Wuldorwudu – zwei fertige Cinematic-Folk-Metal-Songs aus meinem Konzeptalbum

Welche Gewichtung ist euch als Hörer wichtiger, sofern beides hochwertig umgesetzt?

  • Maximale Vision auf Kosten von Authenzität

    Stimmen: 1 50,0%
  • Maximale Authenzität auf Kosten der Vision

    Stimmen: 1 50,0%

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S

s.cript[0]r

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Hallo zusammen,

ich möchte mal zwei fertige Songs von mir zeigen und würde mich über ehrliches Feedback freuen.

Das Projekt heißt Wuldorwudu. Ich arbeite daran alleine und versuche damit eine Art Cinematic Folk Metal umzusetzen: also Metal mit Folk-/Symphonic-Elementen, viel Atmosphäre, längeren Spannungsbögen und Texten, die eher märchenhaft und symbolisch angelegt sind. Inspirationen sind Magie, Tarot, Spiritualität, Natur, Druidentum.

Die beiden Songs gehören zu meinem Konzeptalbum The Path of the Seven Stars. Die Grundidee ist ein Pfad aus sieben Songs, wobei jeder Song eine eigene Station bzw. ein eigener „Stern“ ist. Die Songs stehen einerseits für sich alleine, bauen aber dennoch als Konzept aufeinander auf.

Call of the Stars
Der Einstiegssong in das Konzept.

View: https://www.youtube.com/watch?v=4r-7HFJ3RkA

Master of the Elements
Der zweite Song, bei dem es um die vier Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde geht, aus deren Wechselwirkung alles entsteht.

View: https://www.youtube.com/watch?v=7CL0QLyseyc

Beide Songs sind fertig produziert, gemischt und gemastert.

Ein wichtiger Punkt zur Entstehung: Ich setze Wuldorwudu alleine um. Für dieses Album stand ich deshalb ziemlich klar vor der Entscheidung: Entweder die Vision stark verkleinern — oder moderne Produktionswerkzeuge bewusst nutzen, um die Welt, die ich im Kopf hatte, überhaupt in dieser Größe alleine bauen zu können.

Ich habe mich für Letzteres entschieden. Die Songs arbeiten daher mit virtuellen Instrumenten und Vocal-Synthese (programmierte Vocals, wie ein VSTI). Nicht, weil mir „egal“ wäre, wie es umgesetzt wird, sondern weil mir die volle musikalische Vision wichtiger war als eine organischere, aber deutlich eingeschränktere Version davon.

Gerade bei den Vocals hätte eine komplett menschliche Umsetzung mit Lead-Stimmen, Harsh-Vocals, Chören und Harmonieparts den finanziellen Rahmen des Projekts klar überschritten; deshalb war Vocal-Synthese für mich nicht Notlösung, sondern der Weg, die vokale Ebene in der geplanten Größe überhaupt umzusetzen.

Mich würde genau dieser Punkt interessieren:

Trägt diese Art der Produktion für euch, wenn Musik, Atmosphäre und Vision funktionieren?
Oder bleibt bei vollständig digital/virtuell umgesetzten Projekten trotzdem eine Grenze spürbar, die euch aus dem Gefühl herausreißt?

Freue mich über ehrliche Eindrücke.

Ergänzung zur Produktion, da diese Fragen öfters aufkamen:
Die Instrumente sind VSTi-/Library-basiert, also virtuelle Instrumente in der DAW. Ich programmiere bzw. spiele die musikalischen Informationen selbst ein — Noten, Rhythmus, Dynamik, Artikulationen und Arrangement — und die jeweilige Library setzt sie klanglich um. Die Vocals funktionieren ähnlich über Synthesizer V / Vocal-Synthese: Text, Melodien, Einsätze, Phrasierung und Harmonien stammen von mir; die Voicebanks liefern den Stimmklang auf Basis echter Sänger und Sängerinnen Aufnahmen (Captures wie bei Amps). Es ist also keine per Prompt generierte Musik.

