Welche Saiten spielen sich gut am Kontrabaß?

von Simson, 06.03.05.

  1. Simson

    Simson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.05   #1
    Ich habe seit einem Vierteljahr einen Kontrabaß und komme erfreulich gut klar damit. Das heißt, ich finde mich als E-BAsser am Hals besser zurecht, als ich gefürchtet habe. Eigentlich wollte ich zupfen, aber als ich mit dem Bogen denersten Strich machte, musste ich das lernen. Klingt so was von kräftig. Damit fangen auch die Probleme an. Einen sauberen Ton zu erzeugen ist nicht so einfach. Da ich aber beim Unterricht auf einem Meistergerät immer besser spiele, als zuhause (meiner war als gebrauchter mit 1300Eur, teilmassiv, (die Decke) auch nicht billig), frage ich mich, ob mit evt die Saiten nicht liegen, oder ob der Bogen Schrott sein kann. Oder das Kolophonium.
    Die Dinger sind ja alle teuer, gibts da einen geheimtipp, welche Saiten eben nicht so kratzen?
    Und billich solls sein! Und gut und leicht zu spielen und am besten noch schön und in Gold!!!
    Simson
     
  2. think.funny

    think.funny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.05   #2
    In Gold :confused:.
    Spielst Du den gleichen Bogen auch im Unterricht? Ich kenne mich speziell mit Bassbögen nicht sehr gut aus. Ich weiß nur, dass Bögen generell mit sehr unterschiedlicher Qualität an Rosshaar bespannt werden. Das bessere Rosshaar kommt aus Russland und ist viel teurer, lässt sich aber sehr gut spielen.

    Manche Bögen sollen angeblich fast von alleine laufen.
    Ich habe vor einem Jahr 8 Geigenbögen schicken lassen, die meine Tochter durchprobiert hat.
    Man merkt schon als Laie mit etwas Gefühl, wie unterschiedlich Bögen laufen.
    Auch das Gewicht und die Holzart eines Bogens ist entscheidend, wie er einem liegt.
     
  3. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.03.05   #3
    Was für Saiten spielst Du denn zuhause und welche im Unterricht?
     
  4. Simson

    Simson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.05   #4
    Unterschiedliche?
    Genauer weiß ich's nicht. Flatwound, aber das ist ja nichts besonderes.
    Der Bogen scheint aus Plastik zu sein, klingt aber im Unterricht besser. Evt muß ich meinen Kasten doch mal dorthin mitschleppen.
    Simson:(
     
  5. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 07.03.05   #5
    Auf Stahl- oder aber Nylon- bzw. Perlonkern?
     
  6. bass-e-qual

    bass-e-qual Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.05   #6
    also: nie mal an den saiten sparen!! ich habe mir vor 3 jahren für 300 euros neue saiten drauf gezogen und jetzt flutscht's. (so viel kann man auch gerne für nen bogen ausgeben!!)
    das knarren kann davon kommen, dass der hals leicht verzogen ist (denn es nur auf betimmten höhen kommt), dann auf dem schnellsten weg zum geigenbauer und das griffbrett abschleifen lassen! eine andere feherquelle könnte die metallerne hardware sein: schrauben nachziehen! oder der stagen ist loger, dann kann's auch nur der geigenbauer richten und das wir doch schnell teuer!
    joa, ich hoffe, dass ich dir etwas helfen konnte...

    mfg, michi
     
  7. Simson

    Simson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.03.05   #7
    Ne, die HArdware ist soweit in Ordnung, das sehe ich noch.
    Ich bin sicher, daß es am Zusammenspiel von Saiten, Boge und Kolophonium liegt.
    Frage ist, bringens teure Saiten automatisch?
    Der Kern scheint Draht zu sein. Was kann den am Bogen falsch sein? Sind die Haare nicht alle von Pferden und ist derRest nicht geschmackssache?
    Der Bogen ist aus Plastik oder so und es steht 'Glasser' drauf.
    Das der mundgeklöppelte vom Bauer für 250€ sich ganz anders anfasst habe ich wohl schon gemerkt.
    Simson
     
  8. Schnubbel

    Schnubbel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.05.05   #8
    Ich würde mich nicht in Unkosten stürzen um neue Saiten zu kaufen, die klingen zu Anfang noch brillanter und es kommen eher Quietschtöne dabei heraus. Soweit ich das hier abschätzen kann ist der Bogen absoluter Schrott, dazu kommt noch, daß bei geringen Haltungsfehlern in der Bogenhand der ganze Effekt von Misstönen eklatant verstärkt wird. Gerne schleicht sich auch der Fehler ein, daß der Bogen schräg gespielt wird; ich habe mir das vor dem Spiegel abtrainiert. Das "Herz" des Bogens ist eigentlich die Stange, die sollte mindestens aus Fernambouk sein und nicht aus "Brasilholz" oder irgendwelchen anderen Billighölzern. Wichtig ist auch das Gewicht des Bogens, er muß zum Bass passen - ein zu leichter Bogen quietscht auch gerne etwas mehr - ebenso wichtig ist die Biegung der Stange und die Gewichtsverteilung, er muß ja auch an der Spitze gut ansprechen. Der Bezug muß zwar auch in Ordnung sein (ist oft chinesisches Hengsthaar) aber der hält schon ein-zwei Jahre und kostet beim Bogenmacher so ca. 70 € zum neu beziehen. Mein Tipp, geh mal zu einem Kontrabassladen und nimm mal ein paarmöglichst gute, aber für Dich erschwingliche Bögen mit in den Unterricht und probier sie mit deinem Lehrer zusammen aus. du wirst schnell die Unterschiede erkennen, das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht! Als Kolophonium empfehle ich Nymans oder Carlson, die sind identisch, aber beide sehr bewährt. Hier noch ein Link zum aufgeilen ;-) hrpfretzschner.de
    Nachtrag: kontrabass spielen ist eins der schönsten Dinge auf der Welt, aber wenn man es ernsthafter betreibt, hat man nie mehr Geld auf dem Konto ;-) will dir aber den Spaß nicht verderben, viel Spaß beim fideln!
     
