Wege zum Ziel: Keys spielen lernen

Ballad
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Moin,

da mir im Hardware-Bereich hier schon so gut weitergeholfen werden konnte und ich auch an einem Austausch mit anderen Key-Anfängern interessiert bin, möchte ich in diesem Thread meine Gedanken zum Lernen meiner neuen Keys (Yamaha CLP-645 und MODX6) festhalten und mir ein paar Meinungen dazu einholen.

Zu mir vorher: Ich spiele seit meiner Kindheit/Jugend v.a. Gitarre, hatte hier auch einige Jahre Unterricht und daher meine ich durchaus zu wissen, worauf es beim Lernen eines Instruments ankommt, worauf man achten muss und habe auch mit Noten, Akkorden und Musiktheorie keine Probleme bzw. - wie ich immer wieder jetzt am Anfang feststelle - ganz gute Vorkenntnisse und diesbezüglich keinerlei Berührungsängste. Auch habe ich (derzeit) nicht das Gefühl, dass ich hierfür jemanden benötige, der mir, wenn ich etwas nicht weiß, es erklären müsste. Da bin ich Autodidakt genug (auch in anderen Lebensbereichen), um mir das fehlende oder eingerostete Wissen anzueignen bzw. wieder aufzufrischen. Was aber nicht heißt, dass ich nicht darüber nachdenke, demnächst - wenn ich etwas mehr kann bzw. das Grundlegende ausreichend trainiert habe an den Keys - auch zusätzlich ein paar Klavierstunden zu nehmen, sei es in einer Musikschule oder (von mir eher präferiert) mit einem privaten Lehrer.

In den letzten Monaten, seit mein CLP hier steht, habe ich ausgiebig die digitalen Lernmöglichkeiten ausprobiert und getestet. Für Flowkey hatte ich durch die Kooperation mit Yamaha ohnehin ein Dreimonatsabo und von den Klavierlernapps hat sie mich von der Bedienung, der Songauswahl und vor allem dem "didaktischen Konzept", wenn man das so nennen kann, auch am meisten überzeugt, sodass ich hier zumindest noch weitere drei Monate anschließen möchte bzw. auch über eine Verlängerung als Jahresabo nachdenke. SimplyPiano habe ich nun eine Woche (oder wie lang das auch immer möglich war) kostenlos getestet und das hat für mich tatsächlich nichts mit Klavierspielen lernen zu tun, sondern ist in meinen Augen eher ein Keyboard-Computerspiel, was schon damit zusammenhängt, dass man nie selbst das komplette Stück spielt, sondern nur einige Tasten zum richtigen Zeitpunkt drücken muss, um das Gefühl vermittelt zu bekommen, man würde damit tatsächlich selbst "spielen" bzw. etwas Wesentliches zum Stück beitragen. Sehr "motivierend" ist das Konzept mit den Challenges, Sternchen etc. sicherlich, aber auch das spricht eben eher für ein Computerspiel als für eine ernsthafte Beschäftigung mit den Keys - wird also defintiv nicht verlängert. Skoove sagt mir ebenfalls nicht zu - da ist es zwar nicht ganz so schlimm (m.E.) wie bei SimplyPiano, aber na ja. Vor allem ist mir das "Spielen" hier auch zu anspruchslos und zu repititiv, was mit meinen Vorkenntnissen zusammenhängen könnte. Yousician scheint mir so ein Zwischending bzw. eine Kombination aus SimplyPiano und Skoove zu sein, aber ich gebe zu, dass ich mir hier bislang nur einen kurzen ersten Eindruck verschaffen konnte und kaum Zeit mit der App verbracht habe. Vielleicht sind es also auch nur Vorurteile, aber ich befürchte, von der ganzen Aufmachung und dem "Intro" her, dass ich nicht ganz falsch mit meinem ersten Eindruck liege...

Außerdem habe ich mir verschiedene Online-Schulen angesehen (in meinen Augen was ganz anderes als die Apps, auch wenn diese ebenfalls "Kurse" anbieten) und finde vor allem die Videos und das Konzept von music2me sehr ansprechend, insbesondere als sinnvolle Ergänzung zu Flowkey, wo es eben eher darum geht, bekannte Stücke aus Pop/Rock/Klassik zu erlernen, aber im Gegensatz zu den anderen Apps eben tatsächlich auch selbst zu spielen und nicht nur zum mehr oder weniger "richtigen" Zeitpunkt irgendwelche Tasten zu drücken. Zumindest wird einem das durch die App ermöglicht, was man draus macht, hängt ja immer auch an einem selbst. Music2me geht da eher in Richtung "Klavierschule" und erklärt die (deutlich weniger zahlreichen) Pop- und Rock-Songs mit ihrem Aufbau, der Spielweise etc. in meinen Augen sehr gut, fundiert und durchaus anspruchsvoll. Daher denke ich darüber nach, auch hier nach Ablauf der Testphase (ich glaub, morgen ist's soweit) ein kostenpflichtiges Abo für drei oder sechs Monate zu buchen, wie gesagt, neben Flowkey. Was gibt's in dem Bereich sonst noch? Piano-Revolution hab ich mir heute Nacht mal angesehen, ist aber durch das "Klavierspielen lernen ohne Noten" vom Konzept her eher nichts für mich, da ich Noten lesen kann und diesbezüglich keine Probleme habe. Ehrlich gesagt fände ich es spieltechnisch auch extrem be- und einschränkend, es nicht zu können und halte es (obwohl ich z.B. dem Punkrock sehr zugeneigt bin - der Notenfreund (Untertitel: "Noten - der falsche Weg zum Punkrock" :evil:) von den Ärzten war eine meiner ersten Anschaffungen) für keine gute Möglichkeit, um Klavier oder auch Keyboard spielen zu lernen. Aber vielleicht ist das auch Geschmackssache und wer partout mit Noten auf Kriegsfuß steht, für den mag sowas, zumindest zu Beginn, vielleicht eine Alternative sein, um sich nicht zu überfordern, weiß nicht. Zapiano wollte ich noch ausprobieren, befürchte aber, dass der Stil auch nicht so meinem Wesen entspricht, aber das vermag ich noch nicht zu beurteilen. Ebenso sieht es mit den Angeboten von z.B. NewMusicAcadamy oder OpenMusicSchool aus, die mich noch nicht so gereizt haben bzw. über die ich gerade auch erst gestolpert bin, aber die ich mir sicher auch zumindest mal ansehen möchte im Rahmen der kostenlosen Probephasen.

Grundsätzlich finde ich es wichtig, die digitalen Möglichkeiten nicht per se zu verurteilen und vor allem nicht alle in einen Topf zu schmeißen. Zum einen sind Klavierlernapps wie Flowkey oder Skoove was ganz anderes als die erwähnten Online-Klavierschulen und eben auch unter sich (qualitativ) sehr verschieden, wie m.E. sofort klar wird, wenn man z.B. Flowkey und SimplyPiano miteinander vergleicht (zumindest dann, wenn man im Musikgeschäft kein absoluter Newbie ist und schon ein anderes Instrument sowie Grundlagen der Musiktheorie beherrscht).

Dennoch war natürlich das erste für mich, als ich mich endlich dazu entschlossen hatte, meine Ersparnisse für das CLP zu verpulvern, noch ganz viel mehr Geld in (gedruckte) Songbooks zu investieren :engel:. Außerdem hab ich mir extra für das Noten-Abo namens "PASS" von Sheetmusicdirect eine Kreditkarte besorgt und habe dadurch das Gefühl, mir steht musikalisch nun die ganze Welt offen und ich habe nur viel zu wenig Zeit, um tatsächlich zu üben und zu spielen und das Abo schamlos "auszunutzen" :D.

Was ich dahingegen bisher noch nicht getan habe ist, mir eine (gedruckte) Klavierschule zuzulegen. Aus dem einfachen Grund, dass ich da irgendwie noch nicht das (für mich) passende gefunden habe. Mein Fokus liegt auf Pop/Rock-Songs, was nicht der neueste Shit sein muss/soll, sondern eben gern auch die ganzen Klassiker aus den 70er bis 90er Jahren, wie sie z.B. Flowkey im Programm hat (andere Apps auch, aber na ja, s.o.). Die einzige Reihe, die mich da zumindest vom Titel her etwas ansprechen würde, wäre glaube ich die Rock Piano-Reihe von Jürgen Moser. Aber soweit ich das bisher gelesen habe, arbeitet der auch mit mehr oder weniger selbst komponierten Stücken/Übungen, was mich wahrscheinlich nicht so motivieren würde, beständig damit zu arbeiten und dranzubleiben. Die Investition scheue ich nicht und vielleicht lege ich mir da auch demnächst mal einen Band von zu, aber ich bin wie gesagt skeptisch, ob ich wirklich Bock habe, mit einer klassischen Klavierschule kontinuierlich zu arbeiten - obwohl ich durchaus ahne, dass das nicht das Dümmste wäre, wenigstens ergänzend, aber na ja, der innere Schweinehund halt...