Das Projekt ist seit 2023 seit 3 Jahren in Entwicklung, auch wenn nicht durchgehend daran gearbeitet.-

Viele Grüße
Paul / Wuldorwudu
 
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Habe kurz rein gehört, aber nachdem ich die Vocals gehört habe, wieder ausgemacht. Ich boykotiere KI-Musik und bitte, das entsprechend zu kennzeichnen, dass KI eingesetzt wurde.
P.S. Musiker findet man übrigens auf fiverr.com . Man könnte also menschliche Instrumentalisten beauftragen, wenn man wollte!
 
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  • #3
Ich hatte den Einsatz im Beitrag bereits offengelegt: virtuelle Instrumente und Vocal-Synthese, also programmierte Vocals, wie ein VSTI (keine Prompts). Ich würde das aber nicht mit generativer „KI-Musik“ gleichsetzen. Komposition, Texte, Konzept, Arrangement und musikalische Ausarbeitung stammen von mir; Synthesizer V ist hier ein steuerbares Produktionswerkzeug. Das Artwork ist handgezeichnet vom echten Künstler.

Dass das nicht für jeden funktioniert, kann ich akzeptieren. Genau diese Grenze wollte ich ja zur Diskussion stellen: ob eine vollständig virtuelle Umsetzung die Atmosphäre tragen kann oder ob sie das Gefühl grundsätzlich bricht.
 
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Was den Gesang betrifft: Wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist der Text von Dir, ebenso die Gesangsmelodie, die Einsätze und Längen ... also in etwa wie man ein drum programmieren würde oder Midi macht - die gesangliche Umsetzung kommt dann von so etwas wie einer Datenbank bzw. von virtuellen Sounds - so ähnlich, wie wenn man z.B. Streicher programmieren würde?

Das finde ich persönlich noch was anderes als den Einsatz von KI via prompts. Ich denke, ein Punkt ist dabei, dass generell der Gesang unmittelbar und genuin mit einem menschlichen Ausdruck verbunden wird - er wird von vielen anders gesehen als andere Instrumente (wie etwa drums oder Streicher).

Das ist bei mir im vorliegenden Fall nicht so. Allerdings aus dem Grund, weil ich dem ganzen Genre nicht wirklich verbunden bin. Also kann ich sagen, dass ich die musikalischen Ideen, die Umsetzung, das Arrangement etc. auf einem guten Level sehe, wobei mir als Vergleich eben nur weniges zur Verfügung steht, was ich kenne. Wenn das alles aus Dir geschöpft ist: Respekt!

Den Zwiespalt, den Du beschreibst, kenne ich - und vermutlich viele andere auch: Aus sich selbst schöpfen, keine Kompromisse und Abhängigkeiten eingehen, ein Projekt im eigenen Takt voranbringen - aber eben beschränkt auf sich und die eigenen Fähigkeiten sein und bleiben - oder möglicherweise musikalisch mehr erreichen und von den Inspirationen und der Kreativität anderer profitieren, aber damit einhergehend vieles aus der Hand geben ...
Ich selbst entscheide mich da nicht grundsätzlich (once and for all), sondern frage mich das mit jedem Song und jedem Projekt. Auch eine mögliche Vorgehensweise. Letztlich strebe ich einen Mix an aus "homemade only", "Songs featuring ...", "Songs in a project with different members" und "Band-Songs" ...

Wünsche Dir jedenfalls für Deine Vorhaben viel Erfolg!

x-Riff
 
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  • #5
@x-Riff Ja, genau in diese Richtung.

Text, Gesangsmelodien, Einsätze, Längen, Phrasierung und Harmonien stammen von mir. In Synthesizer V programmiere ich die Noten ähnlich wie MIDI, weise den Noten den Text bzw. die Silben zu und bearbeite dann viele Parameter wie Aussprache, Timing, Dynamik, Vibrato, Mundöffnung und Stimmcharakter.

