Womit habt ihr gelernt bzw. lernt ihr?

Vali
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Ich dachte mir, dass es doch sehr interessant zu wissen ist, mit welchen Lehrbüchern ihr euer Streichinstrument gelernt habt. Gerade für Anfänger dürfte das doch sehr hilfreich sein, wobei man betonen muss, dass am besten der Lehrer die passende Literatur aussucht. Achtung: Es geht um "Schulen" und nicht um Stücke und Songs.
Ich mach mal den Anfang und erzähl ein bißchen mit welchen Lehrbüchern ich gelernt habe:

Instrument: Geige
Alter als ich angefangen habe: 10
Vorkenntnisse: Hatte davor 4 Jahre Klavier gespielt

Egon Saßmannshaus - Früher Anfang auf der Geige (Bärenreiter)
Die Bücher von Egon Saßmannshaus haben mich im Kindesalter beim Unterricht immer begleitet. Die Bücher enthalten eine schöne Auswahl an Kinderliedern und einfachen Volksliedern und Klassiker (sogar mit Liedtexten), einfache Erklärungen pro Kapitel, anschauliche technische Abbildungen (meist von Griffmustern) und putzige Illustrationen. Sofern ich es gut in Erinnerung habe, hatte mir das Spielen mit diesen Büchern Spaß gemacht und empfinde sie als kindgerecht.

Erich und Elma Doflein - Das Geigenschulwerk (Schott)
Im Gegensatz zu den Büchern von Saßmannshaus sind die Bücher von Doflein sehr gute Einstiegsliteratur für erwachsene Schüler. Doflein gehört auch zu den Bestsellern unter den Geigenschulen. Ich selbst kenne die Reihe erst ab Heft 3 (Die zweite und dritte Lage). Auf der ersten Seite findet sich eine Einführung in das Thema des Heftes mit etwas Musiktheorie, Griffbildern mit kurzen Beschreibungen. Die Bücher enthalten viele schöne Etüden, die teils sogar zweistimmig sind (der Lehrer kann da einen begleiten). Zu jeder Etüde finden sich kurze Erklärungen oder eine Überschrift wofür die eigentlich gut sein sollen. Ich muss zugeben, dass ich nicht sooo viel aus diesen Büchern gespielt habe, weil der Schwerpunkt doch bereits auf Solostücken lag. Aber als Etüde um die Technik zu verbessern eignet sich Doflein mMn gut.

Wohlfahrt - 60 Etüden Opus 45 für Violine (Edition Peterns)
Wohlfahrt, ein Buch voller Etüden. Vom Schwierigkeitsgrad sind sie eher was für fortgeschrittene Spieler, denn einige sind nicht einfach zu spielen und erforden mehrere Übestunden bis die Technik sitzt. Wenn ich so zurück denke, muss ich zugeben, dass mir dieses Buch kaum Spaß gemacht hat - nur einige wenige gefielen mir musikalisch - und es auch sehr öde aufbereitet ist (keine Erklärungen zu den Stücken, eine wahre Notenwüste). Rückblickend muss ich aber sagen, dass sie sehr gut sind, um an der Technik zu arbeiten und die Etüden einen ausreichend fordern, aber nicht überfordern. Allerdings kann ich nur empfehlen der Spielfreude halber parallel schöne Geigenstücke zu spielen an denen man die mit Wohlfahrt trainierten Techniken anwenden kann. So ganz allein könnte ich das Buch nicht so empfehlen.


Disclaimer: Die von mir gesetzen Links dienen nur der Information. Wer sich was kaufen will, kann das in jedem beliebigen Shop mit Geigennoten kaufen.

Und nun zu euch. Womit habt ihr euer Instrument gelernt bzw. lernt ihr gerade? Sind sie empfehlenswert?
 
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Hi Vali,

Instrument: Geige
Alter als ich angefangen habe: auch mit 10
Vorkenntnisse: Musikalische Früherziehung, danach Blockflöte, erste autodidaktische Experimente auf Munharmonika, Xylofon, Klapper-Instrumenten, Maultrommeln, Okarina und: Radio!

