Uhr tickt, er muss

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Teestunde
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Uhr tickt, er muss

Uhr tickt, er muss,
löst sich aus ihrem Kuss.
Zug schließt die Tür,
trennt ihn von ihr.

Sie folgt ein Stück
und dann bleibt sie zurück.
Ihr Umstandskleid
wird schon weit.

Längst wär’s Zeit, davon zu sprechen,
wartet er auf Wunder?
Viel zu lang schon reißt’s ihn hin und her.

Irgendwann wird sich das rächen,
Zögern ist wie Zunder.
Bleibt er feige, will ihn keine mehr.

Er schaut hinaus,
bringt der Zug ihn nach Haus?
Will er es so?
Das Glück ist - wo?

Letzte Station
und da winkt sie auch schon,
lächelt ihn an,
ihn – ihren Mann.

Längst wär’s Zeit, davon zu sprechen,
wartet er auf Wunder?
Viel zu lang schon reißt’s ihn hin und her.

Irgendwann wird sich das rächen,
Zögern ist wie Zunder.
Bleibt er feige, will ihn keine mehr.

Merkt sie denn nicht, dass er kaum spricht?
Sie kauft noch Wein zum Essen ein.
Ob er ihr zeigt, warum er schweigt?
Er löscht die Fotos und denkt: Nein!

Längst wär’s Zeit, davon zu sprechen,
wartet er auf Wunder?
Viel zu lang schon reißt’s ihn hin und her.

Irgendwann wird sich das rächen,
Zögern ist wie Zunder.
Bleibt er feige, will ihn keine mehr.
 
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x-Riff
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Hi Teestunde,
nach dem vierten Mal lesen meine ich den Text verstanden zu haben: ein verheirateter Mann hat eine nun schwangere Geliebte. Die Situation drängt auf eine Entscheidung hin, die der Mann nicht treffen will.

Was hat mich stutzen gemacht, was hat mir das Verstehen erschwert - so ich denn mit meiner Interpretation richtig liege?

Zunächst haben mir die kursiv gesetzten Stellen das Verständnis nicht erleichtert. Was mich aber hat stutzen lassen war die Zeile, wo nicht nur der Fokus auf dem Mann liegt, sondern auch Anteilnahme oder doch zumindest die Perspektive des Mannes eingenommen wird, welche die Sorge in sich birgt, das ihm von seinen zwei Frauen möglicherweise keine mehr bleibt, wenn er sich nicht entscheidet.

Haben mich moralische Vorbehalte stocken lassen? Möglich. Möglich auch, dass mir diese Perspektive vielleicht nicht bei einer Autorin zuerst in den Sinn kommt - was ein weiteres Vorurteil oder doch eine Voreingenommenheit aufzeigt. Ich vermute, dass mich die Unvermitteltheit hat stocken lassen: Einzig hier wird eine Konsequenz seiner Entscheidungslosigkeit, seines Zögerns aufgezeigt.

Ich schwanke noch: Mutig, einerseits. Andererseits: Warum wird nur die Konsequenz für den Mann aufgezeigt? Und wäre es mutig, sich für eine der beiden Frauen zu entscheiden und dann wäre alles gut? Was geht in ihm vor, weshalb will oder kann er sich nicht entscheiden? Und zwischen was entscheidet er sich eigentlich - für was stehen diese beiden Frauen?
Es wird von Aussen auf diesen Mann und diese Situation geblickt - vielleicht kommt mir diese anteilnehmende letzte Frage deshalb so unvermittelt vor. Vielleicht ist dies aber auch die Stärke dieses Textes: dass diese Fragen sich aufdrängen, aber offen bleiben.

Gibt es schon Musik dazu?

x-Riff
 
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Der Mann hängt einerseits an seiner Frau und eben auch an der Geliebten. Da ist es schwer, eine Entscheidung zu treffen. Ansonsten hast du doch für dich ziemlich viel aus dem Text herausgezogen. Ich kann und möchte eigentlich nichts weiter erklären. Was nicht rüberkommt, das bleibt eben ungesagt. Auch ist die Kürze der Zeilen etwas unpraktisch für im Text unterzubringende Erörterungen. :)

Es gibt Musik dazu, aber wenn es dich packt, rede ich noch mal mit dem Komponisten. Er hätte sicher Verständnis, zumal auch noch jemand anders einen Text auf seine Musik schreibt. :)
 
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Mich hat interessiert, ob es dazu eine Musik gibt bzw. ob man sich eine Vertonung anhören kann.
Aus unterschiedlichen Gründen käme ich selbst für eine Vertonung nicht in Frage.

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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Liebe Grüße zurück! :)
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Du hast den Text schon mal gepostet, allerdings in einer anderen Version, war das auch hier oder in einem anderen Forum?
Ich weiß, ich kenn den Text und hatte Gedanken dazu, weiß aber nicht mehr wozu eigentlich.
 
Teestunde
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Schade, hätte mich interessiert, was für Gedanken das waren. :)
 

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