Williamsbirne - alte Songs & Demos

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Ah... der einzige, der die Korrespondenz aufrecht erhält, hat geantwortet. :)

Ich dachte schon, es gibt im Musiker-Board gar keine Musiker mehr, die sich für die Musik anderer Musiker interessieren...

Vielen Dank.;)
 
(...)

Ich dachte schon, es gibt im Musiker-Board gar keine Musiker mehr, die sich für die Musik anderer Musiker interessieren...
Ach was. Das lesen/hören bestimmt viele, bloß die sind zu schreibfaul. :ugly: Dieses Phänomen greift um sich. Selbst gute Freunde von mir weigern sich, immer mal ein paar Zeilen zu schreiben (auf meine Emails). Das wird dann mit Legasthenie entschuldigt...:weep:
 
Jede Rockband braucht eine große Ballade. Bei Mentha Piperita, meiner zweiten Formation, war es das folgende Stück. Es stammt aus dem Jahr 2008 und heißt

Tonight, Tonight

https://soundcloud.com/williamsbirne/tonight-tonight

Tonight, Tonight (Bandcode: TNT) ist eines der Stücke, bei denen mich die Muse im Schlaf küsste - ich habe es geträumt. Das heißt: nur den Refrain "to-night, to-night, (a)-(a)-(a)-(a)-(a)-(a)-(a)-(gi__s)-(fi__s)". Ich wachte auf und wusste, dass das eine sensationelle Idee war. Ebenfalls geträumt hatte ich die grobe Struktur - einen A-Teil mit Strophen und einen B-Teil, der ausschließlich aus einem langen Crescendo sich wiederholender Refrains besteht. Ich wusste aber nur noch den Refrain.
Problem also: ich hatte keine Strophen. Als ich mich daransetzte, das Stück fertig zu schreiben war deshalb meine schwerste Aufgabe, erst mal eine Melodie zu finden, die mit dem Refrain gut funktioniert. Ich glaube, allein danach habe ich mehrere Tage lang gesucht.

Ich wollte bei diesem Lied die Melodie(n) extrem herausstellen und legte deshalb zunächst einen Rhythmus fest, der wenig Aufmerksamkeit abziehen sollte: einen ganz einfachen Achtel-Rhythmus. Die entscheidende Idee, um die Strophenmelodie zu finden, war dann, jeweils die erste Silbe allein stehen und danach eine Pause folgen zu lassen.

Mir war auch relativ schnell klar, dass ich das Hauptthema - die Refrainmelodie - schon früh einführen muss, damit bei Einsetzen eigentlichen Refrains ein Wiedererkennungseffekt da ist. Deshalb spielte ich das Thema in allen möglichen Varianten immer wieder als Unterbrechung der Strophen durch. Auch das Intro enthält bereits das Thema. Im Grunde ist der ganze Song ein Durchexerzieren der Idee aus dem Traum, unterbrochen von Strophen und einem Gitarrensolo, das mit komplett eigenständiger Melodie und Begleitung daherkommt - aber ebenfalls wieder ins Hauptthema mündet.

Schön finde ich auch den Abgang nach dem letzten Refrain. Diese Idee hatte ich schon lange herumliegen und war froh, sie endlich irgendwo verwenden zu können.

Unser Schlagzeuger, immer Stammgast beim Wacken Open Air, war von dem Lied sehr angetan - was ich gar nicht erwartet hatte - und erfand die Schlagzeugbegleitung, bei der ich zunächst dachte, irgendetwas daran müsse anders sein. Doch bald konnte ich mir das Stück ohne seine spezielle Begleitung gar nicht mehr vorstellen. Er hat das Feeling des Songs wirklich klasse umgesetzt und dabei seine ganz eigene Note hinterlassen.


Zur Aufnahme (2009) gibt es nicht viel zu sagen. Sie fand statt. Keine besonderen Umstände. Die weibliche Stimme hat meine Frau beigesteuert...
Allerdings bin ich mit der Umsetzung des Songs nicht ganz zufrieden. Der Bass spielt eine eigenständige Linie, die einen schönen Kontrast zum Gesang bildet. Dummerweise war ich vom Bass so angetan, dass ich ihn beim Abmischen bei 50 Hz überbetont habe - obwohl mir der Mischer davon abgeraten hat. Heute ärgert mich das schlecht identifizierbare Gewummer. Die cleane Gitarre klingt zu sehr nach Humbucker. Würde ich heute auch anders machen.