Was meint ihr dazu? Welche Wege habt ihr für euch entdeckt, um an den Keys Fortschritte zu machen, was habt ihr ausprobiert, was hat euch zugesagt, was nicht?

Ich freue mich auf einen Austausch!

Liebe Grüße
Ballad
 
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Jedes statische, sich nicht anpassende Lernangebot (Klavierschule, App, Videos) macht notwendigerweise eine Annahme darüber, auf welchem Level du bist und wo du vielleicht hingebracht werden willst. Da du schon Gitarre spielst, bräuchtest du ein Lernangebot, was dein vorhandenes Wissen auf der Gitarre nutzt und dich von da zum Klavier/Keyboard bringt. Das kann letztlich nur ein Lehrer, der genau auf deine Vorbildung eingeht.

Ich würde mir an deiner Stelle ein paar Notenbücher mit Songs, die dich interessieren kaufen und loslegen (Hage, Topcharts Gold z.B., kannst du dann auch für Gitarre brauchen). Noten wirst du ja wohl kennen, alle pianistischen Fragen (Sitzen, Handhaltung, Arm- und Handbewegung) kannst du dir von anderen Leuten/Videos abschauen oder hier selbst ein Video ins Forum stellen.

Wie viele Erwachsene (nehme ich jetzt mal bei dir an), die Klavier lernen, kommst du mit Vorbildung, aber einer noch etwas unklaren Zielvorstellung, welche Stile du auf genau welchen Instrumenten lernen willst (Klavier, Workstations und Portables sind bei näherer Betrachtung unterschiedliche Welten). Bei einer solchen Ausgangslage kann ich nur von allen statischen und nichtveränderlichen Lernangeboten abraten.
 
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Danke für deine Antwort und die Hinweise! :great:

Das, was du schreibst, also mir Songbooks (fürs Klavier) zu besorgen, habe ich wie oben bereits erwähnt schon getan, bevor das Yamaha in der Wohnung stand ;). Allerdings nix "Gemischtes", sondern all das von Künstlern/Bands, bei denen mich nicht nur der ein oder andere Song, sondern zumindest einiges, vieles oder alles interessiert hat. Für einen Anfänger ist mein Schrank da also schon sehr gut gefüllt und sie warten quasi nur darauf, dass ich auch über die Fertigkeiten verfüge, sie ernsthaft zu studieren und nutzen zu können... die Apps/Online-Schule soll mir letztlich dabei helfen, dahin zu gelangen und bisher habe ich den Eindruck, dass sie das auch ganz gut hinkriegt. Auch wenn ich als weitere Ergänzung trotzdem dankbar bin für Tipps hinsichtlich erprobten/anerkannten gedruckten Klavierschulen. Wenigstens an einer wollte ich mich da schon noch versuchen und wenn keiner eine bessere Idee (für mich) hat oder ich noch auf was anderes stoße, das mir mehr zusagt, dann wird's wohl die Rock Piano-Reihe werden, an die ich mich mal heranwage. Lehrer/Unterricht kann ich mir wie gesagt auch vorstellen, nur nicht im jetzigen Stadium. Wahrscheinlich heb ich mir das für den Zeitpunkt auf, wenn das erste Motivationstief oder gar Loch kommt und ich das Gefühl habe, alleine nur noch auf der Stelle zu treten. Im Moment erscheint es mir einfach nicht so sinnvoll, jetzt viel Geld für Unterricht zu investieren, um mir die absoluten Basics, die ich mir auch ganz gut allein draufschaffen kann (bilde ich mir jedenfalls ein, we will see, werd berichten und mich und mein Spiel selbstkritisch beobachten und analysieren), von einem Professionellen erklären zu lassen.

Warum siehst du die digitalen Möglichkeiten als statisch an? Den absoluten Anfängerkram á la Noten lesen und Tonleitern kann man ja in jeder Onlineschule genauso überspringen wie bei gedruckter Literatur (oder mit einem Lehrer) bzw. einmal nach einem langen Tag und mit wenig Konzentration durchspielen und dann ist gut. Keiner zwingt mich, auch bei den (guten) Online-Angeboten, das wie ein blutiger Anfänger 1000x durchzuexerzieren. Bei Flowkey z.B. geht es weniger um die Kurse (die gibt's auch, kann man machen, ist ja letztlich überall mehr oder minder das Gleiche in unterschiedlichem Gewand bzw. besser oder schlechter und vor allem mehr oder weniger tiefgehend und motivierender aufbereitet), sondern um das Einüben bestimmter Songs mit dem Vorteil der Notenerkennung, Loop-Funktionen, dass man direkt eine Idee hat, wie es gespielt wird (Fingersatz, Handhaltung...), man das Tempo anpassen kann usw. usf. Mir gefallen insbesondere die meistens vorhandenen verschiedenen Schwierigkeitsgrade der Songs, die angeboten werden, dass man sich's anhören kann, das Video dazu hat usw. Ich brauch das nicht zwingend, spiele eben sonst auch schon gern vom (digitalen) Notenblatt/Songbook (siehe PASS-Abo von Sheetmusicdirect, das ich vor allem denen empfehlen kann, die nicht so bekloppt sind wie ich und erstmal hunderte Euros in gebrauchte Songbooks investieren oder investieren wollen/können), aber es ist m.E. mit einem solchen Mix auch weniger eintönig und motivierender - wobei ich auf die Challenges und Sternchen der anderen Apps dennoch gut verzichten kann, da ich selbst motiviert genug zum Üben und Spielen bin. Ein kleines Detail, das ich bei Flowkey sehr nett finde ist, dass ich mir im Video auch die Notenbezeichnung (also C, D, E...) anzeigen lassen kann. Ja, ich kann Noten lesen, aber es ist eine weitere Information, die mir Zeit spart beim Spielen und dadurch etwas mehr Tempo bei den ersten Übungen der Songs verleiht, weniger Stocken zur Folge hat - gerade wenn's in den höheren oder tieferen Bereich der Hilfslinien geht, da muss ich (im Kopf oder auf der Tastatur, je nachdem) schon auch gern sonst nochmal nachzählen. Das habe ich bei vielen anderen Apps tatsächlich vermisst, ebenso wie den "Wartemodus", den ich sehr gelungen finde, gerade für Anfänger.

Ich glaube, ich bin mir schon durchaus im Klaren darüber, wohin die Reise in etwa geht - etwas, aber tendenziell eher weniger Klassik (so ein paar Klassiker, die ich mag, werde ich mir aber auch drauf schaffen, einfach weil ich sie können will und schön finde), dafür mehr Pop/Rock/Filmmusik und perspektivisch Recording/Musikproduktion sowie ggf. Spielen im Band-/Livekontext. Die Kaufentscheidungen für das CLP und das MODX habe ich sehr bewusst getroffen - zumal ein Homepiano (von dem ich im Grunde schon seit fast 10 Jahren vorher "geträumt" habe, also auch ganz konkret von einem Yamaha Clavinova) es nun einmal so an sich hat, dass man unterwegs auf es verzichten müsste, wozu ich nicht mehr bereit bin, weil es mir eben erstaunlich viel Spaß macht, wieder ein neues Instrument zu erlernen und man bei längerer Abwesenheit sonst auch viel zu sehr rauskäme aus der täglichen Übung. Das MODX ist nun mein Tastenersatz für unterwegs und muss aber, weil es eben was ganz anderes ist als das CLP, auch zu Hause nicht im oder auf dem Schrank verstauben, weil es eben ungeahnte Möglichkeiten gerade fürs Recording/Sampling/Produktion bietet, auch in Verbindung mit dem bzw. Ergänzung zum CLP, zumal es auch noch eine Vollversion von Cubase AI zum Kauf dazu gibt... Aber natürlich lasse ich mich auch ein wenig von mir selbst überraschen, einen 5-Jahres-Plan hab ich tatsächlich noch nicht in der Tasche und will ich glaube ich auch gar nicht haben ;).
 
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Ein Gedanke, der mich zur Zeit immer wieder beschäftigt, wenn ich hier in den Threads anderer Anfänger stöbere, ist folgender:
Ist es gut und sinnvoll, mehr oder weniger "nur" Stücke, die man mag, zu spielen und damit zu üben oder "müsste" ich nicht eigentlich auch mehr "lästige" Übungen für die Technik einbauen? Oder erlerne ich, das Gefühl habe ich jedenfalls, in der intensiven Beschäftigung mit Stücken, die ich mag und spielen können möchte, die Technik (bspw. Über-/Untersetzen, da gibts verschiedene Stellen in Stücken, die ich intensiv übe, an denen genau das notwendig ist und das bereitet mir auch keine Schwierigkeiten) nicht quasi "nebenbei" und so viel komfortabler? Mit Notenlesen habe ich wie gesagt recht wenig Probleme, mein "Problem" ist eher, dass ich keine Lust habe, mich mit Liedern langfristig und intensiv zu beschäftigen - sie also wirklich zu üben und einzustudieren und nicht nur ein paar Mal durchzuklimpern -, deren Melodie mir nicht absolut zusagt, die bei mir gefühlstechnisch nix auslösen. Da fehlt mir dann wiederum die Motivation. Ich versuche das mit den Technik-Videos und Übungen in der Flowkeyapp und Music2me etwas zu kompensieren, also mir das zumindest anzusehen und 1-2x nachzuspielen, habe aber in der Regel nicht die Lust, die dort präsentierten Anfängerstücke (oder Klassikstücke) wirklich so zu üben, bis ich sie fehlerfrei spielen kann. Dafür bietet z.B. Sheetmusicdirect dann einfach noch so viel, was ich lieber üben und spielen möchte als das...