Mein Geigenlehrer arbeitete damals schon an einem eigenen Lehrwerk, was sicher bereits irgenwo gedruckt wurde.
Ich hatte die unzweifelhafte Aufgabe, das zu testen. Viele kopierte Einzelblätter mit Grafiken zu Fingerübungen.

Erich und Elma Doflein - Das Geigenschulwerk (Schott)

Wohlfahrt - 60 Etüden Opus 45 für Violine (Edition Peterns) :igitt:
Hier habe ich meinen Lehrer konditioniert, als er schnell bemerkte, daß hier keine Begeisterung/Mitarbeit aus
mir herauszuholen war. Kein bewußter Widerstand, aber ich war froh, als das Thema ein Ende fand.

Danach gab es verschiedenes über Dvorac, Bartok, Mozart Violinkonzert G-Dur, Bruch Violinkonzert, und am
Schluß die Bach Partiten.

Eigentlich hatte ich in der Woche 3x Unterricht, denn mein Geigenlehrer leitete noch das Jugenorchester und
das Kammerorchester der Musikschule und da ich zeitweise in beiden Streich-Orchestern gespielt hatte, bekam
ich dort auch nochmal die geballte Streicher-Packung oben drauf. Das war schon sehr intensiv..

Mein Geigenlehrer war immer auf der Suche nach alternativen Ansätzen. Das asiatische Körpergefühl (Tai-chi)
hat ihn sehr beeindruckt und er hat es konsequent in seinen Unterricht eingebaut. Ich kann nicht abstreiten,
daß das bis heute stark auf mich abgefärbt hat. Er ist ein Mensch, den ich sehr schätze und dem ich viel verdanke.


cheers, fiddle
 
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Janita
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Alter zu Beginn: 27
Vorkenntnisse: 2 Jahre Schlagzeug, 4 Jahre E-Bass, in der Schule: Singen immer Note1 - Musiktheorie: immer Note 5 oder 6, Arienversuche unter der Dusche, Headbanging beim Metallica-Konzert (mit anschließendem Nacken-Hexenschuss am nächsten Morgen), Gequake bei längeren Autofahrten.

Eigentlich habe ich meine geige schon vor 4 Jahren gemietet. Hatte da auch für 2 Monate Unterricht genommen. Dann bin ich umgezogen, geige lag lange lange im Koffer unterm Bettkasten (Schande über mein Haupt). Jetzt habe ich sie vor gut 2 Monaten wieder hervorgeholt, habe neuen Steg udn neue Saiten beim GB machen lassen und mir eine Lehrerin gesucht. Jetzt bin ich ganz high aufs Spielen. Habe dann die Geige dem GB abgekauft.
Meine Lehrerin ist eine waschechte Rumänin; lacht viel, muss mich in meinem Enthusiasmus oft bremsen und füttert mich mit Gummibärchen.

Bücher:
"Das Geigenspiel" von J. Schloter: prima! Führt langsam an Theorie heran und die Aufgaben machen Spass! Gibt es in 2 Bänden zu jeweils 3 Heften. Bin gerade bei Band 1, Heft 1 so im letzten Drittel (Lehrerin meckert, sagt, ich soll nicht so weit üben. Sie hat recht.)
"Geigespielen für Dummies": schlecht. Taugt zum Fische-einwickeln. Hab´s weiterverkauft.
"Geduld ist eine Tugend" von Kumpel der Psychologie studiert. Ein 10 Seiten starker Einband mit Tips gegen das vorschnelle Ausrasten wenn´s mal wieder länger dauert.

Unterricht alle zwei Wochen zu je 90 Minuten (geht nicht anders wegen meiner Arbeitszeit), dann eigentlich täglich eine Stunde (werde ich jetzt aber auf den Tag verteilen soweit es mir möglich ist, da Schmerzen in Gelenken und ich will nicht wie der Blechmann in "Der Zauberer von OZ" herumlaufen.)
Im Moment übe ich Bindungen auf einem Bogenstrich; 1. Lage (it´s f***in difficult!) aber macht dennoch Spass!
 