Überhaupt fällt mir vieles ein, wodurch man den Effekt des Songs noch viel stärker hätte herausarbeiten können. Wenn ich dran denke, dass die Umsetzung beim Komponieren und Arrangieren schon weit von dem entfernt war, was ich im Traum "gehört" habe, und dann noch anrechne, wie weit wir bei der Aufnahme unter den Möglichkeiten geblieben sind, die die letztliche Komposition hergegeben hätte...

Wir haben damals (ja, wir waren naiv) einmal bei Emergenza teilgenommen. Es war gerade unser zweiter Auftritt als Band. Das heißt, wir hatten noch keine Fans. Tonight, Tonight war der letzte Song unseres Sets. Alle Bands waren laut, hart und schnell gewesen. Vor TNT fragte ich "vorsichtshalber" zum Scherz einmal ins Publikum, ob es erlaubt wäre, auch mal eine Ballade zu spielen.
Ja, ja, macht nur, kamen die Rufe von unten. Dann haben wir TNT gespielt und es war spürbar, wie sich da unten die Stimmung änderte, alle wurden ruhig und andächtig - eine Woge von "jou man, das isses..." Welche Band weiter kommen sollte wurde am Ende der Veranstaltung per Applaus bestimmt. Deshalb kommen in der Regel die Bands weiter, die die meisten eigenen Fans mitbringen - ein Abzockgeschäft und vor allem gut für die Veranstalter.

Wie gesagt, wir hatten keinen einzigen Fan dabei. Aber wir sind weiter gekommen. Ich denke, das lag zum großen Teil an diesem Lied. Auch wenn man am Ende fast anderthalb Minuten um das hohe A herum singen muss, was ziemlich anstregend ist.
 
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Sehr schön. Gefällt mir. Hat was Besonderes. Könnte ein "großer" Song sein, wenn er richtig professionell aufgenommen worden wäre...
 
Und würde mich natürlich freuen, wenn mehr Leute sich trauen würden, mir darauf zu antworten. Denn im Prinzip würde ich viel lieber über Musik sprechen, als über diese lästigen politischen Themen. Es scheinen nur leider auch die meisten anderen Musiker sehr wenig eigene Musik einzustellen, über die man reden könnte. Ich dachte, ich mache hier einmal den Anfang.
Ein guter Gedanke. Nachdem ein wenig Zeit vergangen und politischer Kram in seinen Nachwehen ist, werde ich mir das hier auch mal in Ruhe geben.
Ich höre mir das in den nächsten Tagen durch und schreibe dann auch was dazu.
Da ich derzeit ein paar Songs vom Album meiner aktuellen Band im Ofen habe, wird es demnächst auch ein paar eigene Sachen von mir geben.
Soweit nur mal als Ankündigung, muss deine Stücke erst einmal in Ruhe durchhören.
 
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Ich habe mir für heute erst einmal Bruce Lee und Magnolia angehört. Zum ersten gibts nicht viel zu sagen, gefällt, wie es ist. Ordentlich Energie und es kommen schon ein paar Led Zeppelin - Momente bei mir auf. Für mich persönlich wünschte ich mir mehr davon, aber das ist schlicht Geschmacksache.
Magnolia ist schon ein mächtiges Teil :great:
Ich mag Songs, die sich die Zeit nehmen, sich zu entwickeln. Was ich ein wenig schade finde, ist, dass manchmal die Instrumente/Parts gleichzeitig um die Vorherrschaft ringen. Da könnte man nochmal drüber nachdenken und dem Ganzen etwas mehr Struktur geben.
Von 00:09 bis ca. 00:30 baut ihr im Intro ein schönes Motiv auf, was dann aber leider wieder zerstört wird. Vielleicht liegt es daran, dass es danach zu Gitarren-fokussiert wird.
Aber das kann ja auch ein Statement sein, erst aufbauen und dann sofort einreissen, wenn man als Hörer grad dabei ist, sich zuhause zu fühlen :)

Gesanglich ist wirklich noch Luft. Ich habe damals meistens noch zu zaghaft gesungen. Hatte aber auch mit den Aufnahmen zu tun.
Finde gar nicht, dass das zu zaghaft gesungen ist. Ich habe eher das Gefühl, du stehst nicht komplett hinter dem Zaghaften. Ich finde, das kannst du gut so machen. Nur vielleicht einfach noch mehr dazu stehen und das komplett leben.
Wie geil wäre es, da mit ein wenig Zweitstimmen/Chor zu arbeiten.
Da du den Querverweis zu Purple Rain gebracht hast...ja, musikalisch geh ich mit. Gesanglich hat es nicht den Pathos, und das ist gut so.
Schönster gesanglicher Moment für mich ist 02:14, keine Ahnung warum. Insgesamt schwanke ich von James Mercer zu Freddie Mercury und wieder zurück.
Sagen wir so, bei 02:14 ist das dann der James Mercer - Part. Ich steh wohl eher auf so was :)

Ich muss immer bisschen schmunzeln über den Akzent, den man gut und deutlich raus hört ;-)
Ist aber nicht schlimm. Man muss ja nicht verbergen, wo man her kommt. Klingt nach zuhause für mich.
Cooler Song :cheer:

Erst mal genug für heute, meine Ohren brauchen eh Pause vom Mischen und jetzt noch Musikhören.
Aber schöne Abwechslung. Ich wünschte mir, so eigene Sachen würden hier mehr gepostet. Vor allem, wenn sie eigenständig sind und das sind sie.
Sollte uns als Musiker ja eigentlich ausmachen.
 
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(...)
Cooler Song :cheer:

(...) Ich wünschte mir, so eigene Sachen würden hier mehr gepostet. Vor allem, wenn sie eigenständig sind und das sind sie.
Sollte uns als Musiker ja eigentlich ausmachen.
Und ich finde: Cooler Kommentar. Kann ich alles voll unterstützen - doch Halt, der Name James Mercer ist mir nicht geläufig. Aber auch diese Wissenslücke macht ja solch einen Kommentar lesenswert, weil man Anregungen kriegt, mal hier oder da zu recherchieren oder reinzuhören.
:prost:
 
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Von 00:09 bis ca. 00:30 baut ihr im Intro ein schönes Motiv auf, was dann aber leider wieder zerstört wird. Vielleicht liegt es daran, dass es danach zu Gitarren-fokussiert wird.
Naja, es ist halt ein Intro. "Zerstört" ist vielleicht ein bisschen hart... ;-)
Es ist schon genau so gedacht und gewollt.
Da sind halt ein paar Synthi-Streicher, die hören mit Beginn der Strophe auf.

Schönster gesanglicher Moment für mich ist 02:14, keine Ahnung warum.
Ich mag es, wenn jemand auf Details hört... ;-)
Was mir an der Stelle gefällt ist, das Wort "found", das ich immer etwas länger gesungen habe, als es die Metrik vorgibt. Das hat mir immer viel Freude gemacht. Live habe ich es oft noch viel länger gezogen - bis zu einer halben Note...

Meine persönliche Lieblingsstelle ist kurz davor, von 2:08 - 2:12, wenn das Feedback umkippt.
Und 4:38 - 4:42, wo das Solo zwischen Bb und H wechselt. Das erste Bb war eigentlich ein Verspieler, in den ich dann voll eingestiegen bin, damit es klingt wie gewollt.

Cooler Song
(...)
Ich wünschte mir, so eigene Sachen würden hier mehr gepostet. Vor allem, wenn sie eigenständig sind und das sind sie.
Sollte uns als Musiker ja eigentlich ausmachen.
Ja, vielen Dank!

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P.S.: habe erst jetzt gesehen, dass Du falcone bist...
 
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Ich hatte ja gesagt, dass ich kreuz und quer durch meine Lieder springen und dabei auch keine Rücksicht auf schlechte Aufnahmequalität nehmen will, weil es mir um die Ideen an sich geht. Das heutige Stück ist ein solches, das man normalerweise nicht herzeigen würde... Es stammt aus dem Januar 2009. Der Titel hat keinen wirklichen - oder einen nur metaphorischen - Bezug zum Inhalt. Das Lied hat keinen Refrain. Ich habe es

Open

genannt. Warum? Vielleicht, weil ich zu wenige Lieder mit dem Anfangsbuchtsaben "O" hatte. Vielleicht, weil ich ein kurzes Wort für ein kurzes Lied suchte. Vielleicht, weil ich andere Begriffe für zu abgeschmackt hielt... Ich kann es nicht sagen.

