Welches Schüler Modell Trompete....

von Pfirsichrocker, 10.02.17.

  1. Pfirsichrocker

    Pfirsichrocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #1
    Hallo liebe Trompeter :-)

    Ich brauche mal Rat und Empfehlungen. Und leider kann ich nicht in ein großen Musikladen fahren zum antesten. Ich schwanke zwischen folgenden Modellen:

    Jupiter - JTR 606 RLQ / JTR 700 RQ

    Bach - TR 501 / TR 305

    Yamaha - YTR 2330 / YTR 4335

    Lohnt sich der Aufpreis zum besseren Modell? Hat da jemand schon Vergleiche gemacht? Tendieren tue ich mehr zur Yamaha 4335 da ich voel positives gelesen habe und die könnte ich auch gebraucht kommen. Habt ihr da evtl. Tipps bzw. Empfehlungen?
    Musikrichtung: Posaunenchor und Ska Musik. Die Trompete sollte eine leichte Ansprache haben und ekn paar Jahre halten :-). Denn wenn ich mal richtig spielen kann würde ich auch mehr investieren aber solange sollte es schon ein gutes Instrument sein. LG
     
  2. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 10.02.17   #2
    In deiner Aufzählung wäre für mich die Yamaha 4335 (GII) der Favorit, wenn es eine der aktuellen Serie ist.
    Die erste 4335 ist zwar ebenfalls eine total bekannte und bewährte "Schülertrompete", aber das aktuelle Modell ist einfach eine richtig gute Trompete.

    Von Bach finde ich unterhalb der Stradivarius nur die mittlerweile bei Weitem nicht mehr preisgünstige Bach VBS 1S ganz gut, aber z.B. eine Yamaha 6335 kostet nur 100 EUR mehr und ist m.E. gegen die VBS 1S der bessere Deal.

    Die Jupiter kenne ich leider nicht und kann daher nicht viel dazu sagen. Die Ausstattung sieht in der Beschreibung gut aus, auch wenn ich verstellbare Fingerhaken nicht so mag. Der einzige Kundenkommentar "moderne Märsche und Modern Songs" könnte auch bedeuten, dass die Auslegung auf der hellen Seite liegt, was wiederum nicht so ideal für den Posaunenchor wäre.
    https://www.thomann.de/de/jupiter_jtr700q_bbtrumpet.htm

    "Ein paar Jahre" hält die 4335 locker und was danach für dich eine "bessere" Trompete sein mag, das muss dann nicht an der Yamaha liegen. Solltest Du dich an die üblichen Pflegetips halten, dann könntest Du sie in ein paar Jahren für gutes Geld verkaufen.
    Ich würde sie zur Reinigung regelmäßig mit fließend Wasser durchspülen, die Züge abziehen zum Trocknen lassen und vor jedem Einsatz ordentlich mit gutem Stoff ölen.
    https://www.thomann.de/de/koelbl_spiralreiniger_trompete.htm
    https://www.thomann.de/de/hetman_lightpiston_nr_1_ventiloel.htm
    https://www.thomann.de/de/hetman_stimmzug_oel_nr_5.htm

    Yamaha YTR-4335 GII
    yamaha4335.jpg
    Quelle: thomann.de

    Zum Thema Pflege und "Einspielen": Ventile werden schon seit Jahren äußerst eng eingepasst. Also wundere dich nicht, wenn die Ventile einer neuen Trompeten noch nicht so richtig "flutschen". Immer fleißig ölen ist da umso wichtiger, damit der natürliche Anfangsabrieb die Maschine nicht unnötig voraltern lässt. Du findest den Abrieb von neuen Ventilen als grauschwarzen Schmutz im unteren Ventildeckel und beim Abwischen der Ventile mit einem ganz feinen Mikrofasertuch (das ist fusselfrei).
    Ventile und -Deckel nie mit Kraft einsetzen bzw. anschrauben, das Zeug verkantet leicht und Schäden können teuer werden.

    ...und zum Mundstück: wenn dir das beiliegende (an Schilke orientierte) 11B4 nicht liegt, könntest Du für den Posaunenchor zum sehr günstigen aS 7C Mundstück greifen (relativ tiefer Kessel, dadurch dunkler Ton erleichtert), das in der Bauart und Qualität einem Bach Mundstück äußerst ähnlich ist.
    Für Ska könntest Du dir mit einem Mundstück mit flachem Kessel wie dem Bach 7E oder Bach 10 1/2E
    das Spielen erleichtern. Der kleinere Randdurchmesser des 10 1/2 E sorgt für bessere Ausdauer und einen fokussierten Ton, durch den flachen Kessel werden hohe Töne und heller Klang begünstigt.
    Wenn Du nur mit ganz bestimmten Mundstücken zurechtkommst könntest Du überprüfen, ob das eine liebe Gewohnheit ist (völlig ok) oder ob deine Ansatzentwicklung nicht auch in Klang und Tonumfang eingeschränkt ist. Dann würde es sich lohnen, den Ansatz durch Beachten der "Grundregeln" beim Üben nach und nach zu normalisieren.
    https://www.thomann.de/de/stoelzel_mouth_piece_582030.htm
    https://www.thomann.de/de/bach_351_trompetenmundstueck_10_12e.htm