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Alter als ich begann: ca. 6,5 bis ca. 14, 15 Jahre...
Vorkenntnisse: Triola und Flöte und Klavier vom Papa (war hinterher kaputt):)

Unterricht durch Lehrer vom Konservatorium 3x pro Woche jeweils 2 Stunden zu Hause (wegen dortigem Platzmangel)
danach im Konservatorium direkt und später mit dem Leiter der des Schülerorchesters und meinem Vater (Klavier) zusammen.
Theorienote 3, Praxisnote 2

Lehrbücher im heutigen Sinne gab es damals so nicht wirklich. Es waren zu Beginn durch die Musikschule zusammenkopierte Notenblätter mit:
den Tonleitern, Quarten, Sexten usw. Lagenspiel und die technischen Übungen, die schon Generationen von Schülern vor einem hatten.....
Später dann die üblichen Etüden und Lehrstücke von Seitz, Küchner, Violinenetüden aus 3? Jahrhunderten, die Wohlfahrt Etüden, Ignaz Pleyel, dann später Vivaldi, Mozart... Es war natürlich mehr, nur aus der Erinnerung, und mit ca. 15-16 habe ich dann quasi aufgehört.

Sehr viel Spaß hat das kleine Orchesterchen und das gemeinsame Spiel mit dem Dirigenten und meinem Vater gemacht. War sehr aufregend.
Wenn ich mir die Stücke heute ansehe, könnte ich davon nicht eine Zeile mehr...War aber trotzdem gut für später..
 
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JuST
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Alter als ich angefangen habe: 14
Vorkenntnisse: Habe davor 7 Jahre C-Flöte und später Alt-Flöte gespielt

Ich habe leider nie nach einem Lehrwerk Unterricht eralten. Aber mit Lehrer geht es auch ohne, denke ich.
Mein erster Lehrer hat alle Noten einzeln kopiert oder handschriftlich notiert (das ganze fand in der Musikschule statt).
Dann beim Musikschulorchester wars nicht viel anders, wobei die Geigenlehrerin, die dafür verantwortlich war immer den Kopf geschüttelt hat, wenn sie die Schüler gehört hat, die bei ihrem Kollegen spielten. (Fehler in der Bogenhaltung waren der Grund.) Leider war das Wechseln des Lehrers innerhalb der Musikschule nicht erlaubt.
Darum bin ich nach Kurzer Dauer zu einer Privatlehrerin, die mich immer mit ihren Sprüchen "Kleinerr Fiingerr bisst du rrrund?" genervt hat. Aber bei ihr habe ich viel gelernt. Ein Lehrwerk gab es wieder nicht. Dafür eben eine Mappe voller einzelner Kopien.
Mit 18 war dann erstmal schluss mit lustig, weil ich die Zeit gebraucht habe, um für das Abi zu lernen.
Erst mit 26 (glaube ich) habe ich wieder angefangen. Aber mangels Geld leider ohne Lehrer. Dafür mit Unterstützung einer Freundin.
 
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Bassstreichler
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Hi!

Klassischer Kontrabaß mit 40+ und langjähriger Musikpraxis: Mit Lehrer (!) zunächst mal den ollen Simandl Bd. 1. In der Folge von George Vance: "Progessive Repertoire for the double bass", Band 2 und 3, behandelt die "Krabbentechnik" der linken Hand, ist so etwas wie "Rabbath light", die beiliegenden CDs wurden von Rabbath höchstpersönlich eingespielt. Dann ausgewählte Übungen aus der Schule von Ludwig Streicher; diese Schule ist wirklich heftig, die Komplexität der Übungen nimmt ab Bd. 2 (es gibt 5) rasant zu, diese Schule ist eigentlich mehr ein Repetitorium für Musiker, die schon recht gut Baß spielen können, etwa Musikstudenten. Streicher hat sich selbst dahingehend geäußert, daß sie als alleinige Schule ungeeignet sei. (Aber wer sie vollständig gründlich durchgearbeitet hat spielt auf Profi-Niveau - was mir leider nicht mehr gelingen wird.) Für den Daumenaufsatz: Franco Petracchi "Simplified higher technique for the double bass", für Jazzer kann ich empfehlen: Michael Moore, "Melodic playing in the thumb position". An Etüden möchte ich die wenig bekannten 96 Etüden von Wenzel Hause hervorheben, je vier progressive kurze Etüden in allen 24 Tonarten. Angegebener Fingersatz ist allerdings grauslich, sollte selbst völlig neu erarbeitet werden.

