Trotz heftigem Sturz hat die 1Mio$-Geige glimpflich überlebt

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Vielleicht habt ihr schon die eine oder andere Meldung zu diesem Horror-Unfall gelesen.
In seinem aktuellen Video erklärt Edgar Russ was alles passieren hätte können und wie glimpflich es glücklicherweise ausging.
Ich finde es sehenswert:

View: https://youtu.be/ElTrObL4FDY?is=pGX0uBqjpybhMLG1
 
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wie kann man so nah am Dirigenten stehen, wenn der so rumfuchtelt. Habe ich schon bei YT gesehen. Die Stradivari wird wohl auch versichert gewesen sein
 
Eine heruntergefallene Geige ist kein Horrorunfall, sondern ein Sachschaden.
 
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wie kann man so nah am Dirigenten stehen, wenn der so rumfuchtelt. Habe ich schon bei YT gesehen. Die Stradivari wird wohl auch versichert gewesen sein
Dirigenten und Solisten bei klasischen Orchestern komunizieren gerne. Da hilft die Nähe.
Und Stradivaris wachsen nicht auf Bäumen ;-) , da hilft dann auch keine Versichernung.
 
Es war keine Stradivari.
 
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Joa, "nur" eine Guarneri...
 
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Wenn man mal darüber nachdenkt warum die alten Instrumente alle tiefe Kratzer und auch ein paar Scharten haben wird schnell klar, dass sie früher wie Alltagsgegenstände benutzt wurden, oder es bereits vor dem Punk eine Tradition gab, mit fliegenden Musikalien eine Bühnenshow zu inszenieren. Cool, dass sowas jetzt wieder in Mode kommt.
 
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Es ist auch keine Guarneri, es ist eine Guadagnini.

(Als ob ich wüsste, was das bedeutet..)
 
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Es ist auch keine Guarneri, es ist eine Guadagnini.
Oh, sorry, dann habe ich im Video nur mit einem Ohr hingehört, mea culpa.

Allgemein sollte man sich aber ein wenig von der verklärten Vorstellung lösen, dass 250+ Jahre alte Violinen heute mit allen Teilen so beschaffen sind, wie sie dereinst aus den Manufakturen fielen. Die essentiellen Komponenten Decke, Boden, Zarge und auch der Lack sind hoffentlich noch original - wahrscheinlich im Laufe der Zeit auch mal neu verleimt, vielleicht auch repariert, die Schnecke ebenso.
Balken wurden getauscht, um dem Zug moderner Saiten gerecht zu werden,
Das Griffbrett ist durchaus schon ersetzt worden, die Griffbretter praktisch aller Stradivari als Beispiel wurde im 19.Jahrhundert durch massive Ebenholzgrifbretter anderer Dimensionen getauscht, wie auch bei getauschten, längeren Hälsen, an die die org. Schnecken angeschäftet wurden
Steg und Stimmstab dürften nie Originalteile sein.
Schäden durch einen Sturz dürften ein solches Instrument also nicht unwiderruflich zerstören, wenn nicht Schlüsselkomponenten komplett unreparierbar zerstört werden. Die Instrumente haben im Laufe ihres Lebens schon viele Änderungen/Modernisierungen und Reparaturen mitgemacht. Ohne das wären sie heute unbrauchbar.

P.S.: Nochmals recherchiert: Beim Sturz ist offenbar nichts essentielles gerissen, nur die Decke hat sich gelöst (Sollbruchstelle zum Schutz) und muss neu verleimt werden -> Tagesgeschäft für einen Experten
 
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  • #10
Letzteres sagte Edgar Russ ja in dem Video ;)
...und er ist als einer der aktuell besten Geigenbauer ja ein Experte.
Hätte sie die Geige im Sturz aber nicht geistesgegenwärtig mit ihrem Fuß gedämpft, wäre der Schaden erheblich gewesen.
 
  • #11
Und letztlich hat sie paradoxerweise mit der relativ hohen Fallhöhe Glück gehabt, weil die Geige sich optimal drehen konnte und eben gerade nicht mit dem Kopf aufgeschlagen ist.
 
  • #12
Letzteres sagte Edgar Russ ja in dem Video ;)
...und er ist als einer der aktuell besten Geigenbauer ja ein Experte.
Hätte sie die Geige im Sturz aber nicht geistesgegenwärtig mit ihrem Fuß gedämpft, wäre der Schaden erheblich gewesen.
Ich - als Laie in Sachen Geigen - frage mich gerade, ob es möglich wäre, eine Violine ggf. mit einem kurzen Seil am Körper des Spielers zu sichern. Wobei dieses sicher die Optik und das Spielgefühl des Solisten beinträchtigen könnte.
 
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  • #13
Die normale Violine eher nicht, aber bei den E-Geigen gibt es eine Version die mit einem Gurt gehalten wird.
In der normalen Solisten-Situation in der sich die Violinistin hier befand, hilft nur ein größerer Sicherheitsabstand zwischen Dirigent und Solistin.
Und den werden Solisten nach diesem Vorfall sicherlich zukünftig einhalten.
Sie ging einen Schritt vor, der Dirigent ein Stück zur Seite und sie war ihm dann einfach zu nah.
 
  • #14
Ich habe in Gotha mal mit einem Solisten gefrühstückt, der eine Stradivari als Leihgabe dabei hatte. Er sagte er hätte deutlich mehr Angst (Alpträume) davor die Geige im Taxi liegen zu lassen, als sie per Unfall endgültig zu schrotten. Die Werkstätten die sich um den Erhalt der alten Instrumente kümmern sind halt richtig gut und auch der Wert (wenn nicht Totalschaden) bleibt weitestgehend bestehen. Der Wert besteht halt auch aus der Historie ...

Gruß
Martin
 
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  • #15
Ich - als Laie in Sachen Geigen - frage mich gerade, ob es möglich wäre, eine Violine ggf. mit einem kurzen Seil am Körper des Spielers zu sichern. Wobei dieses sicher die Optik und das Spielgefühl des Solisten beinträchtigen könnte.
Könnte man zwar, wird aber keiner machen. Man hat ja als professioneller Musiker seit frühster Jugend, also seit einigen Jahrzehnten, Reflexe zum Schutz des Instruments entwickelt.
Deswegen wird man in Unfall-Situationen immer versuchen, das Instrument instinktiv zu schützen, und die Dämpfung des Aufpralls ist ja so eine auch hier gelungene Maßnahme.

Weitere Schutzmechanismen wie eine Befestigung würden ja nur noch viel seltenere Unfallszenarien abdecken, die aber durch die antrainierten Reflexe extrem unwahrscheinlich sind und Nachteile mit sich bringen.

Als Posaunist habe ich auch Reflexe antrainiert, den Zug festzuhalten. Das ist auch der Regelfall bei Posaunenschülern, kaum jemandem fällt der Zug runter. Man könnte ihn mit einer Schnur befestigen, aber richtig praktikabel und hilfreich wäre das nicht, dass es die entstehenden Einschränkungen aufwiegt.
 
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