    mundstücke.jpg
    Quelle: Best Brass

    Gruß Claus
     
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  3. hermanson

    hermanson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.02.17   #3
    Funktioniert das parallele Lernen von Trompete und Posaune für einen Bläseranfänger? Ich stelle mir das schwierig vor, durch die unterschiedlichen Ansatzpunkte bei den Mundstücken.
    Gruß Hermanson
     
  4. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 10.02.17   #4
    Ich kann mir das auch nicht gut vorstellen, weil bei einem Anfänger der Ansatz weder die Belastung noch den Wechsel der arg verschiedenen Mundstückgrößen gut mitmachen wird.

    Ist man auf einem der beiden Instrument eingermaßen weit fortgeschritten, sieht die Sache wieder anders aus. Dann profitiert man natürlich vom Können des Hauptinstruments für das Nebeninstrument.
    Vorausgesetzt ist dabei, dass man hat keine speziellen Baustellen wie die, nur auf ganz bestimmten Mundstücken bzw. Rändern spielen zu können, schlechte Atemtechnik, zuviel Mundstückdruck usw.

    Wenn ein entwickelter Ansatz vorhanden ist, sollte die muskuläre Belastung bei vernünftiger Planung der Übungen und Einhalten der wichtigen Mini-Pausen nicht mehr eine so große Rolle spielen.

    Gruß Claus
     
  5. Pfirsichrocker

    Pfirsichrocker Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.17   #5
    Danke für die Informationen. Ja interessieren tun mich beide Instrumente aber ich habe mir jetzt gesagt das ich erst die Trompete erlernen möchte und dann wenn ich das beherrsche in einigen Jahren zusätzlich die Posaune mache.

    Aber trotzdem nochmal eine kurze Frage: Mundstück 7C vs. 11 B4
    Ich kann eine gebrauchte Trompete günstig bekommen. Dabei ist ein 7C Mundstück, wodrauf ich auch jetzt übe, aber da es gebraucht ist wollte ich mir ein neues Mundstück dazu kaufen und habe gelesen das die 11 B4 Mundstücke von Yamaha gut sein sollen. Könnt ihr das bestätigen? Und ist das in etwa ähnlich dem 7C Mundstück? Ich kann nämlich eine gut erhaltene Jupiter Trompete günstig erwerben aber auch hygienischen Gründen möchte ich mir ein Mundstück dazu kaufen :-)
     
  6. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.17   #6
    Gut ist immer das Mundstück, mit dem man gut zurecht kommt. :)
    "Ein" 7C sagt nicht viel aus, denn es gibt gute und weniger gute Mundstücke, auf denen 7C steht.
    Weniger gut meint, dass kaum jemand damit glücklich wird (Randgefühl, Klang, Intonation usw.).

    Das Yamaha 11B4 und das Bach 7C (sowie das quasi baugleiche aS 7C) haben einen vergleichbaren Innendurchmesser, fühlen sich aber verschieden an.
    Das liegt daran, dass das Bach 7C einen Rand mit harter Innenkante hat, während der Rand des 11B4 spürbar runder ist und sich etwas weiter anfühlt. Jede der beiden Randformen kann als Vor- oder Nachteil empfunden werden.

    Ein wesentlicher Unterschied der beiden Mundstücke ist außerdem, dass das 11B4 einen deutlich flacheren Kessel hat als das 7C, eigentlich den typischen C-Kessel wie auch z.B. das Bach 3C. Du siehst das in meiner Grafik oben in Beitrag #2 und in der verlinkten Vorlage, der Best Brass Mouthpiece Comparison Chart.
    Die Best Brass Übersicht ist m.E. ein sehr gelungener Mundstückvergleich, der sich mit meinen eigenen Beobachtungen und dem Erfahrungsaustausch deckt.

    Gruß Claus
     
  7. Primut

    Primut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.17   #7
    Ja das finde ich auch. Vielen Dank für den Link.
    Aber ich muss gleich diesbezüglich mal nachfragen:
    Was ist konkret gemeint mit:
    Vermutlich ist ja, wie du schon angedeutet hast, die konkrete Innen-Randform gemeint, jedoch ist mir nicht ganz klar, was die 6 Zeichen diesbezüglich bedeuten.
     