Zudem habe ich manchmal den Eindruck, zumindest wenn ich so sehe, was andere zu Beginn spielen, dass ich mich dadurch auch mit den Stücken quasi permanent "überfordere". Um es konkreter zu machen: Statt Jingle Bells und Oh when the saints... zu spielen (typische Kinder- und Volkslieder halt), die mir auch beim ersten oder zweiten Spielen direkt sehr flüssig von der Hand gingen, habe ich von Tag 1 an mit (vereinfachten) Versionen von Fields of Gold (Sting/Eva Cassidy), Elton John (Can you feel the love tonight, Your Song...), Another Day in Paradise (Phil Collins), Mackie Messer usw. angefangen. Kurze Zeit später habe ich mich dann an "Bohemian Rhapsody" von Queen, "Monsters" von James Blunt und "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper (alles in den Originalversionen und Tonarten) herangewagt, die ich immer noch übe. Hinzu kommen derzeit verschiedene bekannte Themes aus Filmen, insbesondere Harry Potter und ganz aktuell erarbeite ich mir gerade "Somewhere In My Memory" (Theme von Kevin: Allein zu Haus). Ich spiele wie gesagt "erst" seit drei Monaten, aber dieses lustbetonte Üben und Spielen macht mir halt Spaß und motiviert mich. Mute ich mir da dennoch eures Erachtens zu viel zu oder würdet ihr eher sagen, solangs Spaß macht, kann's nicht falsch sein?
 
einer noch etwas unklaren Zielvorstellung
Das wiederhole ich mal auf Deine letzten beiden Beiträge. Was soll denn überhaupt "rauskommen"? Willst Du nur für Dich spielen oder auch mal was vor Besuchern zuhause zum Besten geben können? Willst Du "Alleinunterhalter" werden oder mal in einer Band spielen? Willst Du "vom Blatt spielen" lernen? Willst Du nur Covers spielen oder letztlich eigene Stücke schreiben?

Manchmal entwickeln sich genauere Ziele ja auch erst. Für Deinen "Wiedereinstieg" finde ich, dass es auch für die Motivation gut ist, Dir das vorzunehmen, was Dir Spaß macht (egal ob auf der Basis von Noten oder Ohren). So lange Du hier (auch beim Üben) Erfüllung findest, ist das doch toll. Wenn Dir dann irgend wann mal der Sinn nach etwas anderem steht, na dann mach es eben dann.

Ich bin Keyboarder (komme vom Akkordeon und vom Klavier her, bin aber schon mit 15 auf Orgel und Synths umgestiegen) und habe Gitarre als Zweitinstrument, wie Du völlig autodidaktisch. Ich bin auch der Meinung, dass man sich, wenn man gelernt hat, richtig zu üben, weitere Instrumente selbst beibringen kann - bis zu einem gewissen Level. Online-Lehren, egal ob Noten oder Spieltechnik-Filme, ersetzt aber nie den Profi-Lehrer. Da kann man jetzt entweder zu konkreten Problemen hingehen oder um ein ganzes Thema zu bearbeiten. Aber auch da wird die Frage auftauchen, was Du erreichen willst.

Meiner Meinung nach solltest Du Dich nicht in Überlegungen verlieren, ob links oder geradeaus oder rückwärts "richtig" oder "wichtig" ist, sondern den Spaß genießen und darauf vertrauen, dass Dich beizeiten Deine "neuen" Ziele lenken werden.
Natürlich sollst Du gerne die Kompetenz dieses Forums und seiner Mitglieder zu nutzen, aber am besten mit konkreten Fragestellungen.
 
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Mute ich mir da dennoch eures Erachtens zu viel zu oder würdet ihr eher sagen, solangs Spaß macht, kann's nicht falsch sein?
Natürlich, Du hast konkrete (Zwischen-)Ziele und Strategien zur Erreichung. Außerdem hohe Motivation, bekanntlich ist das ein positiver Lernfaktor und es ist wichtig, sich das zu bewahren.
Von daher mach', wie Du meinst und wenn frage im Board einfach nach, wenn dich etwas blockiert. :)

Gruß Claus
 
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Interessanter Überblick über aktuelle digitale Möglichkeiten das Klavierspielen zu erlernen.

Bei der App Simply Piano teile ich Deine Meinung hingegen nicht - finde sie sogar - man möge mir verzeihen und es ist nicht persönlich gemeint - etwas "überheblich".

SimplyPiano habe ich nun eine Woche (oder wie lang das auch immer möglich war) kostenlos getestet und das hat für mich tatsächlich nichts mit Klavierspielen lernen zu tun, sondern ist in meinen Augen eher ein Keyboard-Computerspiel, was schon damit zusammenhängt, dass man nie selbst das komplette Stück spielt, sondern nur einige Tasten zum richtigen Zeitpunkt drücken muss, um das Gefühl vermittelt zu bekommen, man würde damit tatsächlich selbst "spielen" bzw. etwas Wesentliches zum Stück beitragen. Sehr "motivierend" ist das Konzept mit den Challenges, Sternchen etc. sicherlich, aber auch das spricht eben eher für ein Computerspiel als für eine ernsthafte Beschäftigung mit den Keys

Man spielt natürlich am Anfang nicht komplette Musikstücke - wie sollte man das auch am Anfang schon können - sondern nur die Passagen über deren Fertigkeiten man bereits verfügt. Der Aufbau der Applikation ist in der Tat sehr motivierend - was ich aber nun nicht als nachteilig empfinde. Darüberhinaus werden auch Grundlagen über Videos erläutert. Daß die Anwendung eher bunt daherkommt stört mich überhaupt nicht. Die App ist sehr professionell aufgebaut. Insbesondere der "Spiel" Teil ist prima, da ich z.B. das Tempo des Stückes auf 60% oder 80% Tempo einstellen kann - oder im Wartemodus das Programm auf die richtigen Anschläge wartet.

Für mich hervorragend - und der eigentliche Grund warum ich das Programm für ein Jahr erworben habe - ist das Feedback des Programms beim Spielen. Falsche gespielte Noten werden sofort angezeigt und auch das Timing bewertet. Der Kurs ist im Schwierigkeitsgrad kontinuierlich ansteigend und ich kann alle Lektionen wiederholen. Je nach Lektionsfortschritts werden passende Lieder zum Spielen (von Klassik bis Pop) freigeschaltet. Da findet jeder etwas passendes.

Ich habe mir auch Flowkey und Skoove kurz angesehen aber für mich als Anfänger erscheint mir Simply Piano zum Selbststudium recht gut geeignet.

Ich bin ein großer Fan davon Kompetenzen aus mehreren Blickwinkeln anzugehen. Neben Simply Piano - als Spieltrainer möchte ich die Musiktheorie - gerne aus einem "langweiligen schwarz/weiß Offlinebuch" kennenlernen. Außerdem plane ich auch Klavierunterricht zu nehmen. Zusätzlich werde ich vielleicht noch eine zweite Klavier-App dazu nehmen - die einen anderen Schwerpunkt setzt.

Ich schreibe dies bewußt aus der Sicht eines "Anfängers" der Simply Piano als sehr motivierend empfindet. Nicht immer muß der "härteste" Weg in ein Wissensgebiet der einzig sinnvolle sein. Nicht immer muß es Schwarz/Weiß und möglichst sperrig und unzugänglich sein - um seriös und professionell zu wirken. Das kommt dann schon früh genug.

In einem gebe ich Dir aber gerne recht. Wer nur lernt weil er über ein Klicki/Bunti Bling Bling Programm schnell "belohnt" wird - der wird in so einem weitem Feld wie der Musik (so scheint es mir jedenfalls) nicht weit kommen.
 
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Danke erst einmal für eure Antworten und generell die Beteiligung hier im Thread! Ich freu mich sehr darüber!

Das wiederhole ich mal auf Deine letzten beiden Beiträge. Was soll denn überhaupt "rauskommen"? Willst Du nur für Dich spielen oder auch mal was vor Besuchern zuhause zum Besten geben können? Willst Du "Alleinunterhalter" werden oder mal in einer Band spielen? Willst Du "vom Blatt spielen" lernen? Willst Du nur Covers spielen oder letztlich eigene Stücke schreiben?

