Warum gibt es b´s??

von Rumpelstielzchen, 27.08.05.

  1. Rumpelstielzchen

    Rumpelstielzchen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.05   #1
    Hallo,

    ich versuche gerade das ganze Gedöns mit den Terzen übermäßigen Sexten, Skalen usw anzueignen.
    Bei der Herleitung von Skalen stört mich immer wieder folgendes:

    Warum gibt es b´s?? Die sind eigentlich völlig überflüssig. Wenn man z.b. ein # vor ein G setzt ist es ein gis. Wozu braucht man nun ein b wenn ein ernidrigtes A ein as= also ebenfalls ein gis ist? Ich finde das höchst verwirrend wenn es komplexer wird. Man sollte mal eine Rechtschreibreform für Harmonielehre rausbringen. dann könnte man das deutsche H auch gleich mit ausmerzen. IMO

    Gruß R.
     
  2. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 27.08.05   #2
    Einer der pragmatischsten Gründe ist mit Sicherheit die Notenschrift: Nehmen wir der Einfachheit halber mal F-Dur. Wenn du dann A und Ais schreibst und die zwei Töne kommen womöglich noch im Wechsel, dann müsstest du ständig Kreuze und Auflösungszeichen machen. Mit dem b reicht ein b am Zeilenanfang. ;)

    Der Hauptgrund ist das natürlich nicht. Mit der historischen Entwicklung unseres Musiksystems kenne ich mich nicht aus. Aber selbst bei der Anwendung (siehe z.B. Quintenzirkel, von einer Tonart zur nächsten, usw.) machen die Bs Sinn.

    Gruß,
    Jay
     
  3. M.U.Y.A.

    M.U.Y.A. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.05   #3
    Das b gibt es auch, weil in jeder Dur-Tonleiter (und den abarten dieser Tonleiter, also auch Moll) von jedem "Ton" (c, d, e...) eine Variante vorkommt. Das ist auch der Grund, warum in manchen Tonleitern sogar "eis" und nicht "f" geschrieben wird. Darum ist es halt manchmal ein "fis" und manchmal ein "ges".

    Dazu kommen die von Jay genannten Gründe des Quintenzirkels usw., die das b sehr logisch machen.

    greetz

    M.U.Y.A.
     
  4. TelosNox

    TelosNox Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.08.05   #4
    Wenn man sich ansieht, wie der Quintenzirkel entsteht, dann wird es gleich klar:

    C-Dur ist quasi unsere Stammtonleiter ohne b oder #

    Gehen wir eine Quinte hoch und beginnen die gleiche Tonleiter beim G erhalten wir:

    G--A--B--C--D--E--F--G
    GT-GT-HT-GT-GT-HT-GT

    Die Intervalle für eine Durtonleiter sind: GT-GT-HT-GT-GT-GT-HT
    Jetzt haben wir aber an 6. Stelle einen HT Schritt, statt einem GT Schritt und danach einen GT statt einem HT... Um das Problem zu lösen, müssen wir den 7. Ton um einen HT erhöhen (F#).

    Wenn man das ganze umgekehrt betrachtet und die Quinte runter geht landet man beim F als Ausgangston

    F--G--A--B--C--D--E--F
    GT-GT-GT-HT-GT-GT-HT

    Wir haben an 3. Stelle einen GT obwohl wir einen HT brauchen und an 4. Stelle einen HT wo ein GT sein sollte... Den 4. Ton um einen HT verringern (Bb) und schon ist das Problem gelöst...
    Würde man versuchen das A zu erhöhen, dann hätte man zwischen G und A# eine kleine Terz also immer noch ein Problem.. die einzig korrekte Lösung ist das Bb und genau daher brauchen wir auf jeden Fall das b.

    (Ich verwende die amerikanische Schreibweise also B statt H)
     
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