Wiedereinstieg ins Gitarrenspiel -> Harley Benton

  • #41
Ich denke die meisten Leute haben den Preis zumindest im Hinterkopf wenn sie Sternebewertungen machen. Manche gewichten den Preis höher, Andere evtl schwächer. "PreisLeistungsabstinent" zu bewerten fände ich komisch, der Preis ist halt ein auch Aspekt den man bedenken sollte...

Ich habe damals (2003) mit einem Harley Benton Bass (500 TBK) angefangen. Da gab es damals hier im Board einige positive Berichte zu dem Teil. Da war ich auch recht zufrieden mit. Hatte kurz danach auch noch eine schwarze RG-artige 7String mit doubleLocking Tremolo, die war so lala. Beide lagen so um die 150€ meine ich...

Jetzt, über 20 Jahre später, hat HB eine Riesenauswahl und es gibt nun auch "etwas teurere" Modelle mit Edelstahlbünden, lockingTuner, TUSQ-Sättel, geröstetes Ahorn... Habe hier ein paar aktuellere Modelle (z.T. als B-Ware gekauft) - Fusion III HSH und Fusion T sowie Jazzbässe. Alle sind recht gut verarbeitet und spiele sie gerne. Die Saitenlage war mir eigentlich immer etwas zu hoch, die konnte ich bei Allen meinen Vorlieben anpassen ohne Probleme (mags aber auch nicht megaflach, ich mag ungefähr e1,5 - E1,9mm am 12ten Bund). Bei einer Fusion III (B-Ware) war das Tremolo anfangs sehr stimminstabil, wollte die GItarre trotzdem behalten und dann einfach blockieren, aber nachdem ich die Brücke einmal zwecks Saitenwechsel und Höheneinstellung abgenommen hatte funktionierte es auf einmal recht gut 😗 .
 

  • #42
Mein Sohn hat sich über die Kleinanzeigen eine Harley Benton Metal Axt Explorer mit EMG Bestückung gekauft, deren Marktpreis glaube ich um die 400€ liegt und das Teil ist beeindruckend gut.

Zur Music Store Hausmarke muss man sagen, dass sie online tatsächlich eine größere Auswahl anbieten als vor Ort. Ich war vor ein paar Monaten mit meinem Sohn und einem Schulfreund dort, um für ihn nach einer Gitarre zu schauen und von den Jack und Danny Modellen standen nur ein paar dort herum. Ich glaube Thomann macht aus Harley Benton einfach mehr als der Store aus J&D. Aber vielleicht läuft einem dort dann auch eine schicke Squier oder Epiphone, Ibanez, Yamaha und wie sie alle heißen über den Weg.
 
  • #43
Glaube ich nicht. Ein Standard Gitarren-Hals ist niemals wirklich absolut bundrein. Deswegen gibt es ja auch so etwas wie kompensierende Bünde und viele Musiker stellen ihre Gitarre bewusst nicht exakt Oktavrein rein.

Aber um Oktavreinheit und (relative) Bundreinheit ging es auch gar nicht. Oktavreinheit ist leicht einzustellen und tatsächlich (neben der hinzunehmenden Abweichung) bundunreine Gitarren kommen quasi gar nicht mehr vor.
Hallo,
mit Stimmgerät überprüft, ist diese Pacifica tatsächlich bundrein. Das Stimmgerät zeigt keine Abweichungen von den Noten oder Tönen an, die an entsprechendem Bund zu sein haben.

Natürlich kann man bei der Gitarre (wie bei allen Gitarren, bei denen man die Bünde selber nicht justieren kann), nur die Oktavreinheit über die Böckchen oder Reiter einstellen.

Offensichtlich passt bei meiner (speziellen) Einstellung (zufällig) Bundabstand am Hals, Halswölbung (über Spannstab eingestellt), Saitenstärke und Kraft beim Greifen der Saiten gerade gut zusammen.
Greife ich die Saiten mit zu viel Kraft nahe am Bundstäbchen, drücke ich die Saiten zu fest nach unten, aufs Griffbrett, so ist es nicht mehr bundrein, sondern die Saiten erfahren etwas mehr Spannung und verstimmen sich leicht nach oben.

Und ja, wenn eine Gitarre nicht "zufällig" überall auf dem Hals bundrein genug ist, stellt man sie sich so ein, dass sie in den bevorzugten Lagen exakt stimmt, und nimmt kleine Kompromisse in Kauf.

Aber sei's drum...

Ich wollte lediglich darauf hinweisen, beim Beuteschema "gut verarbeitete Gitarre zu günstigem Preis" auch mal einen Blick auf Yamaha zu werfen, wenn man bei Yamaha etwas findet, was einen vom Aussehen her, vom Spielgefühl her (Halsbreite, o.ä.) anspricht. (Yamaha z.B. hat gar keine LP-Style-Gitarren im Angebot.)

Meine eigene Harley-Benton-Gitarre ist ein "Spezialfall", es ist eine Jazz-Box ("Big Tone Vintage Series") mit floating Bridge und Bigsby-Style-Vibrato.
Von der reinen Verarbeitung her kann ich auch nicht wirklich klagen. Lack, Bindings, Bünde sind OK (keine scharfen kratzigen Bünde). Elektrik (Potis, Pickups, Klinken-Buchse) tun, was sie sollen, Potis kratzen nicht. (Auf den Poti-Achsen stecken Plaste-Hülsen, über die die Knöpfe gesteckt und mit Madenschrauben festgeschraubt sind - ein klein wenig "Bastel-Lösung", wenn die Achsen (zu dünn) nicht zu den Knöpfen passen... Tut zwar seinen Dienst, aber trotzdem... )
Bigsby und floating Bridge allerdings sind bauartbedingt nichts, was ich jemand empfehlen würde, der wie angeliefert aus der Schachtel eine stimmstabile und oktavrein eingestellte Gitarre erwartet. Sowas erfordert etwas "Zuwendung", evtl. etwas Schmierung am Sattel, an der Bridge und am Bigsby. Und sorgfältige Einstellung - eine floating Bridge ist nunmal nicht am Korpus fixiert...
Das ist allerdings auch der Bauart, dem Stil einer solchen Gitarre geschuldet.

Von daher: Harley-Benton-Gitarren im günstigen Preisbereich sind durchaus eine Überlegung wert. Wie auch andere (Haus)-Marken.

Bei den Sterne-Bewertungen bei Thomann sollte man auch mal den Text lesen. Was die Leute dabei loben oder kritisieren.
Und auch klar: Bei teuren Gitarren ab 1500€ oder so, ist die Erwartungshaltung bezüglich Verarbeitung und Spielbarkeit eine andere als für Gitarren um die 300€ herum. Worüber man bei einer 250€-Gitarre noch mal gnädig hinwegsieht, ist bei einer 2000€-Gitarre einfach nur eine große Enttäuschung. (Poti-Knöpfe auf Plastehülsen auf den Poti-Achsen, sind bei einer 300€-Gitarre verschmerzbar, bei einer 2000€-Gitarre ein No-Go.)

Am Ende sollte man sich fragen, etwa, wenn man eine Gitarre im Versandhandel mit 30-Tage-Rückgaberecht bestellt hat:
Macht es Spaß, sie zu spielen?
Habe ich Lust, sie täglich in die Hände zu nehmen, um sie zu spielen?
Inspiriert sie mich dazu, etwa eigene Songs oder Riffs oder Licks zu erfinden?
Spornt sie mich an, Songs oder Spiel-Techniken zu lernen?

Grüße
 
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