Wege zum Ziel: Keys spielen lernen

von Ballad, 01.08.20.

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Casio
  1. Ballad

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    Erstellt: 01.08.20   #1
    Moin,

    da mir im Hardware-Bereich hier schon so gut weitergeholfen werden konnte und ich auch an einem Austausch mit anderen Key-Anfängern interessiert bin, möchte ich in diesem Thread meine Gedanken zum Lernen meiner neuen Keys (Yamaha CLP-645 und MODX6) festhalten und mir ein paar Meinungen dazu einholen.

    Zu mir vorher: Ich spiele seit meiner Kindheit/Jugend v.a. Gitarre, hatte hier auch einige Jahre Unterricht und daher meine ich durchaus zu wissen, worauf es beim Lernen eines Instruments ankommt, worauf man achten muss und habe auch mit Noten, Akkorden und Musiktheorie keine Probleme bzw. - wie ich immer wieder jetzt am Anfang feststelle - ganz gute Vorkenntnisse und diesbezüglich keinerlei Berührungsängste. Auch habe ich (derzeit) nicht das Gefühl, dass ich hierfür jemanden benötige, der mir, wenn ich etwas nicht weiß, es erklären müsste. Da bin ich Autodidakt genug (auch in anderen Lebensbereichen), um mir das fehlende oder eingerostete Wissen anzueignen bzw. wieder aufzufrischen. Was aber nicht heißt, dass ich nicht darüber nachdenke, demnächst - wenn ich etwas mehr kann bzw. das Grundlegende ausreichend trainiert habe an den Keys - auch zusätzlich ein paar Klavierstunden zu nehmen, sei es in einer Musikschule oder (von mir eher präferiert) mit einem privaten Lehrer.

    In den letzten Monaten, seit mein CLP hier steht, habe ich ausgiebig die digitalen Lernmöglichkeiten ausprobiert und getestet. Für Flowkey hatte ich durch die Kooperation mit Yamaha ohnehin ein Dreimonatsabo und von den Klavierlernapps hat sie mich von der Bedienung, der Songauswahl und vor allem dem "didaktischen Konzept", wenn man das so nennen kann, auch am meisten überzeugt, sodass ich hier zumindest noch weitere drei Monate anschließen möchte bzw. auch über eine Verlängerung als Jahresabo nachdenke. SimplyPiano habe ich nun eine Woche (oder wie lang das auch immer möglich war) kostenlos getestet und das hat für mich tatsächlich nichts mit Klavierspielen lernen zu tun, sondern ist in meinen Augen eher ein Keyboard-Computerspiel, was schon damit zusammenhängt, dass man nie selbst das komplette Stück spielt, sondern nur einige Tasten zum richtigen Zeitpunkt drücken muss, um das Gefühl vermittelt zu bekommen, man würde damit tatsächlich selbst "spielen" bzw. etwas Wesentliches zum Stück beitragen. Sehr "motivierend" ist das Konzept mit den Challenges, Sternchen etc. sicherlich, aber auch das spricht eben eher für ein Computerspiel als für eine ernsthafte Beschäftigung mit den Keys - wird also defintiv nicht verlängert. Skoove sagt mir ebenfalls nicht zu - da ist es zwar nicht ganz so schlimm (m.E.) wie bei SimplyPiano, aber na ja. Vor allem ist mir das "Spielen" hier auch zu anspruchslos und zu repititiv, was mit meinen Vorkenntnissen zusammenhängen könnte. Yousician scheint mir so ein Zwischending bzw. eine Kombination aus SimplyPiano und Skoove zu sein, aber ich gebe zu, dass ich mir hier bislang nur einen kurzen ersten Eindruck verschaffen konnte und kaum Zeit mit der App verbracht habe. Vielleicht sind es also auch nur Vorurteile, aber ich befürchte, von der ganzen Aufmachung und dem "Intro" her, dass ich nicht ganz falsch mit meinem ersten Eindruck liege...