Grüße

Thomas
 
Fastel
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Kontrabass:
Das beste Lehrbuch was ich jemals genutzt habe: "Kontrabass Bogentechniken" von Klaus Trumpf.
Alle Tonleitern über 2 Oktaven, Akkordbrechungen, beide Terztonleitern und die beiden nicht natürlichen Molltonleitern - und das für jede Tonart.
Dazu gibt es ein Heft mit kurzer Erklärung der Stricharten und Übungen mit verschiedenen Bogenführungen.
Das Buch muss unbedingt von einem Lehrer begleitet werden. Dennder Schwierigkeitsgrad ist nicht progressiv: Schon die 2. Tonleiter (D Dur) ist auf dem Bass ziemlich schwierig über 2 Oktaven.
Ich beschäftige mich alle 2 Tage 1-2 Stunden nur mit dem Heft und es bringt extrem viel. Laut Aussage meines Lehrer kann selbst ein Profi damit noch täglich üben. Und das glaube ich ihm Absolut. Das ist ein Lehrbuch für immer. Es gibt auch einen 2. Band den ich mir noch kaufen werde.

"Easy Doublebase" ist eine gute Sammlung mit leichten aber schönen Stücken. Sehr vielseitig (Volkslieder, Tänze, ein Tango) und zum Melodiespielen (also keine Begleitfunktion für den Bass) und auch ein paar bekannte Adaptionen für Contrabass (Aida Marsch).
Mitgeliefert ist eine CD zu der man spielen kann, was natürlich immer eine ganz gute Intonationsüberprüfung ermöglicht.
Daumen hoch.
 
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pammi5
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Geige

Junior hat mit 5 begonnen mit SUSI und EDDI Band1 von Anja Elsholz
dann Fiddle Time Runner von Katy Blackwell
Schott Die Fröhliche Violine Vol.2
Fiddle Time Sprinter von Katy Blackwell
Schott Die Fröhliche Violine Vol.3
aber immer nur ausgesuchte Stücke vom Geigenlehrer auchmal durcheinander
diverse Vortragsstücke für Jumu und Vorspiele
 
Kylwalda
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Instrument: Geige (Wiedereinstieg seit ca. 3 Jahren mit mehreren längeren Unterbrechungen)

Vorkenntnisse : Klavier mit 8 oder 9 in Eigenregie (mit Lehrwerk :D), Klassische Gitarre ab ca.10 mit Unterricht, dann die Geige mit 12,5 für 1, 5 Jahre.

Einziges Lehrwerk in dem Sinne war bei mir gleichfalls "Wohlfahrt", ansonsten nur eine sehr durchwachsene Notenzettelsammlung und auf mein Gebettel hin Einiges aus der Klavier und -Gitarrenliteratur, um Wohlfahrt zu umschiffen:) , was aber auch ganz förderlich war, da es mir selbst oblag, aus diesen mehrstimmigen Kompositionen das mir wesentlich Erscheinende herauszufischen, was mich u.a. vereinzelt eine gewisse Unsinnigkeit in dem Unterfangen erkennen ließ.

Aktuell habe ich mich zu noch keinem Lehrwerk durchringen können.
 
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Tahra
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Instrument: Geige

Vorkenntnisse:musikalische Früherziehung, danach Flöte (8Jahre lang) und Posaune (15 Jahre lang)

Ich habe mir, kaum dass ich die Geige hatte von Christine Galka das Heft "Geige spielen, Eine Einführung für neugiriege Erwachsene" gekauft. Das hat mir bei meinen ersten Versuchen alleine schon gute Dienste geleistet. Wir haben anfangs im Unterricht auch noch etwas daraus gespielt, sind dann aber bald zu anderen Stücken übergeschwenkt. Seitdem arbeiten wir ohne Lehrwerk, ich lerne neue Techniken direkt am Stück.
Ich habe mir allerdings noch so einiges an Etüden ausgedruckt, die übe ich immer wieder mal ganz gerne oder nehme sie zum warmspielen.
 
