Akkordgrifftabelle: Akkorde basteln und mit stimmigen Tonleitern kombinieren

von relact, 23.01.08.

  1. relact

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    Erstellt: 23.01.08   #1
    Hallo Freunde der Gitarre,

    Ich eröffne diesen Thread für all jene, die sich nicht mit dem bloßen Nachschlagen von Akkorden in diversen Grifftabellen zufrieden geben, sondern sich mehr für den Aufbau von Akkorden und den Zusammenhang der Akkorde mit den zugrundeliegenden Tonleitern beschäftigen. Anhand der angehängten "rohen" Grifftabellen (je Tonleiter eine eigene Grafik) kann jeder für sich Akkorde am Griffbrett (oder auf Papier) entwerfen. Die gängisten Akkorde habe ich außerdem schon gezeichnet und werde ich hier mit kurzer Beschreibung posten.

    Wozu diese unendlich lange Einleitung?
    Genau! Eine sehr berechtigte Frage. Überspring den ersten Beitrag zu diesem Thema und geh gleich runter zum zweiten Post. Kommst Du dabei an einer angehängten Grafik vorbei, öffne sie, schnapp Deine Gitarre und leg los! Die Grafiken sind selbsterklärend. Falls doch nicht .... *hüstel* komm hierher zurück und lies zuerst hier weiter:

    Genauso wie in meinem Thread rund um die praktische Verwendung von Tonleitern bei der Improvisation und im Solo, verwende ich auch diesmal wieder ein zentrales "Big Picture", anhand dem man die Funktion der einzelnen Töne eines Akkordes und der zugrundeliegenden Tonleiter übersichtlich in einem Bild vor sich hat. Verglichen mit meinem Impro-Thread werde ich bei diesem Thema sehr viel mehr Grafiken posten. Das liegt daran, dass es wesentlich mehr Akkorde als Skalen gibt.

    Was ist das Big Picture der Akkorde?
    Das Big Picture der Akkorde ist ein Gesamtbild, in dem Du diverse Griffvarianten eines Akkordes (uns seiner Umkehrungen) nebeneinander siehst, die Funktion der einzelnen Töne erkennst und außerdem die Töne der zugrundeliegenden Tonleiter inkl. der diversen Lagen zum Spielen der Tonleiter erkennst. Kurz gesagt ist das Big Picture die "eierlegende Wollmilchsau", :D die einem hilft, Eier, Wolle, Milch und Fleisch beim Gitarrespielen gleichzeitig zu verwerten, ohne *hoffentlich* den Überblick zu verlieren. ;)

    Wozu nützt das Big Picture der Akkorde?
    - Neue Akkorde können schneller verstanden und gelernt werden, weil man sie aus den Zusammenhängen her versteht und die "schwarzen Punkte" plötzlich Sinn ergeben.
    - Das Big Picture der Akkorde kann einerseits dazu verwendet werden, um Akkordgriffe selbst bestimmen und erkennen zu können. (Das hat außerdem den Vorteil, dass man sich auch ohne Grifftabelle zu einer Session oder einem Jam trauen kann und man sich nicht durch falsche Angaben von diversen Grifftabellen, Noten und Tabs verwirren lassen muss.)
    - Außerdem ermöglicht die visuelle Überlagerung von Akkordgriffen und Tonleiterlagen die kreative Verbindung von Rhythmus-Spielen, Lead/Solo-Spielen, Zerlegungen und Arpeggien.
    - Durch das Verstehen des Akkordaufbaues kann man selbst entscheiden, auf welche Töne man den Akkord reduzieren oder erweitern will, um gewisse klangliche Effekte zu erzielen. (Beispielsweise die Reduktion auf Power Chords, die Verkürzung von Akkorden oder die Erweiterung um Leittöne etc.)
    - Man kann sich die Wirkungsweise von Grundstufe und Umkehrungen eines Akkordes auf der Gitarre bewusst machen und bewusst einsetzen.
    - Akkorde in Grifftabellen, die ein bis drei nicht zu spielende Saiten mit X gekennzeichnet haben, irritieren oder bremsen nicht länger. Oft findet man für seine eigene individuelle Situation eine bessere Möglichkeit, den Akkord zu spielen.

    Aus welchen Akkorden werden in diesem Thread welche Akkorde abgeleitet?
    Ich werde in diesem Thread zeigen, wie man aus lediglich fünf verschiedenen Griffvarianten des Dur-Akkordes jeweils drei bis fünf Griffvarianten folgender Akkorde ableiten kann: m (Moll), 6, m6, 7, m7, maj7, m maj7, dim, m7b5 (°), add9, m add9, add11, m add11. Im Moment lege ich mich noch nicht fest, ob ich mich später vielleicht auch mit den besonderen Dreiklängen sus2, sus4 und über Vierklänge hinaus auch mit 9er, 11er, 13er Mehrklängen etc. intensiver beschäftigen werde.

