Kirchenmusik

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Jascha
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Hallo,
ich wurde gefragt ob ich ab Mitte nächsten Jahres alle 14 Tage Sonntags in der Kirche an der Kirchenorgel den Gottestdienst begleiten könnte.
Hmm ich habe noch nie Kirchenmusik gespielt.
Habe Klavier unterricht im klassischen Sinne gehabt und spiele Momentag in einer Party/Oldie/Stimmungs-Band.
Kirchenmusik ist doch seeehr komplex oder? Könnt ihr mir sagen welche Spieltechnik ich proben soll, damit ich die Zuhörer befriedigen kann, oder meint ihr das hätte alles keinen Sinn?
Mit Theorie kenne ich mich auch eigentlich ziemlich aus.
Vielleicht hat ja jemand ein Paar Tipps. Würde mich echt freuen!
Viele Grüße, Jascha
 
Eigenschaft
 
Wie wärs du gehst am nächsten Sonntag mal in den Gottesdienst und hörst dir das an und fragst hinterher den Kantor/die Kantorin? ;)

Denn es gibt je nach Kirche durchaus Unterschiede bei der Begleitung. Im Allgemeinen solltest du aber gut nach Noten spielen können, Kirchenmusik nach Akkorden ist nicht so das Wahre und auch nicht einfach, weil die Akkorde oft mehrmals im Takt wechseln.
Die Noten sollten aber vorhanden sein, es gibt auch die Orgelsätze für die Liturgien usw. - ganz bestimmten geben sie dir mal sowas, damit du dich dran probieren kannst. Kirchenmusik ist schon bisschen anspruchsvoll, weil du meistens vierstimmige Sätze spielst. Aber andererseits sind viele Lieder ähnlich aufgebaut und gewisse Akkordfolgen (z.B. die Schlüsse usw.) kommen immer wieder vor. Außerdem sollen die Leute ja noch dazu singen können.
Aber wenn es eine richtige Kirchenorgel ist, dann solltest du natürlich auch mit den Füßen spielen können, weil erst dann klingt eine Orgel richtig voll. Das kann man natürlich lernen (da sind ja keine extremen Walking-Bässe dabei), aber bisschen Übung gehört da schon dazu, Arme und Beine zu koordinieren. Eine Orgel spielt sich sowieso anders als ein Klavier (es gibt keine lauten und leisen Töne je nach Anschlag)
Aber die eigentliche Frage ist doch: Willst du das eigentlich und macht dir das Spaß? Wenn ja, sind die Probleme sicherlich zu meistern, wenn nein dann lass es lieber.
 
Du solltest dir als erstes mal die Liturgie des entsprechenden Gottesdienstes anschaun. Da sagt dir normal niemand "Spiel jetzt!" sondern das musst du (am besten Auswendig) draufhaben. Außerdem solltest du dir die Orgelbücher besorgen und flüssig (!) vom Blatt spielen können (da manche Priester / Pfarrer dazu neigen, sich die Lieder, die sie gerne hätten 5 Minuten vor Gottesdienstbeginn rauszusuchen)
Wenn du mit dem Pedal noch nicht zurechtkommst, kannst du die Sätze auf nur auf dem Manual spielen. Hauptsache, die Gemeinde kann ihr Zeugs runtersingen;)
Und ich würde mir noch 2-3 Stücke so in Petto halten für Einzug / Kommunion / Auszug etc... (Bach (auch die Klavierstücke) geht normal auf jeder Orgel ziemlich gut. So ne Fuge oder so was)
Was du brauchst, kurz zusammengefasst:
- Kenntnis der Liturgie / des Gottesdienstablaufes
- Spaß daran
- Gutes Vomblattspiel- und Improvisationstalent
- Die entsprechenden Orgelbücher (die liegen aber normal irgendwo an der Orgel rum)
 
Jascha schrieb:
oder meint ihr das hätte alles keinen Sinn?

das macht auf jeden fall sinn, egal ob du nun mit der kirchenmusik letztendlich klarkommst oder nicht. probiers aus ! ich hab auch mal ein weilchen alle 2 wochen oder so ne stunde alleine an ner kirchenorgel spielen können.
wer die chance hat, einmal selbst an einer großen kirchenorgel zu spielen, der sollte diese auf jeden fall nutzen. macht es einem spass, dann ist man auch gerne bereit sich die paar kirchenlieder einzuhämmern.
aber wen der klang nicht direkt vom hocker haut, der sollte es einfach lassen. ich könnte, allein schon weil ich viel zu unreligiös bin, dieser ganzen veranstaltung eh nicht mehr abgewinnen, als die chance auf so einem wahnsinnsinstrument zu spielen. :)

denn meiner meinung nach gibt es kein besseres instrument auf der ganzen welt. ich kann mir kein streichorchester vorstellen, was so sanfter und trotzdem kräftig klingt als eine kirchenorgel. unvergleichbar. also ich rede jetzt wirklich nur von diesen gigantischen "anlagen" nicht diese kästen im schrankformat, die wie blockflöten klingen. ;)
und es macht einen unterschied, ob man nur zuhört oder selber spielt.

ok, etwas abgeschweift, aber das wollte ich eh mal sagen.
also hör dir erstmal das instrument an und überleg dann, ob du weiter daran spielen willst. technik kann man lernen, aber gefallen an diesem instrument muss direkt vorhanden sein.
 
