Wüstenkind - Spontanes Schreiben - Wohin jetzt?

von Nash9r, 13.02.17.

  1. Nash9r

    Nash9r Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.17   #1
    Also ich schreibe meine Songs eigentlich immer spontan und lass es einfach so rausfließen. Da bildet sich dann dennoch meist intuitiv eine Struktur mit Strophen, Refrain und Bridge. Und meistens sind die Texte dann auch so, dass sie ein gutes Maß an Bildsprache, aber auch Präzision haben. Dieses Mal war es aber total anders. Und es sind viel zu viele 10 Strophen entstanden und kein Refrain oder Bridge. Außerdem finde ich es irgendwie ein Bisschen zu abstrakt. Melodie für Strophen und möglichen Refrain habe ich schon. Aber weiß grad gar nicht, ob ich daran weiter basteln soll (jetzt mal noch nicht auf Silben und so achten, da es der erste Niederschrieb ist).
    Thematisch geht es um das innere Kind. Wie man es verdrängt, wie man es sucht, wie man es befreit, wie man von ihm lernen kann und wie das dann Schmerz, aber auch Lebendigkeit bedeuten kann. Habe aber das Gefühl, das kommt gar nicht so durch. Habe auch beim Schreiben einfach losgelassen und nicht versucht, irgendwas zu erklären. Würde gerne mal Eure Meinung hören, ob Ihr da Potenzial seht oder ob ich das vielleicht einfach mal so als spontanes Gedicht stehen lassen soll. Achja: Außerdem fand ich das Reimschema auch erst irgendwie sperrig mit aabbab, wobei ich das glaube ich mit meiner Strophenmelodie ganz gut verpackt kriege.
    Freue mich über Rückmeldungen :) .



    Wüstenkind

    Ich hab Angst vor Dir
    denn eins zeigst Du mir
    Was ich mir ersehn
    scheint nie gut zu gehen
    So stopp ich die Gier
    und will Dich zunähen

    Du bist nicht allein hier
    es gibt andres in mir
    das wird mir so langsam klar
    so lebte ich Jahr um Jahr
    Doch jetzt seh ichs in Dir
    nur ist es ungreifbar

    Du bist doch nur ein Tor
    dem es fehlt an meinem Ohr
    Doch würd ich wirklich hören
    ich würd empfindlich stören
    Den wunderbittren Chor
    Verschwiegenheit zu schwören

    Du bist für mich der Schutz
    vor bevorstehendem Schmutz
    Früh kannst Du mich warnen
    und spielend umgarnen
    Denn sonst bröckelt der Putz
    und ich steh vor meinen Ahnen

    Ich nenn Dich Sahara
    Jetzt seh ich Dich klarer
    Ich muss Dich durchqueren
    Ohne mich zu nähren
    Du bist für mich wahrer
    und ich kann mich scheren

    Komm lass es mich holen
    Auf heiß brennenden Sohlen
    Wirklich nichts ist so rein
    Ich kann nicht mehr allein
    Spüre glühende Kohlen
    Du bist nicht mehr mein

    Du hast Wunder vollbracht
    in der ganz langen Nacht
    Doch jetzt wird es hell
    und Dein Ende kommt schnell
    Es wird endlich gelacht
    denn es naht der Rebell

    Ich nehm seine Hand
    und ich führ es aufs Land
    Oh es ist doch so weich
    und so mächtig Dein Reich
    Aber hinter dem Sand
    existiert unser Teich

    Eins ist jetzt Gewiss
    ich benötige Biss
    Es ganz zu befreien
    Mich nicht zu kasteien
    Lass Dich als den Riss
    uns nicht mehr entzweien

    Du warst gut versteckt
    doch ich hab Dich entdeckt
    Meinen Teil hol ich her
    Ich weiß, das wird schwer
    Du bist bald verreckt
    und ich nicht mehr leer
     
  2. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.02.17   #2
    Hi Nash,
    hab es jetzt zwei mal gelesen, mit abstand dazwischen ... hättest du nicht geschrieben, es ginge ums innere kind, hätt ich es nicht damit verbunden. den fluß finde ich insgesamt - trotz des etwas ... sperrigen oder irgendwie bremsenden reimschemas - gut, aber es plätschert für mich zu erzählend einher. eine entwicklung ist irgendwie erkennbar, vor allem am schluss, aber an dramatischen wendepunkten hast du gespart ... auch an lebendigen elementen, wie etwa an dialogen - so bleibt es ein inneres kammerspiel der gedanken ...

    kann man so machen - wobei ich es insgesamt etwas zu abstrakt finde (trotz einiger toller bilder) - dann nach meinem empfinden aber eher als gedicht oder als eine art sprechgesang über einer nicht zu aufdringlichen musik ...

    wenn´s ein song werden soll, würde ich eher in richtung verdichtung gehen, vielleicht auf zwei, drei metaphern oder bilder reduziert und mit lebendigen sprachelementen und ein, zwei dramatischen wendepunkten ...

    lass das innere kind doch sprechen - gib ihm eine stimme ...

    herzliche grüße

    x-Riff
     
  3. CaptainFuture

    CaptainFuture Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.17   #3
    Hast du schonmal daran gedacht es so zu schreiben, dass die Sätze sich nicht bei jedem mal so krass reimen ?
    Das jedenfalls wäre mein Kritikpunkt.
    Viele Grüße
    CaptainFuture
     
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  4. MichaelHero

    MichaelHero Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.17   #4
    Hallo Nash,
    ich hatte jetzt auch Probleme, die Bilder und Assoziationen zu verstehen,
    bevor Du "das Innere Kind" ansprachst.
    Kennst Du eigentlich das neue Stück von Ed Sh**r*n "Eraser" unter SB.TV live? Schau mal in YT...
    Vielleicht wäre auch für Dich eine gute Idee, die stark verschlüsselten Bilder
    zu sprechen / erzählen / "rappen" und abwechselnd mit gesungenen aufklärenden
    Refrains / Hooks zu erklären. Damit wären viele Fragen größtenteils geklärt.
    Die Menge des Textes ist dann nicht mehr zu groß und es entsteht Abwechslung.
    War nur so eine Idee...
    VG Micha
     
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