Sowohl als auch und zwar alles gleichzeitig und möglichst bald ;). Nein, also erstmal will ich überhaupt sauber und gut an den Keys spielen lernen - das ist momentan Priorität Nr. 1, alles Weitere kommt danach. Alleinunterhalter werd ich wohl nicht, mit dem Gedanken, mir mittelfristig eine Band zu suchen, in der ich meine Fähigkeiten (bestenfalls sowohl an der Gitarre als auch den Keys) einbringen kann, spiele ich aber schon sehr ernsthaft. Aber da lasse ich mir noch ein wenig Zeit, um besser zu werden und vor allem, die richtige Truppe zu finden... muss ja zum einen musikalisch, aber auch zwischenmenschlich gut passen, damit's Spaß macht und was von Dauer ist. Für mich selbst steht jetzt erst einmal aber das Üben im Vordergrund und außerdem der Einstieg ins Recording/Producing mit Cubase. Was danach kommt, da lasse ich mich gern überraschen. Aber wie gesagt, ein Bandkontext reizt mich schon sehr.

Bei der App Simply Piano teile ich Deine Meinung hingegen nicht - finde sie sogar - man möge mir verzeihen und es ist nicht persönlich gemeint - etwas "überheblich".

Tut mir leid, wenn du das so aufgefasst hast - so sollte es zumindest nicht ankommen. SimplyPiano habe ich, wie geschrieben, nur im Rahmen der Testphase ausprobiert, aber doch einigermaßen intensiv, sodass ich glaubte, mir ein Urteil über die App erlauben zu können - aber eben selbstverständlich nur aus meiner sehr subjektiven Perspektive. Ich habe auch ein paar der fortgeschritteneren Sachen (also auch der "kompletten" Songs, die es da zur Auswahl gibt) ausprobiert und war einfach echt nicht grad beeindruckt davon, wie einem dort das Pianospielen "beigebracht" wird. So hat mich z.B. schon allein die ewige "Begleitung" bei den Songs gestört, schließlich will ich Klavierspielen lernen und mich entsprechend auch auf den Klang des Instruments konzentrieren können. Aber ich lasse da gern auch andere Meinungen gelten (und finde deine Bewertung der App sehr interessant zu lesen, danke auch hier für den "Widerspruch" an der Stelle), sowas ist ja doch immer sehr Geschmackssache und vor allem eine Typfrage und dank der Testphasen kann sich da ja auch jeder selbst erstmal ein Bild machen, bevor er für die App löhnt. Flowkey hat mich da echt deutlich mehr überzeugt (und die habe ich ja nun schon 3 Monate in Verwendung) - nicht, weil es seriöser/professioneller wirkt, wie du schreibst, sondern wegen des Gesamtpaketes und eben dem Fokus auf das "selbst und allein" Spielen der Stücke, die es übrigens auch meistens in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gibt, sodass man sich gut und schnell "steigern" kann, auch in Bezug auf konkrete Songs. Momentan arbeite ich mich damit ein wenig an "Tears in Heaven" ab (das gibt's bei Flowkey z.B. in VIER Schwierigkeitsgraden!), das mich in der Unplugged-Original-Version schon seit Jahren auf der Gitarre fast zur Verzweiflung getrieben hat :weird:. Meine Hoffnung ist ja, insgeheim, dass ich das an den Tasten besser hinkriege und dann mit Gitarrensound am Synthi :engel: bis zum Erbrechen spielen kann... ein bisschen Fake muss halt sein :evil:.

Und dbzgl. auch noch ein Hinweis per Edit für andere Anfänger: Beim Üben der linken Hand bei "Tears in Heaven" merke ich gerade wieder, wie sinnvoll es doch ist, wenigstens hin und wieder mit Metronom zu üben. Meistens macht mich das eher wuschig, lenkt mich vom Spielen und vor allem vom "musikalischen" Teil des Songs ab und vor allem krieg ich auf Dauer immer Kopfschmerzen davon (schon bei der Gitarre), aber grad für die linke Hand am Klavier, die ja eben i.d.R. nicht die Melodielinie spielt, find ich das sehr wertvoll und empfehlenswert. Sonst übt man sich da, grad als Autodidakt, m.E. zumindest bei manchen Songs vielleicht doch einen falschen Rhythmus ein, was man selbst ggf. erst gar nicht oder zu spät merkt.
 
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Tut mir leid, wenn du das so aufgefasst hast - so sollte es zumindest nicht ankommen.

Kein Problem. Ich freue mich, daß wir gepflegt darüber argumentieren können. :)

Ich denke auch, daß es an den unterschiedlichen Stadien der Entwicklung liegt. Du kommst ja schon aus der Musik/Gitarre während ich in der Musik ziemlicher Newbie bin und erstmal einen Zugang finden muß. Gleichwohl interessiert es mich sehr tiefer in die Musik einzutauchen.

Simply Piano ist für mich der Baustein, den ich am ehesten als Spiel- und Notentrainer bezeichnen würde. Außerdem ist es ein sehr motivierendes Element da die mir manche Stücke sehr gefallen und ich sie sehr gerne spiele. Das übrigens zu dem Thema ob man lieber Stücke spielen üben sollte die einem gefallen: Von mir ein klares JA. :great:

Gleichwohl muß ich sagen daß die "bunte" Oberfläche :eek: von Simply Piano bei mir auch zuerst eine leichte Abwehrhaltung hervorgerufen hat und ich dachte: Das ist etwas für Kinder.

Ich denke daß wir da generell etwas umdenken müssen und Lerninhalte sehr wohl auch spielerisch vermittelt werden können - etwas was ich in meiner Jugend in der Schulzeit schmerzlich vermisst habe.

So hat mich z.B. schon allein die ewige "Begleitung" bei den Songs gestört,

Das hast Du aber selbst in der Hand. Ich drehe ab und zu die Lautstärke am iPad runter und dann spiele ich ohne Begleitung.

Flowkey hat mich da echt deutlich mehr überzeugt

Dein Bericht hat mich überzeugt Flowkey eine zweite Chance zu geben. Vielleicht ergänzen sich die beiden Programme ja gut.

wie sinnvoll es doch ist, wenigstens hin und wieder mit Metronom ...

Das ist auch mein großes Problem und ich denke da brauche ich einen Klavierlehrer. Ich weiß natürlich die Notenwerte und die Haltedauern aber dieses Wissen bekomme ich so nicht 1:1 in mein Spiel. Bei mir sind die Takte mal länger mal kürzer und das Metronom ist da unbarmherzig und stört und nervt mich nur. :mad: Ich weiß aber dass ich da irgendwie durch muss.
 
Bei der App Simply Piano teile ich Deine Meinung hingegen nicht...
Tut mir leid, aber deine eigenen Schilderungen zur App bestätigen auch meine Vorbehalte ganz massiv.
Ich weiß natürlich die Notenwerte und die Haltedauern aber dieses Wissen bekomme ich so nicht 1:1 in mein Spiel.
Logisch - Simply Piano ist Teil des Problems, nicht der Lösung.
Deine Beschreibung des Lernens mit der App lassen mich annehmen, dass kognitive Vorgänge erschwert werden, die für den Lernerfolg wesentlich sind.

Gruß Claus
 
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@McGandolf: Nach deinem letzten Posting muss ich sagen, dass ich mich Claus anschließen möchte - gerade, wenn du absoluter "Newbie" bist, halte ich SimplyPiano wirklich nicht für geeignet, um damit (hauptsächlich) zu üben und vor allem zu lernen. Zumindest solltest du dir echt noch eine zweite Option zulegen, die dich besser in den grundlegenden Sachen schult, als das SimplyPiano kann (und ich glaube, dafür reichte wirklich die Testphase, um das beurteilen zu können - das tut die App nämlich sehr unzureichend, gerade dann, wenn man auf keine Vorkenntnisse zurückgreifen kann). Dass das Konzept motivierend ist, glaube ich dir absolut und habe ich ja auch schon im ersten Beitrag "anerkennend" erwähnt, von daher ist es sicher nicht falsch, damit auch zu üben, schon allein um die Motivation aufrechtzuerhalten, wenn es einem zusagt und Spaß macht, damit zu spielen. Aber eben nicht nur! Irgendwo gab's ein Video auf Youtube, das auch hier im Forum schon diskutiert wurde und zeigt, was ein Anfänger nach einem Jahr mit SimplyPiano (nicht) kann, das fand ich durchaus eindrücklich. Ich verlinke es hier gleich noch, wenn ich es fix wiederfinde. (Edit: Hier ist es. Klingt gruselig :igitt:, oder?!? Zur "Verteidigung" der App hier aber noch ein anderes Video, das den Fortschritt eines 5-jährigen zeigt und schon alleine deshalb köstlich anzusehen ist, um zu erleben, wie viel Spaß und Begeisterung ein Kind durch so eine App am Klavierspielen finden kann: Link. Da geht mir förmlich das Herz bei auf...)

