[Zubehör] tc electronics polyphones clip-on Stimmgeraet

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Aus der Reihe "Dinge, die die Welt nicht braucht" testen wir heute das polyphone Stimmgeraet.
Eigentlich ist die Idee ja cool. Eim Stimmgeraet, das nicht jede Saite muehsam einzeln erkennen muss, sondern ein polyphones Ding, dass auf einen Strum alle 6 Saiten auf einmal analysiert. Cool, oder?
Oder nicht!
Weil EADGBe ist ja kein wirklich wohlklingender Akkord und einzeln nachstimmen muss ich einzelne Saiten ja eh. Und da kann ich gleich das einfache Stimmgeaet nehmen.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an...

TC electronic vertreibt seit geraumer Zeit polyphone Stimmgeraete - meist Rack oder Tretminen - deren Alleinstellungsmerkmal das polyphone Stimmen ist. Soll heissen es wird nicht jede Saite einzeln gestimmt, sondern es werden halt mehrere - bis zu 6 - Saiten gleichzeitig angeschlagen und das Stimmgeraet sortiert das aus und sagt dann, welche Saite zu hoch, zu tief oder halt richtig ist.

Seit kurzem gibt es diese Stimmgeraete auch als Clip-On fuer die Gitarre - allerdings zu einem recht herben Preis, gemessen an den ueblichen Clip-on Stimmgeraeten.

Eine Tretmine brauche ich nicht, aber so ein Clip-On Stimmgeraet mit polyphonem Stimmfunktionen waere doch was, was das GAS wecken kann. Also ... bestellt.

Das Stimmgeraet kommt in einem formschoenen Pappkarton, zusammen mit einer Anleitung auf einem Waschzettel artig gefaltetem Riesenblatt Papier und einer CR2032 Knopfzelle. Die Anleitung im A3-Format, doppelseitig bedruckt auf duennstem Paier gibt ausser der Warnung die Knopfzelle nicht zu incorporieren keine weiteren sachdienlichen Hinweise, was wohl auch daran liegt, dass die wild in allen moeglichen und unmoeglichen Sprachen bedruckt ist und somit fuer jede einzelne der gefuehlt 25 verschiedenen Sprachen halt nicht allzuviel Platz bleibt.

Das Stimmgeraet selbst ist etwas groesser als die gaengigen Modelle von D'Addario, Planet Waves, Snark und Thomann - mein Stimmgeraetezoo muss auch mal sortiert werden - und vor allem ist es weiss. Welcher Idi... ist denn auf diese Idee gekommen? Klar, die Bodentreter von TC sind auch weiss, aber so ein Stimmding am Kopf einer Gitarre sollte vor allem unauffaellig sein und das strahlende weiss ist alles andere als das. Immerhin ist das Display schoen gross. Das kann was. Der Clip zum festmachen ist aus Metall - auch hier ein Qualitaetssprung gegenueber den ueblichen Plasten.

Und das Ding hat einen Gyro. Soll heissen es kann links wie rechts, vorne wie hinten, es versucht immer die richtige Orientierung einzunehmen. In anbetracht der Tatsache, dass man meist aber das Stimmgeraet immer an der gleichen Stelle festmacht - so der Kopf das hergibt - ist mir ein Kugelgelenk wie beim Snark aber dennoch lieber, denn je nach Kopfplatte (vor allem bei Ovation) kommt man in leicht unguenstige Winkel und das arme Stimmgeraet weiss nich, ob es jetzt vorn, hinten, rinks oder lechts ist und wird konfus. Koennte man aendern, eventuell mit einer Tastenfunktion...

Die Funktion an und fuer sich ist gut. Im polyphonen Modus spricht es schnell an und sagt, welche Saiten flat oder sharp sind und im monophonem Modus reagiert es schneller und besser als mein bisheriger Liebling, der Snark.

Allerdings haben wir Gitarristen ein Problem. Die temperierte Stimmung. Stimmt man eine Gitarre genau EADGBe, dann ist alles mehr oder weniger gleich falsch. Manches mehr, manches weniger. Stimmt man aber nach einer Tonart richtig, sind andere Tonarten noch falscher. Und vor allem, was heisst "richtig"?

Und hier kommt der Punkt, wo man zum TC nicht mehr sagen kann:"Dinge, die die Welt nicht braucht", denn wenn man rinen Akkord spielt, dann zeigt dieses wundersame Ding nicht nur den Akkord nach dem Grundton an, sondern es sagt auch, welche Saite wie weit vom Akkord weg ist. Und das finde ich genial. So kann man schnell nach der Tonart stimmen und es klingt in der Tonart "richtiger" als nicht kompensiert gestimmt. Natuerlich muss man bei Tonartwechsel auch wieder nachstimmen, aber das geht schnell und einfach. Schade nur, dass das TC bei vielen offenen Stimmungen genauso versagt wie bei exotischen Stimmungen wie Bruce Palmer modal E oder leider auch bei 12-Saitern.

Am Anfang dachte ich: gutes Stimmgeraet, aber das polyphone Stimmen ist doch mehr ein Gimmick, aber nachdem ich herausgefunden habe, dass das TC tatsaechlich auch "richtige" Akkorde erkennen, analysieren und die Abweichungen schnell und sehr genau anzeigen kann, bleibt mein einziger Kritikpunkt (neben dem hohen Preis) das sehr auffaellige weiss des Gehaeuses. Mit dem Rest kann man leben.
 
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Danke für deinen Bericht! Das Teil macht mich schon neugierig, aber mich schreckt die weiße Farbe ein wenig ab ;)

Ich möchte fast drauf wetten, dass es den bald auch in schwarz gibt. Dann könnt ich mir vorstellen, dass ich mir auch einen kaufe.
 
Die weiße Farbe fällt mir schon garnicht mehr auf. Ich habe es seit dem ersten Tag und alle anderen Stimmer haben seit dem eine ausgedehnte Sommerpause im Schrank. ;)
 
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Ich habe das Dings auch und bin zufrieden damit. Vor allem die Metallklammer macht einen guten Eindruck.
Der polyphone Stimmmodus macht auf der Bühne Sinn: schnell muten, alle Saiten (klingt net toll, is schon klar) anschlagen, aha die G-Saite ist etwas tief, stimm, fertig.
Das mit der Erkennung kompleter Akkorde ist mir noch gar nicht aufgefallen :)!

Mit dem Design von Verpackung und Gerät und der rein weißen Farbgebung will TC wohl eine Apple-Anmutung schaffen.
 
Naja, das erste Boden-Polytune war auch schon Weiß in weißer Verpackung. Ich denke die bleiben sich einfach nur treu. Und weiße Produkte hat Apple nicht erfunden... ;) Aber ich weiß, was du meinst.
 
Auf jeden Fall zufrieden mit dem Clip. Mein Alter Polytune war immer gut aber der Clip ist sauschnell und sehr akkurat. Und da ich nicht immer dasselbe Board ( oder überhaupt ein Board) mitschleppe ist der Clip ideal. Und übertrieben auffällig ist er eigentlich nicht, bei 5 Gitarren muss ich manchmal regelrecht suchen wo er grade dranklemmt...
 
Stimme dir voll zu. Man sollte noch erwähnen, das er eine sehr feine Abstufung hat (beim saitenweisen Stimmen).
 

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