  9. bassick

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    Erstellt: 28.07.05   #9
    Stimmt schon. Aber wenn man es gut kann, kommt wieder Geld aufs Konto, denn gute Kontrabassisten gibts nicht so viele...:D
     
  10. Gonza

    Gonza Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.05   #10
    Ich denke, es kommt auch auf den Bass an.
    Ich musste auf unserer Reise nach Kairo auf einem Leihbass spielen, der in einem so schlechten Zustand war, dass mir erstmal eine Seite riss und mir der Saitenhalter um die Ohren flog. Nachdem das geflickt war (Meine lieben Gastgeber wollten den gerissenen Draht durch Stromkabel ersetzten!!), hatte ich nun meine Ersatzsaiten drauf. Ich habe also mir meinen zwar alten, aber durchaus noch brauchbaren Saiten, mit meinem Kollophonium und meinem Bogen gespielt. Die D-Seite klang recht ok, beim Rest konnte ich mich abmühen wie ich wollte. Da ging nix. Eine schöne Einstellung hätte Wunder getan!!
    Falls also die Vorschläge meiner Kollegen nicht fruchten, solltest du deinen Bass vielleicht mal einstellen lassen. Leider ist das immer so teuer: Griffbrett abziehen, neuer Steg, neue Stimme, evtl. neuer Seitenhalter.
     
  11. Simson

    Simson Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.05   #11
    Danke für all die Tips, ich habe den Bogen erstmal drangegeben, da ich ja eh nicht in die Klassik wollte. Es klang halt so schön (manchmal)
    Jetzt tun mir dafür zur Strafe die Pfoten auch rechts weh. Aber es klingt wieder.

    Weiß eigentlich jemand, was Saitenöl ist und soll?

    Simson
     
  12. Petip

    Petip Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.09.05   #12
    Hallo miteinander,
    ich hab mit einem Knüppel von Bogen spielen gelernt, der war einmal gebrochen, hab ihn dann mit Isoband geflickt. Nach ein paar Jahren kam dann ein 100€ Bogen, dann ein 800€ und jetzt gut das Doppelte. Will sagen: Spielen lernen kann man mit jedem, später is dann genug Zeit und Wissen vorhanden, um sich einen guten Bogen zu kaufen.
    Natürlich gehts mit besserer Hardware besser, aber der Anfang ist so oder so schwierig.
    Saitenöl? Keine Ahnung, was gemeint is, aber brauch man eigentlich nich. Wenn du fast nur zupfst, dann empfehl ich dir die Jazzer von Pirastro, als Zwitter eignen sich einigermaßen die Obligat0 Lies mal hier nach: www.geba-online.de
    Grüße
    :)
     
  13. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 19.09.05   #13
    Ist eigentlich zur Pflege von Darmsaiten nach der Anwednung von Saitenreiniger (letzteres um das Kolophonium abzukriegen) gedacht. Wird aber auch bequemlichkeitshalber als Schmiere zur Schonung der Finger benutzt. Haben muß ich das auch nicht.

    Bei Kontrabaßsaiten werden die Glaubenskriege leider äußerst verbissen ausgetragen, weil nicht unbeträchtliche Beträge auf dem Spiel stehen. Man wird sicherlich für alles jemanden finden, der's gut findet, aber ich muß doch darauf hinweisen, daß Pirastro keineswegs über alle Kritik erhaben ist, und die reicht von groben technischen Verfehlungen wie unausgeglichen Sätzen und Instabilitäten bzw. schlechter Haltbarkeit der Konstruktion über suboptimale Definition bis zu klanglichen Mankos.

    Die Standard-Jazz-Pizz-Saite war klassischerweise Thomastik-Infeld, hat aber in den letzten Jahren Grund an D'Addario Helicore Pizzicato verloren. Letztlich ist das aber Geschmackssache. Man muß konzedieren, daß Spirocore besser intoniert als die klassischen Pirastro Flexocore, wenn auch immer noch nicht wirklich akzeptabel, und durch die leichte Instabilität des Spiralkerns punched wie blöd. Genau das macht es aber arco zu keinem Vergnügen, und mit der Zeit geht's völlig aus dem Leim. Ab und an mal arco und ohne Instabilitäten geht mit Helicore Pizzicato dagegen zu machen. Als Kompromiß(!)-Satz gibt es Helicore Hybrid.

    Sehr gute Saiten für verschiedene Zwecke machen u.a. auch Kolstein und La Bella. Interessant könnten auch moderne Konstruktionen mit Synthetikkernen wie Thomastik-Infeld Dominant, Velvet und Picato sein, die Schafsinnereien mehr als nur ersetzen.
     
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