Dass dir die Stücke gefallen, kann ich gut verstehen und war für mich auch etwas schmerzhaft, weil eben einige Lieder dabei waren, die es in Flowkey nicht gibt. Dafür dort aber eben (viel mehr!) andere "Klassiker" aus dem Pop/Rock-Bereich. Das mit der Lautstärke runterdrehen (bzw. ja dann ausdrehen) würde mich zu sehr nerven, wenn ich "alleine" spielen will in Flowkey, schalte ich auf den (m.E. sehr gut umgesetzten) Wartemodus und hab dann meine Ruhe. Im Gegensatz zu SimplyPiano nervt mich die App dann auch nicht ständig, falls ich aussetze bzw. eine "Pause" mache, um mir z.B. parallel Fingersätze oder anderes auf einem Notizblock aufzuschreiben. Die wartet dann einfach ganz brav, bis ich wieder bereit bin, weiterzuspielen ;).

Falls du dir Flowkey tatsächlich nochmal näher ansehen willst, hier noch ein Tipp, den ich von dem (übrigens sehr guten und netten!) Support bekommen habe: Als Aboverlängerung steht nur das 1-Monats-Abo (teuer!), das 12-Monatsabo (günstig, aber eben viel Knete auf einmal, wenn man noch nicht sicher ist) und die lebenslange Option zur Verfügung. Früher gab es auch mal den Dreimonatszeitraum. Du kannst dir allerdings über die Seite selbst einen Gutschein für drei Monate schenken (für ~ 45 €) bzw. per Mail zuschicken. So hab ich es jetzt letztlich auch gelöst, weil ich noch nicht wusste, ob ich wirklich ein ganzes Jahr "brauche", schließlich will ich mich im fortgeschritteneren Stadium dann auch mehr und mehr den Sheets widmen und baue mir entsprechend zur Zeit ein großes digitales Notenarchiv (neben den gedruckten Songbooks) auf. Falls ich Flowkey in den nächsten drei Monaten jedoch noch regelmäßig nutze, werde ich wohl auch ein 12-Monatsabo anschließen, denn das ist ja auf den Monat gerechnet dann doch nochmal um 5 € günstiger (9,99 €/Monat). Aber selbst wenn Flowkey nicht "deins" sein sollte, dann schau dich mal bei den Klavier-Onlineschulen um. Die sind vielleicht sogar noch besser als Ergänzung zu SimplyPiano, wo du nun ja eh schon das Jahresabo hast, geeignet, weil sie ihren Fokus eher auf Musiktheorie und Lektionen legen als auf das Spielen ganz konkreter Stücke. Ich fand hier Music2me wirklich sehr ansprechend und auch/gerade für Anfänger sehr gut geeignet! Zapiano ist bestimmt auch nicht falsch, aber ehrlich gesagt kotzt mich der Typ zu sehr an, der das gegründet hat und die Videos macht - ist einfach nicht mein Typ :D - aber das ist dann echt Geschmackssache!

Ansonsten halte ich es auch für eine sehr gute Idee deinerseits, dich um Klavierunterricht zu bemühen. Ich hatte ja einige Jahre ganz klassischen Gitarrenunterricht, also nix mit Rockstar oder so, sondern Konzertgitarre mit ganz überwiegend Melodiespiel (Liedbegleitung/Akkordspiel fand dann v.a. im Rahmen des Chores statt, insbesondere für und bei Auftritten) und mit gedruckter Gitarrenschule. Müsste ich heute in der Form auch nicht mehr haben bzw. hätte ich einfach keine große Lust (mehr) zu, aber wie sagt man so schön: geschadet hat's mir nicht ;). (Außer dieses ewige "Man darf den (linken) Daumen nicht sehen!!!" :rolleyes: - und alle Autodidakten durften den immer ganz lässig überm Griffbrett baumeln lassen... :bad:)
 
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Deine Beschreibung des Lernens mit der App lassen mich annehmen, dass kognitive Vorgänge erschwert werden, die für den Lernerfolg wesentlich sind.

Würde mich freuen wenn Du das etwas näher erläutern könntest.

Zur "Verteidigung" der App hier aber noch ein anderes Video, das den Fortschritt eines 5-jährigen zeigt und schon alleine deshalb köstlich anzusehen ist, um zu erleben, wie viel Spaß und Begeisterung ein Kind durch so eine App am Klavierspielen finden kann:

Charmant. ;)


Aber zum Thema: Ich habe mir heute noch einmal den freien Teil von Flowkey angesehen. Vielleicht habe ich es noch nicht ganz verstanden - aber, auch dort habe ich ja - im Spielmodus - ein durchlaufendes Notenband zu dem ich spiele - oder den Wartemodus. Genau das gleiche wie bei SimplyPiano.

Was mich bis jetzt aber bei Flowkey stört sind folgende Punkte:
  • die obere Hälfte des Bildschirms nimmt ein Video ein - welche das Stück parallel mitspielt. Das ist sehr irritierend und ich möchte so eine "Spick" Funktion gar nicht haben. Ich will ja ohne dauernde Hilfe spielen können. Lediglich bei schwierigen Passagen könnte man die Tastensätze mal überprüfen, aber nur fallweise oder bei Bedarf und nicht bei jeden einzelnen Spiel. Ich habe jetzt noch nicht gesehen wie man das ausschalten kann. Wenn ich das Programm länger nutzen will muss ich diesen Teil des Bildschirms abdecken.
  • Durch das Halbierung des Bildschirms bleibt nur noch wenig Platz für die Noten. Sie sind mir fast zu klein. Ich habe nur ein iPad mini.
  • Leider muß man ständig irgendwelche Dialoge am Bildschirm bestätigen. Ich muß dauernd die Finger vom Keyboard nehmen. Das ist imho bei SimplyPiano besser gelöst.
  • Mir fehlt irgendwie der "rote" Faden im Lernfortschritt. Bei SimplyPiano arbeite ich mich einen aufeinander aufbauenden Lernpfad entlang. Gibts das auch in Flowkey ?
Ich gebe aber noch nicht auf und werde ein 1-Monats Abo bei Flowkey nehmen. Vielleicht werde ich doch noch mit dem Programm warm. Flowkey hat ja deutlich mehr Erklär-Videos. Außerdem sind die Noten ja schön Schwarz/Weiß. :rolleyes:

Was ich aber nicht verstehe ist die Kritik daß man bei SimplyPiano nur die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt drücken muß. Also das ist auch das Konzept bei Flowkey. Und generell: Ist das nicht irgendwie "Musik" ? Zum richtigen Zeitpunkt der richtige Klang ?

Bei SimplyPiano gibt es den Spielmodus in dem man Teil einer Band ist. Man spielt hier das Klavier und die Band wartet nicht auf einen. Man muß das Tempo mitgehen (es gibt aber auch 60% und 80% Tempo oder den Wartemodus).

Klavier spielen lernen - erwarte ich gar nicht von diesem Programm. Es ist ein Spiel-Trainer und Motivator.

Den entscheidenden Input erwarte ich mir sowieso nur von einem Klavierlehrer. Denn nur er/sie kann meine Fehler und Haltung und Schwächen erkennen und korrigieren. Dieses Programm soll nur meine Fähigkeiten Notenmuster zu erkennen verbessern und die Motorik der Finger trainieren.

Jedenfalls arbeite ich mich gerade Offline durch den Heumann und mein Buch zur Musiktheorie und schreibe und benenne ganz altmodisch viele Noten mit Papier und Bleistift. Macht auch Spaß.
 
Was ich aber nicht verstehe ist die Kritik daß man bei SimplyPiano nur die richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt drücken muß.
...
Klavier spielen lernen - erwarte ich gar nicht von diesem Programm.
...
Jedenfalls arbeite ich mich gerade Offline durch den Heumann und mein Buch zur Musiktheorie und schreibe und benenne ganz altmodisch viele Noten mit Papier und Bleistift. Macht auch Spaß.
Du ziehst die Schlüsse und gibst Antworten, die ich auch geben würde.
Was das Taste drücken zum richtigen Zeitpunkt betrifft, das kontrolliere ich beim Üben auch - mit dem Metronom.

Gruß Claus
 
Aber zum Thema: Ich habe mir heute noch einmal den freien Teil von Flowkey angesehen. Vielleicht habe ich es noch nicht ganz verstanden - aber, auch dort habe ich ja - im Spielmodus - ein durchlaufendes Notenband zu dem ich spiele - oder den Wartemodus. Genau das gleiche wie bei SimplyPiano.

