Klang eigentlich nicht beinträchtigt, wichtiger ist die Störungsanfälligkeit und die hängt mit den verwanden Frequenzen zusammmen. Hier wäre ein digitales System für die Zukunft eher zu empfehlen. Ist aber schon eine Preisfrage.
Bei dem Anschluß an die verschiedenen Funksysteme muß man die Herstellervorgaben beachten d.h. die Pinbelegung der Kabel.
Rumberger liefert auch entsprechende Kabel oder man erhält auf Anfrage Hinweise.

Direkte Aufnahmen mit dem System habe ich probiert, gefallen mir nicht, kommen einfach zuwenig Klangdetails der Klarinette rüber.

Ansonsten nehme ich, wenn ich in leiseren Umgebungen spiele, lieber ein Mikro, hier habe ich einige zur Auswahl, wobei meine aktuellen Favoriten entweder ein AKG C1000s oder ein Sennheiser MD 441 sind.

Wenn du dich für den Rumberger entscheidest lass die Bohrung oder den ganzen Einbau in einer Fachwerkstatt vornehmen, einfach mit der Bohrmaschine frei Hand geht wahrscheinlich etwas "knapp daneben".


Grüße

atrofent
 
D

drumming

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Vielen Dank für eure Antworten! Wahrscheinlich werde ich jetzt doch ein Mikro am Becher mit Sender nutzen. Damit habe ich bei meinem Tenorsaxophon schon gute Erfahrungen gemacht.
Mir ist es wichtig, nicht an einem Mikro zu kleben. Gruß drumming
 
sebigbos

sebigbos

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mit einem mic am Becher verzerrst du bei der Klarinette die Dynamik aber gewaltig. Die mittleren Töne hörst du kaum und e und h' brüllen dich an. Beim Tenor-Sax geht das noch, weil das mic am Becher auch die Töne aufnimmt, die seitlich aus den Tonlöchern klingen. Bei der Klarinette nehm ich ein Doppel-Mikrophon-System, mit einem zusätzlichen Mikrophon oben in der Mitte.
 
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voiceintune

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sebigbos

da kann ich nur eins sagen - stimmt !
 
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