  8. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 14.02.17   #8
    Die Symbole wie Stern, Kreis, Quadrat... dienen der genaueren Markierung in der Grafik und der leichteren Unterscheidung der Hersteller, z.B. leeres Quadrat für Yamaha, volles Quadrat für die Mundstücke von Yamahas historisch erstem Chefberater Schilke, fünfzackiger Stern für Bach usw.

    Die Position dieser Zeichen in der Grafik zeigen den relativen Innendurchmesser, immer 1mm unter dem höchsten Punkt des Randes gemessen.
    Das ist zwar willkürlich, weil die Hersteller unterschiedliche Messpunkte für die Bestimmung des Innendurchmessers haben und nicht alle Hersteller ihre Messpunkte angeben, aber dafür ist es ein objektives Maß und das praktikable Ergebnis gibt Best Brass m.E. recht.
    Übrigens sollen gerade bei Bach einige Mundstücke mit gleicher Bezeichnung im Laufe der Jahrzehnte auch mal "angepasst" worden sein und damit die Maße geändert haben, ohne dass das genau beschrieben wird.
    Bei Klier gibt es die an alten Bach Mundstücken orientierte USA-Serie bis heute.

    Ein jahrzehnte altes Bach 3C kann spürbar größer sein als ein aktuelles Bach 3C. Gerade älteren Bach Mundstücken sagt man auch nach, dass sie nicht immer konsistent in Größe und Qualität gefertigt wurden. In Zeiten der CNC Fräsen mit nachführenden Schneiden dürfte das aber keine Rolle mehr spielen.
    Neben den international vertretenen Herstellern gibt es gerade in unserem "Trompetenparadies" Deutschland und Österreich einige sehr renommierte Mundstückhersteller wie Klier, Tilz, Breslmair (Drehventil) und einige mehr. Bei diesen Herstellern ist oft noch faszinierende Handarbeit angesagt:
    youtube.com/watch?v=o9bu7IqRpxI

    Ebenso gibt es einige internationale Hersteller, die nicht so groß sind, aber interessant wie z.B. Best Brass in Japan oder die amerikanischen Anbieter Kanstul, Monette, Marcinkiewicz, Radtke, mit Sitz in Spanien bietet Obrac ebenso wie Kanstul (früher?) Monette Kopien an usw.
    Auf den Internetseiten und in den Katalogen von Bach, Schilke, Marcinkiewicz, Gary Radtke, Breslmair und anderen kann man zum Thema Mundstücke ganz gut vertiefend lesen.

    Praktische Auswertung für die Best Brass Chart oder die grau gedruckte Grafik oben: nimmt man als Ausgangspunkt das Best Brass 7C, dann ist das Bach 7C minimal weiter und tiefer, das von Chet Baker bekannte Bach 6B noch einmal minimal weiter und deutlich tiefer und das Best Brass 5B schließt diese künstliche Reihe noch einmal tiefer und etwas weiter ab.

    Den Mundstück Mainstream für Trompetenamateure würde ich ungefähr in der unteren Grafik verorten, natürlich unter Vorbehalt:
    links (evtl. oben) erste Trompete Tanz- und Blasmusik(-Verein), rechts (evtl. unten) symphonisches Blasorchester.

    upload_2017-2-14_19-24-3.png
    Quelle: Best Brass

    Es gibt etliche an klassischer Musik interessierte Amateurtrompeter, die das in der Grafik rechts nicht mehr abgebildete Bach 1 1/4C spielen, bei den Profis ist u.a. Alison Balsom bekannterweise mit diesem Mundstück unterwegs. Dieses Mundstück erfordert sehr guten Ansatz und geht auf die Kondition, was für Miss Balsom sicher kein Thema ist, aber vielleicht für Hobby-Trompeter.
    Bei mir kommt es nicht so auf Kondition an, daher kann ich auch ganz gut ein ca. Bach 1 1/2C vergleichbares Monette B3F S7 spielen. Durch den Trick steiler als üblich abfallender Kesselwände wird das Volumen etwas vergrößert (mehr Klangfülle ohne mehr Kesseltiefe), das Herz in F für Funnel (dt. Trichter) unterstützt die gute Spielbarkeit in die Höhe.


    Ein persönlich passendes Mundstück zu finden ist ein oft mehrjähriger Prozess, da hilft nur die bekannt-beliebte "Mundstück-Safari", bei der sich über die Jahre etliche Trophäen ansammeln. Oft macht es Sinn, sich dafür auch auf dem Gebrauchtmarkt umzuschauen, was das Budget schont.
    Obwohl mein Monette das von mir bevorzugte Allround-Mundstück ist, übe ich seit Längerem einen guten Teil mit einem aS 10 1/2C, weil das zu einem besser fokussierten Ton erzieht und vergleichsweise Kondition spart.
     