    Um welche Tonleitern wird es in diesem Thread gehen?
    Ich beschränke mich in diesem Thread (zunächst) auf die 7 Modi der Kirchentonleitern:
    - ionischer Mode (inkl. ionische Pentatonik)
    - dorischer Mode (inkl. dorische Pentatonik)
    - phrygischer Mode (inkl. phrygische Pentatonik)
    - lydischer Mode (inkl. lydische Pentatonik)
    - mixolydischer Mode (inkl. mixolydische Pentatonik)
    - aeolischer Mode (natürlich Moll) (inkl. aeolische Pentatonik)
    - lokrischer Mode
    Wenn es aus diesen Tonleitern keine optimale Entsprechung gibt, werde ich auf weitere Tonleitern zurückgreifen:
    - harmonisch Moll
    - melodisch Moll

    Was zeigt das Big Picture der Akkorde?
    - Das Big Picture zeigt das Griffbrett der Gitarre für Rechtshänder im Umfang von 2 Oktaven, also 24 Bünden. Die Stimmung entspricht dem Standard Tuning, wobei die unterste Linie im Bild die tiefe E-Saite, die oberste Linie die hohe E-Saite darstellt.
    - Töne entsprechen bunten Punkten. Die Töne sind im Big Picture frei zuordenbar, das heißt, es gibt keine fixe Position für einen Ton. Will man einen bestimmten Akkord oder eine bestimmte Tonleiter anhand des Big Pictures analysieren, legt man den Grundton (des Akkordes oder der Tonleiter) auf den entsprechenden farbigen Punkt im Bild. Nun ist jeder Ton definiert und seine Funktion im Kontext des Akkordes oder der Tonleiter anhand seiner Farbe im Bild erkennbar.
    - Große, farbige Punkte kennzeichnen die Töne der Pentatonik. Kleine Töne gehören nicht zur Penta, aber vervollständigen die fünf Pentatöne zur jeweils "vollständigen" Kirchentonleiter, die aus sieben Tönen besteht.
    - Die schwarzen Balken über der Griffbrettdarstellung markieren die Akkorde. Außerdem stehen darüber die Bezeichnungen (Akkordsymbole) der Akkorde in der Form, wie man sie zumeist sieht und daher kennt. (Alle Akkorde können im Prinzip (ganz oder teilweise) als Barre-Griffe gespielt werden. Ich habe aber zur schnelleren Orientierung für Anfänger die Wurzel des jeweiligen Akkordes jeweils einem Bund auf dem Griffbrett eindeutig zugewiesen und benannt.)
    - Die schwarzen Klammern unter der Griffbrettdarstellung markieren die Lagen der Tonleiter. Die schwarzen Klammern markieren die Lagen ohne Überstrecken (also ein Finger je Bund), die grauen Klammern die Lagen mit Überstrecken. Nähere Details zu dieser Darstellung finden sich in meinem Thread Improvisation lernen durch Verschmelzen von Tonleitern auf Basis Pentatonik
    - Unter den Klammern finden sich zumeist drei "Textboxen". Die Textbox in der Mitte definiert, welche Farbe dem Grundton des jeweiligen Modus zugewiesen werden muss, damit das Big Picture "richtig" gelesen werden kann. Die Textbox links zeigt die Tonintervalle der Tonleiter, die Textbox rechts die Tonintervalle des Akkordes.

    Wie baue ich Akkorde über einer Tonleiter?
    Du öffnest den Anhang zu diesem Post und druckst die einzelnen Blätter auf einem Farbdrucker aus. Du überlegst Dir, aus welchen Tönen der Akkord aufgebaut ist. Wenn Du Dir nicht sicher bist, findest Du auf Wikipedia eine sehr umfassende Aufstellung unter dem Stichwort Akkordsymbol. Dann zeichnest Du über die bunten Tonleiter-Punkte im Big-Picture schwarze Akkord-Punkte für die einzelnen Töne (Prime, große oder kleine Terz, Quinte, etc.) Deines Akkordes. Die von Dir gezeichneten Punkte zeigen dann verschiedene Varianten, wie man einen Akkord greifen kann. Es werden - ähnlich wie am Klavier - "Grundstellung" und "Umkehrungen" des Akkordes sichtbar.

    Grundstellung und Umkehrungen
    Ähnlich wie am Klavier kann man auch auf der Gitarre mit "Umkehrungen" eines Akkordes arbeiten. Ich werde die Umkehrungen im Big Picture nicht speziell kennzeichnen. Aber ich werde bei Dur-Akkorden jeweils den Bund für das C als Beispiel anführen, bei Moll-Akkorden den Bund für das A. Spielt man einen bestimmten Akkord dann in den sich daraus ergebenden Bünden, hört man - ähnlich den Umkehrungen am Klavier - ein und denselben Akkord in unterschiedlichen Höhenlagen:

    Umkehrungen am Beispiel C-Dur
    C - D - E - F - G - A - H - C (Tonleiter des ionischen Modus)
    C - E - G (Grundstellung der Akkordtöne, Grundton im Bass)
    E - G - C (1. Umkehrung der Akkordtöne, große Terz im Bass)
    G - C - E (2. Umkehrung der Akkordtöne, Quinte im Bass)

    Umkehrungen am Beispiel A-Moll
    A - H - C - D - E - F - G - A (Tonleiter des aeolischen Modus)
    A - C - E (Grundstellung der Akkordtöne, Grundton im Bass)
    C - E - A (1. Umkehrung der Akkordtöne, kleine Terz im Bass)
    E - A - C (2. Umkehrung der Akkordtöne, Quinte im Bass)

    Besonderheiten bei der Verwendung des Big Pictures
    - Ich habe auf die Fingerbelegung der Griffe verzichtet und gehe davon aus, dass das nicht notwendig ist
    - Akkorde sind überwiegend über alle sechs Saiten eingezeichnet. Das heißt nicht, dass sie immer so gespielt werden müssen oder überhaupt so spielbar sind. Wenn sie "unspielbar" eingezeichnet sind hat das den Grund, dass ich das Gesamtbild vor meinen Augen habe, aber beispielsweise nur zwei oder drei der tiefen Saiten bei Power Chords, aber nur drei oder vier der hohen Saiten bei funkigen Riffen spiele.
    - Wenn die Akkorde nicht über alle 6 Saiten gespielt werden, muss man darauf achten, dass die angeschlagenen Töne alle Töne des Akkordes enthalten. Oder man reduziert oder erweitert bewusst indem man markante Töne weglässt oder einbaut.
    - Akkorde klingen "besser", wenn Grundtöne und Quinten im Bass, jedoch Terzen, Leittöne etc. auf den hohen Saiten zum Klingen kommen.

