Wie wichtig ist Euch die Herkunft einer (neuen) Gitarre?

Am Ende ist es IMO immer eine Entscheidung, die durch viele Faktoren mit unterschiedlicher Gewichtung zu stande kommt:
  • Preis
  • Qualität
  • Sound
  • Haptik
  • Optik
  • Brand
  • Material
  • Herkunftsland
  • ...
Je mehr Faktoren bei möglichen Kandidaten gleich zu bewerten sind, desto mehr fallen z.B. Herkunftsland ins Gewicht.
Ein gewisser "politischer" Anteil bei der Bewertung dieses Entscheidungsmerkmal ist dann aber dabei. Konsumverhalten kann einen Beitrag leisten, da Stellung zu beziehen. Der direkte Impact ist natürlich gering.
Dennoch schwindet derzeit schon meine Wertschätzung z.B. amerikanischer Produkte. Ein kompletten "Boykott" habe ich für mich noch nicht beschlossen....
 
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Ich habe grundsätzlich nichts gegen Indonesien bzw. dort gebaute Gitarren. Trotzdem bin ich gerade dabei meine zweite und letzte indonesische Gitarre zu verkaufen. Beide waren aus der ~400€ Klasse und bei beiden hat mir im Originalzustand qualitativ zu viel nicht gepasst, weswegen ich dann allerlei Modifikationen vorgenommen habe.
Darauf habe ich keine Lust mehr. Ich möchte eine Gitarre im Prinzip nur noch kaufen, wenn ich sie so gut finde, wie sie ist, allenfalls mit Detailanpassungen und einem Setup.
Mag sein, das die teureren indonesischen Gitarren besser sind und auch manche Marken, deren Logo am Ende auf dem Headstock klebt, einen bessere Qualitätskontrolle haben, als Squier und G&L aber im Bereich von 1000€ ist für mich eine Grenze erreicht, wo ich dann lieber etwas drauf legen würde für MIA o.Ä.
 
Also für mich ist Gibson und USA bereits ein Sigel für mangelnde Qualität geworden, so häufig wie sich hier User mit Zweifeln melden, ob Mangel XY an ihrer neuen 3000€ Gibson noch okay, oder schon Pfusch sei.

Ich denke das Herkunftsland ist heute komplett unwichtig. Es ist mehr eine Sache des Preises. Und selbst der sinkt. Ich hab kürzlich eine Les Paul von Harley Benton für 300€ gekauft, die abgesehen vom Kopfplattenlogo nicht mehr von einer ESP LTD EC401 unterscheidbar ist.

Das ist auch nicht wirklich verwunderlich. Die Methoden und Arbeitsmaschinen werden sowohl immer besser, als auch immer günstiger. Da ist es nur logisch das selbst in Billiglohnländer die Qualität der Produkte steigt.

ob ich schon so weit gehen würde es als ein Zeichen für mangelnde Qualität zu bezeichnen, weiß ich nicht. Aber es für mich auf keinen Fall ein Zeichen für gute Qualität. Schon lange nicht mehr :D. Hängt aber auch vom Hersteller ab.
Eine Gibson würde ich nie blind kaufen ;) :D
 
Generell die Frage:
bei mir ist es halt so, hab ich schon öfter geschrieben, ich muß die Gitarre in den Händen halten und anspielen.
Ich suche dann aber auch nicht eine bestimmte Gitarre. Wie schon oft von anderen gesagt, die Gitarre findet dich/mich:).
Wo sie dann herkommt ist mir eigentlich egal, der Preis muß aber schon noch in einem bestimmten Rahmen sein.
Meine Gitarren kommen 3 aus China, 2 aus Deutschland, eine aus Japan, eine aus USA und eine aus Mexico, also, die Herkunft spielt bei mir keine Rolle:rolleyes:.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich muss das für mich eher vom anderen Ende her aufdröseln:
Wenn eine Gitarre, die in mein Beuteschema passt, mich auch beim Ausprobieren voll überzeugt, würde mich das Herkunftsland (z.B. USA, Mexico, Deutschland, Korea, China, Indonesien usw) nicht vom Kauf abhalten. Naja, ein paar Länder vielleicht schon (das wäre jetzt politisch), aber die produzieren meines Wissens keine Gitarren, die in Deutschland erhältlich sind.
Gitarren aus USA, Deutschland, Korea, Indonesien, Polen und Japan habe ich, die Verarbeitungs- und Qualitätsunterschiede sehe ich eher im Preis gespiegelt als im Herkunftsland.
Und ich bin mir nicht sicher, ob's als Ersatz für die vor Jahrzehnten gekaufte Gibson Les Paul für mich nicht auch eine halb so teure FGN, Maybach, ESP oder DAngelico oder sowas täte...
 