    Außerdem habe ich mir verschiedene Online-Schulen angesehen (in meinen Augen was ganz anderes als die Apps, auch wenn diese ebenfalls "Kurse" anbieten) und finde vor allem die Videos und das Konzept von music2me sehr ansprechend, insbesondere als sinnvolle Ergänzung zu Flowkey, wo es eben eher darum geht, bekannte Stücke aus Pop/Rock/Klassik zu erlernen, aber im Gegensatz zu den anderen Apps eben tatsächlich auch selbst zu spielen und nicht nur zum mehr oder weniger "richtigen" Zeitpunkt irgendwelche Tasten zu drücken. Zumindest wird einem das durch die App ermöglicht, was man draus macht, hängt ja immer auch an einem selbst. Music2me geht da eher in Richtung "Klavierschule" und erklärt die (deutlich weniger zahlreichen) Pop- und Rock-Songs mit ihrem Aufbau, der Spielweise etc. in meinen Augen sehr gut, fundiert und durchaus anspruchsvoll. Daher denke ich darüber nach, auch hier nach Ablauf der Testphase (ich glaub, morgen ist's soweit) ein kostenpflichtiges Abo für drei oder sechs Monate zu buchen, wie gesagt, neben Flowkey. Was gibt's in dem Bereich sonst noch? Piano-Revolution hab ich mir heute Nacht mal angesehen, ist aber durch das "Klavierspielen lernen ohne Noten" vom Konzept her eher nichts für mich, da ich Noten lesen kann und diesbezüglich keine Probleme habe. Ehrlich gesagt fände ich es spieltechnisch auch extrem be- und einschränkend, es nicht zu können und halte es (obwohl ich z.B. dem Punkrock sehr zugeneigt bin - der Notenfreund (Untertitel: "Noten - der falsche Weg zum Punkrock" :evil:) von den Ärzten war eine meiner ersten Anschaffungen) für keine gute Möglichkeit, um Klavier oder auch Keyboard spielen zu lernen. Aber vielleicht ist das auch Geschmackssache und wer partout mit Noten auf Kriegsfuß steht, für den mag sowas, zumindest zu Beginn, vielleicht eine Alternative sein, um sich nicht zu überfordern, weiß nicht. Zapiano wollte ich noch ausprobieren, befürchte aber, dass der Stil auch nicht so meinem Wesen entspricht, aber das vermag ich noch nicht zu beurteilen. Ebenso sieht es mit den Angeboten von z.B. NewMusicAcadamy oder OpenMusicSchool aus, die mich noch nicht so gereizt haben bzw. über die ich gerade auch erst gestolpert bin, aber die ich mir sicher auch zumindest mal ansehen möchte im Rahmen der kostenlosen Probephasen.

    Grundsätzlich finde ich es wichtig, die digitalen Möglichkeiten nicht per se zu verurteilen und vor allem nicht alle in einen Topf zu schmeißen. Zum einen sind Klavierlernapps wie Flowkey oder Skoove was ganz anderes als die erwähnten Online-Klavierschulen und eben auch unter sich (qualitativ) sehr verschieden, wie m.E. sofort klar wird, wenn man z.B. Flowkey und SimplyPiano miteinander vergleicht (zumindest dann, wenn man im Musikgeschäft kein absoluter Newbie ist und schon ein anderes Instrument sowie Grundlagen der Musiktheorie beherrscht).

    Dennoch war natürlich das erste für mich, als ich mich endlich dazu entschlossen hatte, meine Ersparnisse für das CLP zu verpulvern, noch ganz viel mehr Geld in (gedruckte) Songbooks zu investieren :engel:. Außerdem hab ich mir extra für das Noten-Abo namens "PASS" von Sheetmusicdirect eine Kreditkarte besorgt und habe dadurch das Gefühl, mir steht musikalisch nun die ganze Welt offen und ich habe nur viel zu wenig Zeit, um tatsächlich zu üben und zu spielen und das Abo schamlos "auszunutzen" :D.