    Grundsätzliches zum Tonaufbau von Akkorden
    Ich werde jeden Akkord kurz beschreiben, dennoch gehe ich aber von einem gewissen Grundverständnis aus, was ein Akkord ist, und unterstelle, dass die Griffe der gängigen Grundakkorde geläufig sind. Falls dem nicht so ist, empfiehlt sich an dieser Stelle ein kurzer Zwischenstopp, beispielsweise bei Wikipedia. Dort findet sich eine sehr umfangreiche Aufstellung und (für mein Dafürhalten) eine überaus gut verständliche Beschreibung des Akkordaufbaus unter dem Stichwort Akkordsymbol.

    Stufen von Drei- und Vierklängen
    Den Aufbau der Stufen von Dreiklängen und den Vorteil fürs Improvisieren habe ich unter Bestimmen und Erkennen der Tonart bereits beschrieben und mit einer Übersichtstabelle gepostet. Bevor ich zum grundsätzlichen Aufbau von Tonleitern komme, möchte ich an dieser Stelle die wichtigen Stufen zu Drei- und Vierklängen übersichtlich auflisten. Diese Stufen-Aufstellung empfinde ich besonders im Songwriting sehr hilfreich. In den Beispielen werde ich jeweils von C-Dur oder A-Moll ausgehen:

    Stufen von Dreiklängen
    Dur: C // Dm // Em // F // G // Am // H dim
    Natürlich Moll: Am // H dim // C // Dm // Em // F // G

    Stufen von Vierklängen
    Dur: Cmaj7 // Dm7 // Em7 // Fmaj7 // G7 // Am7 // Hm7/b5
    Natürlich Moll : Am7 // Hm7b5 // Cmaj7 // Dm7 // Em7 // Fmaj7 // G7
    Harmonisch Moll: Am maj7 // Hm7b5 // Cmaj7#5 // Dm7 // E7 // Fmaj7 // G# dim
    Melodisch Moll: Am maj7 // Hm7 // Cmaj7#5 // D7 // E7 // F#m7b5 // G# dim

    Grundsätzliches zum Aufbau von Tonleitern
    Eine sehr ausführliche theoretische Erklärung und eine tabellarische Aufstellung der einzelnen Modi der Kirchentonleitern habe ich unter dem Titel die Klangfarbe der Modi etwas versteckt auf Seite 2 in meinem Impro-Thread geschrieben. Auf den Seiten 4 und 5 finden sich dort unter dem Titel Basic Pattern, 1 Octave per String, 3 Notes per String der 7 Modi außerdem einige weitere Posts mit je einer eigenen Grafik, die jeden der 7. Modi einzeln beschreibt und zeigt. Um diesen neuen Thread hier übersichtlicher zu gestalten, will ich dennoch das wesentliche hier nochmals zusammenfassen und darüber hinaus auch eine kurze Anmerkung zur harmonischen und melodischen Moll-Tonleiter ergänzen:

    Dur-Tonleiter (Ionisch)
    Die Dur-Tonleiter entspricht dem I. Modus der 7 Modi der Kirchentonleiter. Sie hat ihre Halbtonschritte auf der 3. zur 4. und auf der 7. zur 8. Stufe.
    Beispiel C-Dur: C - D - E - F - G - A - H - C

    Ionischer, lydischer, mixolydischer Modus
    Die Modi mit Dur-Charakter enthalten die große Terz:
    Ionisch: entspricht der Dur-Tonleiter
    Lydisch: ist wie Dur, aber die Quarte wird erhöht (#4) zur übermäßigen Quarte
    Mixolydisch: ist wie Dur, aber die große Septime wird erniedrigt (b7) zur kleinen Septime

    Natürliche Moll-Tonleiter (Aeolisch)
    Die natürliche Moll-Tonleiter entspricht dem VI. Modus und wird auch parallele Moll-Tonleiter zur Ionischen Dur-Tonleiter bezeichnet. Sie hat ihre Halbtonschritte auf der 2. zur 3. und auf der 5. zur 6. Stufe.
    Beispiel Am: A - H - C - D - E - F - G - A

    Aeolischer, dorischer, phrygischer Modus
    Die Modi mit Moll-Charakter enthalten die kleine Terz:
    Aeolisch: entspricht der natürlichen Moll-Tonleiter
    Dorisch: ist wie Moll, aber die kleine Sexte wird erhöht (#6) zur großen Sexte
    Phrygisch: ist wie Moll, aber die Sekunde wird erniedrigt (b2) zur verminderten Sekunde

    Lokrischer Modus
    Der Modus Lokrisch lässt sich kaum mit Dur oder Moll vergleichen. Im Vergleich zur Moll-Tonleiter wird im lokrischen Modus die Sekunde erniedrigt (b2) zur verminderten Sekunde, was dem phrygischen Modus entspricht, und außerdem die Quinte erniedrigt (b5) zur verminderten Quinte.

