Victory Kraken MK1 Bias Einstellung

Z
Zcene
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
13.01.26
Registriert
22.09.24
Beiträge
9
Kekse
0
Hallo Zusammen,

Ich habe mir letzte Woche einen gebrauchten Kraken MK1 geholt.

Als der Amp bei mir angekommen ist, musste ich öeider festellen, dass eine Emdstufenröhre beim Versand kaputt gegangen ist.

Daraufhin habe ich neue 6L6 Röhren von Tube Amp Doctor gekauft.

In der Anleitung des Kraken steht, das man beim Röhrenwechsel unbedingt den Bias einstellen muss.

Also habe ich die Röhren getauscht und mich an die Bias Einstellung laut Anleitung gemacht.

Alle Regler auf 0 oder Off
Eingesteckte Gitarrenbox
Den Wählschalter auf Full Power Mode
Den Wählschalter für die Röhrenart (E34 oder 6L6) auf 6L6

Dann habe ich den Bias in mV Dc mit meinem Multimeter an den vorgegeben Messpunkten gemessen. (Welchen Punkt man für Masse nimmt, ist nicht beschrieben. Hierfür habe ich einmal due Befestigungsschrauben der Platine genommen oder einen Erdungspunkt im Gehäuse.

Laut Anleitung soll man 34 mV einstellen. Wenn ich das Bias Potentiometer komplett aufdrehe komme ich nur auf 31mV.

Das kommt.mir jetzt komisch vor, dass ich trotz voll aufgerissenem Biaspoti nicht auf die vorgeschriebenen 34mV komme.

Ich habe die Röhren und Messung per Foto dokumentiert. Vielleicht kann jemand von Euch was dazu sagen?

Ich habe auch Victory angeschrieben, würde aber sehr gerne übers WE spielen und auch endlich wissen, ob ich einen Fehler gemacht habe oder nicht 😅
1000046561.jpg


Viele Grüße

Jörg
1000046558.jpg
1000046560.jpg
1000046559.jpg
1000046555.jpg
 
Tja... Der übliche Fehler, der hier bereits 'zigmal durchgekaut wurde.
  • Bias messen ohne zugehörige Betriebsspannungswerte zu kennen, ist schlicht und einfach falsch. Es produziert im ungünstigsten Fall "rote Backen" in den Endröhren.
  • Der in der Anleitung angegebene Wert gilt für Endröhren mit einem bestimmten Kennliienverlauf. Die von dir eingesetzten Röhren können davon abweichen.
Hinzu kommt das Übliche:
  • liegt ein Fehler im Amp vor, so dass die stromziehenden Endröhren die Betriebsspannung so stark belasten, dass das alles "in die Knie geht"?
  • ist das Messinstrument in Ordnung oder liefert es Müll?
Paarig gekaufte, sogenannte "gematchte" Röhren bedeutet noch lange nicht, dass sie hinsichtlich ihrer Kennlinienverläufe zu 100% in jeden Amp einfach mal so passen. Aus der Ferne würde ich sagen, dass es bedenklich ist, den Bias-Regler auf Anschlag einstellen zu können, ohne den erforderlichen Strom zu erzielen. Entweder Meßfehler oder Fehler im Amp.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Hallo Stratspieler,

Wie finde ich denn die zugehörigen Betriebspannubgswerte raus und wofür brauche ich die?

Ich habe mir die Messpunkte und zu messende Werte aus der Betriebsanleitung des Kraken rausgesucht. Auch gibt es ein Video dazu im Internet. Bis jetzt finde ich noch keinen Fehler bei meiner Durchführung.

Aber ich gebe dir völlig recht, ob das alles so stimmt bin ich mir auch nicht sicher. Ich habe mir ein neues günstiges Multimeter aus Amazon bestellt. Auch mit großer abweichung sollte es reichen einen ca. Wert einzustellen. Aber vielleicht muss ich mir das wirklich noch eins zum vergleich besorgen.

Der Messbereich ist 200mV an dem Multimeter. Die Genauigkeitsklasse habe ich noch nicht heruasgefunden.

Der Amp an sich funktioniert und hat laut vorbesitzer auch einwandfrei funktionert. Ich hoffe ich kann "defekten" Amp ausschließen.