    Was ich dahingegen bisher noch nicht getan habe ist, mir eine (gedruckte) Klavierschule zuzulegen. Aus dem einfachen Grund, dass ich da irgendwie noch nicht das (für mich) passende gefunden habe. Mein Fokus liegt auf Pop/Rock-Songs, was nicht der neueste Shit sein muss/soll, sondern eben gern auch die ganzen Klassiker aus den 70er bis 90er Jahren, wie sie z.B. Flowkey im Programm hat (andere Apps auch, aber na ja, s.o.). Die einzige Reihe, die mich da zumindest vom Titel her etwas ansprechen würde, wäre glaube ich die Rock Piano-Reihe von Jürgen Moser. Aber soweit ich das bisher gelesen habe, arbeitet der auch mit mehr oder weniger selbst komponierten Stücken/Übungen, was mich wahrscheinlich nicht so motivieren würde, beständig damit zu arbeiten und dranzubleiben. Die Investition scheue ich nicht und vielleicht lege ich mir da auch demnächst mal einen Band von zu, aber ich bin wie gesagt skeptisch, ob ich wirklich Bock habe, mit einer klassischen Klavierschule kontinuierlich zu arbeiten - obwohl ich durchaus ahne, dass das nicht das Dümmste wäre, wenigstens ergänzend, aber na ja, der innere Schweinehund halt...

    Was meint ihr dazu? Welche Wege habt ihr für euch entdeckt, um an den Keys Fortschritte zu machen, was habt ihr ausprobiert, was hat euch zugesagt, was nicht?

    Ich freue mich auf einen Austausch!

    Liebe Grüße
    Ballad
     
  2. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 01.08.20   #2
    Jedes statische, sich nicht anpassende Lernangebot (Klavierschule, App, Videos) macht notwendigerweise eine Annahme darüber, auf welchem Level du bist und wo du vielleicht hingebracht werden willst. Da du schon Gitarre spielst, bräuchtest du ein Lernangebot, was dein vorhandenes Wissen auf der Gitarre nutzt und dich von da zum Klavier/Keyboard bringt. Das kann letztlich nur ein Lehrer, der genau auf deine Vorbildung eingeht.

    Ich würde mir an deiner Stelle ein paar Notenbücher mit Songs, die dich interessieren kaufen und loslegen (Hage, Topcharts Gold z.B., kannst du dann auch für Gitarre brauchen). Noten wirst du ja wohl kennen, alle pianistischen Fragen (Sitzen, Handhaltung, Arm- und Handbewegung) kannst du dir von anderen Leuten/Videos abschauen oder hier selbst ein Video ins Forum stellen.

    Wie viele Erwachsene (nehme ich jetzt mal bei dir an), die Klavier lernen, kommst du mit Vorbildung, aber einer noch etwas unklaren Zielvorstellung, welche Stile du auf genau welchen Instrumenten lernen willst (Klavier, Workstations und Portables sind bei näherer Betrachtung unterschiedliche Welten). Bei einer solchen Ausgangslage kann ich nur von allen statischen und nichtveränderlichen Lernangeboten abraten.
     
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  3. Ballad

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    Erstellt: 02.08.20   #3
    Danke für deine Antwort und die Hinweise! :great:

    Das, was du schreibst, also mir Songbooks (fürs Klavier) zu besorgen, habe ich wie oben bereits erwähnt schon getan, bevor das Yamaha in der Wohnung stand ;). Allerdings nix "Gemischtes", sondern all das von Künstlern/Bands, bei denen mich nicht nur der ein oder andere Song, sondern zumindest einiges, vieles oder alles interessiert hat. Für einen Anfänger ist mein Schrank da also schon sehr gut gefüllt und sie warten quasi nur darauf, dass ich auch über die Fertigkeiten verfüge, sie ernsthaft zu studieren und nutzen zu können... die Apps/Online-Schule soll mir letztlich dabei helfen, dahin zu gelangen und bisher habe ich den Eindruck, dass sie das auch ganz gut hinkriegt. Auch wenn ich als weitere Ergänzung trotzdem dankbar bin für Tipps hinsichtlich erprobten/anerkannten gedruckten Klavierschulen. Wenigstens an einer wollte ich mich da schon noch versuchen und wenn keiner eine bessere Idee (für mich) hat oder ich noch auf was anderes stoße, das mir mehr zusagt, dann wird's wohl die Rock Piano-Reihe werden, an die ich mich mal heranwage. Lehrer/Unterricht kann ich mir wie gesagt auch vorstellen, nur nicht im jetzigen Stadium. Wahrscheinlich heb ich mir das für den Zeitpunkt auf, wenn das erste Motivationstief oder gar Loch kommt und ich das Gefühl habe, alleine nur noch auf der Stelle zu treten. Im Moment erscheint es mir einfach nicht so sinnvoll, jetzt viel Geld für Unterricht zu investieren, um mir die absoluten Basics, die ich mir auch ganz gut allein draufschaffen kann (bilde ich mir jedenfalls ein, we will see, werd berichten und mich und mein Spiel selbstkritisch beobachten und analysieren), von einem Professionellen erklären zu lassen.