    Harmonische Moll-Tonleiter
    Die Harmonische Moll-Tonleiter hat wie die natürliche Moll-Tonleiter auf der 2. zur 3. und auf der 5. zur 6. Stufe einen Halbtonschritt. Jedoch wird bei ihr die 7. Stufe erhöht, wodurch der Ganztonschritt auf der 7. zur 8. Stufe auf einen Halbtonschritt verkürzt wird. Dadurch erreicht man, dass auch eine Moll-Tonleiter (genauso wie eine Dur-Tonleiter) einen Leitton auf der großen Septime hat. Allerdings entsteht dadurch auf der 6. zur 7. Stufe ein Intervall von Dreihalbtonschritten.
    Beispiel Am: A - H - C - D - E - F - G# - A

    Melodische Moll-Tonleiter
    Die Melodische Moll-Tonleiter hat einen Halbtonschritt auf der 2. zur 3. Stufe. Bei ihr werden sowohl die 7. als auch die 6. Stufe erhöht. Durch Erhöhen der 7. Stufe entsteht wie bei der Harmonischen Moll-Tonleiter wiederum ein Halbtonschritt auf der 7. zur 8. Stufe. Durch Erhöhen der 6. Stufe wird das Intervall von Dreihalbtonschritten auf der 6. zur 7. Stufe der harmonischen Moll-Tonleiter auf einen Ganztonschritt reduziert oder "geglättet".
    Beispiel Am: A - H - C - D - E - F# - G# - A

    Welche Tonleiter passt zu welchem Akkord?
    Eine sehr umfassende Akkord/Tonleiter-Tabelle, die sehr weit über den Rahmen dieses Threads hinaus geht, ist unter diesem genialen Link zu finden. Hier eine kurze Auflistung der in diesem Thread nun folgenden Akkorde und den zugeordneten, stimmigen Tonleitern:

    dur: ionisch (I) / lydisch (IV) / mixolydisch (V)
    m (moll): dorisch (II) / phrygisch (III) / aeolisch (VI)
    dim: lokrisch (VII)
    6: ionisch (I) / lydisch (IV) / mixolydisch (V)
    m6: dorisch (II)
    7 (dom7): mixolydisch (V)
    m7: dorisch (II) / phrygisch (III) / aeolisch (VI)
    maj7: ionisch (I) / lydisch (IV)
    m7/b5 (°): lokrisch (VII)
    add9: ionisch (I) / lydisch (IV) / mixolydisch (V)
    m add9: dorisch (II) / aeolisch (VI)
    add11: ionisch (I) / mixolydisch (V)
    m add11: dorisch (II) / phrygisch (III) / aeolisch (VI)

    Nachdem es für moll-maj7 keine optimale, stimmige Kirchentonleiter gibt, werde ich zu guter Letzt noch folgende Tonleitern verwenden:

    moll-maj7: harmonisch Moll und melodisch Moll

    Wie erkenne ich, ob ein Akkord zu einer Tonleiter passt?
    Du öffnest den Anhang zu diesem Post, druckst die einzelnen Blätter auf einem Farbdrucker aus, legst die Root Deines Akkordes jeweils über den Grundton einer Tonleiter und zeichnest schwarze Akkord-Punkte über die bunten Tonleiter-Punkte. Kommt Dein Akkord ausschließlich über farbigen Punkten zu liegen (und nicht auf weiß) ... Bingo ... dann passt der Akkord zu dieser Tonleiter. Passt Dein Akkord nicht zur Tonleiter ... dann befinden sich in Deinem Akkord Töne, die nicht der Tonleiter entsprechen.

    Ich wünsch Euch viel Spaß, gutes Gelingen ... :great: ... und viele "aha" Erlebnisse!! ;)

    Greetz relact

    Warum gibt es je Modus eine eigene Vorlage?
    Im Prinzip sind die spezifischen Vorlagen je Modus nicht unbedingt notwendig. Es kann auch auf einer der Vorlagen gezeichnet werden, allerdings irritieren dann die Größenunterschiede der großen und kleinen farbigen Punkte, wenn man nicht über einer ionischen oder aeolischen Toleiter einen Akkord aufbaut. Wie in meinem Impro Workshop sehr genau beschrieben, habe ich die Töne der Pentatonik mit großen farbigen Punkten gezeichnet, die Töne außerhalb der Pentatonik mit kleinen farbigen Punkten.

    Die Pentatonik der ionischen/aeolischen Modi entsprechen nicht den Pentatoniken der lydischen/dorischen Modi und auch nicht der mixolydischen/phrygischen Modi. Dem lokrischen Modus fehlt überhaupt die Quinte. Er hat damit keine vergleichbare Pentatonik. Ich habe in der Grafik des lokrischen Modus dennoch den Begriff "Pentatonik" verwendet. Dies soll nicht dazu führen, dem lokrischen Modus eine Pentatonik zu unterstellen. Diese Analogie dient lediglich der visuellen Veranschaulichung, um sich den Pattern leichter zu merken. Eine detaillierte Erklärung habe ich unter Basic Pattern, 1 Octave per String, 3 Notes per String der 7 Modi gepostet.