Open entstand unter dem Eindruck des Filmes "Amy und die Wildgänse". Die in dem Film durch gespielten Motive um Liebe, Freiheit, Hingabe und nicht ablassen von einem Ziel, durch alle Widrigkeiten hindurch und zum Trotz all derjenigen, die meinten, das geht nicht, das kann man nicht, das darf man nicht, hat mich damals sehr beeindruckt.

Ich habe mich nach dem Film ans Klavier gesetzt und - sofern ich mich recht entsinne - quasi auf Anhieb das kleine Klavierthema und die Melodie gehabt. Den Text der Strophen habe ich an zwei Tagen geschrieben, weil ich nach dem ersten der Meinung war, es ist noch zu wenig.

Die Aufnahmen wurden mit dem Bildschirmmikro meines iMac aus ca. 2 Metern Entfernung gemacht. Ich wollte ja nur die Idee festhalten. Garage Band ein und record gedrückt. Danach noch ein wenig Hall auf die Stimme, das Donner-Sample an den Anfang gesetzt - und das wars...

Die Stimmung gibt ziemlich genau das wieder, was ich nach dem Film empfand: man siegt, weil man geliebt hat. Aber es ist kein triumphaler, selbstherrlicher Sieg, sondern ein ruhiger, erlösender, weil man lange genug durchgehalten hat.

https://soundcloud.com/williamsbirne/open

Für das Lied hatte ich - wie für viele, viele weitere - nie eine richtige Verwendung. Ich fand es aber immer zu schade bzw. doch irgendwie zu schön, als dass es überhaupt nie jemand hören sollte.
 
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Das ist toll. Und melancholisch. Es erinnert mich stark an viele John Lennon Stücke (!) Insbesondere an das Album John Lennon/Plastic Ono Band, 1970 (Mother, Hold on, I found out, Working class hero, Isolation, Remember, Love, Well well well, Look at me, God, My mummy`s dead) und etliche Werke von ihm, die als Demo nach seinem Tode erschienen sind. Ziemlich puristisch im Klang, nicht überladen, häufig nur ein Upright-Piano mit Raumhall. Sogar sein Scared vom Walls and Bridges Album (1974) kommt mir hier in den Sinn; weiter perfektioniert zwar, aber doch irgendwie ähnlich. Hör Dir die genannten Tracks mal an.

Aber nicht nur der Sound von Open gefällt mir. Auch die Kürze. Und wieder muss ich die Beatles herbei zitieren. Ich denke da an Her Majesty, auch nur so ein kurzes Schlaglicht oder sogar an den Geist des genialen White Album (1968) mit seinen vielen hinreißenden Tracks. Open braucht sich (in solch illustrer Gesellschaft) also absolut nicht zu verstecken. :great: Die zerbrechliche Stimme ist passend und außergewöhnlich, die Melodiefigur gar genial (!) - Und ich assoziierte und antizipierte nach der ersten Strophe sofort und intuitiv eine instrumentelle Entwicklung des Songs, die es jedoch in Deiner vorgestellten Version nicht gab. - Also was sage ich... mir gefällt das (wieder) sehr. :claphands: Langsam gewinne ich den Eindruck, dass da ein echt guter Musiker am Werke war. ;)
 
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So viel Lob für so ein kleines Lied... Danke...
Viele der von Dir genannten Stücke kenne ich gar nicht. Höre aber parallel gerade ein bisschen rein.

Auf Abbey Road sind auch mehrere herrliche Songfragmente... You never give me your Money... Golden Slumbers... usw.
Nicht zuletzt diese machen es mir zum liebsten Beatles-Album von allen.
 
Ja natürlich, das ist auch ein legendäres Album. :) Die von Dir genannten Stücke finde ich auch super. An Abbey Road gefällt mir die dichte Verwobenheit der meisten Stücke, ähnlich wie ein Medley. Das ist schon eine Kunst an sich. Aber von den Beatles braucht man nicht weiter zu schwärmen. Das sind ohnehin die Giganten am Pop-Himmel. Unerreicht.

