Westerngitarre professionell auf "LINKS" umbauen lassen?

von Grained, 01.10.10.

  1. Grained

    Grained Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.10.10   #1
    Hallo User!

    Letzte Woche hatte ich bei ebay unverschämtes Glück und konnte eine Yairi aus dem Jahre '79 günstig ersteigern. :great: Gestern ist sie hier eingetroffen, wunderhübsch und für 31 Jahre eigentlich fast neuwertig. :) Die Saitenlage ist "pervers" gut, Bundreinheit ebenso. Einfach der Traum jedes Gitarristen! :D Aber FALSCH gedacht... :eek:

    Ich bin Linkshänder, die Gitarre aber nicht. :o Nicht das mir das vorher nicht klar gewesen wäre, ich besitze mehr Righthands als Lefthands, allerdings hab ich diese immer SELBST Hendrix like umgespannt. Nur will ich dieses perfekte Instrument nicht durch ein wenig ungenaue Schleifarbeit am Sattel ruinieren. Professionell solls werden. Sie soll danach genauso zu spielen sein wie jetzt.

    Arbeiten wären also diese:

    - alter Sattel raus, neuer Sattel rein (links-gekerbt)
    - neue Steg-Fräsung (genau spiegelverkehrt)
    - alte Steg-Fräsung schließen (nötig zwecks Piezotonabnehmer?)
    - neuer Steg
    - Piezo Tonabnehmer rein

    Ist es möglich, sie SO umzubauen, also mit möglichst wenig Veränderung der Gitarre, ohne das sie ihre Bundreinheit verliert oder anfängt zu schnarren? Habt ihr damit schon mal Erfahrungen gemacht? Muss die alte Steg-Fräßung geschlossen werden wegen des Piezos?

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen oder/und mir nebenbei noch nen guten Gitarrenrestaurator empfehlen. :rolleyes:

    Liebe Grüße
    Manou

    PS: Ich werde demnächst ein paar Fotos schießen, damit ihr auch visuell ein paar Infos bekommt.
     
  2. rancid

    rancid Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.10.10   #2
    Möglich ist das, allerdings haben Westerngitarren eine Eigenart, die sie von den meisten Konzertgitarren unterschiedet:

    Die Beleistung der Decke ist unsymmetrisch, und auf die "normale" Saitenreihenfolge ausgelegt. Wenn du diesen Umbau machen lässt (der nebenbei den Wert einer guten, günstigen Western übersteigt), dann wird die Gitarre sicher nicht schlecht klingen, sie wird aber auf jeden Fall anders klingen als jetzt.
    Und das kann sich durchaus auch in eine von dir ungewünschte Richtung entwickeln...

    Ich würde mal Kontakt zu einem Gitarrenbauer aufnehmen, der kann dir nicht nur sagen, was es ungefähr kosten würde, sondern meine Bedenken vielleicht auch etwas relativieren oder noch unterstützen.
     
  3. Grained

    Grained Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.10.10   #3
    Hier gibts in der nächsten Gegend dummerweise nur einen Geigenbauer, der nicht wirklich oft ne Gitarre zur Restauration da hat...

    Ist der Klangunterschied wirklich zu hören? Ich meine, ich hab das bei einer 12-saitigen RH Westerngitarre schon gemacht, und habe nicht wirklich einen Unterschied zu vorher hören können. Ausserdem kommen doch noch Faktoren wie verwendete Saiten dazu, die den Sound exterm ändern können (?!?).

    Meine Frage wäre eher, ob die Bundreinheit gewart bleibt und ob nicht vielleicht ein Schnarren entstehen könnte? Umbauen werde ich sie sowieso, ich möchte sie ja auch richtig spielen. Um die Intonation bange ich einfach...

    Kennst du vielleicht einen guten Gitarrenbauer, der solche Arbeiten verrichtet? Du wohnst ja anscheinend in meiner Nähe ;) (Südhessen)
     
  4. rancid

    rancid Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.10.10   #4
    Die Bundreinheit wird ja rein durch die Bundstäbchenabstände am Griffbrett bestimmt, die wird sich also nicht ändern. Die Intonation/Oktavreinheit ist auch kein Problem, die kann der Gitarrenbauer durch die Stegeinlage genau einstellen.

    Ich habe schon ein paar Sachen bei Andreas Cuntz machen lassen, er ist vielleicht nicht der günstigste aber ich war immer sehr zufrieden. Auf seiner Homepage gibt es auch eine Preisliste mit den üblichsten Arbeiten: http://www.cuntz-guitars.info/service/reparaturen.html

    Er befindet sich in 64560 Riedstadt-Crumstadt, vielleicht ist das für dich in akzeptabler Nähe. Ansonsten kann man natürlich die Gitarre auch hinschicken. Gerade im Süd- und Mittelhessischen gibt es aber viele Gitarrenbauer, einfach mal Google Maps fragen :)


    Wie sehr und in welche Richtung sich der Klang ändert, hängt natürlich hochgradig von der einzelnen Gitarre ab. Ich glaube nicht, dass durch den Umbau aus einer gut klingenden Gitarre eine schlechte wird, aber es kann den Grundcharakter schon etwas ändern.
     
  5. Grained

    Grained Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.11   #5
    UPDATE: Da mir zurzeit noch das nötige "Kleingeld" fehlt, habe ich sie erstmal wieder selbst auf links umgespannt und spiele sie jetzt täglich. Der Sound hat sich nicht großartig geändert, er klingt immer noch voll und brilliant (und die Saiten sind mittlerweile wirklich etwas abgespielt). Bei Zeiten werde ich mal Elixier Nano Webs aufziehen, mit denen hatte ich bisher immer sehr gute Erfahrungen. Hier mal ein kleiner visueller Input:

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