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Hmm,
ich weiss noch genau, als ich für meinen Laden beschloss einen Schwerpunkt auf Eastman Gitarren zu legen (andere Schwerpunkte waren Lakewood, Joe Striebel, Nick Page und Riversong) war mir etwas mulmig weil die Gitarren aus China kommen. Besser wurde das durch die Videos aus dem Werk des Herstellers.
Wichtig war mir aber, meinen Qualitätsanspruch bei der "Sortiments-Abrundung nach unten" zu halten, was mit diesem Hersteller kein Problem war.
Meinen Aber hatte ich da eher vor Fender oder Gibson, da ich aus meiner Zeit als Verkäufer in nem anderen Laden noch wusste wie die als Firma gegenüber den Shops auftreten und diese "sch.egal-Haltung" sich auch teilweise in deren Instrumenten wiederzufinden ist.
Das sagt aber nix über das Herstellungsland aus...
Gruß,
Bernie
 
bei mir ist es sehr bunt.

3x USA (Gibson)
2x Japan (Ibanez, Suzuki)
2x Indonesia (Squier Jazz Bass, Ibanez)
1x Südkorea (Schecter)
1x Spanien (Valdez)
1x Tschechien (Furch)
1x China (Squier Bullet)

die zwei, die zum Verkauf stehen, zähle ich nicht mit.
 
Meine PRS Silver Sky SE kommt auch aus Indonesien, war aber um ein Vielfaches günstiger als die Silver Sky aus den USA.
Das ist einfach eine geniale Gitarre. Die Silver Sky spiele ich mittlerweile häufiger als meine Gibson Nighthawk (BJ1993).
Verarbeitung top, stimmstabiles Tremolo, butterweiche Bespielbarkeit und astreiner Strat-Sound von weich bis extrem bissig. Die geht ab wie die Luzie.
 
Ich kann bei manchen meiner Gitarren spontan gar nicht sagen aus welchem Land sie kommen..
Müsste ich erst recherchieren, aber mir ist das tatsächlich egal.

Etwas anders ist das, wenn man eine persönliche Beziehung zum Gitarrenbauer/-in hat oder zumindest ein Bild vor Augen hat. Ich hab zwei Gitarren, da weiß ich wer die in welchem Land handgebaut hat und da entsteht schon eine ganz eigener Bezug zur Gitarre. Das gibt mir an der Stelle schon etwas.

Aber ob das Gerät jetzt in Amerika, Japan, Holland oder Südafrika gebaut wurde, spielt für mir letztlich kaum eine Rolle.
Ich hatte aber auch immer eher bestimmte Gründe um eine Gitarre zu kaufen, die bestimmte Anforderungen gestellt haben, die dann in dem Moment einfach viel wichtiger waren als das Herkunftsland:
Die Gitarre für's Musikstudium musste halt auf einem hohen Level sein, bestimmte Spielarten unterstützen und im finanziellen Rahmen verbleiben.
Die Gitarre für Unterricht in der Grundschule musste einen kleinen Korpus haben, aber trotzdem vernünftig klingen und möglichst günstig, da Bruchgefahr.
Die neue Westerngitarre musste ganz klare klangliche Ansprüche erfüllen und trotzdem das Konto nicht leersaugen.
Meine letzte E-Gitarre hab ich als ganz klare "verbleibt im Proberaum"-Gitarre gekauft und sie sollte entsprechend im Bandkontext dienlich sein, leicht bespielbar, aber eben auch vergleichsweise günstig, falls sie abhanden kommt.
Insofern spielt das Herkunftsland bei mir so gar keine Rolle.
 