Muss ich den ein input kabel an den Amp anschließen? Mit oder ohne Gitarre? Ich konnte in den Anleitungen nichts dazu finden. Im Video war kein Kabel angeschlossen.

Viele Grüße

Jörg
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Achso wäre es schlimm, wenn die Spannung zu niedrig eingestellt ist? Zu hoch führt zu einem zu schnellen Verschleiß der Röhren.

Passiert bei zu niedrig auch etwas, außer das vielleicht nicht die komplette Ausgangsleistung erreicht wird?
 
Servus Jörg,

doof geantwortet: Die Betriebsspannungswerte findest du durch Messen der Anodenspannung raus. Du wirst beim Justieren des Bias u.U. merken, dass diese Spannung absackt, je mehr Strom die Röhren ziehen. Wie stark die Absackung ist, kann ich dir nicht sagen, denn ich kenne die Dimensionierung ("Steifheit") des Kraken-Netzteiles nicht (!).

Das ist jetzt aber für dein Vorhaben gar nicht mal sooo wichtig. Wichtig ist, zu wissen, dass du - jetzt nur grob geschrieben - die 70%-Regel bezüglich der Anodenverlustleistung einhältst. Will sagen (falls ich dir Bekanntes schreibe, dann bitte ignorieren, ich kenne deinen Kenntnisstand nicht), du justierst den Bias so, dass die Anodenbleche nur mit 70% ihrer maximal möglichen Verlustleustung belastet werden. So rum geschrieben: Dann stellst du sicher, dass die Anodenbleche nicht aufgrund eines zu hohen Stromes / einer zu großen kinetischen Energie der aufschlagenden Elektronen beginnen zu glühen, was eben die bekannten "roten Bäckchen" sind.

So. Um jetzt hier ohne groß zu rechnen in der Praxis arbeiten zu können, haben sich einige schlaue Leute rangemacht, eine Tabelle zu erstellen, aus der man ersehen kann, bei welcher Anodenspannung welcher Gesamtstrom pro Röhre einzustellen ist, um im Rahmen dieser 70% zu bleiben. Diese Tabelle ist bei Tube-Town zu finden. Leider hat TT seine Homepage etwas umgestellt (finde ich doof), so dass alle abgespeicherten Links dorthin nicht mehr funktionieren, sondern die wandern nur noch auf deren Startseite. Hier mal ein Printscreen der Tabelle. Ich habe die Tabelle im Vergleich zum Original etwas umgestellt und erweitert:
2025_11_30_10_14_24_Bias_Einstellwerte_1_Tabelle.doc_Kompatibilitätsmodus_Microsoft_Word.png

Natürlich kann man die Endröhren eines Amps im Bias immer individuell "kälter" oder "heißer" einstellen! Die Tabelle aber ist ein guter Anhaltswert, um die Endröhren betriebssicher einzustellen - vorausgesetzt, das Netzteil macht mit seinen Betriebsspannungen mit. Wenn die zu instabil werden, also zu sehr durchsacken, so dass du eben nicht auf die empfohlenen 34mA kommst, dann stimmt erst mal was nicht (mögliche Ursachen nannte ich oben).

Ganz ehrlich: Solche allgemeinen Einstellungen der Hersteller finde ich ziemlich bescheuert. Genau aus dem Grund, weil sie eben zu allgemeinkonkret sind - es sei denn, ein Hersteller bezieht sich in dieser Allgemeinheit zur Vereinfachung auf einen von ihm ausgemessenen und durch Name oder Codierung festgelegten, individuellen Typ Endröhren! Dann mag das klappen. Aber nur dann!

- -

Mit "hat einwandfrei funktioniert" fange ich grundsätzlich nichts an bzw. bin sehr vorsichtig. Nur Meßwerte sind aussagekräftig.

Ein Inputkabel etc. brauchst du nicht.

Bezüglich einer zu geringen Betriebsspannung:

- sofern der Amp keinen Defekt hat
- das Paar der Endröhren soweit in Ordnung ist
- du korrekt mißt und einstellst (!)

sollte das Thema "zu geringe Ausgangsleistung" keine Rolle spielen. Und es kann auch nichts passieren.

Das mal in Kürze. HTH!