    Bilder zu diesem Post (Vorlagen: ionisch, dorisch, phrygisch, lydisch, mixolydisch, aeolisch, lokrisch)
     

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    Erstellt: 23.01.08   #2
    Akkord:
    Dur
    Akkordcharakter: Dur (große Terz)
    Akkordaufbau: Grundton, große Terz, Quinte

    Beispiel: C-dur
    Akkordsymbol: C
    Beschreibung: Dur-Dreiklang auf C (Grundton, große Terz, Quinte)
    Akkordtöne: C – E – G

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – H – C (ionisch)
    C – D – E – F# – G – A – H – C (lydisch)
    C – D – E – F – G – A – Bb – C (mixolydisch)

    Bilder zu diesem Post (Akkord: dur – Tonleiter: ionisch, lydisch, mixolydisch)
     

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    Erstellt: 23.01.08   #3
    Akkord:
    Moll
    Akkordcharakter: Moll (kleine Terz)
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, Quinte

    Beispiel: A-moll
    Akkordsymbol: Am
    Beschreibung: Moll-Dreiklang auf A (Grundton, kleine Terz, Quinte)
    Akkordtöne: A – C – E

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – H – C – D – E – F – G – A (aeolisch)
    A – H – C – D – E – F# – G – A (dorisch)
    A – Bb – C – D – E – F – G – A (phrygisch)
    Beispiele anderer stimmiger Leitern:
    A – H – C – D – E – F – G# – A (harmonisch moll)
    A – H – C – D – E – F# – G# – A (melodisch moll)

    Bilder zu diesem Post (Akkord: moll – Tonleiter: aeolisch, dorisch, phrygisch, harmonisch moll, melodisch moll)
     

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    Erstellt: 23.01.08   #4
    Akkord:
    dim
    Akkordcharakter: verminderte Quinte mit kleiner Terz
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, verminderte Quinte

    Beispiel: A-dim
    Akkordsymbol: Adim, Am-5
    Beschreibung: verminderter (Moll-)Dreiklang auf A (zwei kleine Terzen über dem Grundton)
    Akkordtöne: A – C – Eb

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – Bb – C – D – Eb – F – G – A (lokrisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: dim – Tonleiter: lokrisch)
     

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  5. relact

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    Erstellt: 23.01.08   #5
    Akkord:
    Moll-6
    Akkordcharakter: Moll mit großer (!!) Sexte
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, Quinte, große Sexte

    Beispiel: A-moll-6
    Akkordsymbol: Am6
    Beschreibung: Mollseptakkord: Moll-Dreiklang auf A mit hinzugefügter großer Sexte
    Akkordtöne: A – C – E – F#

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – H – C – D – E – F# – G – A (dorisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: moll6 – Tonleiter: dorisch)
     

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    Erstellt: 23.01.08   #6
    Akkord:
    Dur-6
    Akkordcharakter: Dur mit großer Sexte
    Akkordaufbau: Grundton, große Terz, Quinte, große Sexte

    Beispiel: C-dur-6
    Akkordsymbol: C6
    Beschreibung: Dur-Dreiklang auf C mit hinzugefügter (großer) Sexte
    Akkordtöne: C – E – G – A

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – H – C (ionisch)
    C – D – E – F# – G – A – H – C (lydisch)
    C – D – E – F – G – A – Bb – C (mixolydisch)

    Umkehrungen am Beispiel C6
    C – D – E – F – G – A – H – C (Tonleiter)
    C – E – G – A (Grundstellung der Akkordtöne, Grundton im Bass)
    E – G – A – C (1. Umkehrung der Akkordtöne, große Terz im Bass)
    G – A – C – E (2. Umkehrung der Akkordtöne, Quinte im Bass)
    A – C – E – G (3. Umkehrung der Akkordtöne, große Sexte im Bass)

    Bilder zu diesem Post (Akkord: dur6 – Tonleiter: ionisch, lydisch, mixolydisch)
     

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    Erstellt: 23.01.08   #7
    Akkord:
    Moll-7
    Akkordcharakter: Moll mit kleiner Septime, wird auch Mollseptakkord genannt
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, Quinte, kleine Septime

    Beispiel: A-moll-7
    Akkordsymbol: Am7
    Beschreibung: Mollseptakkord: Moll-Dreiklang auf A mit hinzugefügter kleiner Septime
    Akkordtöne: A – C – E – G

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – H – C – D – E – F – G – A (aeolisch)
    A – H – C – D – E – F# – G – A (dorisch)
    A – Bb – C – D – E – F – G – A (phrygisch)

    Umkehrungen am Beispiel Am7
    A – H – C – D – E – F – G – A (Tonleiter)
    A – C – E – G (Grundstellung der Akkordtöne, Grundton im Bass)
    C – E – G – A (1. Umkehrung der Akkordtöne, kleine Terz im Bass)
    E – G – A – C (2. Umkehrung der Akkordtöne, Quinte im Bass)
    G – A – C – E (3. Umkehrung der Akkordtöne, kleine Septime im Bass)

    Umkehrungen am Beispiel des Mollseptakkordes Am7 im Vergleich zu C6
    C6 (Grundstellung) = Am7 (1. Umkehrung) = C – E – G – A
    C6 (1. Umkehrung) = Am7 (2. Umkehrung) = E – G – A – C
    C6 (2. Umkehrung) = Am7 (3. Umkehrung) = G – A – C – E
    C6 (3. Umkehrung) = Am7 (Grundstellung) = A – C – E – G

    Der Mollseptakkord bildet die Basis für weitere Mehrklänge, beisielsweise:

    Am9
    Beschreibung: Mollseptakkord mit None auf A
    Akkordtöne: A – C – E – G – H
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – H – C – D – E – F – G – A (aeolisch)
    A – H – C – D – E – F# – G – A (dorisch)

    Am11
    Beschreibung: Mollseptakkord mit None und Undezime auf A
    Akkordtöne: A – C – E – G – H – D
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – H – C – D – E – F – G – A (aeolisch)
    A – H – C – D – E – F# – G – A (dorisch)

    Bilder zu diesem Post (Akkord: moll7 – Tonleiter: aeolisch, dorisch, phrygisch)
     

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    Erstellt: 23.01.08   #8
    Akkord:
    Dur-7
    Akkordcharakter: Dur mit kleiner (!!) Septime, wird Dominantseptakkord genannt
    Akkordaufbau: Grundton, große Terz, Quinte, kleine Septime

    Beispiel: C-dur-7
    Akkordsymbol: C7
    Beschreibung: Dominantseptakkord: Dur-Dreiklang auf C mit hinzugefügter kleiner Septime
    Akkordtöne: C – E – G – Bb

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – Bb – C (mixolydisch)

    Eine gute Erklärung und Beschreibung des Dominantseptakkordes, seiner Umkehrungen und seiner Auflösung findet sich in Wikipedia unter dem Stichwort Dominantseptakkord

    Der Dominantseptakkord bildet die Basis für weitere Mehrklänge, beispielsweise:

    C9
    Beschreibung: Dominantseptakkord mit None auf C
    Akkordtöne: C – E – G – Bb – D
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – Bb – C (mixolydisch)

    C13
    Beschreibung: Dominantseptakkord mit None und Tredezime auf C
    Akkordtöne: C – E – G – Bb – D – A
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – Bb – C (mixolydisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: dur7 – Tonleiter: mixolydisch)
     

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  9. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #9
    Akkord:
    Dur-maj7
    Akkordcharakter: Dur mit großer Septime
    Akkordaufbau: Grundton, große Terz, Quinte, große Septime

    Beispiel: C-dur-maj7
    Akkordsymbol: Cmaj7, Cj7
    Beschreibung: Dur-Dreiklang auf C mit hinzugefügter großer Septime
    Akkordtöne: C – E – G – H

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – H – C (ionisch)
    C – D – E – F# – G – A – H – C (lydisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: dur-maj7 – Tonleiter: ionisch, lydisch)
     

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  10. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #10
    Akkord:
    Moll-maj7
    Akkordcharakter: Moll mit großer (!!) Septime
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, Quinte, große Septime

    Beispiel: A-moll-maj7
    Akkordsymbol: Am maj7, Amj7
    Beschreibung: Moll-Dreiklang auf A mit hinzugefügter großer Septime
    Akkordtöne: A – C – E – G#

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    Keine. Es gibt keine stimmigen Modi aus der Kirchentonleiter. Die Kirchentonleiter enthält keine Skala, die sowohl eine kleine Terz als auch eine große Septime beinhaltet. Es kann beispielsweise harmonisch oder melodisch Moll verwendet werden:
    Beispiele anderer stimmiger Leitern:
    A – H – C – D – E – F – G# – A (harmonisch Moll)
    A – H – C – D – E – F# – G# – A (melodisch Moll)

    Bilder zu diesem Post (Akkord: moll-maj7 – Tonleiter: harmonisch moll, melodisch moll)
     

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  11. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #11
    Akkord:
    Moll-7-b5
    Akkordcharakter: Dim mit kleiner Septime
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, verminderte Quinte, kleine Septime

    Beispiel: A-moll7-b5
    Akkordsymbol: A°, Am7b5
    Beschreibung: verminderter (Moll-)Dreiklang (dim) auf A mit hinzugefügter kleiner Septime
    Akkordtöne: A – C – Eb – G

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – Bb – C – D – Eb – F – G – A (lokrisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: moll7-b5 – Tonleiter: lokrisch)
     

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  12. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #12
    Akkord:
    Dur-add9
    Akkordcharakter: Dur mit None (9. Ton der Leiter)
    Akkordaufbau: Grundton, große Terz, Quinte, None

    Beispiel: C-dur-add9
    Akkordsymbol: Cadd9
    Beschreibung: Dur-Dreiklang auf C mit hinzugefügter None, ohne Septime
    Akkordtöne: C – E – G – D

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – H – C (ionisch)
    C – D – E – F# – G – A – H – C (lydisch)
    C – D – E – F – G – A – Bb – C (mixolydisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: dur-add9 – Tonleiter: ionisch, auf lydisch und mixolydisch habe ich verzichtet)
     

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  13. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #13
    Akkord:
    Dur-add11
    Akkordcharakter: Dur mit Undezime (11. Ton der Leiter)
    Akkordaufbau: Grundton, große Terz, Quinte, Undezime

    Beispiel: C-dur-add11
    Akkordsymbol: Cadd11
    Beschreibung: Dur-Dreiklang auf C mit hinzugefügter None, ohne Septime, ohne None
    Akkordtöne: C – E – G – F

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    C – D – E – F – G – A – H – C (ionisch)
    C – D – E – F – G – A – Bb – C (mixolydisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: dur-add11 – Tonleiter: ionisch, auf mixolydisch habe ich verzichtet)
     