Wenn es genau das Gleiche wäre, würde dich Flowkey ja nicht derart "abturnen", oder ;)? Natürlich hast du ein durchlaufendes Notenband, das ist ja das Basisprinzip dieser Apps, sonst könntest du auch einfach Sheetmusic spielen. Aber die ganze Aufmachung und Didaktik dahinter unterscheidet sich eben doch wesentlich voneinander. Und da ich nicht von Flowkey gesponsert werde und im Grunde auch gar kein Interesse habe, für diese App Werbung zu machen, will ich dich auch nicht von Flowkey überzeugen. Für mich passt sie von allen getesteten eben am besten und zwar nicht in Bezug auf die Kurse - die finde ich bei Flowkey auch noch zu oberflächlich und wenig anspruchsvoll, dafür hab ich music2me - sondern gerade in Bezug auf die Songauswahl, -schwierigkeitsgrade und (didaktisch-methodische) Umsetzung dieser Übemöglichkeit. Gerade DASS das Video einen so großen Raum einnimmt, finde ich für autodidaktisch-lernende Anfänger didaktisch gesehen hervorragend, denn nichts anderes macht man im Klavierunterricht doch auch: erstmal (und danach immer wieder) dem Klavierlehrer dabei zusehen, wie er es spielt und macht. Und dabei geht es eben dann gerade NICHT darum, welche Taste zu welchem Zeitpunkt gedrückt werden muss, sondern um die Basics (und in dem Fall ihrer praktischen Umsetzung anhand von Songbeispielen) wie Handhaltung, Fingersatz, Lagenwechsel, Über-/Untersetzen usw. Genau dafür ist das Video gut und gedacht. Die Noten sind für mich (sowohl auf 10 als auch 12 Zoll) immer noch bei Weitem groß genug, da hab ich bei Sheetmusic zum Teil eher Probleme auf dem Tablet (10 Zoll). Dein Ipad Mini (8 Zoll) ist dann eher ein Hardwareproblem bei diesem Einsatzzweck, der es dir z.B. so gut wie unmöglich werden lässt, dich irgendwann überhaupt an (digitales) Blattspiel / Sheetmusic heranzutrauen. Das ist einfach für Musikzwecke völlig ungeeignet in meinen Augen.

Das mit dem Bestätigen der Dialoge, da gebe ich dir recht, das nervt mich bei Flowkey ebenfalls. Wenn man aber "frei" übt mit den Songs, ist das nicht mehr notwendig, sondern nur innerhalb der Kurse/Lektionen. Außerhalb der Kurse/Lektionen gibt es keinen aufeinander aufbauenden Lernpfad bzw. im Grunde schon, aber du bist halt deutlich autonomer. Denn genau dafür gibt es die Einteilung in die vier Schwierigkeitsgrade (grün/gelb/rot/lila) der Songs und fast alle Songs sind in verschiedenen Schwierigkeitsgraden verfügbar. Du suchst dir also einfach einen Song aus, den du üben willst, setzt irgendwo an, probierst dich aus, switcht evtl. direkt am Anfang eine Stufe hoch oder runter und übst dann genau diesen Song, bis du ihn für dich ansprechend spielen kannst und ausreichend beherrschst. Sternchen und Fleißbienchen gibt's bei Flowkey nicht und dbzgl. auch keinen Abschluss - das mag erstmal weniger motivierend für manche sein, für mich ist es das nicht. Denn ganz ehrlich, die drei Sterne bei SimplyPiano zu holen, ist wahrlich keine Kunst (hatte ich oft nach dem ersten oder zweiten Spielen) und da war ich noch WEIT davon entfernt, das Lied auch nur im Ansatz irgendwie oder gar fehlerfrei spielen zu können. Insofern kann ich dieses Feedback von SimplyPiano zu meiner spielerischen Leistung auch nicht ernstnehmen, bedeutet es mir rein gar nichts und sagt eben auch nichts drüber aus, ob du's wirklich spielen kannst. Das A und O beim Lernen eines Instruments ist aber so oder so m.E. die intrinsische Motivation - wenn du nur Bock auf Klavierspielen hast, weil und wenn es in einer App Sternchen regnet, dann wird das nichts Ernsthaftes von Dauer sein. Da wäre ein MMORPG mit (Daily) Quests vielleicht eher was für einen... (Fun Fact am Rande: Wofür ich übrigens derzeit fast gar keine Zeit mehr habe und meine Chars total vernachlässige, weil ich so sehr mit dem Piano beschäftigt bin :D.)

P.S.: Und da ich gerade wieder bei einer meiner nächtlichen Übesessions bin und nach meinem "flammenden" Plädoyer hier selbst Lust auf Flowkey bekommen habe ;), habe ich mal den bzw. meinen Klassiker "Fields of Gold" angeschmissen, den ich wirklich seit Tag 1 übe und na ja, auf dem geringen Schwierigkeitsgrad eigentlich auch schon einigermaßen "beherrsche", so wie man halt als Anfänger irgendwas "beherrscht" (ich rede also nicht von pianistischen Meisterleistungen). Trotzdem hab ich grad gemerkt, dass es mit der linken Hand nach längerer Pause von dem Stück etwas hakt/ich mich zu oft verspiele und wollte sie separat üben und dann, in der Hinsicht möchte ich mich Claus erneut anschließen, hab ich nun auch direkt wieder das Metronom zugeschaltet, weil das die App nicht leistet bzw. im Wartemodus ja auch gar nicht leisten soll. Und der Witz ist: Bei Flowkey ist das überhaupt möglich, gleichzeitig mit Metronom zu üben, durch die (für mich nervtötende) Begleitung bei SimplyPiano ginge das nicht bzw. eben nur mit ausgeschaltetem Ton (geht das überhaupt auch IN der App und nicht nur via Tablet-Lautstärkeregler?). Sofern du ein Metronom am Tablet und nicht am Piano selbst nutzen willst, kämst du damit dann auch in Schwierigkeiten, wenn du das Tablet (und nicht nur die App) stumm schalten willst. Und wie bereits erwähnt, nervt mich Flowkey auch nicht bzw. höchstens mit einem dezenten Hinweis auf dem Bildschirm nach einiger Zeit, wenn ich mal aussetze - was eben häufiger vorkommt, nicht nur beim Notizenmachen, sondern auch beim Voiceumschalten oder eben wie jetzt hier beim Einschalten und Einstellen des Metronoms am Piano.

Auch ein Vorteil, ich glaube, das geht bei SimplyPiano ebenfalls nicht: nachdem ich mich nun auf die linke Hand konzentriert habe, habe ich in der rechten bei einem Lagenwechsel und (gleichzeitig) schnellerem Lauf mit Rhythmuswechsel im Song immer wieder Fehler gemacht. Also schwupps, die Stelle markiert, ausgewählt und nun kann ich (nur diese paar Noten bzw. genauer 1,5 Takte) immer wieder im Loop üben - ob mit rechts und/oder links, im Wartemodus, mit 50%, 75 % oder 100% Tempo, ist einzig und allein mir überlassen. Bei diesen (Wahl-)Möglichkeiten und Freiheiten verzichte ich gerne auf die Sternchen ;).
 
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Wenn es genau das Gleiche wäre, würde dich Flowkey ja nicht derart "abturnen", oder ?

Es "turned" mich nicht ab. Jede App hat ihre Vor- und Nachteile. Dieser Dialog kann vielleicht dem einen oder anderen helfen die für ihn besser passende App auszuwählen.

Gerade DASS das Video einen so großen Raum einnimmt, finde ich für autodidaktisch-lernende Anfänger didaktisch gesehen hervorragend

Das es generell ein "Vorspiel-Video" für jedes Stück gibt halte ich auch für hervorragend und in dies ist ohne Frage ein Vorteil von Flowkey. Mich hat es nur gestört daß es beim Üben permanent die Hälfte des Bildschirms einnimmt. Da ich es ja abdecken kann ist das kein Ausschlußkriterium für mich.

Dein Ipad Mini (8 Zoll) ist dann eher ein Hardwareproblem bei diesem Einsatzzweck

Klar, das habe ich selbst in der Hand. Oder ich muß meine Lesebrille aufsetzen.

Denn genau dafür gibt es die Einteilung in die vier Schwierigkeitsgrade

Eine Einteilung Songs bei Flowkey in nur vier Schwierigkeitsgrade erscheint mir etwas zu wenig. SimplyPiano schaltet bei jedem abgeschlossenen Kursschritt (und davon gibt es eine ganze Menge) die dazu passenden Songs frei. So kann ich genau die Songs üben die den neuen Lernfortschritt beinhalten. Man kann dann auch Songs zu einem Favoriten Ordner hinzufügen um sie schnell wiederzufinden.

Sternchen und Fleißbienchen gibt's bei Flowkey nicht und dbzgl. auch keinen Abschluss

SimplyPiano macht am Schluß eines Liedes eine Bewertung wieviele Töne man richtig getroffen hat und wie das Timing der Töne ist. Es gibt also nicht nur die 3 Sterne. Die drei Sterne Bewertung halte ich auch nicht für so gut. Wenn dann sollte das noch feiner differenziert sein (6 Sterne oder Noten). So eine Beurteilung wird ja auch sicher ein Klavierlehrer vornehmen. Ich kann zwar auch selbst erkennen ob ich jetzt ganz gut durchkam oder nicht, aber insbesondere die Timing-Kontrolle schätze ich sehr bei SimplyPiano.