Die Voicebanks basieren auf Aufnahmen echter Sänger und Sängerinnen. Man kann sich das grob ähnlich vorstellen wie bei anderen virtuellen Instrumenten oder modernen Amp-/Instrument-Captures: Ich gebe die musikalische Information und Ausarbeitung vor, und die Engine setzt sie mit dem Klangcharakter der jeweiligen Voicebank um (Captures von echten Sängern).

Bei Gesang ist die Wahrnehmung natürlich sensibler als bei Drums, Streichern oder Gitarren-Libraries. Genau deshalb interessiert mich diese Grenze: Trägt es musikalisch und atmosphärisch, oder bricht es für manche das Gefühl?

Im Anhang zwei Work-in-Progress-Bilder aus der Umsetzung.
 

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… Die Songs arbeiten daher mit virtuellen Instrumenten und Vocal-Synthese (programmierte Vocals, wie ein VSTI). …
Ich sehe es tendenziell wie @Michael Scratch, verstehen deinen Schaffensprozess allerdings noch nicht vollständig: Kannst du weitergehend erläutern, wie die Instrumente und die menschlichen Stimmen zustande kommen (bzw. mit welcher Softwarelösung)?

Wurden z.B. die Stimmen vielleicht mit Synthesizer V erzeugt? Sind die Instrumente im Übrigen manuell in eine DAW eingespielt worden?

Nachtrag: Deine Erklärung kam knapp vor meiner Frage - danke. ;) Nur als persönliche Auffassung dazu in die Runde: Synthesizer V ist aus meiner Sicht keine generative KI im kennzeichnungswürdigen Sinne, sondern eher ein Werkzeug zur Stimmerzeugung, das lediglich technisch noch weiter geht als z.B. ein Choir-Instrument, bei dem man einzelne Phrasen triggern kann.

Wenn im Übrigen die virtuellen Instrumente manuell in die DAW eingespielt wurden und „lediglich“ die Stimmen aus Synthesizer V kommen - was m.E. auch einiger manueller Arbeit bedarf - dann wäre das für mich ein durch den Menschen geschaffenes Werk.

Hoffentlich bin ich jetzt nicht für eine (weitere) Grundsatzdiskussion verantwortlich. Mir ging es nur vorab um die Klärung der Frage, ob die o.a. Werke als menschliches Schaffen einer Beurteilung zugänglich sind.
 
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  • #7
@Jan S. Danke für den Hinweis, ich werde den Originalpost anpassen, damit diese Fragen vorher geklärt sind. Fällt mir jetzt erst auf, dass es nicht klar genug ist. Dort findest du auch die Antworten.
 
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Erstmal Respekt vor der künstlerischen Idee und ebenso dem Aufwand, der dahinter steckt.

Spontan musste ich an Tobias Sammet/Avantasia und Seeb Levermann/Angus Mc Six denken. Ich mag solche Werke.

Was mir nicht gefällt ist der Name "Wuldorwudo", ist mir zu kompliziert, zu lang, klingt nicht in meinen Ohren.

Wie gesagt, Respekt vor der Idee, jedoch hört sich das alles für mich zu glatt, zu perfekt an. Vielleicht weil es künstlich ist?
Etliche Bands abeiten ja mittlerweile auch live mit Spuren vom Band; Im Vordergrund müssen für mich aber immer noch echter Gesang und echte Instrumente stehen.
Ein Chor, Orchester, Streicher oder so dezent im Hintergrund oder punktuell auch mal im Vordergrund ist in Ordnung.

Ich habe mal auf YT abonniert und werde es weiter verfolgen.

Gruß
 
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  • #9
@eizo930 Danke für das Feedback und die Referenzen, höre ich mir gerne an. Ich suchte vorher selbst nach ähnliches Bands (Wintersun war z.B. Vorbild).

Falls die Namensherkunft jemanden interessiert:
Wuldorwudu ist altenglisch und bedeutet sinngemäß etwa „heiliger Hain“. Wörtlicher könnte man es ungefähr als „glorreiches Holz“ oder „glorreicher Wald“ lesen.