Doof gefragt, da kein Schematic zur Hand: Wo du dran mißt - sind das spezielle Meßpunkte mittels eines (1 Ohm-) Widerstandes, an dem man über seinen definierten Spannungsabfall (überhaupt) den Gesamtstrom pro Endrohr messen kann? :gruebel:
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Danke für die ausführliche Antwort!

Mein wissen bezüglich Röhrenverstärkern ist stark begrenzt. Ich habe mal energieelektroniker gelernt aber das ist lange her und beinhaltete auch keine Röhrentechnik.

Wenn ich die Tabelle richtig interpretiere muss ich mit meinen 6l6 28 bis 39 mV einstellen. Auf der Platine des Kraken steht 450V DC. Damit passen die Werksangaben vom Kraken mit 34mV genau mittig rein.

Das die Messmethode auf einen 1 Ohm Widerstand bezogen ist, hoffe ich jedenfalls.

Ich verlinke gleich mal das Video und die Bedienungsanleitung.

Dann werde ich als erstes mir ein anderes messgerät besorgen müssen. Mal sehen was ich dann Messe. Die Messpunkte an der Platine habe ich versucht auf den fotos darzustellen.

Hier das Video von Victory.



View: https://youtu.be/i96LDkOkbqs?si=zARWxULbhFGRW4iC
 
muss ich ... mV einstellen. Auf der Platine des Kraken steht 450V DC. Damit passen die Werksangaben vom Kraken mit 34mV genau mittig rein.

Auf der Platine... Das ist nur ein gedruckter Wert. Der sagt nichts aus über das, was tatsächlich an der Röhre anliegt.
Und das Video ist leider einfach nur oberflächliches "Malen nach Zahlen", was der nette, junge Mann da tut, ohne auch nur einen einzigen Zusammenhang zu erklären.

Es sind mA. Keine mV....

Das die Messmethode auf einen 1 Ohm Widerstand bezogen ist, hoffe ich jedenfalls.

...denn wenn es nur zum Beispiel keine engtolerierten 1Ohm-Widerstände sind, dann wäre die Interpretation 34 mV = 34 mA schon falsch.
 
... Bias Messadapter bei Tubetown...

Nur taugen diese Adapter leider wenig. Ich weiß nicht, was Dirk sich dabei gedacht hat, aber die Durchmesser der Prüfsockel sind viel zu groß, dass man vorhandene Bärenkrallen / Haifischmäuler an den Röhren viel zuweit aufbiegen muß (-> Bruchgefahr), um sie überhaupt verwenden zu können. Stehen die Endröhren bzw. sind im Amp keine Haifischmäuler, so mag es funktionieren.

Die alten Adapter, die nur aus der Platine mit passendem Durchmesser bestanden, hat Dirk nicht mehr im Angebot. Allerdings waren oder sind sie für Laien nicht handhabungssicher. Vermutlich gibt es sie deswegen nicht mehr.
 
Die alten Adapter, die nur aus der Platine mit passendem Durchmesser bestanden, hat Dirk nicht mehr im Angebot. Allerdings waren oder sind sie für Laien nicht handhabungssicher. Vermutlich gibt es sie deswegen nicht mehr.
Genau deswegen.... und das war auch ein Grund warum ich ein CompuBias gejagt habe, aber leider nicht erfolgreich.
Der TAD Bias Master ist auch ok, aber das CompuBias war hier optimal, zeigte B+, Anodenstrom und laufende Leistung an, das ist (fast) idiotensicher.
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Nur taugen diese Adapter leider wenig. Ich weiß nicht, was Dirk sich dabei gedacht hat, aber die Durchmesser der Prüfsockel sind viel zu groß, dass man vorhandene Bärenkrallen / Haifischmäuler an den Röhren viel zuweit aufbiegen muß (-> Bruchgefahr), um sie überhaupt verwenden zu können.

Um ein Mißverständnis zu vermeiden, formuliere ich das mal anders:

Der Adapter mit dem Riesensockel ist deswegen so groß, damit er die Bärenkralle mit runterdrücken kann, wenn man ihn aufsetzt. Ja, prinzipiell geht das. Aber genau hier kommt die Bruchgefahr. Denn man muss den Adapter ziemlich fest auf die Fassung würgen, um zu garantieren, dass der Adapter weit genug in der Röhrenfassung steckt, um ordentlich messen zu können. Das geht aber eben gegen den Druck der Bärenkralle.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben