Billig Boxen, ja oder nein, das ist hier die Frage

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@ll:

Damit Ihr auch mal andere Meinungen, außer immer nur mein Geschimpfe, zu dem Thema Billig Boxen lesen könnt, poste ich in diesen Thread in Abständen immer mal wieder Meinungsäußerungen von Usern, auch aus anderen Foren !
Um diese Zitatensammlung nicht unübersichtlich werden zu lassen, bitte ich Euch, für eure Meinungsäußerungen ein seperaten Thread zu eröffnen, danke !
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Sound-Klinik schrieb:
1. Wie verlängere ich ein Lautsprecher-"Leben" ...

Lautsprecher sind einem mehr oder minder großen Verschleiß unterworfen, da sie elektrisch (durch Erwärmung ...) und mechanisch (z.B. Verschleiß von Zentrierungen, Abrisse ...) manchmal recht stark beansprucht werden.

Und es gibt Anwender, die mit diesem Verschleiß ständig etwas zu tun haben (abgebrannte Hochtöner finden wir allerdings häufiger bei den "Einsteigern" - zerhechselte Tieftöner dagegen auch bei den "Profis").

1.1. Hochtöner (im PA-Bereich zunehmend seltener ...)
Die Ursache für durchgebrannte Schwingspulen bei Hochtönern ist simpel: Es wurde zuviel Leistung draufgebrezelt.
Häufig liegen die Ursachen bei phantasievollen Leistungsangaben der Anbieter und den zu optimistischen Erwartungen der Anwender.
Auch Sofitten (diese Glühbirnchen ...) taugen nur zur Schadensbegrenzung und bieten keinen wirklichen Schutz.

Wer mit diesem Problem häufig zu kämpfen hat, hat entweder unterdimensionierte Lautsprechersysteme - unterdimensionierte Verstärker (clipping !) - oder macht ganz einfach selbst "etwas" falsch ("Badewannen"-EQ-ing, Feedback durch "Mikrofonprobleme", zu "heftige" Kompression etc.).

1.2. Mittelton- (seltener ...) und Mittelhochtonhörner
Diese LS-Systeme sind i.d.R. stärker belastbar - werden aber (im Gegensatz zu Höchtönern ...) schließlich auch schon für die Übertragung tieferer Frequenzen (je nach Dimensionierung ab 1,2 ... 2,5 kHz - "große" Systeme manchmal auch unter 1 kHz ...) eingesetzt.

Ein Schutz mit Sofitten ist hier eher problematisch, da die Widerstandsänderung eines Glühwendels auch die Trennfrequenzen HÖRBAR verschiebt und die richtige Leistungsdimensinierung genau ausgefrickelt werden muß. Es gibt Filterdesigns, wo dieser Einfluß minimiert wird - aber der Klang ändert sich !

Besser Alternative: Einfach einen Treiber mit der für den Einsatzzweck angemessenen Belastbarkeit einsetzen - und ggf. mit aktiven Maßnahmen eine "Bremse" (besonders bei
Verleih ...) einbauen (d.h.: Limiter).

1.3. Bässe
Gerade Tieftöner sind mechanisch großen Beanspruchungen ausgesetzt.
Die häufig anzutreffenden Systeme mit Vents (also z.B. Bassreflex) sollten unterhalb ihrer Abstimmfrequenz allerdings besser mit einem aktiven Hochpass (Subsonicfilter - haben manche Endstufen "on board" ...) vor ganz tiefen Frequenzen geschützt werden. Der LS wird dadurch mechanisch weniger belastet, die Endstufe muß keine Frequenzen mehr verstärken, wo sowieso keine wirksame Schallabstrahlung stattfindet - und der Klang wird differenzierter.

Die mechanische Beanspruchung wird durch die Schallführung (also Gehäusegröße, -prinzip) bestimmt - und gerade Systeme mit Vent (also mit Resonator wie Bassreflex, Bandpass ...) sind mechanisch unterhalb ihrer Abstimmfrequenz leicht zu überlasten.
Allerdings: auch Basshörner begrenzen die Membranauslenkung bei sehr tiefen Frequenzen nicht ausreichend, weil gängige Hornkontouren (außer Tractrix ...) ein Hochpassverhalten haben - d.h. erst "ab einer bestimmten Frequenz" überhaupt Schall übertragen (.... natürlich spielen auch noch die Trichterlänge und Mundfläche eine Rolle, aber ich will hier jetzt nicht über die Theorie von Hörnern reden ...).

2. Warum werden Lautsprecher also "abgeschossen"
Die Antwort lautet: Weil sie zuviel Leistung im falschen Frequenzbereich abbekommen haben.

Aber wie kommt es dazu - und was sind die häufigsten Gründe ?

Antwort: Häufig werden Lautsprechersysteme nur nach (nicht immer nachvollziehbaren !!!) Leistungsangaben der Anbieter ("Watt" ist ja schließlich sowas wie "PS" - oder ?) ... und dem Preis (... wer kann noch billiger ?) ... gekauft.

Hierzu ein kleiner Vergleich zwischen zwei "Kandidaten", um diesen Zusammenhang zu verdeutlichen:

a) Eine "Profibox" aus einem Katalog mit 180/500 Watt (??) und 94 dB/1W/1m für EUR 140,-

b) eine professionelle PA-Box mit 400 Watt Nennleistung und 98 dB/1W/1m für ca. EUR 700,-

Es ist anzunehmen, daß die "Profibox" (a) aus dem Versandhauskatalog wohl - wenn überhaupt ! - eine Nennleistung um 180 Watt hat.
Bei 180 Watt erreicht die Box dann (theoretisch) einen max. Pegel von 116,5 dB SPL

Die PA-Box (b) erreicht den gleichen Schallpegel (von 116,5 dB) bereits mit einer Leistung von weniger als 71 Watt (also etwa einem DRITTEL !!!) - und erzielt bei einer Leistung von 400 Watt etwa 124 dB SPL !

Übrigens: Box (b) ist bei gleicher Verstärkerleistung in etwa 1,6-facher Entfernung genauso laut wie die Box (a) - jeweils bei Nennleistung sogar in etwa 2,4-facher Entfernung !!!

Um nun mit der Versandhausbox auch einen Pegel von 124 dB SPL zu erzielen, müßte man auf die (arme) Box eine Leistung von etwa 1000 Watt geben ("Ruhe sanft, Kaufhausbox ...").

Wenn man allein die abgegebene akustischen Leistung betrachtet, würde man etwa 5 Kaufhausboxen (und auch die 5-fache Endstufenleistung !!!) benötigen, um mit der "teuren" PA-Box mithalten zu können (... was dann wohl teurer wäre ???).

In der Praxis wird es dann (wg. höherer Directivity beim "Stacking") auf etwa 3 Kaufhausboxen (und etwa 3-facher Endstufenleistung) gegenüber einer PA-Box hinauslaufen - wobei dann allerdings der Klang durch das Stacking "preiswerter" Boxen wohl nicht gerade überzeugen wird (... und im Mittelhochtonbereich wird das Stacking auch nicht besonders effektiv sein ...).

3. Fazit:
Man schleppt dann durch vermeintliches (anfangs beabsichtigte) "Einsparen" wenigsten die 3-fache Verstärkerleistung herum, benötigt wenigstens 6 statt 2 Kisten ... und klanglich wird das Ergebnis dann mit großer Sicherheit auch noch deutlich schlechter sein (... woran auch der Einsatz von Equalizern nichts ändern kann).

Viele Industrieanbieter (mit Fertigung in China oder sonstwo ...) leben übrigens recht gut von der Unwissenheit vieler PA-Anfänger (oder DJs ...) und verkaufen denen dann mit vielen Versprechungen hinterher auch noch 19"-Gelumpe (z.B. Equalizer mit oder ohne "Einrauschmöglichkeit" ...), um das dann gerade mal wieder angesparte Geld auch noch einzusacken.

Viele Grüsse sendet Euch
 
Eigenschaft
 
Hier ein weiteres Posting !

