Whistles aus Bambus und Pappe

von blockarina, 25.10.16.

  1. blockarina

    blockarina Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.16   #1
    Ich bin vor kurzem bei eBay auf eine interessante Whistle aus Bambus + Pappe gestoßen und habe sie deshalb ersteigert!
    [​IMG]

    Heute ist sie eingetroffen und ich muss sagen, dass meine Vermutung (nach dem Foto), dass die jemand gebaut haben muss, der eine Ahnung von Flötenbau hat (ob Laie oder Flötenbauer), sich bestätigte: Sie hat einen sauberen Ton, die Grifflöcher sing exakt gestimmt und sie lässt sich wie eine Tinwhistle spielen (besser als manche Billigversion).
    Okay, sie riecht etwas muffig (sie hat sicher einige Jahrzehnte irgendwo in einem Keller oder auf einem Dachboden gelegen) - nach einer Reinigung mit Orangenreiniger ist der Geruch schon angenehmer, aber sie hat doch interessante Details, wie z.B. die sauber ausgefeilte/-geschliffenene Mulde beim Labium und der abgeflachten Bambuswand bei den Grifflöchern. Um die Whistle aus zwei Bambusrohrstücken (innen mit einer Reibahle schön gleichmäßig rund gearbeitet) zusammenstecken zu können, hat der Flötenbauer einfach einen (oder mehrere) Streifen Papier um das Rohr gewickelt und mit irgendeinem Kleber zu einer Pappröhre verklebt. Da der Innendurchmesser dieser Pappröhre noch etwas zu groß war, hat er dann noch wenige Lagen (Prospekt eines Hockenheimer Sägenherstellers - auf einem Stück kann man noch lesen "seit 1913 - ..32 Hockenheim" und auf dem anderen "Rix-Mas..., Rix-Krei..., Rix-Han..." - es könnte also durchaus ein Schreiner oder Instrumentenbauer gewesen sein, oder zumindest ein besserer Heimwerker) direkt auf die Verbingungsstellen der des Bambusflötenkopfes und -Mittelstücks geklebt. Das finde ich ganz klever gelöst.

    Blockarina

    P.S. Ich hatte noch vergessen zu erwähnen, dass die Whistle in C gestimmt ist und der Block mit einer Art Holznagel (2 mm Durchmesser) fixiert ist: An der Seite des Schnabels durch Kopfwand und Block durchgebohrt und dann den Holznagel eingesteckt.
    Die Flöte ist auf jeden Fall ein interessantes Studienobjekt und reizt mich zum Nachbau.
     
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  2. Gast 2197

    Gast 2197 Inaktiver Benutzer

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    Erstellt: 25.10.16   #2
    Den Sägenhersteller in Hockenheim gibt es immer noch @blockarina.

    Wie gut, dass ich nicht mitgeboten habe bei deinem Flötchen, mich hat es auch gereizt zu sehen, was da gebaut wurde. Aber so erfahre ich es ja trotzdem :D :great:
     
  3. blockarina

    blockarina Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.16   #3
    @funstrumentalist
    Das hatte ich schon gesehen, dass der Sägenhersteller noch existiert ;-) Da er erst seit 1949 seinen Firmensitz in Hockenheim hat, grenzt das ein wenig das Alter der Flöte ein (ich schätzte ca. 40 bis 50 Jahre, was vermutlich realistisch ist). Ich möchte die selbstgewickelte Pappröhre nicht abwickeln, um weitere Info zu erhalten ;-)
    Auf dieser Pappröhre ist ein kleines ovales Feld (ca. 8 x 25 mm) zu sehen, das mit Schellack (o.ä. Lack) aufgetragen wurde, auf dem die Flöte vermutlich beschriftet war (eines mehrerer Prototypen??), allerdings nicht mehr lesbar.

    Ich finde es spannend, was so eine Flöte alles über sich erzählt!

    Blockarina

    P.S. ich habe den Sofortpreis beim eBay-Händler noch etwas heruntergehandelt (Preisvorschlag). ;-)
     
  4. blockarina

    blockarina Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.16   #4
    Danke an den Mod fürs Verschieben (passt wirklich nicht ganz zu Keramik-Whistles)!

    Blockarina
     
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