    Warum siehst du die digitalen Möglichkeiten als statisch an? Den absoluten Anfängerkram á la Noten lesen und Tonleitern kann man ja in jeder Onlineschule genauso überspringen wie bei gedruckter Literatur (oder mit einem Lehrer) bzw. einmal nach einem langen Tag und mit wenig Konzentration durchspielen und dann ist gut. Keiner zwingt mich, auch bei den (guten) Online-Angeboten, das wie ein blutiger Anfänger 1000x durchzuexerzieren. Bei Flowkey z.B. geht es weniger um die Kurse (die gibt's auch, kann man machen, ist ja letztlich überall mehr oder minder das Gleiche in unterschiedlichem Gewand bzw. besser oder schlechter und vor allem mehr oder weniger tiefgehend und motivierender aufbereitet), sondern um das Einüben bestimmter Songs mit dem Vorteil der Notenerkennung, Loop-Funktionen, dass man direkt eine Idee hat, wie es gespielt wird (Fingersatz, Handhaltung...), man das Tempo anpassen kann usw. usf. Mir gefallen insbesondere die meistens vorhandenen verschiedenen Schwierigkeitsgrade der Songs, die angeboten werden, dass man sich's anhören kann, das Video dazu hat usw. Ich brauch das nicht zwingend, spiele eben sonst auch schon gern vom (digitalen) Notenblatt/Songbook (siehe PASS-Abo von Sheetmusicdirect, das ich vor allem denen empfehlen kann, die nicht so bekloppt sind wie ich und erstmal hunderte Euros in gebrauchte Songbooks investieren oder investieren wollen/können), aber es ist m.E. mit einem solchen Mix auch weniger eintönig und motivierender - wobei ich auf die Challenges und Sternchen der anderen Apps dennoch gut verzichten kann, da ich selbst motiviert genug zum Üben und Spielen bin. Ein kleines Detail, das ich bei Flowkey sehr nett finde ist, dass ich mir im Video auch die Notenbezeichnung (also C, D, E...) anzeigen lassen kann. Ja, ich kann Noten lesen, aber es ist eine weitere Information, die mir Zeit spart beim Spielen und dadurch etwas mehr Tempo bei den ersten Übungen der Songs verleiht, weniger Stocken zur Folge hat - gerade wenn's in den höheren oder tieferen Bereich der Hilfslinien geht, da muss ich (im Kopf oder auf der Tastatur, je nachdem) schon auch gern sonst nochmal nachzählen. Das habe ich bei vielen anderen Apps tatsächlich vermisst, ebenso wie den "Wartemodus", den ich sehr gelungen finde, gerade für Anfänger.

    Ich glaube, ich bin mir schon durchaus im Klaren darüber, wohin die Reise in etwa geht - etwas, aber tendenziell eher weniger Klassik (so ein paar Klassiker, die ich mag, werde ich mir aber auch drauf schaffen, einfach weil ich sie können will und schön finde), dafür mehr Pop/Rock/Filmmusik und perspektivisch Recording/Musikproduktion sowie ggf. Spielen im Band-/Livekontext. Die Kaufentscheidungen für das CLP und das MODX habe ich sehr bewusst getroffen - zumal ein Homepiano (von dem ich im Grunde schon seit fast 10 Jahren vorher "geträumt" habe, also auch ganz konkret von einem Yamaha Clavinova) es nun einmal so an sich hat, dass man unterwegs auf es verzichten müsste, wozu ich nicht mehr bereit bin, weil es mir eben erstaunlich viel Spaß macht, wieder ein neues Instrument zu erlernen und man bei längerer Abwesenheit sonst auch viel zu sehr rauskäme aus der täglichen Übung. Das MODX ist nun mein Tastenersatz für unterwegs und muss aber, weil es eben was ganz anderes ist als das CLP, auch zu Hause nicht im oder auf dem Schrank verstauben, weil es eben ungeahnte Möglichkeiten gerade fürs Recording/Sampling/Produktion bietet, auch in Verbindung mit dem bzw. Ergänzung zum CLP, zumal es auch noch eine Vollversion von Cubase AI zum Kauf dazu gibt... Aber natürlich lasse ich mich auch ein wenig von mir selbst überraschen, einen 5-Jahres-Plan hab ich tatsächlich noch nicht in der Tasche und will ich glaube ich auch gar nicht haben ;).
     