Beim Sound höre ich auch, dass es etwas glatt bzw. sehr perfekt getimet wirkt. Ich habe versucht, dem entgegenzuarbeiten, aber genau da liegt bei dieser Produktionsweise ein Spannungsfeld: Cinematic Metal besteht aus vielen Schichten, die sehr tight ineinandergreifen müssen. VSTi machen das einerseits möglich und kontrollierbar — andererseits kann genau dieser Vorteil auch dazu führen, dass es etwas zu perfekt wirkt.

Fun Fact: "The Call of the Stars" besteht aus 52 individellen Schichten (Tracks) (davon 10 für das Schlagzeug).

PS Danke fürs Abo!

Wenn im Übrigen die virtuellen Instrumente manuell in die DAW eingespielt wurden und „lediglich“ die Stimmen aus Synthesizer V kommen - was m.E. auch einiger manueller Arbeit bedarf - dann wäre das für mich ein durch den Menschen geschaffenes Werk.

Drei Wochen für "Call of the Stars" und zwei für "Master of the Elements" (reine Programmierung, Text war vorher fertig).
 
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  • #10
Erstmal Respekt vor der künstlerischen Idee und ebenso dem Aufwand, der dahinter steckt. …
Auch von mir, @s.cript[0]r. (y) Die Musikrichtung ist nicht meine, aber das Projekt ist beachtlich. Einige Passagen gefallen mir sehr gut, und es klingt alles professionell, wenngleich teilweise etwas (zu) „geschliffen“. Das ist vermutlich der „Preis“ für die vollständige Arbeit in der DAW. ;)

Übrigens muss ich auch konstatieren, dass ich die Gesangsstimmen weitestgehend ziemlich gut finde - insbesondere die weibliche. Da steckt definitiv viel Arbeit drin, denn „out of the box“ klingt Synthesizer V m.E. längst nicht so gut. Auch die Gitarren finde ich überwiegend (sehr) gut - das bekommt man mit den DAW-Instrumenten m.E. nicht ohne weiteres hin.

Wäre das Musik(er)leben ein Wunschkonzert, dann würde ich mir für weitere Titel des Gesamtwerks noch klassische Orchestrierung hinzuwünschen - und ein paar interessantere Harmonien. :)
 
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  • #11
Mir gefällts sehr gut, und ist auch "meine" Musikrichtung. :)

Bleiben wir grad in diesem Genre. Stichwort Nightwish.
Wo liegt der Unterschied zwischen einer KI, und wenn sich Nightwish ein ganzes Orchester für die Aufnahmen kauft, welche am Live-Konzert allesammt ab Sampler oder ab Tonband kommen?

In meinen Augen wird in beiden Fällen einfach ein Teil der Arbeit in fremde Hände gegeben, dessen Möglichkeiten man selbst eingeschränkt ist. Ich seh da dran nichts Verwerfliches, solange man dazu steht. Im Gegenteil, ich würde vielen raten, eben nicht alles selber zu machen, wenns am Ende gut sein soll. Ich konzerntrier mich lieber voll und ganz auf die Aufgaben die ich gut kann. Eine Aufnahme ist derartig Umfangreich, dass es vermutlich nur ganz wenige Menschen gibt, die von der Idee des Projekts, übers Komponieren, Instrumentieren, Arangieren, Performen auf diversen Instrumenten, sich mit Tontechnik, Mikrofonierung, Raumakustik, Mischen und Mastern, in all diesen Bereichen wirklich Top sind.

Ob diese Fremdarbeit von einer KI oder einem Menschen herkommt, ist mir ziemlich wumpe, da diese Fremdarbeit so oder so nicht von mir selbst gemacht ist. Gut klingen muss es, das erwarte ich von einer KI genauso wie von einem Menschen, ansonsten ist kein Mehrwert da, und ich kann es selber machen.

