Wieso klingt dieses Solo von Paul Reed Smith so emotional/traurig (Clip)?

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samprime
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Hi Leute,
Bin 19 Jahre alt und spiele seit 2 Jahren Gitarre und würde sagen, dass ich für diese kurze Zeit recht gut voran gekommen bin. Ich habe mich in der Zeit allerdings weniger mit Musik Theorie auseinandergesetzt. Um vorab meinen Wissensstand zu verdeutlichen, ich kann recht gut improvisieren, allerdings hauptsächlich mit der Pentatonik Tonleiter(Alle 5 „Formen“), also kann diese übers gesamte Griffbrett spielen. Kann natürlich auch die normale Dur Tonleiter und kenne auch einigermaßen die Noten und weiß warum zb ein C Akkord ein C Akkord ist, aber da hörts auch langsam auf. Lerne aktuell das „Caged Chord System“, um mehr Freiheiten im Improvisieren zu erlangen. Der eigentliche Grund für den Thread:
Würde gerne erfahren, wie Paul Reed Smith es schafft, bei Minute 4:07 das Solo so emotional und „traurig“ klingen zu lassen. Vielleicht hätte ja irgendwer Lust sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und mir zu erklären was ich lernen müsste um auch so etwas in der Richtung spielen zu können und was genau dieses Solo so emotional klingen lässt.
Liebe Grüße Sam
 
Eigenschaft
 
ich bin leider kein Experte, tippe aber - da er ja eingangs dieser Passage einen "minor sixth chord" erwähnt -, dass er ein Arpeggio über eben diesen Moll-Sext-Akkord spielt bzw. im dazu passenden dorischen Modus improvisiert. -> Stichwort wäre Kirchentonarten (englisch Modes). Dorisch ist so der typische Carlos Santana-Sound. Den glaube ich hier zu hören.

Im Gegensatz zur Pentatonic ist hier die kleine Terz und die Sexte enthalten, während in der Pentatonik jeweils ein Ton davon fehlt: in der Dur-Pentatonik fehlt die kleine Terz, in der Moll-Pentatonik fehlt die Sexte.

Bestimmt kann einer der Experten hier das genauer erklären.
 
dass er ein Arpeggio über eben diesen Moll-Sext-Akkord spielt bzw. im dazu passenden dorischen Modus improvisiert. -> Stichwort wäre Kirchentonarten (englisch Modes). Dorisch ist so der typische Carlos Santana-Sound. Den glaube ich hier zu hören.

Nö ..... Akkordfolge ist C-7/ Bb /Ab !!

Noch mal langsam zum mitschreiben: C Moll 7 - Bb Dur - Ab Dur => bei 4:07 ist nicht die Spur Dorisch sondern normales Cmoll (=C aeolisch) zu hören.
C aeolisch enthält die kleine Sext (englisch minor six !!) statt der großen Sext die bei dorisch vorkommt. Letzten Endes kann man hier die ganze Zeit C Moll spielen.
Er spielt halt ein Lick in Cmoll Grundton/None/kleine Terz auf der hohen e Saite, und wiederholt das in etwa über die beiden anderen Akkorde.

Was du mMn lernen kannst und nachts um 3 wenn ich dich wecke auswendig drauf haben solltest:

a) was ist eine Dur Tonleiter
b) was ist eine Molltonleiter
c) welche Moll und Dur Tonleitern sind parallel zueinander (Beispiel C Dur und Amoll)
d) welche Akkorde ergeben sich aus einer harmonisierten Durtonleiter
e) was ist Diatonik
f) welche sind die starken Akkordtöne

Zu guter letzt daran denken das Rhythmusgefühl nicht zu vernachlässigen

Daran kann man ne Weile arbeiten .....

Viel Spaß
 
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...Noch mal langsam zum mitschreiben...
ergänzung:
Setz das Rythmusgefühl ganz nach oben, weil wenn das geil ist geht jeder Ton irgendwie durch :p.
Streich c) und schmeiß hier den Quintenzirkel (englisch: circle of fifths !!) rein.

Nebenbei: ich wette nen 10er drauf das keiner dieser Beiträge dem Fragesteller in irgendeiner art und weiße geholfen hat.

Grüße
 
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Setz das Rythmusgefühl ganz nach oben, weil wenn das geil ist geht jeder Ton irgendwie durch :p.

Nebenbei: ich wette nen 10er drauf das keiner dieser Beiträge dem Fragesteller in irgendeiner art und weiße geholfen hat.

Ja klar Rhythmusgefühl ist das A und O. Wenn er sich nur Moll- und Durtonleiter wirklich anschaut, ist er schon 1 Schritt weiter.