  4. Ballad

    Ballad Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.20 um 23:56 Uhr   #4
    Ein Gedanke, der mich zur Zeit immer wieder beschäftigt, wenn ich hier in den Threads anderer Anfänger stöbere, ist folgender:
    Ist es gut und sinnvoll, mehr oder weniger "nur" Stücke, die man mag, zu spielen und damit zu üben oder "müsste" ich nicht eigentlich auch mehr "lästige" Übungen für die Technik einbauen? Oder erlerne ich, das Gefühl habe ich jedenfalls, in der intensiven Beschäftigung mit Stücken, die ich mag und spielen können möchte, die Technik (bspw. Über-/Untersetzen, da gibts verschiedene Stellen in Stücken, die ich intensiv übe, an denen genau das notwendig ist und das bereitet mir auch keine Schwierigkeiten) nicht quasi "nebenbei" und so viel komfortabler? Mit Notenlesen habe ich wie gesagt recht wenig Probleme, mein "Problem" ist eher, dass ich keine Lust habe, mich mit Liedern langfristig und intensiv zu beschäftigen - sie also wirklich zu üben und einzustudieren und nicht nur ein paar Mal durchzuklimpern -, deren Melodie mir nicht absolut zusagt, die bei mir gefühlstechnisch nix auslösen. Da fehlt mir dann wiederum die Motivation. Ich versuche das mit den Technik-Videos und Übungen in der Flowkeyapp und Music2me etwas zu kompensieren, also mir das zumindest anzusehen und 1-2x nachzuspielen, habe aber in der Regel nicht die Lust, die dort präsentierten Anfängerstücke (oder Klassikstücke) wirklich so zu üben, bis ich sie fehlerfrei spielen kann. Dafür bietet z.B. Sheetmusicdirect dann einfach noch so viel, was ich lieber üben und spielen möchte als das...

    Zudem habe ich manchmal den Eindruck, zumindest wenn ich so sehe, was andere zu Beginn spielen, dass ich mich dadurch auch mit den Stücken quasi permanent "überfordere". Um es konkreter zu machen: Statt Jingle Bells und Oh when the saints... zu spielen (typische Kinder- und Volkslieder halt), die mir auch beim ersten oder zweiten Spielen direkt sehr flüssig von der Hand gingen, habe ich von Tag 1 an mit (vereinfachten) Versionen von Fields of Gold (Sting/Eva Cassidy), Elton John (Can you feel the love tonight, Your Song...), Another Day in Paradise (Phil Collins), Mackie Messer usw. angefangen. Kurze Zeit später habe ich mich dann an "Bohemian Rhapsody" von Queen, "Monsters" von James Blunt und "Shallow" von Lady Gaga und Bradley Cooper (alles in den Originalversionen und Tonarten) herangewagt, die ich immer noch übe. Hinzu kommen derzeit verschiedene bekannte Themes aus Filmen, insbesondere Harry Potter und ganz aktuell erarbeite ich mir gerade "Somewhere In My Memory" (Theme von Kevin: Allein zu Haus). Ich spiele wie gesagt "erst" seit drei Monaten, aber dieses lustbetonte Üben und Spielen macht mir halt Spaß und motiviert mich. Mute ich mir da dennoch eures Erachtens zu viel zu oder würdet ihr eher sagen, solangs Spaß macht, kann's nicht falsch sein?
     
