XLR vs. 6,3mm Klinke (für Vocal-Rack)

von skillloser, 08.08.10.

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  1. skillloser

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    Erstellt: 08.08.10   #1
    Moin moin,

    ich bin gerade dabei mir ein kleines Rack zusammenzustellen, bestehend aus:
    - Empfänger für Mirko (Shure SLX) (nur XLR)
    - BBE Sonic Maximizer (nur Klinke)
    - 31Band EQ (XLR- und Klinke-Anschluss)

    Da für Gesangsmikros ausschließlich XLR-Kabel eingesetzt werden, frage ich mich, ob ich innerhalb des Rack auch mit 6,3mm Klinke verkabeln könnte. Ich habe mich ein bisschen mit den beiden Stecker beschäftigt, aber mir ist nicht wirklich klar, ob es da einen Unterschied im Sound gibt. Denke nicht oder!?

    Hintergrund ist, dass mir ein BBE Sonic Maximizer 422A recht günstig angeboten wurde, der aber nur einen Klinke-Anschluss an. Kann ich den bedenken los nehmen oder sollte ich lieber nach einem Ausschau halten, der auch einen XLR-Anschluss hat?

    Ich hoffe, ihr könnt ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

    Danke & Gruß
    Michi
     
  2. guitar_master

    guitar_master Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 08.08.10   #2
    Hallo, Michi!

    Im Sound gibt es keinen Unterschied. Die Übergangsflächen sind sowohl bei XLR als auch bei Klinke weitaus größer als der verwendete Kabelquerschnitt.

    XLR Stecker haben eine Verriegelung (fallen nicht von alleine raus) und voreilende Masse, dh. sie "knacksen" beim Stecken nicht so sehr. Klinken Stecker sind dafür platzsparender, allerdings erzeugst Du beim Stecken zwangsläufig einen Kurzschluss Signal-Masse. Bei eingeschalteter (und aufdrehter) Anlage kann das unter Umständen Lautsprecherkomponenten zerstören!

    Bei Klinkeanschlüssen solltest Du drauf achten, dass diese Symmetrisch Mono ausgeführt sind. Es gibt bei Klinke (TRS) drei verschiedene Arten: Symmetrisch Mono, 2x Unsymmetrisch Mono und Unsymmetrisch Stereo. Leider hat der BBE (soweit ich recheriert habe) nur unysmmetrische Ein- und Ausgänge.

    Weißt Du, was symmetrische Signalübertragung bringt, bzw. welche Störungen Du dir bei unsymmetrischer Verkabelung (wie es mit dem BBE der Fall wäre) einfängst?

    Gruß, Lukas
     
  3. skillloser

    skillloser Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.10   #3
    Danke für die ausführliche Antwort!

    Mit symmetrischer und unsymmetrischer Signalübertragung habe ich mich bislang noch nicht auseinandergesetzt. Wäre aber klasse, wenn du mir erläutern könntest, welche Störungen bei unsymmetrischer Verkabelung auftreten können.

    Wo hast du die Info gefunden, dass die BBE Geräte unsymmetrische In und Outs haben? Gilt das für alle? Auch für den 882i, welcher mit XLR arbeitet?

    Danke & Gruß
    michi
     
  4. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.10   #4
    Blöde Frage vielleicht (nicht weil ich Deine Aussage anzweifle, ich hab's nur anders gelernt): Bei der Verbindung per Klinke ist doch die Kontaktfläche auf Grund der Rundung minimal, eher punktförmig? Das müßte dann eigentlich deutlich weniger Fläche als bspw. 0,14qmm des Kabelquerschnittes sein?

    Das gibt es bei hochwertigen Klinkenverbindungen übrigens auch ;).
     
  5. guitar_master

    guitar_master Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.08.10   #5
    Hallo, Michi!

    Ich schmeiß Dir jetzt einfach mal zwei Links entgegen:

    https://www.thomann.de/de/onlineexpert_18_2.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Symmetrische_Signalübertragung

    Wenn noch etwas unklar ist, meld dich!

    Hier:
    http://www.bbesound.com/pdfs/422A_manual.pdf

    Seite 5, die letzten zwei Punkte.

    Ob die anderen auch unsymmetrisch sind, weiß ich nicht. Aber das findest Du sicherlich ganz leicht raus. ;)

    Huu, Peter. Gute Frage - ich hab mir das selbst nur von einem Tonler erklären lassen. Aber ich werd mich erkundigen, ggf. User anschreiben. :)

    Kostengünstig vor allem! :p

    Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass nicht jede Klinke in einer verriegelbaren Buchse hält. Wobei bei XLR auch Stecker unterschiedlicher Qualität mehr oder weniger fest verriegeln.