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  14. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #14
    Akkord:
    Moll-add9
    Akkordcharakter: Moll mit None (9. Ton der Leiter)
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, Quinte, None

    Beispiel: A-moll-add9
    Akkordsymbol: Am add9
    Beschreibung: Moll-Dreiklang auf A mit hinzugefügter None, ohne Septime
    Akkordtöne: A – C – E – H

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – H – C – D – E – F – G – A (aeolisch)
    A – H – C – D – E – F# – G – A (dorisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: moll-add9 – Tonleiter: aeolisch, auf dorisch habe ich verzichtet)
     

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  15. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.01.08   #15
    Akkord:
    Moll-add11
    Akkordcharakter: Moll mit Undezime (11. Ton der Leiter)
    Akkordaufbau: Grundton, kleine Terz, Quinte, Undezime

    Beispiel: A-moll-add11
    Akkordsymbol: Am add11
    Beschreibung: Moll-Dreiklang auf A mit hinzugefügter Undezime, ohne Septime, ohne None
    Akkordtöne: A – C – E – D

    Tonleiter:
    Stimmige Modi der Kirchentonleitern:
    A – H – C – D – E – F – G – A (aeolisch)
    A – H – C – D – E – F# – G – A (dorisch)
    A – Bb – C – D – E – F – G – A (phrygisch)

    Bild zu diesem Post (Akkord: moll-add11 – Tonleiter: aeolisch, auf dorisch und phrygisch habe ich verzichtet)
     

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  16. asWorks

    asWorks Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.02.08   #16
    Hallo Relact,

    sehr gute und hilfreiche ( und umfangreiche) Arbeit.
    Was mich in dem Zusammenhang interessieren würde.
    Wie erkenne ich in welchem Modus ich jetzt am besten spielen sollte ?
    Also welcher Modus wenn in Akkordfolge z.B CMaj7 ?
    Gibt es dazu Regeln oder Tips ?

    Danke im Vorraus

    asWorks
     
  17. Akquarius

    Akquarius Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 20.02.08   #17
    ausgezeichneter post! den werd ich mir mal in aller ruhe zu gemüte führen.

    groetjes
     
  18. relact

    relact Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.02.08   #18
    Danke Groetjes und asWorks ... es war übrigens auch total spannend zu überlegen, wie man das Thema aufbereiten kann und das ganze dann so akribisch nieder zu schreiben und zu zeichnen ... eine exzellente Beschäftigung, um den Stoff zu verinnerlichen ... hat auch viel Spass gemacht!

    Hy asWorks,

    an sich findest Du die Antwort auf Deine Frage im Thread erklärt. Aber ich greife mal kurz das Wesentliche heraus:

    Zunächst mußt Du Dir die gesamte Akkordfolge anschauen. Ein Akkord alleine sagt nichts über den Rest aus!

    Cmaj7 besteht aus den Tönen: C - E - G - H ... diese vier Töne kommen beispielsweise in den Tonleitern C-ionisch und C-lydisch vor, aber auch in anderen, wie D-dorisch, E-phrygisch, F-lydisch, G-mixolydisch, A-aeolisch, H-lokrisch. Aber wie schaut's mit den anderen Akkorden Deiner Akkordfolge aus?

    Falls Deine Akkordfolge auf Stufen von Vierklängen aufbaut, orientierst Du Dich hier:

    Stufen von Vierklängen
    Cmaj7 als Tonika (bz. in der parallelen Moll):
    Dur: Cmaj7 // Dm7 // Em7 // Fmaj7 // G7 // Am7 // Hm7/b5
    Natürlich Moll : Am7 // Hm7b5 // Cmaj7 // Dm7 // Em7 // Fmaj7 // G7
    oder auch hier findet sich Cmaj7 in einer Stufenkonstellation, die Du mit einer Tonleiter bedienen kannst:
    Cmaj7 nicht als Tonika:
    Dur: Gmaj7 // Am7 // Hm7 // Cmaj7 // D7 // Em7 // F#m7/b5
    Natürlich Moll : Em7 // F#m7b5 // Gmaj7 // Am7 // Hm7 // Cmaj7 // D7

    Für Cmaj7 über C-ionisch oder über C-lydisch findest Du die zwei Grafiken dazu hier: Vierklänge - Akkord: Dur-maj7.

    Greetz relact
     
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  19. rooster1577

    rooster1577 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.08   #19
    Hallo Relact,

    ich habe deinen Beitrag hier im Forum gefunden, bei meiner suche nach der Sagen wir mal "Röntgenbrille" für das Gitarrengriffbrett. Die Idee mit der farbigen Gestalltung finde ich absolut genial. Ich werde dein Material in der nächsten Zeit durcharbeiten und hoffe das mir irgendwie ein Licht aufgeht.

    Mein können beschränkt sich, zur Zeit, auf das rauf und runterduddeln der Pattern.
    Ich habe auch schon mit diesen Pattern auf Am Stücke Improvisiert, was ganz gut gelingt. Allerdings habe ich noch nicht alle Türen aufgestossen, um mit dem Griffbrett mal eben so die Tonart zu ändern. Mir scheint es als ob ich die ganze Zeit "a" bzw. "C" spiele und ich mich keinen mm davon weg bewege.

    Kann es sein das die Lösung in den Kirchentonleitern steckt und ich diese Auswendig lernen muß um die Pattern so abzuändern das Sie dem Musikstück entsprechend sind? (Mein Verdacht). Ich vermute das ich aus der Pentatonik heraus die Töne ändern muß die nicht zur Modi passen? Oder muß ich auch noch an bestimmten stellen bzw mit der Tonika der Tonleiter anfangen?