Tja, wir sollten uns 40 Jahre früher begegnet sein, dann hätte einer den anderen nach Masche McCartney/Lennon inspiriert und voran getrieben. Das wär`s gewesen... (schluchz) :weep:
 
Ich dachte auch schon manchmal, was denn vielleicht geworden wäre, wenn man 20 Jahre früher hätte anfangen können. Und dann in einer Gesellschaft, in der Musiker wertgeschätzt werden - evtl. in Skandinavien oder Nordamerika.

Andererseits: all die Lieder, die ich geschrieben habe, konnte ich genau so nur schreiben, weil ich so spät und genau an diesem Ort lebte. Es wären sonst nicht diese Lieder geworden. Man hätte nicht auf so viel unterschiedliches Material zurückgreifen können, wäre ganz anders geprägt und beeinflusst worden usw.
 
Nein, ich stimme Dir nicht ganz zu. :) 20 Jahre sind zu wenig. Wo wärst Du dann gelandet? Ende der 80er? Da war doch Musik schon aus Plastik. Nein, wenn dann muss man "an die Wurzeln" zurück. Anfang 70er zumindest. Das habe ich selbst erlebt und das erscheint mir immer noch 5 Jahre zu spät. Und Deine Songs hättest Du trotzdem so geschrieben, vielleicht sogar noch besser und erfahrener. Aber eben erst in den 2000ern. :) Und welchen genialen Ideen wärst Du vor 40 oder 45 Jahren begegnet als die Welt nur so von Musik durchdrungen war und nur so von diesem Zauber vibiert hat? Vielleicht hättest Du den Geist von Woodstock geatmet, wo unbekannte Gruppen wie CSNY (Gage 5000 $) oder ein komischer, kreischender und armeverrenkender Typ aus Schottland (Joe Cocker, Gage 1350 $) oder eine junge Band, die mit Lateinamerikanischen Rhythmen später Furore machte, auftraten (Santana, Gage 2500 $). Was meinst Du, welche Songs Du dann geschrieben hättest? Die haben den Äther nie verlassen.

Nur mal so als Beispiel, ich erinnere mich, dass wir als Band im Sommer 1975 in einem kleinen Dorf für 800 DM gespielt haben. Die Bude war gerammelt voll, Eintritt 1,99 DM.


Wir waren 4 Musiker - und Santana 7-11 Personen, wenn ich mich nicht irre. Und die kriegen "nur" 2500 $. Das waren eben die Anfangstage. Deep Purple hatten gerade als Pioniere begonnen, eine neue Musikrichtung zu etablieren: Hard Rock. Metallica oder die Myriaden an sich abmühenden Shredding Trash Metal Bubis (und wie sie alle heißen) gäbe es gar nicht ohne sie. Und an diese Wurzel, da willst Du nicht hin und gibst Dich mit den späten 80ern zufrieden? :keks: - Feigling! :embarrassed:



Ja ich gebe zu, für Woodstock in 1969 war ich selbst noch etwas zu jung, nämlich erst 13, aber ich habe mir später sagen lassen müssen, dass ich damals wohl schon davon geschwärmt habe und dieses Spät-Hippie-Feeling mit dazu geführt hat, dass ich wenig später, mit 14 Jahren, anfing, Gitarre zu spielen und mit 16 eine Band (s.o.) gründete. Mir fehlen also ca. 5 Jahre, dann wäre ich zufrieden...

Lass mich bitte noch einen weiteren Clip hier anfügen, auch wenn es sich in diesen Thread eigentlich um Deine Musik dreht, aber besagte Santana-Band hat ja erst kürzlich ein neues Album in der ursprünglichen Formation rausgebracht (Santana IV), also besagte +/- 45 Jahre nach dem Auftritt in Woodstock. Wie denken Musiker dann? In dem ca. 7min Clip wird ein bißchen darauf eingegangen. Sorry, falls off-topic.

 
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Wurzel, da willst Du nicht hin und gibst Dich mit den späten 80ern zufrieden? :keks: - Feigling! :embarrassed:
Ganz so isses nun auch nicht.
:engel:
Meinen ersten Song habe ich 1993 geschrieben. 20 Jahre früher wäre also 1973 gewesen.