  5. soundmunich

    soundmunich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.20 um 12:48 Uhr   #5
    Das wiederhole ich mal auf Deine letzten beiden Beiträge. Was soll denn überhaupt "rauskommen"? Willst Du nur für Dich spielen oder auch mal was vor Besuchern zuhause zum Besten geben können? Willst Du "Alleinunterhalter" werden oder mal in einer Band spielen? Willst Du "vom Blatt spielen" lernen? Willst Du nur Covers spielen oder letztlich eigene Stücke schreiben?

    Manchmal entwickeln sich genauere Ziele ja auch erst. Für Deinen "Wiedereinstieg" finde ich, dass es auch für die Motivation gut ist, Dir das vorzunehmen, was Dir Spaß macht (egal ob auf der Basis von Noten oder Ohren). So lange Du hier (auch beim Üben) Erfüllung findest, ist das doch toll. Wenn Dir dann irgend wann mal der Sinn nach etwas anderem steht, na dann mach es eben dann.

    Ich bin Keyboarder (komme vom Akkordeon und vom Klavier her, bin aber schon mit 15 auf Orgel und Synths umgestiegen) und habe Gitarre als Zweitinstrument, wie Du völlig autodidaktisch. Ich bin auch der Meinung, dass man sich, wenn man gelernt hat, richtig zu üben, weitere Instrumente selbst beibringen kann - bis zu einem gewissen Level. Online-Lehren, egal ob Noten oder Spieltechnik-Filme, ersetzt aber nie den Profi-Lehrer. Da kann man jetzt entweder zu konkreten Problemen hingehen oder um ein ganzes Thema zu bearbeiten. Aber auch da wird die Frage auftauchen, was Du erreichen willst.

    Meiner Meinung nach solltest Du Dich nicht in Überlegungen verlieren, ob links oder geradeaus oder rückwärts "richtig" oder "wichtig" ist, sondern den Spaß genießen und darauf vertrauen, dass Dich beizeiten Deine "neuen" Ziele lenken werden.
    Natürlich sollst Du gerne die Kompetenz dieses Forums und seiner Mitglieder zu nutzen, aber am besten mit konkreten Fragestellungen.
     
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  6. Claus

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    Erstellt: 04.08.20 um 13:37 Uhr   #6
    Natürlich, Du hast konkrete (Zwischen-)Ziele und Strategien zur Erreichung. Außerdem hohe Motivation, bekanntlich ist das ein positiver Lernfaktor und es ist wichtig, sich das zu bewahren.
    Von daher mach', wie Du meinst und wenn frage im Board einfach nach, wenn dich etwas blockiert. :)

    Gruß Claus
     
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  7. McGandolf

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    Erstellt: 08.08.20 um 23:10 Uhr   #7
    Interessanter Überblick über aktuelle digitale Möglichkeiten das Klavierspielen zu erlernen.

    Bei der App Simply Piano teile ich Deine Meinung hingegen nicht - finde sie sogar - man möge mir verzeihen und es ist nicht persönlich gemeint - etwas "überheblich".

    Man spielt natürlich am Anfang nicht komplette Musikstücke - wie sollte man das auch am Anfang schon können - sondern nur die Passagen über deren Fertigkeiten man bereits verfügt. Der Aufbau der Applikation ist in der Tat sehr motivierend - was ich aber nun nicht als nachteilig empfinde. Darüberhinaus werden auch Grundlagen über Videos erläutert. Daß die Anwendung eher bunt daherkommt stört mich überhaupt nicht. Die App ist sehr professionell aufgebaut. Insbesondere der "Spiel" Teil ist prima, da ich z.B. das Tempo des Stückes auf 60% oder 80% Tempo einstellen kann - oder im Wartemodus das Programm auf die richtigen Anschläge wartet.

    Für mich hervorragend - und der eigentliche Grund warum ich das Programm für ein Jahr erworben habe - ist das Feedback des Programms beim Spielen. Falsche gespielte Noten werden sofort angezeigt und auch das Timing bewertet. Der Kurs ist im Schwierigkeitsgrad kontinuierlich ansteigend und ich kann alle Lektionen wiederholen. Je nach Lektionsfortschritts werden passende Lieder zum Spielen (von Klassik bis Pop) freigeschaltet. Da findet jeder etwas passendes.