    Gruß, Lukas
     
  6. RaumKlang

    RaumKlang Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.10   #6
    Ich habe gerade keine Zahlen im Kopf, die Kontaktfläche der Spitze bei TRS dürfte aber kleiner sein als die einer XLR-Verbindung. Da wir im konkreten Fall mit Linepegel arbeiten und keine Leistungen übertragen müssen, ist das nicht weiter schlimm. Einzige Punkte, die gegen Klinke sprächen:
    - Durch die kleine Kontaktfläche könnte Korrossion bei dauerhaft gesteckten Verbindungen auf Dauer zu Problemen führen.
    - Klinken sind nicht verriegelbar

    Was mich interessieren würde: Wozu soll das Rack mit dieser Ausstattung dienen? Den Sonic Maximiser setzt man eigentlich eher für Summensignale ein und ich könnte mir vorstellen, dass die Phasenverschiebungen dem Feedackverhalten nicht unbedingt zuträglich sind, wenn das Signal noch auf die Monitore gehen soll.
    Wozu soll der 31-Bänder dienen? Zur Klangregelung wird ja vermutlich eh ein Pult mit entsprechenden EQs zur Verfügung stehen und zur Feedbackveringerung dürfte der EQ deutlich besser im Aux-Send untergrebracht sein.

    Vielleicht kann der OP etwas mehr zur Anwendung schreiben?
     
  7. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.10   #7
  8. mix4munich

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    Erstellt: 09.08.10   #8
    Ich denke, innerhalb des Racks kann man auch mal unsymmetrisch verkabeln. Man verliert halt bei jeder Verbindung 3 dB Pegel. Aus dem Rack heraus sollte man aber in jedem Fall wieder symmetrisch per XLR gehen, um Störungen durch Einstreuungen im Kabel zu vermeiden.

    Viele Grüße
    Jo
     
  9. Gast 23432

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    Erstellt: 09.08.10   #9
    Nochmal ein kleiner Abstecher zur Kontaktfläche, ich hab mich mal ein bißchen umgeschaut:

    lt. Wiki ist ein Klinkenkontakt:

    mit max. 3 Ampere belastbar.

    Einer anderen Quelle zufolge ist ein XLR-Kontakt mit weitaus höheren Stromstärken belastbar:

    Diese Werte werden natürlich im NF-Kleinsignalbereich nie erreicht, sprechen aber meiner Meinung nach eine deutliche Spache hinsichtlich der Kontaktsicherheit.
     
  10. skillloser

    skillloser Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.10   #10
    Cool, jetzt habe ich's kapiert. Danke!!
    Hätte ich damals in den Elektronik-Vorlesung besser aufgepasst;)

    Die XLR-Eingänge des BBE 822i sind übrigens für symmetrisch und für niedrige Spannung ausgelegt.

    @Raumklang:
    Hauptgrund für dieses Rack ist der TC Voice Prism...dann kam der Mic Empfänger hinzu.
    Der 31Bänder ist sicherlich ein bisschen übertrieben. Aber die 3Bänder-EQs, welche sich an jedem Mischpult wieder finden, reichen nicht für unsere Zwecke. Ein 5Band oder 9Band würde es sicherlich auch tun. Aber den 31er bekomme ich geschenkt. Warum überhaupt einen EQ? Ich habe eine sehr dunkle Stimme und growle und screame in einer Grindcore-Band. Einfach die Tiefen raus, damit kein totaler Brei rauskommt, liefert nicht das gewünschte Ergebnis. Eigentlich war oder bin ich auf der Suche nach einem 5Bänder (Behringer PEQ 2200). Aber einen geschenkten Gaul, .....ihr kennt den Rest. Ob ich den EQ auch live einsetzen werden, muss sich zeigen.
    Zum BBE: Einer unserer Gitarristen spielt über den BBE 822i (leider ist der zweite Kanal kaputt). Ich habe das Ding mal ausprobiert (auch live). Ich finde, dass dadurch mein Gesang noch fülliger wird. Weil die Höhen und Tiefen eben gleichzeitig beim Ohr ankommen.
     
  11. guitar_master

    guitar_master Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.08.10   #11
    Hallo, Michi!

    ... und produziert Phasenverschiebungen bei einzelnen Frequenzbereichen. Ach, und was wollst Du nochmal mit dem BBE 822i machen? :gruebel:

    Ein graphischer EQ arbeitet anders als ein parametrischer EQ. Und zumindest ich bearbeite Vocals lieber mit einer Parametrik als mit einem graphischen EQ. Und komischerweise gehör ich damit zur Mehrheit.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Mit einem gutem parametrischen EQ wirst Du vermutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit einem Terzband EQ.

    Redest Du von EQs mit festen Frequenzen? Ja, dann ist das ja auch klar...

    Da musst Du aufpassen, viele Lautsprecherboxen kompensieren die Phasenverschiebung zwischen Hochton und Mittelton bereits! Wie zum Beispiel bei der (angeblich) meist verkauften Aktivbox.

    Ich kann mir schlecht vorstellen, dass eine doppelte Kompensation gut ist. Und ob es auf jeder Anlage überhaupt einen Klangverbesserung bringt.

    Jedenfalls musst Du bei Vergleichen (Stimme mit BBE, Stimme ohne BBE) darauf achten, dass der Multibandkompressor die Lautheit erhöht und durch die Phasenkorrektur die Höhen in der Vordergrund gehoben werden. Beides sind pyschoakustische Phänomene, die ein Signal subjektiv "besser" klingen lassen.

    --------

    Hier das Statement des Users "Deschek".

    Gruß, Lukas
     
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