Wäre die digitale Lösung von Fender dann auch die Authentischste unter den Modellern?
Ich kenne 3 aus eigener Erfahrung (wennn wir mal alte Boss ME70 weg lassen).
Helix, Tonemaster und ToneX ...
Ich habe selbst einen Deluxe Reverb und der ist daher auch die Referenz, gegen die ich die 3 Modeller vergleichen kann. Ich hatte aber auch einen handverdrahteten 5e3 vom TAD - nur halt nicht zeitgleich.
Helix via Studio Monitore - out of the box kein Profil, welches ich vergleichbar fände. Im "Zubehör" Sektor gab es was, was mir recht gut gefallen hat. Ich habe es aber nicht als Ersatz, sondern als schnelle Recording Option wahrgenommen, um im gleichen Postleitzahlgebiet zu landen.
ToneX via ToneX Cab - ich muss a) eine gewisse Lautstärke ausgeben (12er Speaker) ... b) muss ich dem CAB bei mehr Endstufen Zerre des Profils fast komplett den Bass rausdrehen, sonst wird der zu heftig. JA, auch den richtigen DRRI muss man ab VOL 6 deutlich im Bass beschneiden, damit das nicht nur noch Matsch ist ... aber beim ToneX muss man aggressiver rausnehmen. Gelernte Werte übertragen und anwenden funktioniert nicht.
ToneX via Studio Monitore - Klingt wie mein abgenommener DRRI und damit kann ich gut leben. Allerdings brauche ich 2 Profile, um den VOL Verlauf des richtigen Amp abzubilden (was ja Teil der Philosophie von ToneX ist - daher auch nicht als Beschwerde zu werten.)
Tonemaster Pro an Monitoren - hier hatte ich bisher das einzige mal das Gefühl, dass der Amp in einem "Modell" wirklich auch komplett von Vol 2-10 abgebildet ist. Alle Fender Amps im Tonemaster fand ich wirklich gut. Sieht man von der Streuung der "analogen Bauteile" im DRRI ab, so haben sich die Regler gleich verhalten. Inkl. der Auswirkungen von virtuell davor geschalteten Pedalen, die auch real habe und vergleichen kann.
Das auch der Vorteil des Tonemasters für MICH - ich kann recht nahtlos zwischen digitaler und analoger Welt wechseln, ohne ständig neue Tricks lernen zu müssen. Helix und ToneX bewegen sich - für mich - in ihrer eigenen Welt im Stile von Fender. (und das kann definitiv reichen !!!)
Man sollte dazu aber sagen, dass man sich einen Moment an den Sound eines "aufgenommenen Verstärkers" gewöhnen muss ... Man erkennt natürlich alle Gene, aber wenn man auch den Verstärker selbst hat, dann fühlt er sich anders an (hören nicht unbedingt, denn wenn du "Neil Young" sagst, dann warst du ja auch nicht im Studio, sondern hörst sein aufgenommenes Signal der Kette auf dem Tonträger).
Trotzdem bleibe ich dabei ... soll es leise sein und geil klingen, dann nimm digital. Zwar kein Hosen flattern, aber dafür auch keine Polizei nachts um 3 Uhr vor der Tür.

... Für mich passt der Mix! Würde ich stören, bleibe ich leidlich leise im Arbeitszimmer. Ist keiner Zuhause, gehe ich runter in den Proberaum und "zock" mit dem Real Thing.
Gruß
Martin