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Vorkenntnisse: Noten lesen in der Grundschule gelernt

Meine Mutter hat mich gezwungen Geige zu lernen, da sie das intrument so toll fand. und da zufällig eine freundin von ihr auch noch geige
unterrichtete war die sache recht schnell beschlossen (ohne mich natürlich)

dann hab ich mit "Schott Die Fröhliche Violine" Teil 1-3 gelernt und zwischen drin ein paar konzerte von vivaldi gespielt. Später hab ich dann anspruchsvollere Stücke wie "Die vier Jahreszeiten" und Doppelkonzerte von Bach gespielt.

Und immer mal wieder etüden, etüden und noch mehr etüden :D
 
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Instrument: Saxophon

Angefangen mit 58 Jahren

Vorkenntnisse: Rudimentär Noten aus der Schule
Mit 13 mal Gitarrenuntericht gehabt
Mit 22 nochmal Fingerpicking autodidaktisch mit Tabulatur

mit 58 Saxophon, erstes Stück (vom Lehrer) "Mein Hut der hat 3 Ecken"
nach einem 3/4 Jahr: Klaus Dapper "Das Saxophonbuch"
 
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Da sieht es, ähnlich wie mit der nahezu inexistenten Forenkommunikation auch, mit Lehrwerken sehr mau aus, zumindest für Erwachsene. Die 2-3 Standardwerke sind von der Konzeption her viele Jahrzehnte alt. Demensprechend sind sie sehr altbacken und schwer lesbar.

Die Literatur fehlt somit leider ziemlich die Frische, Lebendigkeit, Modernität des neuen Jahrtausends. Wenn ein pädagogischer Ansatz dabei kommt, dann ist der wie bei Gerhard Mantels "Cello üben" irgendwie etwas sphärisch-abgehoben.

Insgesamt ist die Cello-Szene aber auch anscheinend recht konservativ. Weder Geigenbauer noch mein Cello-Lehrer haben z.B. jemals ein elektrisches Cello in der Hand gehabt. Zwei angefragte Lehrer haben sogar kommentarlos den Kontakt abgebrochen, nachdem das Thema auf mein E-Cello als gewünschtes Schulinstrument kam. Fand ich schon heftig ...


Überblick der bisher gefundenen Literatur:


-> Gerhard Mantel: "Cellotechnik", Schott 2011. Ein älteres Werk neu aufgelegt. Meiner Meinung nach das Beste der "Erwachsenenbücher" für den Autodidakten. Aber eben weniger was für Leute, die gerne beim Lernen geführt werden. Man muss schon recht analytisch denken, und die Informationen durchdacht in die Praxis umsetzen können.

-> Gerhard Mantel: "Cello üben", Schott 1987-2009. Quasi die pädagogische Erweiterung von "Cellotechnik". Wie setzt man die trockene Theorie um, wie übt man, wie variiert man usw. Macht den Eindruck des Versuchs, etwas Lebendigkeit in das Thema zu bringen, wirkt dadruch aber auch etwas gequält nach dem Lehrkörper aus der "Feuerzangenbowle" mit Heinz Rühmann ;)

-> Becker/Rynar: "Mechanik und Ästhetik des Violoncellospiels", 1971 als Nachdruck des Originals von 1929, vergriffen. Harte Kost. Extrem anstrengend zu lesen, als Lehrbuch wenig geeignet. Wie "Cello üben" von Mantel, aber mehrere Stufen härter. Eher eine Art Bedienungsanleitung oder Kommentar zum Cellospiel, denn Lehrbuch.

-> Darüber hinaus findet man in Stadtbüchereien noch die ein oder anderen uralt-Werke, die sich aber noch wesentlich weniger als Einsteigerwerke eignen.