Auch wenn ich es jetzt nocheinmal schreiben muß, der Aufbau der billig Lautsprecher ist eigentlich immer der gleiche. Das Gehäuse wird aus sehr dünnen billigen Spannplatten gefertigt die mit Leim und besseren Heftklammern zusammengetackert werden. Um die Stabilität und Dichtigkeit hin zu bekommen wird das ganze mit Kleber überzogen und mit Filz bespannt, Kunststoffecken drann und fertig. Dieses ist eigentlich bei allen gleich. Dann kommt der Unterschied. Die ganz billigen arbeiten mit Piezo Speakern, das sind Hochtöner die früher mal von Motorola etwickelt worden sind, diese brauchen aufgrund ihrer Bauweise keine Abtrennung von bestimmten Frequenzen sondern vertragen das Fullrange signal geben aber nur ihren Hochton wieder, bloß halt nicht besonderst genau. Soll heißen, es können manche Frequenzen mehr, manche weniger ausgeprägt bzw. laut wiedergegeben werden. Vorteil des ganzen, ein Piezo kostet im Großeinkauf von wenigen Cent bis hin zu grade mal ein paar Euro, eine Weiche Braucht man nicht, so das man nun noch ein billigst Blechchassie für den Bass-Mitteltonbereich nehmen kann, das man auch Fullrange laufen läßt und durch eine etwas weichere Aufhängung die an HiFi chassies erinnert, kommt da dann auch bei kleineren Chassies ein gewisser Bass. Auch diese Blechchassies liegen im Bereich von ein paar Euro meist weniger als 10 Euro. Alles zusammen gibt einen Lautsprecher der für´s Gehäuse maximal 10 Euro kostet, die Bauteile nochmal knappe 10 Euro und Produktion ist eh in Taiwan, China, egal hauptsache billig. So kostet dann Conrad z.B ein solcher Lautsprecher ca. 25-30 Euro und die verscherbeln ihn dann um 69 Euro in Massen weiter. Hast du nun einen etwas besseren Lautsprecher dieser Sorte, z.B. Ravermaster, da sind dann im Doppel 18"er zwei billigst Blechchassies mit enorm kleinem Magnet drin, die irgendwelche übertriebenen Wattleistungen abkönnen sollen, was schon von der Kühlung in so kleinen Magneten nicht sein kann, definitiv gebaut um kaputt zu gehen. Aber da ist eine Weiche drin, die zum topteil trennt. Weiche erster Ordnung, ein Drahtspule die um 6 dB die Mittel-Hochtöne dämpft um die Bässe zu trennen. Nicht viel aber immerhin. So, dann gibt es noch die günstigeren Lautsprecher wie DAP MC Serie, Gehäuseaufbau genau gleich, evtl. etwas bessere Spanplatte. Hier auch ein weicher Bassspeaker, und ein Piezohorn bzw. evtl. ein echtes horn, das vielleicht dann 1/2" ist, voll aus Kunststoff gegossen oder ganz billigster Hornaufbau und ein wirklich Weiche, sogar 2. Ordnung die dann mit je zwei Bauteilen auch 12 dB Trennung hin bekommt.

Was bei diesen Lautsprechern allen normal ist, der sogenannte Badewannen Frequenzgang. Basse voll, dann fällt die Kurve zu den mitten hin ab und steigt dann wieder zu den Hochtönen hin auf voll an. Liegt einfach daran das die Komponenten im Übergangsbereich beim Mittelton sehr schwach kommen. Folge, Sprachunverständlichkeit, da genau die Frequenzen fehlen, die der Mensch klar und laut hören muß um die Sprache zu verstehen (so um 2,5 Khz).

Je nach Aufwand sind die Speaker dann auch unterschiedlich billig. Auf jedenfall muß niemand glauben der Händler verschenk hier etwas, im Gegenteil, an diesen Lautsprechern ist manchmal durch den Massenabsatz viel mehr gewonen wie an den Profispeakern. Grundgedanke ist auch immer, die Besitzer zu annimiren ihre Lautsprecher überzubelasten, ihm zu vermitteln er hat hier ein hochwertiges PA Produkt erworben. Meißt wie gesagt kauft man diese Lautsprecher zweimal, einmal billig und einmal richtig. Und so gesehen ist das ganze dann wieder teuer, den diese 100 Euro hättest du auch schon in deine Profibox investieren können.

So, ich denke das war ausführlich genug.
 
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