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  9. Primut

    Primut Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.17   #9
    Vielen Dank für die sehr ausführliche Erklärung. :great:
    Hab jetzt alles verstanden und stehe aber erst am Anfang meiner "Mundstück-Safari" (schöne Beschreibung), aber solche Infos sind ja schon mal sehr hilfreich um zumindest eine Richtung einzuschlagen.
    Der Messpunkt 1mm unter dem Rand erklärt auch, warum kleine Differenzen zu den Herstellerangaben auftreten, mir war halt nicht klar, dass die Übersicht auf eigenen Messungen basiert.

    Hintergrund meiner Frage war eigentlich nur dein Bezug auf die unterschiedlichen Randformen des Yamaha- und des Bach-Munstückes; ich war etwas vorschnell davon ausgegangen, dass ließe sich auch aus der Grafik ablesen. ;)

    Ah, das ist ja interessant, habe gerade ihre Bach-CD bei mir zu liegen. Und sie spielt ja nebenbei auch noch Barock- und Piccolotrompete. ;)
     
  10. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 15.02.17   #10
    Meine persönliche Erfahrung und Überzeugung: Ausgangspunkt sollte ein Allround-Mundstück sein, bei Bach wäre das 5C oder 3C.
    Ideal wäre, dass man damit gut zurechtkommt und im Prinzip alles spielen kann, was auf der eigenen Leistungsstufe gefordert wird.
    Das neue Mundstück macht dann bestimmte Aufgaben einfacher (z.B. erste Trompete, Lead) oder verbessert einzelne Aspekte wie schnelle Bindungen aufgrund der härteren Innenkante.

    Für den gewünschten Klang in klassischer Musik ist z.B. ein Bach 1 1/2C für fortgeschrittene Spieler ein dankbares Mundstück und nicht so konditionsraubend wie ein 1 1/4C. Hat man jeden Tag zwei Stunden oder mehr Zeit zum üben sieht die Sache wieder anders aus.
    Dann kann man den Ansatz auch für ein 1 1/4C entwickeln bzw. bei Kräften halten. Wenn das nicht möglich ist und man bei einem zu großen Mundstück bleibt, dann fängt man wahrscheinlich an mit zuviel Druck gegen die Lippen zu spielen. Das kann leicht der Anfang von Frust und weiteren Baustellen sein.

    Für führende Stimmen mit vielen Noten oberhalb des zweigestrichenen g ist es eine gute Idee, zu einem kleineren und flacheren Mundstück zu greifen. Das Hin- und Herwechseln sollte man dann gewohnt sein, aber ob das kein oder doch ein Problem ergibt ist sehr individuell und m.E. ein klarer Hinweis auf Ansatz-Baustellen, solange die Mund-/Zähne-/Kieferanatomie normal ist.
    Bud Herseth spielte die Bilder einer Ausstellung einmal auf einem Bach 7C ein, weil die Aufnahmen ab dem Morgen nach einem anstrengenden Konzert stattfanden. Das war offenbar eine kluge Wahl, denn seine Kollegen gratulierten ihm zu seinem großen Klang.
    Nun war Herseth ein einmaliger Trompeter, aber die Anekdote zeigt, dass der Zusammenhang "großes Mundstück - großer Klang" nur eine Tendenz ist, keine Zwangsläufigkeit. Oft genug kann man bei Amateurtrompetern sehen, dass sie sich auf einem 1 1/2C abmühen oder gar muffig klingen.
    In dieser Situation wäre z.B. ein gutes 7C oder gar 6B eine gute Wahl (weil Innendurchmesser kleiner und Kessel tief), vielleicht verbessert aber auch der Umstieg auf ein 3C oder 5C den Klang und die Ausdauer.

    Noch etwas: ich habe bei Trompetenspielern noch nie einen Zusammenhang von Lippenform/-größe und geeignetem Mundstück gesehen oder irgend etwas Nachvollziehbares darüber gelesen - aber schon einigen Unsinn.
    Auch der Preis eines Mundstücks ist kein guter Indikator für seine Eignung, siehe arnold & Sons. Es geht bei Mundstücken um den Einsatzzweck, das Lippengefühl und die Unterstützung von Klang und Ausdauer.
    Der Klang bzw. seine Entwicklung setzen vor allen Dingen voraus, dass die "Bläser-Atmung" funktioniert und mit Klangvorstellung gespielt wird.

    Gruß Claus
     
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