Gesamtfazit: die Cello-Szene scheint sich auf Kinder als Einsteiger eingerichtet zu haben. Erwachsene scheinen in dermaßen geringer Zahl mit dem Cello zu beginnen, dass sich noch nichtmal ein "Cello spielen für Dummies" - Buch lohnt, wie es das für die Geige gibt.
 
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Gesamtfazit: die Cello-Szene scheint sich auf Kinder als Einsteiger eingerichtet zu haben. Erwachsene scheinen in dermaßen geringer Zahl mit dem Cello zu beginnen, dass sich noch nichtmal ein "Cello spielen für Dummies" - Buch lohnt, wie es das für die Geige gibt.

^^ da bin ich mir garnicht so sicher... Es müsste sich mal nur wer die Mühe geben, ein entsprechendes Werk zu schreiben, sich um die Rechte zu kümmern und zu promoten ;)
 
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Ein spannendes Thema :)

Instrument: Cello

Alter als ich angefangen habe: 40

Vorkenntnisse: Verschiedene Flöten, Klavier, Gitarre

Meine Anfängerliteratur am Cello:

- "The First-Year Violoncello Method" by A.W. Benoy und L. Burrowes. Gut aufgebaut und abwechslungsreich. Auch gut für erwachsene Anfänger geeignet.

- Einige Stückchen von Gerhard Mantel, z.B. aus "Cello mit Spaß und Hugo" . Literatur für Kinder. Sehr schön aufgebaut. Gute Mischung aus Stückchen und Übungen.

- "Cello spielen - eine Einführung für neugierige Erwachsene" von Julia Hecht. Gängige Anfängerstücke mit gute, einfachen Erklärungen dabei.

- "40 leichte Etüden für Violoncello" von Lee

- Last but not least: "Daily Exercises" von Feuillard

Die beiden letzt genannten Etüdenschulen sind sehr, sehr gut. Absolut empfehlenswert. Die Schule von Lee zu 100% auch für Anfänger geeignet. Feuillard ist sehr umfangreich und hervorragend aufgebaut. Da ist wirklich für jeden Tag eine neue Übung dabei ;) Die gesamte Schule läßt sich von Anfängern noch nicht bewältigen, aber doch schon einiges davon. Das ist so eine Literatur, die man wohl sein ganzen "Celloleben" mit sich führt :)
 
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Ok, ich trage auch mal was bei hier :)

Instrumente: Violine, Viola

Alter: 10 bzw. 38

Vorkenntnisse: Blockflöte, Gesang
Beides war nicht von der Schule gefordert, sondern einfach so elernt. Notenlesen kam dabei auch noch dazu.

Beide Instrumente wollte ich selbst lernen, der Druck der Eltern war relativ gering (Auffordern zum Üben halt), daher ging es auch zeitweise nur langsam voran. Der richtige Durchbruch kam erst nach dem Ende des Musikunterrichts, als ich beruflich bedingt umziehen mußte - d.h. Musik bestimmt Technik und nicht umgekehrt!

Literatur: Das würde wohl den Rahmen sprengen... Aktuell aber am liebsten diverse (Kammermusik)-Stücke oder Etüden, die nicht nach Etüde klingen (Fiorillo, Sitt, Mazas). Bach Solo spiele ich auch öfters...

P.S.
Ja, ich würde gerne mehr Zeit für weitere Instrumente haben, das läßt der Job aber nicht zu (Xaphoon, Keyboard).
 
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Hi Suamor,

in diesem Thread geht es um Lehrwerke zu Beginn "des Streichens" ;) , weniger um Literatur. Womit hast du angefangen?

[:gruebel: Einen "Was üb/spiel ich grade" Thread könnten wir auch mal eröffnen. :great:]
 
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Ich hab auch mit Saßmannshaus angefangen, da war ich 6, Vorbildung 2 Jahre musikalische Früherziehung und Kinderchor. Vor 30 Jahren so ziemlich das einzige, was halbwegs kindgerecht war (Bilder, Farbe, große Notenzeilen, Texte zu den Liedern). Den beiden ersten Bänden verdanke ich eine wirklich profunde Kenntnis der klassischen deutschen Kinderlieder! Für Erwachsene oder Autodidakten ganz sicher völlig ungeeignet, da kaum erklärende Texte zur Technik oder Theorie (die würde ein Kind im ersten Lesealter aber ohnehin nicht verstehen). Meine Lehrerin hat Mitte der 90er dann auf was "moderneres" umgestellt, da waren Zweifarbdruck und "Ist ein Mann in Brunn gefallen" in den Augen der Eltern wohl nicht mehr zeitgemäß.