Ich behaupte einfach mal gerade heraus: Je professioneller eine Aufnahme klingt, desto mehr Fremdarbeit wurde gemacht. Ein Profi zögert nicht lange, etwas abzugeben, was nicht in sein Fachbereich gehört. (Ist natürlich nicht verallgemeinerbar, ich mein das tendeziell)

P.S. Musiker findet man übrigens auf fiverr.com . Man könnte also menschliche Instrumentalisten beauftragen, wenn man wollte!
Wie überprüfst du, ob dir dieser Mensch keine KI generierte Spuren zuschickt? :D




Nachtrag:
Ich hab kürzlich eine sehr interessante Doku gesehen. Leider kann ich diese grad nicht finden.
Dort ging es um künstlich hervorgerufene menschliche Reize, vorwiegend sexueller Natur, aber auch Drogen. KI Ist heute im Stande, Bilder zu erzeugen, die im menschlichen Gehirn zu einer höheren Dopaminauschüttung führen, als echte Bilder. Ganz ähnlich wie Drogen natürliche Dopamin-Werte erheblich übertreffen können.
Das ist sogar in der Tierwelt zu beobachten. Als Beispiel wurde der Rosenkäfer genannt. (Diese metallisch grünen Brummer). Offenbar paaren die sich lieber mit einer grünen herumliegenden Bierflasche, als mit einem echten Weibchen. Sobald eine grüne Bierflasche ins Liebesspiel kommt, ist das Weibchen nicht mehr interessant:D
 
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  • #12
Ein wichtiger Punkt zur Entstehung: Ich setze Wuldorwudu alleine um. Für dieses Album stand ich deshalb ziemlich klar vor der Entscheidung: Entweder die Vision stark verkleinern — oder moderne Produktionswerkzeuge bewusst nutzen, um die Welt, die ich im Kopf hatte, überhaupt in dieser Größe alleine bauen zu können.

Ich habe mich für Letzteres entschieden. Die Songs arbeiten daher mit virtuellen Instrumenten und Vocal-Synthese (programmierte Vocals, wie ein VSTI). Nicht, weil mir „egal“ wäre, wie es umgesetzt wird, sondern weil mir die volle musikalische Vision wichtiger war als eine organischere, aber deutlich eingeschränktere Version davon.

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Mich würde genau dieser Punkt interessieren:

Trägt diese Art der Produktion für euch, wenn Musik, Atmosphäre und Vision funktionieren?
Oder bleibt bei vollständig digital/virtuell umgesetzten Projekten trotzdem eine Grenze spürbar, die euch aus dem Gefühl herausreißt?

Freue mich über ehrliche Eindrücke.

Ergänzung zur Produktion, da diese Fragen öfters aufkamen:
Die Instrumente sind VSTi-/Library-basiert, also virtuelle Instrumente in der DAW. Ich programmiere bzw. spiele die musikalischen Informationen selbst ein — Noten, Rhythmus, Dynamik, Artikulationen und Arrangement — und die jeweilige Library setzt sie klanglich um. Die Vocals funktionieren ähnlich über Synthesizer V / Vocal-Synthese: Text, Melodien, Einsätze, Phrasierung und Harmonien stammen von mir; die Voicebanks liefern den Stimmklang auf Basis echter Sänger und Sängerinnen Aufnahmen (Captures wie bei Amps). Es ist also keine per Prompt generierte Musik.
Respekt für deine Arbeit und vielen Dank, dass du das hier vorstellst und Hintergrundinfos dazu lieferst.

Was mich am meisten interessiert, sind gar nicht die Vocals, sondern die Gitarren. Wie hast du die denn konkret erstellt/programmiert, also mit welchem Plugin beispielsweise?

Und was ist deine Grundlage, um Instrumente überhaupt programmieren zu können? Spielst du irgendein Instrument, so dass du Wissen hast über Akkordfolgen, tonale Zusammenhänge und dergleichen (und es nur an der Fingerfertigkeit fehlt, um die Sachen auf entsprechenden Niveau einspielen zu können)?
 
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  • #13
Danke für euer Feedback!

Die Gitarren sind mit Prominy V-METAL 2 umgesetzt und laufen danach durch eine prof. Amp-/Cab-Kette. In diesem Projekt sind sie meist eher unterstützend eingesetzt, damit der Sound nicht überladen wird, haben aber natürlich auch Momente, in denen sie stärker nach vorne treten.