Denn ganz ehrlich, die drei Sterne bei SimplyPiano zu holen, ist wahrlich keine Kunst

Hut ab. Ich muß bei manchen Stücken schon viele Male üben um dafür gut genug zu sein.

wenn du nur Bock auf Klavierspielen hast, weil und wenn es in einer App Sternchen regnet

Ich schlage vor wir bleiben bei einem sachlichen Austausch von Argumenten. Solche persönlichen Unterstellungen mag ich nicht so gerne.

die Stelle markiert, ausgewählt und nun kann ich (nur diese paar Noten bzw. genauer 1,5 Takte) immer wieder im Loop üben

Diese Funktion vermisse ich bei SimplyPiano. Ich kann zwar das Notenband beliebig links und rechts verschieben, und dadurch auch gezielt bestimmte Passagen die ich als schwierig empfinde gezielt üben - aber ich kann das dann nicht im Loop laufen lassen. Also Vorteil: Flowkey.

will ich dich auch nicht von Flowkey überzeugen.

Ich will Dich auch nicht von SimplyPiano überzeugen. Aber wie bereits anfangs gesagt kann es dem einen oder anderen Foristen in der Entscheidungsfindung dienlich sein. Auch sollte man immer dazusagen, daß diese Apps ja nur einen kleinen Teil der Klavier-Ausbildung unterstützen können.

Ich wollte aber auch nicht deinen Thread nicht "hijacken" sondern nur meine "Anfänger" Sichtweise auf SimplyPiano zur Ergänzung hinzustellen.

Deswegen soll es von mir aus an dieser Stelle auch gut sein.
 
Lieber McGandalf,

danke für das Reply. Ich sehe es genau wie du und denke, dass der Austausch gerade deshalb so interessant (auch für andere "Anfänger" und Suchende) ist, weil wir eben unterschiedliche Typen sind und Unterschiedliches für uns hilfreich/wertvoll ist. Tut mir leid, dass der eine Satz von mir als unsachlich aufgenommen wurde, da hab ich mich wirklich blöd ausgedrückt, denn ich habe "du" geschrieben, also dich angesprochen, obwohl das eigentlich eher allgemein gemeint war, eben in Bezug auf die App. Denn das ist ja das Konzept ("Motivation" über Sternchen und scheinbare, quantifizierbare Erfolge dadurch) und auch nicht den Nutzern vorzuwerfen. Es war tatsächlich nicht meine Absicht, dir das persönlich zu unterstellen, verstehe aber bei meiner Formulierung, warum das so ankam bei dir.

Ich find's interessant, dass dich gerade auch die Bewertung zum Timing anspricht, denn die habe ich während der Testphase von SimplyPiano als ziemlich willkürlich empfunden. Bei Songs, bei denen ich m.E. gar kein gutes Timing hatte, also mir meine "Fehler" diesbezüglich selbst auffielen, war die Bewertung der App zum Teil recht gut (80-90 %) und wieder in anderen Fällen, in denen ich m.E. so ziemlich jede Note/jedes Intervall zum (von der App vorgegebenen Zeitpunkt) angeschlagen habe, lag ich dann laut App nur bei ca. 70 %. Deshalb habe ich diese Bewertung auch schnell ausgeblendet, weil sie für mich eben nicht verständlich oder nachvollziehbar war. Ich bin aber auch nicht mehr sicher, ob ich da via Bluetooth- oder Kabelverbindung gespielt habe, vielleicht lag es also auch an der Latenz durch BT. Hast du das noch nicht beobachtet bei dir? Zumal die Timing-Bewertung z.B. auch nicht in die Sternchen miteinfließt, d.h. zum Teil hatte ich laut App nur 70% im Timing, aber da ich alle Noten zum (laut App eben NICHT richtigen Zeitpunkt) angeschlagen habe und sie (noch) gewertet wurden, hatte ich trotzdem drei Sterne. Ich bilde mir auf die schnellen drei Sterne also wirklich nichts ein, für mich hatten sie keinen Wert, weil ich nicht ansatzweise danach im Stande gewesen wäre, den Song auch nur einigermaßen fehlerfrei (selbst) zu spielen. Das ist bei Flowkey anders, zumal ich da mehr oder minder selbst für die Bewertung/Beurteilung zuständig bin und mich dementsprechend - das finde ich als Anfänger SEHR vorteilhaft und sinnvoll - auch nicht von der Verantwortung dafür freisprechen kann, mein Spiel selbstkritisch zu beurteilen, zu analysieren, eben auch immer wieder das Metronom hinzuzuziehen usw. Das schult das Gehör und das musikalische Verständnis. Gerade die (zumindest bei mir fehlerhafte und auch sonst unzureichende) Timing-Bewertung halte ich da für gefährlich, weil man sich dbzgl. dann wahrscheinlich viel zu sehr auf die App verlässt statt ein eigenes Rhythmus-Gefühl für den Song zu entwickeln. Und, das kann ich aus Erfahrung von der Gitarre wirklich sehr sicher behaupten: Gerade wenn du aus dem (blutigen) Anfängerbereich rauskommst und auch nur leicht fortgeschrittene Stücke spielst, kommt es weniger drauf an, die "richtigen" Töne zu spielen, sondern eben ein Gefühl, vor allem auch für den Rhythmus des Songs, zu entwickeln. Ansonsten klingt's scheiße und das merkt selbst der Laie, trotz der Tatsache, dass du ggf. alle Töne triffst... Und sich einen falschen Rhythmus einzuüben oder eben auch innerhalb des Stücks immer wieder schneller/langsamer zu werden (willkürlich, also nicht als Stilmittel), ist ein Problem, das selbst die besten Musiker immer mal wieder haben - die weniger talentierten noch deutlich häufiger, weil sie's eben selbst gar nicht merken mangels Rhythmusgefühl...

Das mit den Favoriten setzen geht bei Flowkey (und wahrscheinlich jeder anderen App, auch z.B. bei music2me) ebenfalls. Die hast du dann unter "meine Songs". (Edit: Hier muss ich noch einen kritischen Punkt anfügen, der mich auch schon etwas genervt hat: Wenn du einen Song als Favoriten markieren willst, geht das bei Flowkey nicht über die Suche (also Songtitel eintippen und markieren), sondern eben nur beim Durchscrollen der einzelnen Kategorien. Im Grunde muss man sich also am Anfang mal die Zeit nehmen, alle Songs durchzustöbern und gleich markieren, was gefällt. Sonst macht man das später nochmal, um die Favoriten zu setzen. Das wollte ich eigentlich auch noch dem Support mal schreiben, dass das irgendwie blöde ist...) Ja, es stimmt, außerhalb der Lektionen ist Flowkey deutlich "flexibler", aber eben auch weniger stringent, was den (vorgegebenen) Lernweg angeht. Für mich bietet das mehr Freiheiten und genau das, was ich will, nämlich ganz gezielt bestimmte Songs mithilfe der App lernen und üben, die ich unbedingt spielen können möchte. Die Songs, die mich nicht interessieren, gehen mir am Allerwertesten vorbei und keiner zwingt mich, diese auch nur anzuspielen. Ich find das gut, auch dass ich nichts durch (für mich ggf. sinnloses) Durchklimpern erst "freischalten" muss. Selbst bei den Lektionen zwingt mich Flowkey nicht dazu, vorherige abzuschließen, die ich ggf. gar nicht mehr nötig habe oder mich nicht interessieren. Da ist man echt total frei - mir gefällt das, für andere mag das überfordernd oder eben auch zu wenig stringent sein. Das hängt sicher zum einen mit dem Lerntyp zusammen (diese Unterschiede gibt es ja in der Schule und Bildungsbereich auch IMMER wieder, Heterogenität eben...) und zum anderen damit, was man von der App erwartet, welche Ziele man verfolgt und was einem Spaß macht. Wahrscheinlich gibt's in der Hinsicht kein "richtig" oder "falsch"...

Ich sehe das absolut nicht als Hijack des Threads, denn genau dieser Austausch war doch das Anliegen, das ich u.a. zu Beginn geäußert habe. Und auch wenn ich mich manchmal blöd ausdrücke (sorry an dieser Stelle dafür): Ich mein nix davon böse. Wenn, dann schreib ich's dazu :evil:.

Liebe Grüße
Ballad
 
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Tut mir leid, dass der eine Satz von mir als unsachlich aufgenommen wurde

Alles ok. Vielleicht reagiere ich deswegen so empfindlich weil ich ja genau das selber oft beobachte und kritisiere. Die Welt wird immer oberflächlicher. Ich beobachte das an vielen Fronten aber natürlich besonders in den digitalen Medien. Nun gut - ein anderes Thema.

Ich find's interessant, dass dich gerade auch die Bewertung zum Timing anspricht, denn die habe ich während der Testphase von SimplyPiano als ziemlich willkürlich empfunden

Für mich als Anfänger ist natürliche jedes Feedback sinnvoll. Wie gut die Timing-Bewertung innerhalb von SimplyPiano ist kann ich natürlich nicht beurteilen. Es wäre toll wenn ein erfahrener Pianist die App mal spielen würde und dann eine Einschätzung der Timing-Bewertung abgeben könnte.