Wohlfahrt kam dann nach Saßmannshaus 2 gegen Ende der Grundschulzeit, zusammen mit einer russischen Lagenschule. Beides fand ich mehr als dröge (ist es auch, die Beschreibung oben trifft es), kam auch nicht besonders weit damit, weil ich die "richtigen" Stücke wesentlich lieber geübt habe. Ehrgeizigere haben diese Kombination schon mit 7 Jahren intensiv gespielt und es so zu JuMu geschafft, mir hat da die Motivation gefehlt.

Später habe ich auf eigenen Wunsch dann auch Saßmannshaus 3 und 4 gespielt (kurze klassische Spielstücke 1.-3. Lage, fast durchgehend zweistimmig) , sicher nicht für 15-Jährige konzipiert, aber als einfache Einspielstücke fand ich sie super. Garantierte immer ein Erfolgserlebnis und hat in mir die Erkenntnis reifen lassen, dass es zu zweit viel mehr Spaß macht und auch wesentlich besser klingt!
 
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Bisher habe ich mich im wesentlichen an die Noten aus den Lehrwerken meiner Lehrerin gehalten...in erster Linie also Lee. Zudem habe ich auch Cellotechnik gelesen, und finde dieses Buch ziemlich aufschlussreich. Mich würde einmal interessieren, welche allgemeinen Musiklehrbücher ihr gelesen habt und empfehlen könnt? Das kann z.B. die Harmonielehre betreffen, oder einfach nur das gängige Vokabular verständlich erklärt (Kontrap.) und ähnliches. Ich weiss, dass dies theoretisch das falsche Unterforum ist, aber evtl. hat der ein oder andere hier wirklich einen Tipp, den er uns näher legen kann. Im Musiktheorie-Bereich habe ich bisher nur den dtv-atlas. Da steht wahrscheinlich alles drin, aber zum Durcharbeiten lädt der nicht gerade ein :-/

Vielen Dank :)
 
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Hallo Fiedl,

hier ist ein ganz schöner Link zur allgemeinen Musiklehre. Meinst du so etwas?

Allgemeine Musiklehre online

In Papierform wüsste ich spontan auch nichts passendes. Harmonielehre wirst du sicher reichlich bei den Pianisten finden.

Speziell zum Cellospiel (Techniken, Übestrategien etc, etc.) kann ich dir wärmsten alle Bücher von Gerhard Mantel empfehlen. Sie sind zwar ziemlich trocken, und auch eher Studienliteratur, aber m.E. ist jedes Buch eine Fundgrube und überreich an Informationen, Erklärungen, Hilfen. Sehr, sehr fundiert. Ich finde ein "must have" für jeden Instrumentalisten :) Sehrwohl ist die Literatur von Mantel allerdings auch Geschmackssache......

Ich habe nicht alle seine Bücher am Stück weggelesen, sondern auch zum Nachschlagen - lesen genutzt. Je nachdem was gerade am Cello mein Thema war. Funktioniert wunderbar!

LG,
Sabine

- - - Aktualisiert - - -

P.S.

Hat nichts mit der gefragten Musiklehre zu tun, aber mit dem Hauptthema: Kennst du Hans Zentgraf? Der gibt "online studies" für Cello. Da gibt es viele Videos auf you tube. Alles in Englisch, aber einfach zu verstehen (er selbst ist Holländer, glaube ich) Zentgrafe ist irgendwie ein "Unikum", super sympathisch und seine Lessons machen viel Spaß! Musst du dir unbedingt mal anschauen :)

Hier der 1 Part (gibt - wie gesagt - viele mehr)

Beginners Part 1
 
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