Und es heißt Art und Weise .....:engel:
 
Ja klar Rhythmusgefühl ist das A und O. Wenn er sich nur Moll- und Durtonleiter wirklich anschaut, ist er schon 1 Schritt weiter.

Und es heißt Art und Weise .....:engel:
Schön das wir uns einig sind.

uh, wer im Glashaus sitzt... :evil:
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Nö... Akkordfolge ist C-7/ Bb /Ab!

Noch einmal langsam zum Mitschreiben: C Moll 7 - Bb Dur - Ab Dur => bei 4:07 ist nicht die Spur Dorisch, sondern normales Cmoll (=C aeolisch) zu hören.
C aeolisch enthält die kleine Sext (englisch: minor six!) statt der großen Sext, die bei Dorisch vorkommt. Letzten Endes kann man hier die ganze Zeit C Moll spielen.
Er spielt halt ein Lick in Cmoll Grundton/None/kleine Terz auf der hohen e-Saite eigentlich kein Komma und wiederholt das in etwa über die beiden anderen Akkorde.

Was du mMn lernen kannst und nachts um 3, wenn ich dich wecke, auswendig drauf haben solltest:

a) Was ist eine Dur Tonleiter?
b) Was ist eine Moll-Tonleiter?
c) Welche Moll- und Dur- Tonleitern sind parallel zueinander (Beispiel C Dur und Amoll)?
d) Welche Akkorde ergeben sich aus einer harmonisierten Dur-Tonleiter?
e) Was ist Diatonik?
f) Welche sind die starken Akkordtöne?

Zu guter Letzt daran denken, das Rhythmusgefühl nicht zu vernachlässigen.

Daran kann man eine Weile arbeiten...

Viel Spaß!
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Fehlende Satzzeichen und solche Späße sind viel anstrengender beim Lesen als ein falscher Buchstabe, aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich als Legastheniker falsche Buchstaben ohnehin überlese, sag du es mir. So haben wir auf jeden Fall beide etwas gelernt oder auch nicht, weil Legasthenie der Tritonus.:tongue:

Aber nimms nicht persönlich gel, ist mir eigentlich wurst wie Käse wie du was schreibst.

Grüße
 
Nö eventuell spiele ick besser als ich schreibe .....? :embarrassed::)
 
Richtig, stink normales C-Moll ..... aber schön gemacht
 
Vielleicht hätte ja irgendwer Lust sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und mir zu erklären was ich lernen müsste um auch so etwas in der Richtung spielen zu können

wie gesagt: Musiktheorie hilft.

und was genau dieses Solo so emotional klingen lässt.

Das ist zunächst mal eine kulturell und persönlich geprägte zuschreibung. Ich finde es jetzt nicht besonders emotional. Das ist also Ansichtssache und was du lernen musst ist, welche Tonfolgen für dich welche emotionen auslösen um sie dann gezielt einsetzen zu können.

Kannst du das denn ohne Probleme nach Gehör nachspielen? Kannst du es nachsingen? Findest du die Töne auf dem Griffbrett. Das wäre mal das erste. Du müsstest darauf hinarbeiten sofort hörend zu erkennen was da passiert und das ohne lange nachzudenken nachspielen zu können, das wäre notwendig wenn du auch so spielen willst. Keine vermutungen anstellen, wie weiter oben passiert, sondern mit den Ohren arbeiten.

Dann kannst du das entweder so viel machen (sachen raushören....) bist du es irgendwann "einfach weist", oder, was meiner Meinung nach schneller geht, du abstrahierst ein wenig und lernst Theorie. Mit zum Beispiel dem Ergebnis. Die kleine Sexte gibt mir immer so ein emotionales Gefühl. Wie kann ich das wo einsetzen etc. Theorie hilft beim strukturieren. So wie du ja auch die Pentatonik als solche erkennst, wiedergeben kannst und mit souverän umgehen, kannst du das natürlich auch mit allen anderen Skalen und Akkorden lernen. Ziel sollte dabei immer sein die neu erlernten Begriffe auch mit einem Höreindruck zu verbinden.

Als erstes könntest du z.b. mal feststellen dass diese Sexte sich schön in dein Pentatonik-Schema, dass du schon kennst, einfügen lässt. Dann kannst du für alle "5 formen" (wie du sie nennst) überlegen, wo innerhalb dieses Fingersatzes diese Sexte liegt. Dann hast du sozusagen deine Pentatonik um einen Ton erweitert. Als nächstes kannst du dir überlegen über welche Akkorde diese Erweiterte Pentatonik funktioniert und über welche nicht, und warum dem so ist.

grüße B.B.
 