Aus App-Sicht sollte die Timing Bewertung - technisch gesehen - relativ einfach sein. Die Midi-Befehle geben ja ein sauber auswertbares "Klangbild". Die Einschätzung ob ein Klang korrekt einsetzt und lange genug gehalten wird, sollte also einfach sein. Deswegen hoffe ich daß SimplyPiano das richtig macht. Laienhaft würde ich schon sagen daß die Timing-Bewertung so halbwegs passt. Die Klangerkennung funktioniert bei mit über BT Midi - hat aber keine merklichen Latenzen.


Zumal die Timing-Bewertung z.B. auch nicht in die Sternchen miteinfließt, d.h. zum Teil hatte ich laut App nur 70% im Timing, aber da ich alle Noten zum (laut App eben NICHT richtigen Zeitpunkt) angeschlagen habe und sie (noch) gewertet wurden, hatte ich trotzdem drei Sterne

Ich denke auch daß das Timing nicht in die Sterne-Bewertung einfließt. Ein Manko.


Das ist bei Flowkey anders, zumal ich da mehr oder minder selbst für die Bewertung/Beurteilung zuständig bin und mich dementsprechend - das finde ich als Anfänger SEHR vorteilhaft und sinnvoll

Gerade das fehlt mir - denn ich bin ja als Anfänger auf ein Feedback angewiesen. Natürlich höre ich selbst ob die Noten richtig liegen oder gut zur Begleitung passen. Aber so ganz sicher kann ich mir nie sein.

Ideal wäre sogar eine genaue Auswertung (eine Art Datenbank) die jedes gespielte Stück speichert, zusammen mit einer Bewertung hinsichtlich der korrekt gespielten Töne und des Timings. So kann man sehen wie man sich im Laufe der Zeit verbessert. Top wäre auch, wenn die App die Problem-Zonen erkennen würde und gezielt Training in diesem Bereich anbieten würde.

Gibt also noch viel was bei den Apps getan werden kann.


Selbst bei den Lektionen zwingt mich Flowkey nicht dazu, vorherige abzuschließen, die ich ggf. gar nicht mehr nötig habe oder mich nicht interessieren.

Da Du fortgeschritten bist macht das für Dich viel Sinn. Ich bin hingegen froh, wenn SimplyPiano mich hier etwas an die Hand nimmt und die Lektionen aufeinander aufbaut.

Wahrscheinlich gibt's in der Hinsicht kein "richtig" oder "falsch"...

Das sehe ich auch so.

Vielleicht kann man es so subsummieren:
  • SimplyPiano kann für einen absoluten Anfänger sinnvoll sein. Vielleicht nimmt die "buntere" Oberfläche einem Anfänger etwas die Scheu und der aufeinander aufbauende Lehrpfad mag angebrachter sein. Auch die technische Bewertung des Spiels in SimplyPiano kann dem Anfänger dienlich sein. Zudem ist der Band-Modus recht motivierend - da man dann irgendwie gleich mittendrin ist.
  • Flowkey könnte für engagiertere und begabtere Einsteiger und etwas Fortgeschrittene besser geeignet sein. Die Lektionen und Musikstücke können freier angewählt sein und die Darstellung der Noten ist näher an "Sheet-Musik". Zudem sind die Lehrinhalte/Videos umfangreicher.
Entscheidend für mich ist aber auch, ob das Spielen und Üben Freude bereitet und Laune macht - tiefer in die Welt der Musik und der Tasteninstrumente einzutauchen.

:m_key:
 
Ich denke auch daß das Timing nicht in die Sterne-Bewertung einfließt. Ein Manko.

Diesbezüglich bin ich mir sicher - in die Sterne-Bewertung fließt nur ein, wie viele Töne du noch einigermaßen rechzeitig (also so, dass sie gewertet werden) getroffen hast. Je nach Anzahl verzeiht SimplyPiano dir da sogar 1-3 Fehlleistungen und du kriegst trotzdem noch deine drei Sternchen. Deshalb habe ich die Challenges zwischendurch (erreiche bei 4 Songs insg. 8 Sternchen und so) auch nicht als Herausforderung empfunden. Selten musste ich ein Song wiederholen (teils ohne vorher den Übungsteil durchzuspielen), um auf die 3 oder wenigstens (beim ersten Versuch) zwei Sternchen zu kommen. Obwohl ich dieses Konzept an sich gar nicht übel und wirklich motivierend finde. Es ist ja gar nicht schlecht, sich an den bewährten (Motivations-)Prinzipien von Computerspielen zu orientieren oder sich da das ein oder andere abzugucken - ganz im Gegenteil. Aber auf die Umsetzung kommt's an und die fand ich ungefähr genauso herausfordernd und gelungen wie die Daily Quests in World of Warcraft :igitt::weird::D...


Gerade das fehlt mir - denn ich bin ja als Anfänger auf ein Feedback angewiesen. Natürlich höre ich selbst ob die Noten richtig liegen oder gut zur Begleitung passen. Aber so ganz sicher kann ich mir nie sein.

Das Feedback müsste dann aber eben auch qualifiziert sein. Und solange du das nicht (z.B. im Klavierunterricht) von jemand anderem bekommst, musst du unbedingt dein Gehör schulen, um Fehler selbst zu erkennen und dich zu verbessern. Sei es hinsichtlich falscher Töne - das ist bei einem Minimum an Musikalität und Kenntnis des Songs wahrlich kein Hexenwerk und unverzichtbar, wenn du irgendwann auch Sheet Music spielen willst - oder eben auch Rhythmus. Letzteres ist (selbst für Fortgeschrittene, zu denen ich mich an den Keys wirklich absolut noch nicht zähle!) deutlich schwieriger, aber genau dabei hilft dir das Metronom und ist die beste Kontrolle. Und wenn das Metronom auf Dauer nervt (das kenne ich eben auch und kann ich gut verstehen), hilft vor allem immer wieder: (leise oder laut) mitzählen! "1 und 2 und 3 und 4 und..." Nervig, aber wirklich easy. Und mir scheint, als wär das am Klavier eben insbesondere für die linke Hand essentiell, die Melodielinie kriegt man rhythmisch wahrscheinlich deutlich intuitiver hin, bei der Begleitung ist das zum Teil eher tricky, selbst wenn man den Song schon ganz gut kennt.


  • Flowkey könnte für engagiertere und begabtere Einsteiger und etwas Fortgeschrittene besser geeignet sein. Die Lektionen und Musikstücke können freier angewählt sein und die Darstellung der Noten ist näher an "Sheet-Musik". Zudem sind die Lehrinhalte/Videos umfangreicher.
Mit dem Punkt der Darstellung der Noten, den du hier ansprichst, gebe ich dir absolut recht und auch das ist etwas, das mir hier deutlich besser - nicht nur im Gegensatz zu SimplyPiano, sondern auch allen anderen Apps, die ich ausprobiert habe - gefallen hat. Denn ganz ehrlich, wenn du erstmal - wie ich gerade - in die Welt der Sheet Music eintauchst und hier intensiver auf verschiedenen Portalen stöberst, willst du eigentlich so schnell wie möglich von den Apps loskommen, weil dir plötzlich die ganze Welt der Musik offensteht! Neben Sheetmusicdirect, was wirklich mit dem PASS-Abo megageil ist, auch für Anfänger (da verschiedene Schwierigkeitsgrade/Kategorien verfügbar, vom 5-Finger-System über "Klavier für Anfänger", "Klavier, sehr leicht", "Klavier, leicht" bis hin zu den originalen PVG-Partituren), habe ich jetzt noch OKTAV für mich entdeckt (kann man auch 7 Tage kostenlos testen), was dir vielleicht wieder etwas näher liegen könnte, weil die Aufmachung eine andere ist und man hinsichtlich seines eigenen Könnens und der Einschätzung des Schwierigkeitsgrades (Anspruch des Arrangements wird in X/100 Punkten angegeben und mit deinem Niveau abgeglichen) etwas mehr an die Hand genommen wird. Schau dir das also ruhig auch mal an! Mit Musicnotes, wovon hier im Forum immer mal wieder geschrieben wird, kann ich z.B. eher weniger anfangen, zumal es hier kein Abo gibt und mir das Preismodell (z.B. Zusatzkosten für weitere Ausdrucke, Transponieren etc.) nicht zusagt.

Entscheidend für mich ist aber auch, ob das Spielen und Üben Freude bereitet und Laune macht - tiefer in die Welt der Musik und der Tasteninstrumente einzutauchen.

:m_key:

ABSOLUT!!! :great:

Noch eine Empfehlung: Vorhin habe ich einen sehr schönen und vor allem interessanten Artikel zum Thema "(richtig) Üben" auf tastenwelt.de (Link) gefunden, den ich euch nicht vorenthalten will. Eine wirklich sehr tiefgreifende Befassung mit der Thematik, auch unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu dem Thema und zudem noch gut und verständlich geschrieben.
 
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