Ich würde nur eine Gitarre kaufen (wenn ich eine kaufen dürfte), wenn man die direkt in Deutschland kaufen kann. Und das unabhängig von Herstellungsland und unabhängig vom Hersteller.
 
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Ich hatte schon einige Gitarren. Und ich habe am Anfang überhaupt nicht auf das Herkunftsland geachtet. Mittlerweile weiß ich aber was ich will und so habe ich mich hauptsächlich auf gewisse Marken und Modelle aus den USA eingeschossen. Damit komme ich am besten zurecht und die haben eben auch das gewisse Mojo oder so.
 
Also für mich ist Gibson und USA bereits ein Sigel für mangelnde Qualität geworden, so häufig wie sich hier User mit Zweifeln melden
Es melden sich ja vor allem die 3, die Probleme haben, und nicht die 97 die zufrieden sind ... ;)

Oder anders ausgedrückt ... wer zufrieden ist (was ja der Normalfall ist), hat keinen Anlass groß drüber zu schreiben ...
 
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Marken und Modelle aus den USA .... die haben eben auch das gewisse Mojo oder so
Wird das allgemein so empfunden? - Dann bin ich wohl einer von denen, die das nicht so empfinden.
Vor etwa 40 Jahren musste ich auch unbedingt eine Made-in-USA-Fender-Stratocaster und eine Gibson Les Paul haben. Und dann? Es blieben die einzigen zwei US-Gitarren in meiner kleinen Sammlung. Andere Hersteller haben meinen Weg gekreuzt, und die konnten / können das, was ich wollte / will, mindestens genausogut für (teilweise deutlich) weniger Geld.
Wenn ich mich heutzutage nach "vielleicht mal was Neues" umschaue, finden gerade die beiden US-Firmen mit F und G mein Interesse nur ausnahmsweise. Zu teuer in der Anschaffung und der Wertverfall ist nach meiner Erfahrung doch recht groß.
Vielleicht etwas OT, aber mir fällt auf, dass z.B. bei MusicStore der Anteil an Retouren bei Fender-Gitarren und vor allem -Bässen auffällig hoch ist. Zuviel Mojo / Erwartung, zu wenig Wunscherfüllung? Sinkt da ein Stern am Himmel?
 
Es melden sich ja vor allem die 3, die Probleme haben, und nicht die 97 die zufrieden sind
Da irrst du dich.

Eine Studie der Harvard Universität – durchgeführt von Dr. Leland Lele – fand heraus, dass ca. 96% der Kunden, die eine schlechte Erfahrung gemacht haben, es Ihnen nicht sagen.
https://crestcom.com/de/blog/2018/01/16/messlatte-im-kundenservice/

Hat der Dozent, der unseren QS-Lehrgang geleitet hat, auch so gesagt.

Aber soll hier nicht zum Thema werden.
 
Finde ich interessant, es sagt aber nichts darüber aus, wie viele Kunden schlechte Erfahrungen gemacht haben. sondern nur darüber, wie diese sich verhalten. Ich könntet also beide recht haben.
 
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Das Land ist mir eigentlich egal. Mir gefällt es aber zu wissen, dass die Gitarre von einer Einzelperson oder einem kleinen Team gebaut wurde. Die kleineren Teams sind dann i.d.R. mittelständische Firmen (z.B. Nik Huber, Tom Anderson, Collings, Emerald), bei denen mir der Gründer sympathisch ist, und ich das Gefühl habe, dass das Team Spaß & Freude beim Bau der Gitarren hat. Daraus resultiert dann aktuell:

12x USA (Tom Anderson, Lentz, Collings)
4x Deutschland (Siggi Braun, Florian Jäger, Nik Huber)
1x Irland (Emerald)
1x Niederlande (Zwier)
1x Kanada (Brown Bear Guitars)
1x Indonesien (Yamaha Pacifica; nicht 100% sicher, sie ist gerade nicht bei mir um es zu bestätigen)

Ich schiele aber auf eine sehr bestimmte Gitarre aus Japan (ESP), und ich hätte kein Problem mit einer weiteren Gitarre aus Indonesien. I.d.R. sprechen mich Gitarren von größeren Firmen aber nicht an - unabhängig vom Preis (z.B. PRS vs. PRS SE; Gibson vs. Epiphone; Fender USA vs. MIM, etc.).
 

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