    Ich habe mir auch Flowkey und Skoove kurz angesehen aber für mich als Anfänger erscheint mir Simply Piano zum Selbststudium recht gut geeignet.

    Ich bin ein großer Fan davon Kompetenzen aus mehreren Blickwinkeln anzugehen. Neben Simply Piano - als Spieltrainer möchte ich die Musiktheorie - gerne aus einem "langweiligen schwarz/weiß Offlinebuch" kennenlernen. Außerdem plane ich auch Klavierunterricht zu nehmen. Zusätzlich werde ich vielleicht noch eine zweite Klavier-App dazu nehmen - die einen anderen Schwerpunkt setzt.

    Ich schreibe dies bewußt aus der Sicht eines "Anfängers" der Simply Piano als sehr motivierend empfindet. Nicht immer muß der "härteste" Weg in ein Wissensgebiet der einzig sinnvolle sein. Nicht immer muß es Schwarz/Weiß und möglichst sperrig und unzugänglich sein - um seriös und professionell zu wirken. Das kommt dann schon früh genug.

    In einem gebe ich Dir aber gerne recht. Wer nur lernt weil er über ein Klicki/Bunti Bling Bling Programm schnell "belohnt" wird - der wird in so einem weitem Feld wie der Musik (so scheint es mir jedenfalls) nicht weit kommen.
     
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  8. Ballad

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    Erstellt: 09.08.20 um 03:28 Uhr   #8
    Danke erst einmal für eure Antworten und generell die Beteiligung hier im Thread! Ich freu mich sehr darüber!

    Sowohl als auch und zwar alles gleichzeitig und möglichst bald ;). Nein, also erstmal will ich überhaupt sauber und gut an den Keys spielen lernen - das ist momentan Priorität Nr. 1, alles Weitere kommt danach. Alleinunterhalter werd ich wohl nicht, mit dem Gedanken, mir mittelfristig eine Band zu suchen, in der ich meine Fähigkeiten (bestenfalls sowohl an der Gitarre als auch den Keys) einbringen kann, spiele ich aber schon sehr ernsthaft. Aber da lasse ich mir noch ein wenig Zeit, um besser zu werden und vor allem, die richtige Truppe zu finden... muss ja zum einen musikalisch, aber auch zwischenmenschlich gut passen, damit's Spaß macht und was von Dauer ist. Für mich selbst steht jetzt erst einmal aber das Üben im Vordergrund und außerdem der Einstieg ins Recording/Producing mit Cubase. Was danach kommt, da lasse ich mich gern überraschen. Aber wie gesagt, ein Bandkontext reizt mich schon sehr.

    Tut mir leid, wenn du das so aufgefasst hast - so sollte es zumindest nicht ankommen. SimplyPiano habe ich, wie geschrieben, nur im Rahmen der Testphase ausprobiert, aber doch einigermaßen intensiv, sodass ich glaubte, mir ein Urteil über die App erlauben zu können - aber eben selbstverständlich nur aus meiner sehr subjektiven Perspektive. Ich habe auch ein paar der fortgeschritteneren Sachen (also auch der "kompletten" Songs, die es da zur Auswahl gibt) ausprobiert und war einfach echt nicht grad beeindruckt davon, wie einem dort das Pianospielen "beigebracht" wird. So hat mich z.B. schon allein die ewige "Begleitung" bei den Songs gestört, schließlich will ich Klavierspielen lernen und mich entsprechend auch auf den Klang des Instruments konzentrieren können. Aber ich lasse da gern auch andere Meinungen gelten (und finde deine Bewertung der App sehr interessant zu lesen, danke auch hier für den "Widerspruch" an der Stelle), sowas ist ja doch immer sehr Geschmackssache und vor allem eine Typfrage und dank der Testphasen kann sich da ja auch jeder selbst erstmal ein Bild machen, bevor er für die App löhnt. Flowkey hat mich da echt deutlich mehr überzeugt (und die habe ich ja nun schon 3 Monate in Verwendung) - nicht, weil es seriöser/professioneller wirkt, wie du schreibst, sondern wegen des Gesamtpaketes und eben dem Fokus auf das "selbst und allein" Spielen der Stücke, die es übrigens auch meistens in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gibt, sodass man sich gut und schnell "steigern" kann, auch in Bezug auf konkrete Songs. Momentan arbeite ich mich damit ein wenig an "Tears in Heaven" ab (das gibt's bei Flowkey z.B. in VIER Schwierigkeitsgraden!), das mich in der Unplugged-Original-Version schon seit Jahren auf der Gitarre fast zur Verzweiflung getrieben hat :weird:. Meine Hoffnung ist ja, insgeheim, dass ich das an den Tasten besser hinkriege und dann mit Gitarrensound am Synthi :engel: bis zum Erbrechen spielen kann... ein bisschen Fake muss halt sein :evil:.