Am Anfang des Projekts definiere ich eher die Grundwelt: Stimmung, Emotionen, Grundsounds und einen Pool an Instrumenten und Spielweisen. Die Songs sind dramaturgisch gedacht, aber die konkrete Form entsteht oft beim Arbeiten selbst — manchmal ist schon etwas im Kopf, manchmal zeigt sich erst beim Programmieren, Jammen, Layern und Ausprobieren, wohin Melodie oder Arrangement wollen.

Bei virtuellen Instrumenten ist es wichtig, nicht einfach den out-of-the-box Klang zu nehmen. Damit es authentischer wirkt, steckt je nach Instrument viel Arbeit in Programmierung. Die genaue Vorgehensweise würde hier aber schnell den Rahmen des Threads sprengen.

Da ich seit rund 20 Jahren Musik mache, habe ich über die Zeit einiges darüber gelernt, wie man sich an ein Stück herantastet und verschiedene Ebenen zusammenführt. Als echtes Instrument Spiele ich Gitarre und etwas Piano, habe aber von Anfang an viel mit virtuellen Instrumenten gearbeitet.

Gerade bei epischen Arrangements finde ich wichtig zu wissen, wo der Fokus liegt: Was steht vorne, was unterstützt, was läuft eher im Hintergrund? Der Fokus zieht die meiste Aufmerksamkeit auf sich, die unterstützenden Elemente malen das Drumherum, und der Hintergrund füllt oft die restliche Stimmung. Manche Dinge nimmt man kaum bewusst wahr, solange sie da sind — merkt aber sofort, wenn sie fehlen. Bei solchen dichten Stücken passiert viel nicht nur im bewussten Hören, sondern auch unterschwellig.
 
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  • #14
… Bei virtuellen Instrumenten ist es wichtig, nicht einfach den out-of-the-box Klang zu nehmen. Damit es authentischer wirkt, steckt je nach Instrument viel Arbeit in Programmierung. Die genaue Vorgehensweise würde hier aber schnell den Rahmen des Threads sprengen. …
Neuer Thread?! ;) Fände ich jedenfalls sehr interessant.
 
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  • #15
Klingt richtig gut!
Bei den Stimmen hätte ich jetzt gar nicht sofort auf Synthesizer getippt. Wenn man es weiß, klingt es im ersten Song bei Minute 5:00 in der weiblichen Stimme etwas glatt gebügelt.
Aber ansonsten: Hut ab! Ich versuche gerade selbst ein bisschen Orchester zu programmieren und kann ansatzweise nachvollziehen wieviel Arbeit darin steckt. (y)
 
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  • #16
Bei mir hast du direkt offene Türen eingerannt. Musikalisch finde ich es super!
Synth V benutze ich selber intensiv und finde, es ist nichts anderes als andere VSTs. Das hat mit geprompterer KI rein gar nichts zu tun.
Welche Stimme hast du den für den Mann genommen? Die Crispy, rauhe, halb und teilweise ganz geschriehene Männerstimme ist super! Ich habe ja Liam und kombiniere es mit Sonarworks Voice ID Rockpack, da kommen manchmal auch rauhe klänge raus aber nicht so wie bei dir. Die Stimme würde ich wohl gerne direkt meiner Sammlung hinzufügen. ;) Das Mädel ist Solaria?

Zu den Gitarren: Als Gitarrist höre ich normalerweise vom ersten Ton an, dass es eine Midi Gitarre ist. Bei der Rhytmusgitarre ist es mir hier nicht so sehr aufgefallen. Ich habe ja recht kritisch zugehört und war mir nicht sicher, bis ich Prominy gelesen habe. Auch wenn die Lib ja schon recht alt ist, gibt es imho nichts, was klanglich da rankommt. Das ist schon sehr überzeugend. Bei den Leadgitarren höre ich es stärker, der Anschlag ist noch nicht so 100% organisch aber das ist meckern auf hohem Niveau. Es ist auch sehr gut programmiert. Meistens sind die Midigitarren ja schon so angelegt, dass sie nicht so spielen, wie man dass als Gitarrist so macht aber bei dir ist das alles richtig gut!