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Würde gerne erfahren, wie Paul Reed Smith es schafft, bei Minute 4:07 das Solo so emotional und „traurig“ klingen zu lassen.

Mit reinem Skalendenken ohne Berücksichtigung des harmonischen Hintergrundes und den daraus ableitbaren Spannungsverhältnissen zwischen Akkord und Sololinie kommst du hier als Erklärungsansatz nicht wirklich weiter.

Der Akkord an dieser Stelle ist ein Cm add 9, wobei die 9 auf der 4. Saite aber so tief liegt, dass sie eine Reibung zur Terz auf der 3. Saite erzeugt (Griff: 8-10-12-8-8-8). Das ist bereits ein ziemlich "trübseelig stimmender" Akkordklang.

Dazu kommt die Solostimme, die die in der Begleitung durch die beschriebene Reibung bereits getrübte Terz als langen Spitzenton nicht direkt und nüchtern, sondern expressiv im Sprung und durch ein bending ansteuert. Die kleine Terz, die den Mollklang vom Durklang dadurch unterscheidet, dass sie im Gegensatz zur Durterz "nicht so richtig aus dem Kreuz kommt" und daher in der melodischen Fortführung mehr zum Fallen, als zum Steigen neigt, wird hier von beiden Gitarren durch klangliche Eintrübung bzw. bending besonders hervorgehoben, was bereits einen Teil der von dir als emotional beschriebenen Wirkung ausmacht.

Danach fällt die Linie zum Akkordgrundton c, der aber nicht stabilisierend wirkt, weil er erst von seinen oberen und unteren Nachbartönen (d2 und b2) "in die Mangel genommen wird", und der sich danach gegen die beiden Schlusstöne (b1 und g1) auch nicht durchsetzen kann, zumal das b1 hier als blue note gehört wird und somit noch einen weiteren Trübungseffekt einbringt.

Fazit: Die Passage wirkt auf dich "traurig", weil sie 1. mit der exponierten Terz den "molligsten" Aspekt eines Mollklangs gleich an den Anfang stellt, 2. durch eine nur noch abwärtsführende Linie, 3. zusätzlich verstärkt durch eine blue note, suggeriert, dass es nach dem durch das bending bereits nur mühsam erreichten Spitzenton (eb2) nur noch in den Keller geht.
 
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Ich weiß nicht, wieso ich gerade hieran denken musste: LINK

Gruß,
glombi
 
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Autsch, noch nicht ganz, aber nur knapp vorbei, und nur im Pass...

Gruß,
glombi

Klar nur im Pass - in der Realität sind wir alle 18. ;)
Aber nicht in den falschen Hals bekommen gel, der Konter musste einfach. :p
 
Um vorab meinen Wissensstand zu verdeutlichen, ich kann recht gut improvisieren, allerdings hauptsächlich mit der Pentatonik Tonleiter(Alle 5 „Formen“), also kann diese übers gesamte Griffbrett spielen. Kann natürlich auch die normale Dur Tonleiter und kenne auch einigermaßen die Noten und weiß warum zb ein C Akkord ein C Akkord ist, aber da hörts auch langsam auf. Lerne aktuell das „Caged Chord System“, um mehr Freiheiten im Improvisieren zu erlangen.

Ich glaube was Dir fehlt ist der Zusammenhang von Skalen und Harmonien. Wie von den Vorpostern schon festgestellt wurde ist das ganz normales C-Moll (äolisch) Tonleitermaterial was PRS da spielt. Entscheidend ist der Zusammenklang zur Harmonie, also über welchen Akkord wird das Tonmaterial gespielt, siehe Post #10

Vielleicht hast Du schon festgestellt dass C-Dur und A-Moll aus exakt dem gleichen Tonvorrat bestehen, man nennt so etwas Paralleltonarten, es gibt zu jeder Durtonleiter eine Molltonleiter mit den gleichen Tönen. Bei C-Moll wäre die Paralleltonart Eb-Dur. Du kannst ja mal probieren, was passiert wenn man die C-Moll Tonleiter über einen Eb-Dur Akkord spielt, das hat eine ganz andere Wirkung.

Wenn Du Dich für sowas interessierst würde ich Dir langfristig zu einem guten Musikpädagogen raten, zumindest um solide Grundlagen zu schaffen, auf die man später im Selbststudium aufbauen kann. Im Internet gibts gerade zur Gitarre sehr viel Material, leider auch sehr viel Blödsinn, dafür kostet das meiste auch nix. Ganz empfehlenswert als Einstieg in die Harmonielehre finde ich Tom Bornemann, (Teil 2 gibbet auch auf DuRöhre, bei Interesse einfach selber suchen):
 
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