    Und dbzgl. auch noch ein Hinweis per Edit für andere Anfänger: Beim Üben der linken Hand bei "Tears in Heaven" merke ich gerade wieder, wie sinnvoll es doch ist, wenigstens hin und wieder mit Metronom zu üben. Meistens macht mich das eher wuschig, lenkt mich vom Spielen und vor allem vom "musikalischen" Teil des Songs ab und vor allem krieg ich auf Dauer immer Kopfschmerzen davon (schon bei der Gitarre), aber grad für die linke Hand am Klavier, die ja eben i.d.R. nicht die Melodielinie spielt, find ich das sehr wertvoll und empfehlenswert. Sonst übt man sich da, grad als Autodidakt, m.E. zumindest bei manchen Songs vielleicht doch einen falschen Rhythmus ein, was man selbst ggf. erst gar nicht oder zu spät merkt.
     
  9. McGandolf

    McGandolf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.20 um 07:24 Uhr   #9
    Kein Problem. Ich freue mich, daß wir gepflegt darüber argumentieren können. :)

    Ich denke auch, daß es an den unterschiedlichen Stadien der Entwicklung liegt. Du kommst ja schon aus der Musik/Gitarre während ich in der Musik ziemlicher Newbie bin und erstmal einen Zugang finden muß. Gleichwohl interessiert es mich sehr tiefer in die Musik einzutauchen.

    Simply Piano ist für mich der Baustein, den ich am ehesten als Spiel- und Notentrainer bezeichnen würde. Außerdem ist es ein sehr motivierendes Element da die mir manche Stücke sehr gefallen und ich sie sehr gerne spiele. Das übrigens zu dem Thema ob man lieber Stücke spielen üben sollte die einem gefallen: Von mir ein klares JA. :great:

    Gleichwohl muß ich sagen daß die "bunte" Oberfläche :eek: von Simply Piano bei mir auch zuerst eine leichte Abwehrhaltung hervorgerufen hat und ich dachte: Das ist etwas für Kinder.

    Ich denke daß wir da generell etwas umdenken müssen und Lerninhalte sehr wohl auch spielerisch vermittelt werden können - etwas was ich in meiner Jugend in der Schulzeit schmerzlich vermisst habe.

    Das hast Du aber selbst in der Hand. Ich drehe ab und zu die Lautstärke am iPad runter und dann spiele ich ohne Begleitung.

    Dein Bericht hat mich überzeugt Flowkey eine zweite Chance zu geben. Vielleicht ergänzen sich die beiden Programme ja gut.

    Das ist auch mein großes Problem und ich denke da brauche ich einen Klavierlehrer. Ich weiß natürlich die Notenwerte und die Haltedauern aber dieses Wissen bekomme ich so nicht 1:1 in mein Spiel. Bei mir sind die Takte mal länger mal kürzer und das Metronom ist da unbarmherzig und stört und nervt mich nur. :mad: Ich weiß aber dass ich da irgendwie durch muss.
     
  10. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 09.08.20 um 09:08 Uhr   #10
    Tut mir leid, aber deine Schilderungen zur App bestätigen auch meine Vorbehalte ganz massiv.
    Logisch - Simply Piano ist Teil des Problems, nicht der Lösung.
    Deine Beschreibung des Lernens mit der App lassen mich annehmen, dass kognitive Vorgänge erschwert werden, die für den Lernerfolg wesentlich sind.

    Gruß Claus
     
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