Also ich habe seit einem Jahr eine halbe Stelle als Organist und mach schon seit 5 jahren Aushilfe und kann da ein bissl was zu erzählen. Also man sollte schon vom Blatt spielen können aber in der Regel bekommt man die Stücke mindestens 2 Tage im vorraus wenn man es verlangt. Das kann man aber mit den pastören absprechen. Ich bekomm meine Stücke immer nen Tag vorher. Guck mir die dann kurz an um Überraschungen zu vermeiden. Aber üben muss ich die eigenltihc nicht mehr. Liturgie ist von Kirche und auch jedem Pastor unterschiedlich. Der eine singt die und braucht nen Ton und der andere spricht die. Das sollte man vorher mit jedem Pastor absprechen. Den Ablauf der Liturgie kann man sich auf nen Zettel schreiben. Es gibt immer bestimmte Formeln die die Pastöre sagen und nach denen dann Liturgie gesungen wird. ist nicht so schwierig. Dann wird immer nen Eingangs und Ausgangstück gespielt und beim Abendmahl wird auch gespielt. Da sollte man schon ein größeres Repertoire haben. Man kann viele Klavierstücke auch auf der Orgel spielen. Aber es gibt auch viele einfache Orgelstücke. Und am Anfang kann man auch das pedal weglassen. Es hört sich zwar mit besser an aber es geht auch ohne. Ein bißchen schwierig ist das Begleiten der Gemeinde. Es gibt ja keinen Dirrigenten, also bestimmt man das Tempo der Lieder. Man muss meißtens so spielen dass es sich anhört als wäre die Gemeinde immer ein wenig hinter einem. Wenn man so spielt, dass man genau gleich mit der Gemeinde ist dann passt man sich dem Temp der Gemeinde an und wird mit der Zeit immer langsamer. Das schwierige beim Orgel spiele ist einerseits natürlich das Basspedal und das es kein Haltepedal gibt und man 4 stimmige Choräle ohne das man Sprünge und Absätze hört spielen muss. Da muss man oft mit den Finger umgreifen um die Töne zu halten. Lass dir am besten jetz schon einen Schlüssel der Kirche geben, dass du üben kannst. Wenn du alle 14 Tage orgeln sollst ist das ja schon eine halbe Stelle. Wie ist das denn mit der Bezahlung? Wirst du fest angestellt oer bekommst du jeden Gottesdienst einzeln bezahlt. Wenn du alle 14 Tage spielst steht dir eingentlich ne halbe Stelle zu. Wird auch viel besser bezahlt und es gibt noch Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld und so. DAs must du vorher natürlich auch klären. Wenn du Spass dran hast würd ich es auf jeden Fall machen. Das ist schnell verdientes Geld und es wird sehr gut bezahlt. Soviel kann an mit keinem anderen Job verdienen. Sind ja im Monat ca. nur 4 Stunden aufwand.
 
Nutze gleich mal diesen Thread, da ich keinen neuen aufmachen möchte.

Ich habe demnächst die Gelegenheit, öfters mal Orgel in einer Kirche spielen zu können. Dazu such ich jetzt ein paar Stücke, die nicht allzu schwer sind (hab zum Beispiel keine Ahnung vom Pedal-Spiel). Dachte da an ein paar schöne Choräle oder sowas in der Art. Könnt ihr mir da vielleicht was empfehlen?
 
Ich habe demnächst die Gelegenheit, öfters mal Orgel in einer Kirche spielen zu können. Dazu such ich jetzt ein paar Stücke, die nicht allzu schwer sind (hab zum Beispiel keine Ahnung vom Pedal-Spiel). Dachte da an ein paar schöne Choräle oder sowas in der Art. Könnt ihr mir da vielleicht was empfehlen?

Such dir am besten eine Orgelschule. "Eine methodische Anleitung für Anfänger und Fortgeschrittene" von Rolf Schweizer - Bärenreiter Verlag ist recht gut, geht aber stramm zur Sache. Ich gehe aber davon aus, daß du ganz passabel Klavier spielen kannst und "Inventionen von Bach" z.B. für dich kein Chinesisch ist. Damit du Stücke hast, brauchst du beide Bände, die werden nämlich nicht nacheinander sondern gleichzeitig verwendet.

Schwerpunkte sollten für Klavierspieler erstmal Artikulation und Pedalspiel sein. Wegen der Registrierung fragst du am besten den Organisten nach ein paar Tipps. Vielleicht nimmst bei ihm auch gleich ein bischen Unterricht, es gibt viel zu lernen, worauf man alleine nicht kommt.
 

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