Auch wenn ich schon an anderer Stelle ein großes Loblied auf die Popmusik der 1980er gesungen habe - mein eigentliches Lieblingsjahrzehnt der Musik sind wahrscheinlich die 1970er.
Mir gefällt Funk und Soul und der rohe Sound der Rockmusik von damals. Auch der Sound vom Gesang war viel erdiger. Die Bandinstrumente waren viel gleichberechtigter in der Abmischung. Keine Überbetonung von Gesang und Rhythmus, wie heute.
Die 1980er haben halt auf ihre Weise etwas zu Ende gebracht - oder vollendet, wenn man so will. Haben eine gültige, klassische Form für Popmusik gefunden und einen unübertroffen "großen" Sound.

Das verlinkte Lied ist sehr schön. Aber man muss sich darauf einlassen, genau hinhören.
Diese Schallmauer hatte der 1980er Pop (bis incl. Anfang der 1990er) überwunden. Er brauchte das nicht mehr, dass man hinhören musste, um ihn zu verstehen. Um einen Vergleich zu ziehen würde ich sagen, wenn andere Musik Zucker war, dann war diese Musik Traubenzucker. Ohne Aufspaltung direkt ins Blut / Emotionszentrum.

Aber das ist meine Prägung. Wenn ich unter youtube-Videos Kommentare zu Liedern lese und Leute dann zu 1990er-Alternativ-Rock ins Schwärmen geraten ... davon bin ich Lichtjahre entfernt. Ich kann das absolut nicht nachvollziehen. Am meisten gewagt hat man mMn aber in den 1970ern. Das war in musikalischer Hinsicht enorm vielfältig. Da hat sich der Baum so richtig zu verzweigen begonnen.
 
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Heute ein etwas experimentelleres Stück aus dem Jahr 2008, der Zeit mit meiner zweiten Band.

Kinda Blue

https://soundcloud.com/williamsbirne/kinda-blue

Der Titel ist ein bisschen von Miles Davis abgekupfert - er hat mir einfach so gut gefallen. Ursprünglich hatte ich das Lied Three Kinds of Blues genannt, weil in drei Strophe drei Arten erzählt werden, auf die man mit Frauen unglücklich bzw. "blue" sein kann... :mad::confused1::-(
Der kürzere Titel gefiel mir aber am Ende besser, weil er das Thema insgesamt mehr auf den Punkt brachte.

Mit der Aufnahme bin ich wie mit allen aus dieser Zeit nicht zufrieden. Eigentlich ist es ein mächtiges Stück Musik, das hier wieder auf kurz über Proberaum-Niveau herunter gedrückt wurde. Die Gitarren wollte ich viel metal-mäßiger haben. Sie klingen dumpf und muffig. Das Schlagzeug knallt nicht wirklich ... sehr schade. Es fehlt der breite Panorama-Sound...

Den Song selbst aber fand ich immer gut. Die harte Stelle mit dem "Solo" ist aus einer spontanen Eingebung heraus entstanden, während ich mit dem Demo in meinem Zimmer herumexperimentierte. In keinem anderen Stück habe einen solchen Kontrast aus extrem Hartem und sehr Zartem nebeneinander gestellt.
 
Wow, was für ein Solopart! Saugut. Am Anfang klingt das wie das Nachladen einer Repetiergewehrs. Irre. :great:

Der Song selbst ist tatsächlich sehr 'erzählend' und bietet viele Möglichkeiten, ihn zu formen, wenn man das nochmal machen würde.

Für mich ist das ein Stück experimenteller Musik und kann dadurch auch nicht wirklich den Anspruch erheben, ein Ohrwurm zu sein... So finde ich beispielsweise auch die "Pause" hinter dem Solopart viel zu lang. Da gehört noch etwas Kitt dazwischen.
 
Interessante Assoziation. :D

Und? Was glaubst Du, was es ist?
Da Du von Assoziation sprichst, bedeutet es, dass es keine Knarre ist - aber ich hätte fast darum gewettet, dass das ein Sample eines Gewehrs ist, das man nachlädt. Auf jeden Fall vorzüglich und einfallsreich gemacht!
 
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