Den Mix finde ich gut, an manchen Stellen finde ich das leveling noch nicht ganz optimal. Den Chor würde ich beispielsweise etwas leiser machen, sodass er dann nicht über den Solostimmen steht. Die Harfe beim ersten Song finde ich noch nicht optimal in den Mix eingebettet. Solo gehört ist das prima aber bei der Stelle so um 0:34, wenn die Harfe mit der "Band" zusammenspielt wirkt sie noch nicht richtig integriert sonder "schwebt" etwas darüber. Vielleicht einfach etwas zu laut ist oder mehr lowcut?
 
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  • Ersteller
  • #17
@infernalvoice
Ich benutze zwei männliche Stimmen - Liam und HxVoc sowie Solaria, richtig erkannt ;)

Liam setze ich als Intro Stimme ein, da jeder Song zwei Einleitungsstrophen hat, mag ich ihn als eine Art erzählerische Singstimme einzusetzen. HxVoc ist die Rock/Metal Stimme (leider Stand jetzt die einzige auf dem Markt) - er kann von Clean bis Harsh. Und danke für den Tipp mit Sonarworks Voice AI, war mir unbekannt. Bei den Stimmen ist sogar noch Luft nach oben, da ich nicht alles ausgereizt habe. Es gab eben einen gesunden Punkt, wo ich loslassen musste.

Bei Prominy benutze ich überigens V-Metal v2 - aber ich weis nicht inwiefern die zweite Version sich gebessert habe, da ich die erste nicht kenne. Ich finde die Rhythmusgitarren sind gut / leicht programmierbar, die Leadgitarren - wie du schon angemerkt hast - brauchen da aber ganz besondere Aufmerksamkeit, damit es nicht technisch oder "künstlich" klingt. Ich vermute, die Erfahrung mit echter Gitarre hat mir auch geholfen, das vsti realistischer zu gestalten. Auch bei V-Metal habe ich noch nicht alles ausgereizt und da ist noch mit Zeit und Erfahrung einiges mehr rauszuholen.

Mix und Master habe ich übrigens an Studio abgegeben, damit es daran nicht scheitert. Der Nachteil ist eben, dass mit 4 Iterationen man nicht so viel Feintuning betreiben kann. Ich hatte mir auch überlegt, ob KI Mix und Master heutzutage reif genug sind - da hatte ich mal was entdeckt, da lädst du einzelne Spuren hoch - das klingt schonmal nach Detailarbeit, aber da der erste Song mit 52 Spuren deren 40 Spurengrenze gesprengt hat und ich einmal so richtig vom Studio mal abgemischt und gemastert haben wollte, entschied ich mich fürs Studio. Die einzelnen Anmerkungen hebe ich mir auf und danke nochmal.
 
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  • #18
@s.cript[0]r Vielen Dank! Den HxVoc werde ich mir wohl auch zulegen.
 
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  • #19
Kleines Update zu Wuldorwudu:

Inzwischen ist auch der dritte Song meines Konzeptalbums The Path of the Seven Stars fertig:

III. Mystical Alchemy


View: https://youtu.be/emDpfy76OmU?si=yVQ7OgDpbTvfnovN

Der Song führt hinein in das lebendige Mysterium der Natur – dorthin, wo der Wandel der Jahreszeiten einen heiligen Kreislauf offenbart und jede Phase ihre eigenen Gaben, Prüfungen und Wandlungen mit sich bringt.

Dieser Song ist naturgemäß sehr folkig gestaltet, bleibt aber seinem Konzeptsound treu.

Freue mich wieder über ehrliche und konstruktive Eindrücke.

Übrigens: Wer lieber auf Spotify & Co. hört – alle Songs gibt es dort ebenfalls sowie auf Bandcamp.

Liebe Grüße
 

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