    Falls dies der Fall sein sollte komme ich also auf 8pattern x 7 modi = 56 verschiedene reine Formen von Varianten. Ohne chromatische und diatonische zu berücksichtigen. Kann das sein?

    Mir fehlt irgendwie noch eine Hilfestellung um diese Theorie in der Praxis zu benutzen.
    Ich hatte noch kein AHA Effekt und das stört mich!

    Welche Stücke sollte man sich als Grundlage zum improvisieren nehmen, damit man den Unterschied merkt oder sich der AHA Effekt einstellt? (Müssten wahrscheinlich ca. 7 Stücke sein, für jede Modi eins?). Oder gibt es gute Jamtracks die ich als loop laufen lassen kann, dir einem das ganze was näher bringen. Ich finde ganze Stücke sind immer etwas zu viel bzw. sie bringen zu viel Songwritingelemente mit sich, die es einem schwierig machen Sie zum Üben zu verwenden.

    Die nächste Lichtgestallt die mir noch nicht begegnet ist, ist die das man aus den Pattern auch Akkorde rausziehen kann. Ich kenne die Grundformen dur u. moll, die Transponierbaren und den Aufbau von einzelnen Akkorden über die Intervalle aber die Beziehung zu den Pattern sehe ich nicht. (Mit sehen nehme ich bezug auf die von mir erwähnte Röntgenbrille fürs Griffbrett.)

    Diesbezüglich stelle ich auch nochmal die Frage die schon jemand vor mir hier gestellt hat. Welche Akkorde kann ich bei einer Amoll Improvisation nehmen. Soweit ich das sehe sind das alle Leitereigenen Akkorde ergo ( a, h, c, d, e, f, g, a = a - aeolisch (reines moll) )
    oder die parallele (C, D, E, F, G, A, H, C, = C-Dur - Ionisch), mit der Akkordschichtung I,IV,V oder einer Terzschichtung. Ich hoffe da liege ich richtig? Wenn nicht bitte sofort sagen sonst lauf ich noch in die völlig flasche Richtung. Mit den anderen Tonarten verhält sich das anscheinden genauso, um wieder auf die Kirchentonleiter zurückzukommen.

    Und noch eine Frage zum Schluß. Verhält sich die Anwendung von Akkorden und von Einzelnoten in der Handhabung parallel. Ich nehme bezug auf die Funktiontheorie für Akkorde. T-S-T, T-S-D-T usw?. Ich für mich empfinde die Funktionstheorie für Akkorde passender bei der Einzeltonimprovisation, die Anwendungen der Funktionen auf Akkorden erscheinen mir schwieriger oder beser man muß alles über verschieden Taktläufe legen und die Funktion nur in der Basis verwenden. Hoffe das sehe ich wiederum richtig?

    So ich denke das sollte genug sein sonst hör ich garnicht mehr auf. Ich würde mich freuen wenn mir jemand etwas Hilfestellung geben würde. Und ich hoffe das meine Fragen vieleicht Fragen sind dich sich andere auch stellen und das dieser Beitrag dazu führt das nicht nur mir geholfen werden kann.

    Ach ja Relact ich würde mir die Arbeit trotzdem nochmal machen und die Griffbretter auch Farblich korrekt darstellen. Vieleicht erschließt sich dann die Theorie besser. Manche brauchen Eselsbrücken. Ich hoffe nur das mich dieser Stoff nicht in den Wahnsinn des Gitarrenhimmels bringt. Ich will doch nur verstehen.

    Danke rooster
     
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  20. rooster1577

    rooster1577 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.04.08   #20
    Hallo zusammen ich dachte mir schreib nochmal was zum stand der Dinge damit dieser Thread mal wieder nach oben kommt und nicht vergessen wird.

    So die letzten 4 Wochen habe ich damit verbracht mir die Pattern reinzuhämmern. (Gelungen). Kann Sie sehen wenn ich die Augen zu mache. ;)
    Nun bin ich auf die Tonleiter gekommen und kurz davor sie auf dem Griffbrett in allen Lagen zu spielen mit korrekten Stopps an den Roots. Meine Frau hasst mich kann ich euch sagen.

    Probleme dich immernoch habe; Sind die der Praktischen verwendbarkeit des Stoffes. Es hört sich immer schön an wenn Pat Metheney oder John Scofield ihre läufe machen, aber ich bin da noch, so glaube ich, Meilen von entfernt. Naja mal sehen.
    Und ich bin eigentlich völlig erschlagen von der Menge an Pattern die kann man doch nicht alle lernen. Oder etwa doch.

    Nunja ich habe in einem anderen Thread geschrieben das es vieleicht von interesse wäre wenn jemand eine GP datei erstellt die einem zeigt wie man Akkorde und Singlenotes zueinander schichten kann. Denke in GP kann man das ganz gut machen mit zwei Spuren oder so ähnlich. Ich werde mich mal versuchen allerdings bin ich keine Referenz da ich den Stoff noch nicht so ganz verstehe.

    Hoffe hier kommt mal ein wenig Leben in diesen Thread, wäre doch schade wenn die Sparte Impro ausschließlich eine Niesche bliebe. Also ich und andere brauchen Hilfe von Gitarreros.

    MFG rooster
     
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